- Alles Jahre wieder muss das Rad nicht neu erfunden werden….
> Was ist guter Unterricht?
> Was sind reflektierte Aufgabentypen?
> Was ist ein guter Lehrer?
> Selbstreflexionen eines guten Lehrers?
Lehrerrollen zwischen Erwartungen und Visionen
Der gute Lehrer beherrscht mehrere professionelle Rollen: Er ist immer mal wieder Moderator und Entertainer, der angenehme Atmosphären schafft. Einfaches Kriterium: Wenn es in einem Unterricht über längere Zeit nichts zu lachen gibt, läuft etwas total falsch! Die dicke Luft ist dann buchstäblich zu riechen. Vergessen wird in der Schule all zu oft: Der Mensch ist ein emotionales und lachendes Wesen und kein kognitiver Maschinenkrüppel. Der gute Lehrer ist jedoch kein beliebig vielfältiger Rollenträger, sozusagen der pädagogische Super-Klon, nein, auch er ist ein emotionales Wesen, das sich vorwiegend authentisch zeigt …mehr dazu hier:
Selbstverantwortliche Schule – bildungspolitisches Programm oder Rohrkrepierer?
Foto: Kultusministerin D. Henzler und drei Schulleiter beim FR-Gespräch
zur Selbstverantwortlichen Schule, 29.04.2009
Der geneigte Leser und Zuhörer fragt sich bisweilen: Was ist eigentlich in den letzten 2 Jahren passiert? Reden über das SELBST, die VERANTWORTUNG, die SCHULE bei gleichzeitig ausgeprägte Handlungsstarre im Kultusministerium, in den Schulämtern, in den Schulen vor Ort?
Stell dir vor, alle wollen die selbstverantwortliche Schule und keiner geht hin oder es lebe Kafkas Schloss der organisierten Nichtzuständigkeit – weitere Nachfrage zwecklos…
Das Vergnügen mit der pädagogisch-gastronomischen Vernunft
Es ist ein Vergnügen, dieses Büchlein zu lesen. Sprachlich auf hohem Niveau und dennoch gut verständlich beschäftigt sich Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft mit den „heißen Eisen“ der Bildungspolitik und lässt nichts aus: Schüler, Lehrer, neue Lernkulturen, Schulreform, Bürokratie und buntes Stimmengewirr. Aber nicht nur Kritisches wird geliefert, auch Alternativen bis hin zu praktischen Tipps werden formuliert. Besonders amüsant ist der ständige Szenenwechsel, vom Bildungsgeschehen zur Kneipe als eine der bedeutendsten sozialen und kulturellen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens und zurück. Kneipe als Ort, von dem Schule lernen kann, verblüffend und doch immer nachvollziehbar.
Michael Miller, Lehrer, Erwachsenenbildner, Kneipenbesitzer, Musiker, Blogger, IQ-Mitarbeiter und Schulbuchautor gibt mit dieser 185 Seiten zählenden Schrift den Lesenden Mehrfaches: vergnügliches Lesen und zum Nachdenken Anregendes, Kritik und Lösungsansätze und letztlich – zumindest mir – einen etwas anderen Zugang zum Bildungsgeschehen. ISBN 978-3-837-05476-7. (DS),
Herausforderungen annehmen – auf allen Ebenen - heißt es in den Werbebroschüren der Bildungspolitik. Ressourcen effizient einsetzen, Synergieeffekte erzielen, Unterricht verbessern. “Bildung geht weiter”.
Machen wir es uns aber nicht vorzeitig zu gemütlich. Lernen wir von Yogis und Hai-Fischern…
Bildung heißt im Kern eigene Urteilsfähigkeit entwickeln.
Und das in der Schule? In der gymnasialen Oberstufe, in der Berufsschule, in der Gesamtschule?
Prüfe selbst die drei Videos:
Was ist die Botschaft? Erkennbare Thesen, Argumente? Welcher Ideologiebegriff wird verwendet? Gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Marxschen Ideen und der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise?
Aufwachen, hören – solide didaktisch-pädagogische Forschungsergebnisse wahrnehmen und verstehen
Den Kindern und Jugendlichen eine faire Chance — neue Lernkulturen, den Groove spüren!
Behindernde Bürokratie abbauen, Mut zum Experiment
Die Zeit ideologischer Betonköpfe sollte endgültig vorbei sein, sonst wird die Idee der Selbständigen Schule ein kompletter Rohrkrepierer.
Übrigens: Heute ist der erste Prüfungstag im hessischen Landesabitur, traditionell erfolgt die Eröffnung mit dem Fach Deutsch. Den Abiturgestressten, insbesondere den Schülerinnen und Schülern wünscht der Bildungswirt gute Nerven, kluge Ideen und Erfolg. Verbrauchte Abiturprüfungen sollten selbstverständlich kostenfrei im Internet veröffentlicht werden. Die nächste Abiturientengeneration steht schon in den Startlöchern und freut sich auf leicht zugängliches Lernmaterial. Das könnte doch auch in einen Kultusministerium begriffen werden, dazu braucht man nicht einmal Abitur.
Seit 15 Jahren wird über die Großbaustelle “Selbstständige Schule” oder auch “Eigenverantwortliche Schule” in Deutschland diskutiert. Richtig vorangekommen ist man selten, (von ein paar Vorzeige-Modellversuchen abgesehen) zu Unterschiedliches wird darunter verstanden. Da zeigen sich technokratisch-autoritäre Modelle wie demokratische unter dem gleichen Label. Was man in Hessen wirklich will, steht noch in den Sternen. Wohl offizielles Regierungsprogramm von CDU/FDP – aber was heißt das schon praktisch gewendet?
Sind wirklich neue Lernkulturen, demokratische Beteiligung der Schüler und Eltern gemeint? Gibt es eine grundlegende Reform des Prüfungswesens, weg vom Bulimielernen, hin zur Lernnachhaltigkeit? Ist der Schulleiter Teil des Kollegiums und vornehmlich pädagogischer Motor? Wie gestalten sich die Reformspielräume für ein Kollegium, wie wird das finanziert? Lernerrollen für Lehrer – systematische und zeitintensive Lehrerfortbildung? Fragen über Fragen – was kommt 2010 aus Wiesbaden?