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Creative Commons – Kreatives Allgemeingut nicht beim Bundesverband der deutschen Industrie

4. Dezember 2008 · von frankmackay · 1 Kommentar

Creative Commons – Kreatives Allgemeingut nicht beim Bundesverband der deutschen Industrie

1. Eine Grafik

Quelle: Bundesarchiv - ADN-ZB Grafik 18.6.87-hee-Lesefreudigkeit der Schuljugend

2. Ein Film:

Team Deutschland – Münte aktuell: Das Gejammer muss aufhören!

3. Ideenliebe im Land der Ideen

Ideenliebe - Eine Kampagne des BDI

Ideenliebe - Eine Kampagne des BDI

Frage: Welche der 3 Medienangebote sind Creative Commons („Kreatives Allgemeingut“)?

Die erste Grafik (aus dem Jahr 1987 und der DDR) stammt vom Bundesarchiv und wird seit heute mit der Wikimedia als CC veröffentlicht. Dabei sind einige Spielregeln der Creative Commons zu beachten: Die Grafik kann verändert, vervielfältigt und verarbeitet werden, im weiteren muss der Rechteinhaber genannt werden. Das Bundesarchiv ist eine Einrichtung des Bundes, die mit Steuermitteln finanziert wird, der Münte Comic stammt von der nächsten öffentlichen Anstalt, dem Norddeutschen Rundfunk. Dieser stellt diese Comic Produktion zum freien Download bereit und informiert sehr ausführlich über die Möglichkeiten von CC.

Die Alternative: Creative Commons

Wer stattdessen kreative Werke nutzt, die unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, hat diese Probleme nicht. Creative Commons (CC, etwa „kreatives Allgemeingut“) ist eine Art Urheberrecht des Internet-Zeitalters, das auf die Herausforderungen der digitalen Technologien antwortet und eine flexiblere Handhabung von Urheberrechten erlaubt.

Selbst dieser zitierte Text steht unter CC. Aber hierbei kann das Werk nicht verändert werden, denn es steht unter 2.0 CC. Das bedeutet wir hören und sehen Münte bei YouTube nicht mit der Stimme von Schröder!

Wenn, denn, dann – denn Deutschland liegt bekanntlich im Land der Ideen. Die Kampagne läuft auch 2009 wieder und wie die Adventskalender zu Zeit, öffnet sich ab 1. Januar 2009  jeden Tag eine neue Idee – sehr schön in dieser Datei zusammengefasst. Neben der Bundesregierung ist der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) einer der Initiatoren und dieser rief auch die Initiative: „Ideenliebe“ im Frühjahr 2008 ins Leben. Letztlich geht es wohl darum, auch mit Unterrichtsmaterial, die Schüler anzuhalten geistiges Eigentum in ihrem Wert schätzen zu lernen und nicht zu klauen. Denn:

Gute Ideen sichern Deutschlands Zukunft. Oft fehlt jedoch der Respekt vor geistigem Eigentum. Fälscher schädigen Unternehmen und auch die Verbraucher, die nicht mehr zwischen Original und Kopie unterscheiden können. Der bundesweite Wettbewerb „Ideenliebe“ bringt das Thema in die Klassenzimmer: Schüler der Klassen 8 bis 10 sind aufgerufen, kreative Beiträge zum Schutz von Ideen zu entwickeln.

Man darf gespannt sein, welche Ergebnis ab Januar 2009 gezeigt werden. Das Medienecho bei Google ist eher gering. Nur beim SPIESSER, einer Jugendzeitschrift, tat sich eine Diskussion auf, warum der BDI mit seiner „Initiative“ den SPIESSER mit Inhalten unterstützt und dazu Onno am 20.11.2008:

Moin,
Ich finde in der Schule abschreiben hat wenig mit Ideenklau zu tun wie Pan es andeutet: Das Thema ist vorgegeben und es geht eigentlich nur darum es mit eigenen Worten wiederzugeben. […]

Mmh, ich denke, vielleicht beginnt ja der Nutzen
einer Idee bei einem selbst und wird so überhaupt erst für andere erkennbar und erhält so ihren Wert.?

Fazit: Ideenliebe im Land der Ideen ist kein kreatives Allgemeingut und der BDI keine öffentliche Einrichtung, aber ein Verein, der die öffentliche Meinung beeinflusst.

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Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage

10. November 2008 · von Miller · 7 Kommentare

Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage

Freies Denken in Hessen 2008, Foto Miller

Im Artikel „Abitur verkauft – 8. Nachlese“ sagte ich zu, richtungweisende Handlungsschritte und Lösungen betreffend einer „öffentlichen Zugänglichkeit von zentralen Prüfungen“ anzubieten. Dazu ist es notwendig, bisherige Positionen des hessischen Kultusministeriums näher zu analysieren und die Plausibilität der vorgebrachten Gründe zu prüfen. Textgrundlage sind somit die parlamentarische Anfrage der Grünen (des Abgeordneten Mathias Wagner) und die 10 Antworten des geschäftsführenden Kultusministers Jürgen Banzer.

Drei Voraussetzungen / Unterstellungen werden meinerseits getroffen:
1. Dass es um die bestmögliche Bildung und Ausbildung der Schülerinnen und Schüler geht; dies beinhaltet auch eine optimale Prüfungsvorbereitung und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel im öffentlichen Schulwesen
2. Dass der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ grundsätzlich gilt, also Lernfähigkeit und Lernbereitschaft im Dialog gegeben sind und gemeinsam um die sinnvollste Lösung gerungen wird
3. Dass das ökonomische Prinzip grundsätzlich gilt, d.h. dass sich einfachere, effizientere und kostengünstigere Verfahren gegenüber umständlicheren und kostenintensiveren durchsetzen.

Als thematischer Hintergrund wird auf die gesamte Artikel-Serie „Abitur verkauft“ im Bildungswirt rekurriert (vgl. die entsprechenden Hinweise unter ähnliche Artikel am Schluss). Dazu gehören selbstverständlich auch die dargestellten Positionen der Parteien im hessischen Landtag, der Lehrerverbände und die zahlreichen engagierten Kommentare von Bloggern / Lesern.

Fangen wir an:
1. Zunächst ist richtig, das es sich um ein komplexes Vorhaben handelt: „...jährlich etwa 300 Aufgaben in 43 Fächern“(Banzer) und Regelungen des Urheber-Gesetzes (Copyright-Problem) zu berücksichtigen sind. Niemand kann das mit guten Gründen bezweifeln. Nur welche Analyse wird angestellt, welche Interpretation favorisiert und welche Schlüsse werden gezogen? Verschaffen wir uns ein differenziertes Bild zur Struktur der Fächer. Drei Aufgabenfelder mit zugeordneten Fächern liegen vor:
a) das sprachlich-literarisch-künstlerische Feld mit Deutsch, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel und den Fremdsprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein, Altgriechisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch (unter bestimmten Bedingungen können noch weitere Fremdsprachen an den Schulen angeboten werden)
b) das gesellschaftswissenschaftliche Feld mit Geschichte, Politik und Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Erdkunde, Rechtskunde, Philosophie, Ethik, evangelischer und katholischer Religion
c) das mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Feld mit Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Informatik

Aus dem beruflichen Gymnasium kommen noch weitere Fächer mit Schwerpunktsetzungen in den gewählten Fachrichtungen hinzu wie z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bautechnik, Wirtschaftslehre, Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft. Aus den Schulen für Erwachsene gibt es noch ergänzend „Exoten“ wie „Historisch-politische Bildung“ und „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ (thematisch und methodisch ein etwas anderer Zuschnitt als das Fach „Politik und Wirtschaft“ oder „Geschichte“). Ergänzend wären noch allgemein das Fach Sport und „Bilingualer Unterricht“ zu nennen und zum Teil noch eine Differenzierung zwischen Grundkursfach und Leistungskursfach zu berücksichtigen. Zugegeben, insgesamt ein weites komplexes Feld. Was ist zu tun?

Jeder vernünftige Mensch, der Prüfungsaufgaben dokumentieren und Lernprozesse fördern will, konzentriert sich angesichts der Fülle auf das Wesentliche: Was ist definitiv vorgeschrieben (Pflichtfach) und was wird von den Schülern schwerpunktmäßig im Abitur gewählt? Daraus ergibt sich für alle als 1. Staffel: Deutsch, Englisch, Mathematik, Politik und Wirtschaft und Biologie. 2. Staffel: Geschichte, Französisch, Spanisch, Latein, Chemie, Physik und Religion. Alles Weitere wäre wünschenswert und ist abhängig von den eingesetzten Ressourcen. Aus den angeblich 43 Fächern reduziert sich das Ganze auf ein MUSS von 5 Fächern (1.Staffel) und max. 7 Fächern (2.Staffel). Das Wedeln mit 43 Fächern lenkt also unnötig vom Kern des Problems ab.

(Bedenke, geneigte Leserin, geneigter Leser: dein im Moment vollzogener Leseakt ist ein kreativer konstruktiver Prozess und befördert eigene, ergänzende Lösungen des Problems, z.B. in welchen Fächern aufgrund ihrer „Exotik“ nur dezentral zu prüfen wäre? Bitte an den Bildungswirt schreiben oder gleich direkt an das HKM, Luisenplatz 10, 65185 Wiesbaden)

2. Bei der Dokumentation von Prüfungen ist zu unterscheiden in: a) Aufgabenstellungen, b) Material, also Texte, Bilder, Grafiken und c) Lösungen, Hinweise, Bewertungsmaßstäbe. Für a) und c) gibt es kein Copyright, da Aufgaben und Lösungen von Lehrerinnen und Lehrern im hessischen Schuldienst erstellt und i.d.R. durch Deputatstunden (Unterrichtsentlastung) vergütet wurden. a) und c) könnten für alle Fächer kostenfrei und problemlos im Internet zur Verfügung gestellt werden. Der Schüler hat zeit- und ortsungebunden ein Recht darauf, zu erfahren, was von ihm im „öffentlichen Prüfungsakt“ verlangt wird. Wir sind inzwischen – auch wenn der ein oder andere noch beängstigend und rückwärtsgewandt dreinblickt – im Internetzeitalter angekommen.

3. Kommen wir zum heiklen Punkt: b) Material. Hier gilt es zu unterscheiden zwischen kostenfreiem und i.d.R. frei verwendbarem Material einerseits und kostenpflichtigem und zustimmungsabhängigem Material andererseits. Diese Copyright-Prüfung kann durch alle Fächer ohne großen Arbeitsaufwand durchgeführt werden, vorzugsweise bei den 12 genannten Fächern (1. und 2. Staffel). Exemplarisch will ich das an einigen Fächern zeigen. Der Grundsatz gilt: Alle Texte, die älter als 70 Jahre sind, können von jedermann frei verwendet werden, unterliegen also keinem Copyright! Aus der vorgeschriebenen Leseliste im Fach Deutsch folgt, dass fast alle Texte copyrightfrei sind, z.B. Goethe, Schiller, Fontane, Büchner,…Analog gilt das für Texte in Geschichte und Latein zu 95%. Besondere Schlauberger kommen allerdings auf die „Geschäftsidee“ zu sagen: ja, die Texte sind copyrightfrei, aber nicht mein Layout. Dann nimmt man eben den Text, bastelt sich in 10 Minuten sein eigenes Layout und schon ist das Problem gelöst. In den Fächern Mathematik, Chemie und Physik ist das Copyright marginal. Fast alles ist von den Lehrerinnen und Lehrern selbst erstellt, z.B. Formeln, Symbolketten, einfache Grafiken, Versuchsbeschreibungen. Zusätzlich gibt es – wie jetzt schon üblich – netzveröffentlichte Handreichungen.

4. Kommen wir zum verbleibenden kleinen Kern des kostenpflichtigen Problems. Autoren und Verlagen werden in Bezug auf das Copyright verzerrt wahrgenommen und falsch eingeschätzt. Autoren und Verlage haben kein Interesse an Konflikten mit staatlichen Institutionen. Sie haben Interesse an Kooperation, an Werbung für den eigenen Namen und ihre Produkte und selbstverständlich immer an Geschäften. Schulbuchverlage erfüllen eine wichtige Unterstützungs- und Begleitfunktion für Unterricht, sind hoch kooperativ, flexibel und gesprächsbereit. Die Autoren sind in der großen Mehrheit selbst Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst oder Hochschuldienst (oder Pensionäre). Ein geschicktes staatliches Management bindet sie in längerfristige Entscheidungen ein und sorgt für eine Win-Win-Situation. Oft erhält man kostenfrei (oder für einen kleinen symbolischen Obolus) Abdruckrechte für Texte, Bilder, Grafiken, wenn selbstverständlich die Quelle und „mit freundlicher Genehmigung des XY-Verlags“ genannt wird. Schulbuchverlage haben ein hohes Interesse daran, dass ihre Produkte an den Schulen vor Ort im Gespräch sind und auch immer wieder bestellt werden. Grundsätzlich gilt die gleiche Einschätzung zu kooperativem Verhalten auch bei großen Medien wie z.B. der FAZ, der FR, der Zeit oder dem HR, wenn z.B. auf aktuelle Berichterstattung zurückgegriffen wird. Die Abdruckrechte für „typische Zeitungsartikel“ zu erhalten, eingesetzt z.B. im Fach Politik und Wirtschaft, ist wirklich kein ernsthaftes Problem. Zudem gibt es die Möglichkeit, über eine geringfügige, einmalige Jahreszahlung pauschal Abdruckrechte für „aktuelle Berichterstattungen“ und die Verwendung zum „Abiturzweck“ zu erhalten. Flexible Amtsjuristen könnten mit VG-Wort Verträge/ Pauschalen über die Nutzungsrechte aushandeln, zumal die Textlänge im Abitur i.d.R. nicht 900 Worte übersteigen darf. Auf Einzelnachweise wird dann im Vorfeld verzichtet; nach dem Abitur kann Bilanz gezogen werden. Insgesamt dürften sich die Zusatzkosten für Dokumentation und Präsentation auf nicht mehr als 1% (ein Prozent!) der öffentlichen Gesamtkosten der Abiturerstellung belaufen.

5. Sollte ein „Platzhirsch“ am Markt im Einzelfall eine unangemessen hohe Summe für Abdruckrechte wollen, so schlägt man das Angebot aus und ignoriert ihn. Zahlreiche qualitativ hochwertige Autoren und Verlage springen gerne ein, wären froh, wenn sie beim Abitur „berücksichtigt“ werden würden. Für diesen Werbeeffekt sind sie bereit einiges zu tun. Ebenso muss ein Ministerium bereit sein, kreative und effiziente Lösungen zu suchen.

6. Noch weitgehend ungenutzt sind kostenfreie Quellen bei Text- und Bildmaterial, die das Internet anbietet. Hier wäre eine qualifizierte Schulung der Lehrerkommissionen zur Aufgabenerstellung anzuraten. Das Internet-Polyversium ist doch deutlich weiter, tiefer und reichhaltiger als die meisten Zeitgenossen meinen.

7. Das Ministerium vertritt in diesem Fall einen seltsam verengten Begriff von Öffentlichkeit bzw. von „öffentlichem Zugriff“. Dem gegenüber muss betont werden, dass eine schul- und bildungspolitische Öffentlichkeit aus Schülern, Lehrern, Eltern, lokalen Schulträgern, universitärer Fachöffentlichkeit und den Medien besteht. Mit zwei CDs pro betroffener Schule (oder eine CD für einen besonders privilegierten Journalisten) kann das nicht geleistet werden. Das angemessene Medium ist das Internet.

Insgesamt komme ich zum Ergebnis: Die von der Gymnasialabteilung des HKM vorbereiteten und vom Minister vorgebrachten Antworten sind wenig gestützt auf gute Gründe, sondern haben wesentlich die Form von luftigen Begründungen.

Es bleibt die berechtigte, seit Monaten bekannte Forderung:
“Für alle hessischen Schülerinnen und Schüler wird gewährleistet:
Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet. Dies gilt für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich.”

Zum Schluss noch ein persönliches Wort an den Minister. Herr Banzer, der Kultusbereich bereitet Ihnen nach Ihren eigenen Worten Freude und ist für Sie eine große Herausforderung. Nutzen Sie deshalb nebenbei den „Obama-Effekt“ auch in Hessen und auch im Kleinen – change (!), yes we can. „Change“ klingt in der deutschen Übersetzung mit „Wechsel“ zu technisch, gar etwas hölzern. Übersetzen wir Change doch auch noch mit der Obertonreihe: Wandel durch Mut, Begeisterung und Engagement. Eine Stunde „Change“ und das Problem wäre gelöst; der Rest ist professionelle Routine. Es liegt allein in Ihrer Hand. Schüler, Eltern und Lehrer werden Ihnen die notwendige Korrektur danken.

PS. Die an den „hessischen Verhältnissen“ aufgezeigten Problemlösungen gelten im Grundsatz auch bundesweit! Von allen Schulministerien kann in der Abiturproblematik mehr Sorgfalt, Dokumentationsbereitschaft und Engagement erwartet werden. Wie heißt die viel zitierte Formel in der Schule: „Fördern und Fordern“! Das gilt für alle Beteiligten.
In Korrespondenz dazu kann auch mein Beitrag „Abitur in Deutschland (1)“ gelesen werden.

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SPIEGEL schreibt über Blogs – gestaltete Antworten

24. Juli 2008 · von frankmackay · 1 Kommentar

SPIEGEL schreibt über Blogs – gestaltete Antworten

Für alle die ES noch nicht mitbekommen haben, im letzten SPIEGEL Heft, aber auch bei SPIEGEL Online haben drei Redakteure einen Text plus Bilder zum Thema dt. Blogs und deren z.T. Politisierung veröffentlicht. Dabei vergleichen sie einige Blogs mit anderen Blogs und ebenso mit einem politischen Blog aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Bei RIVVA, dem Schlagzeilenmagazin gibts hier eine ausreichende Auswahl an Antworten, auf den SPIEGEL Beitrag. Vielleicht ist alles nur dem sich wieder erhitzenden Sommer 2008 geschuldet oder Blogs emanzipieren sich. Von was? Na, vielleicht mit weniger Katzenbilder und mehr Politik! Danke an alle eingesendeten Blogseiten für die Slideshow, der einzigen Antwort – die mir noch einfiel.

Diesem, diesem und diesem Forumskommtar bei SPON Online zum Artikel kann auch noch Beachtung geschenkt werden.

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Stunde Null am Seine-Ufer

24. Juni 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Stunde Null am Seine-Ufer

Einen lesenswerten Hilferuf widmet die Süddeutsche Zeitung dem Niedergang der deutschen Kneipenkultur in der französischen Hauptstadt Paris.

Voll innerer Anteilnahme beklagt der Autor die fortschreitende Zerrüttung des Pariser Nachtlebens vor dem Hintergrund immer neuer, massenweise auftretender libanesischer, nordafrikanischer, afghanischer, indischer und sogar russischer Gastronomen an der Seine.
Ausgerechnet! Wenn es wenigstens zivilisierte Völker wären …
Und gleichzeitig stürbe die deutsche Ess- und Trinkkultur aus. Würde doch nunmehr der letzte deutsche Wirt über den Rhein zurückgeworfen.
(In Malle und Co. wird trotz schwerer Verluste hingegen noch tapfer gekämpft!)
Auch der Vormarsch fremdländischer Plastik-Biere konnte nicht gestoppt werden: Pas de Bit? Wenn das nur wüsste le président.
Früher, vor 50 Jahren, „unter dem Schlagschatten des Krieges“ sei doch alles viel weniger schlimm gewesen. Genau.
Woher rührt also die jetzige Reinheitsphobie? Ist es das Wiedererstarken deutscher Fußballer, der Charme unserer Kanzlerin, die neue hessische Landtagsmehrheit oder das Umfragetief von Kurt Beck? Wir wissen es nicht, aber eines ist klar: Am deutschen Tresen will die Welt wohl nichts mehr genesen. Diese Welt hat keine Angst mehr von uns. Danke Frankreich, denn du bist Deutschland!

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Fußball – Feuerwerk der Metapher (3)

20. Juni 2008 · von Miller · 1 Kommentar

Fußball – Feuerwerk der Metapher (3)

Deutschland – Portugal. Das Wunder von Basel. Durch Teamgeist herbeigekickt, Schweini, Klosi und Balli haben gnadenlos zugeschlagen, dem strömenden Regen getrotzt und den haushochen Favoriten mit dem System Löw entzaubert. Trainer Scolari meinte trocken: „Deutschland ist Deutschland“!(während Jogi in der Verbannung hinter der Glasscheibe seine Emotionen sortierte). Und das alles nicht mit Rumpelfußball, sondern durch eine Leistungsexplosion hin zu einem modernen, schnellen und dynamisch-kämpferischen Spiel. Kaiser Franz hat den Nervenkrimi für uns Fans in seiner unnachahmlichen Weisheit zusammengefasst: „Ein tolles Spiel, es ging rauf und runter.“ „Alle waren gelaufen, das war unglaublich, naja beim Ballack-Tor ist „a bißerl geschupst worden.“ Alles im grünen Bereich und „es hätte auch ins Auge gehen können.“ So kennen wir unseren Kaiser. Und Poldi verbreitet beim Interview danach immer diese heitere Gelassenheit: „Super gespielt, supppper gespielt, Wade oder Muskel gezerrt, Wade hat gehalten.“ Auf die Nachfrage zum Halbfinale meint unser Bub: „Jetzt schon über das Halbfinale zu reden ist zu früh.“ Nehmen wir’s gelassen, einer seiner Kumpels wird ihm schon erklären, dass er bereits im Halbfinale angekommen ist.

Schon längst vergessen ist das Österreichspiel, wie Deutschland zitterte und dann geschah es doch: Ballack erlöste Deutschland in der Nervenschlacht von Wien; auch die heilige Johanna von Cordoba konnte das Blatt nicht wenden. Die österreichische Alpenkatze sprang und landete geschlagen auf dem Platz der Wahrheit.

Der nächste Gegner ist immer der schwierigste, egal, ob Kroatien oder Türkei. Die Räume im Mittelfeld werden zugestellt und super, super, super nach vorne gespielt. Das Ziel heißt Endspiel: Deutschland – Holland.

Der Bierabsatz steigt, Deutschland in Hochstimmung, selbstverständlich auch in unserer Kneipe: granatenmäßig, bombastisch, gut!

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