Der Bildungswirt

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Keine Angst vor der politischen Rede

16. Juni 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Keine Angst vor der politischen Rede

„Wir pfeifen nicht nach ihrer Tanze“ …Politik ist Entertainement, wenn es gerade nicht um Lobbyismus und Interessensdurchsetzungen geht.Vernunft ist in der Welt, selten herrscht sie.
Sprache ist Manipulations- und Befreiungsinstrument zugleich. Sprache ist Spiegel der Welt. Sprache ist geronnene Erfahrung.
Die Sprache der Politik, ihre besondere Rhetorik ist immer eine Beschäftigung wert.

10 goldene Regeln für den professionellen Sprecher

Der neue Bericht  „Bildung in Deutschland 2010″, morgen mit Inbrust der neuen Erkenntnis im Auftrag der Bundesregierung vorgetragen, wird übermorgen die Zeitungen füllen, mal als Neuheit, mal als Kalauer.

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Tags: Bewusstsein · Bildung · Bildungsgipfel · Uni

Karl Marx – brandaktuell oder ein toter Hund?

8. Juni 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Karl Marx – brandaktuell oder ein toter Hund?

Bildung heißt im Kern eigene Urteilsfähigkeit entwickeln.
Und das in der Schule? In der gymnasialen Oberstufe, in der Berufsschule, in der Gesamtschule?

Prüfe selbst die drei Videos:
Was ist die Botschaft? Erkennbare Thesen, Argumente? Welcher Ideologiebegriff wird verwendet? Gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Marxschen Ideen und der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise?



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Tags: Abitur · Berufsschule · Bewusstsein · Bildung · Gesamtschule · Gymnasium

Berlin – ein geistiges Zentrum?

6. April 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Berlin – ein geistiges Zentrum?

Kleiner Rückblick aus der Literatenbrille des großen Gottfried Benn – ein Fundstück, ein Zeitdokument.

Eine Anregung für den Deutsch- und Politikunterricht.

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Tags: Abitur · Bildung · Dunkelkammer · Gymnasium · Interviews · Unterricht

Rechtschreibdrill-Spiegelfechter-Ewiggestrige

13. November 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Rechtschreibdrill-Spiegelfechter-Ewiggestrige

Rechtschreibpaukerei: Sollten wir darüber in der Schule nicht noch einmal gründlich nachdenken? Für welche Kompetenz setzen wir unzählige Stunden ein? Ist das noch zeitgemäß, wenn doch fast jeder längst einen Laptop mit komplexem Rechtschreibprogramm zur Verfügung hat – demnächst auch in der Schule, in Klausuren, in Landesprüfungen?


Gefragt sind vielfältige Internetkompetenzen, kommunikative und kreative Kompetenzen statt Rechtschreibdrill.

Rechtschreibfähigkeiten sind eine Unterfunktion kommunikativer Kompetenz. Es fehlt an expressiver Vernunft, die gestalten will.

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Bildung ist Bürgerrecht

19. Oktober 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Bildung ist Bürgerrecht

Wer wollte da ernsthaft widersprechen? Erst in der Konkretion zeigt sich, was gemeint ist.

In Bildung massiv investieren, in die Zukunft der Jugend und des Landes investieren, Bürokratie abbauen, neues Lernen iniziieren – die FDP hat jetzt ihre Chance auf Bundesebene als auch als Verantwortliche im Schulbereich wie z.B. in Hessen. Was ist bisher geschehen?

Wie heißt es doch schon in Goethes Faust im Vorspiel auf dem Theater: Direktor: „Der Worte sind genug gewechselt/ Lasst mich auch endlich Taten sehn!/ Indes Ihr Komplimente drechselt/ Kann etwas Nützliches geschehen.“

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Kontroverse Schuldebatte 2009

8. September 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Kontroverse Schuldebatte 2009

Im neuen linksorientierten Medienprojekt „der Freitag“ (Verleger J. Augstein) schlagen zurzeit die Wellen zur Schulpolitik hoch. Der taz-Redakteur Christian Füller eröffnete mit „Lasst die Schulen los“ und erzeugte eine große Debatte. Der Bildungswirt erweiterte um die pädagogische Dimension „Der gute Lehrer – ein Phantom?“

Alle Bilder sind durch anklicken zu vergrößern!

Die Themenliste ist lang und kann beliebig verlängert werden: u.a.

Bildungstheorien, Hintergrundtheorien, Bildungsphilosophien, Bildungspolitiken, Machtpolitiken, Föderalismusgestrüpp, nationale Bildungsstiftung, Finanzierungsmodelle, Bildungsbudget, Organisationsentwicklung, Lehreraus- und -fortbildung, Didaktik, Methodik, Berufsbeamtentum, Schulrecht, zentrale Prüfungen, Vergleichsarbeiten, Bildungsstandards, Kompetenzmodelle, Schulinspektion (Schul-TÜV),PISA, TIMSS, Demokratie in der Schule – Erwartungen, Visionen, empirische Resultate, „Starke Schulleiter“ – zwischen Notwendigkeit und Ideologie, Elternbeteiligung – eine Mär?, Arbeitsweisen der Kultusbürokratie konkret? Bedeutung der KMK? Landesabitur in den einzelnen Bundesländern, Zentralabitur für ganz Deutschland?

Wir reden über eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen überhaupt: Ca. 12 Millionen Schülerinnen und Schüler (9,2 Millionen in allgemeinbildenden Schulen und 2,8 Millionen im beruflichen Schulwesen) und etwa 700.000 Lehrerinnen und Lehrer sind Beteiligte, Betroffene, manchmal Leidgeplagte, auch Millionen Eltern. Es zeugt von Interesse und Sensibilität, dass hier im FREITAG die Wogen höher schlagen.

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Bildungsstandards in der gymnasialen Oberstufe – ein erstes Gesamtkonzept

26. März 2009 · von Miller · 6 Kommentare

Bildungsstandards in der gymnasialen Oberstufe – ein erstes Gesamtkonzept

Und manchmal gibt es doch unerwartet Bewegung:

Ein in sich schlüssiger Entwurf von Bildungsstandards in der gymnasialen Oberstufe liegt in Hessen im 2. Bildungsweg vor und könnte als bundesweite Blaupause auch für den 1. Bildungsweg orientierend wirken. Der Entwurf für 14 Fächer (!) und für fächerübergreifende Projekte in einem überschaubaren Heft (98 Seiten) fand im rechtlichen Beteiligungsverfahren die Zustimmung des mitbestimmungspflichtigen Landesstudierendenrats und könnte jetzt in Hessen gelten. Eine dreijährige Entwicklungszeit, unter starker Beteiligung der Praktiker vor Ort, käme so zum Abschluss und Initiativen vielfältiger Ausgestaltung einer verbesserten Unterrichtsqualität könnten richtungsgebend arbeiten. Insgesamt lassen sich die einzelnen Funktionen und Wirkungen von verbindlichen Bildungsstandards folgendermaßen zusammenfassen:

  • Standards als Anstoß für Unterrichtsverbesserung und Schulqualität
  • Standards als Ausgangspunkt fachlicher und fachübergreifender Kommunikation
  • Standards als Motor kollegialer Kooperation und weiterer Professionalisierung
  • Standards als diagnostische Bezugsgröße für individuellen Förderbedarf
  • Standards als Referenzsystem zur Vergleichbarkeit von Leistungen der Schulen, des jeweiligen Lernstandes und der entsprechenden Abschlüsse.

Bisher hatte das Ministerium das Ergebnis unter Verschluss gehalten, jetzt stehen die Bildungsstandards für die Öffentlichkeit im Netz, dazu noch ein Begleitbrief – „Bildungsstandards, Kompetenzen und neue Lernkulturen“ – der die Hintergründe der Debatte und Fragen aus Schulen, Wissenschaft und Verbänden beantwortet. Im Begleitbrief heißt es pointiert:
„Die Lehrenden sind die entscheidenden Träger dieser Bildungsreform insofern, dass sie diesen Transformationsprozess hin zu einer Subjektorientierung/ Lernerzentrierung stützen. „Die Verantwortung für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen bis hin zur Ausarbeitung eines Schulcurriculums wird stärker an die Schulen zurückgegeben, aber nicht unbedingt an den einzelnen Lehrer, sondern beispielsweise an Fachteams. (…) Die Lehrkräfte sollten eine klare Vorstellung darüber entwickeln können, welche Chancen auf kürzere und auf lange Sicht mit der Stärkung ihrer professionellen Rolle in der Arbeit mit Bildungsstandards verbunden sind. Vor allem aber müssen ihnen Handlungsgerüste angeboten werden, die Sicherheit vermitteln und eine erfolgreiche Nutzung von Standards gewährleisten.“ („Klieme –Gutachten“, 2003, S.51).
Lernende sind in der Lage, selbständig zu denken.
In dieser Verantwortung eingebettet können Bildungsstandards einen sinnvollen Beitrag zur Qualitätsverbesserung des Unterrichts leisten. Daran misst sich die Alltagstauglichkeit für die Lernenden in besonderem Maße.“

Der Entwurf gliedert sich in drei Teile, besticht in seiner Diktion und Prägnanz:

In Teil I werden fünf fächerübergreifende Kompetenzen und zugeordnete Standards in Korrespondenz mit der klassischen Leitidee einer umfassenden Bildung entwickelt. Tradition und Innovation sind durchaus vereinbar.

In Teil II werden im Rahmen der vierzehn angebotenen Fächer vor allem fachbezogene Kompetenzen und Standards formuliert. Diese tragen den besonderen Anforderungen der jeweiligen Fachgebiete Rechnung und zeigen zusätzlich fächer- bzw. fachbereichsübergreifende Vernetzungsmöglichkeiten auf, z. B. argumentativ-kommunikative Kompetenzen, interkulturelle bzw. interdisziplinäre Kompetenzen.
Die unterschiedliche Tiefe in der stofflich-inhaltlichen Darlegung innerhalb der Kompetenzbereiche berücksichtigt die jeweilige Spezifik eines Fachs. So sind klare inhaltliche Festlegungen auch im Rahmen eines Kompetenzkonzepts unverzichtbar: in den Gesellschaftswissenschaften im Sinne gesellschaftlich weit gehend konsensualer Hintergrundannahmen, in den Naturwissenschaften bzw. Mathematik im Sinne eines gesicherten Forschungsstandes. Hingegen kann im Bereich der Sprachen stärker auf inhaltliche Festlegungen verzichtet werden, da der kompetente Spracherwerb und Sprachgebrauch selbst Inhalt und Medium zugleich darstellt. Im Rahmen des Kompetenzkonzepts gilt als Richtschnur für alle Fächer exemplarisches Arbeiten.

In Teil III werden Aufgabentypen, Operatoren und Beurteilungsmodule als Ausdruck von Bildungsstandards im Unterricht festgelegt, um für die Studierenden /Oberstufenschüler mehr Unterrichtstransparenz und Orientierung zu garantieren. Die Bildungsstandards ersetzen in ihrer Leitfunktion die bisher existierenden Rahmenpläne/ Lehrpläne. Die Alltagstauglichkeit für Studierende/ Lernende zeigt sich vor allem im souveränen Umgang mit unterschiedlichen Aufgabentypen und deren Wandlung in konkrete Aufgaben. Die Lernenden sind Mitgestalter des Unterrichts und können mithilfe des Operatorenrads selbständig sinnvolle Aufgaben generieren. Selbstverständlich sollen erwachsene Studierende (und im Prinzip auch jeder Oberstufenschüler im Gymnasium) Bildungsstandards lesen; sie sind nicht so geheimnisvoll, dass Schüler sie nicht verstehen könnten.
3 bis 4 Seiten pro Fach genügen zur Orientierung. Hieraus entwickeln sich Neugier- und Arbeitspläne, die an den Schulen, im konkreten Unterricht unter allen Beteiligten diskutiert und ausgehandelt werden. Die Freiheit des forschenden Geistes, auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die notwendige Arbeitshaltung und Selbstdisziplin sind eben nicht durch „Zwangsbeglückungen“ in Form kleinkarierter Detailvorschriften bzw. verordneter Leselisten zu erreichen. Der Mensch ist ein emotionales und lachendes Wesen und kein kognitiver Maschinenkrüppel.

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Deutschland: Vielschichtige Geschichtsbilder

20. März 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Deutschland: Vielschichtige Geschichtsbilder

Die Bundesrepublik Deutschland wird 60, die Mauer ist durch Massenproteste und einen gewieften Einheitskanzler Kohl vor 20 Jahren gefallen. Im Jubel des ganzen Jahres 2009 (ja wo laufen denn die jubelnden, heiteren, befreiten Menschen in Ost und West?) wird nebenbei 1945-49 vergessen. „Mein Deutschland“ heißt die große Serie in der ZEIT, die gestern gestartet wurde.

Was der Bildungswirt dazu u.a. meint, lesen Sie hier.
Der Politapparatschik Günter Schabowski stammelte am 09.Nov. 1989 zur Maueröffnung: „Das trifft nach meiner Kenntnis  … ist sofort, unverzüglich.“ Die ZEIT meint doch, dass er „Weltgeschichte“ geschrieben hätte. Mit Verlaub, 3 Tage später wäre ein anderer SED-Betonkopf gekommen … Der Treppenwitz-Geschichtsgestalter kommt zur späten Einsicht: „Letztlich hatte der Mauerfall neben seinem weltverändernen Impuls auch den Beton in einem Parteikopf bersten lassen – in meinem eigenen.“ Immerhin. In den nächsten Monaten werden vielschichtige Versionen der Geschichte auf uns niederrieseln. Auch Bert Brechts „Fragen eines lesenden Arbeiters“ könnte mal wieder herausgezogen werden.

Aufgabe: Untersuchen Sie das dargebotene Bildmaterial. Schreiben Sie Ihre Ergebnisse in den Kommentar.

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