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Trojaner und Schnüffelschule

2. November 2011 · von Miller · Keine Kommentare

Trojaner und Schnüffelschule

Pressemitteilung: IVL zu Schulbuchtrojanern

IVL zum Einsatz von Schultrojanern der Schulbuchverlage in Schleswig-Holstein – „Herr Minister, Kontrolle ist gut – Vertrauen ist besser!“
 
Die Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und den Schulbuch-Verlagen, so genannte „Spähsoftware“ auf Schulcomputern einzusetzen, lehnt die Interessenvertretung der Lehrkräfte (IVL) ab.
„Mittlerweile schreckt die Politik offenbar vor nichts mehr zurück, wenn es um die Mitarbeiter des Landes im Schuldienst geht – was haben sich Lehrkräfte schon alles anhören müssen, aber dass sie jetzt quasi kriminalisiert werden, schlägt dem Fass den Boden aus!“ so IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.
Die IVL bemängelt seit langem, dass das Vertrauen zwischen Dienstherrn und Mitarbeiter gestört ist. Das Land dürfe nicht der Büttel der Schulbuchwirtschaft werden und seine Lehrkräfte unter Generalverdacht stellen.
Die vom Land eingegangene Verpflichtung, gegen Lehrkräfte bei der Entdeckung von Urheberrechtsverstößen disziplinarische Maßnahmen einzuleiten, lehnt die IVL ab. Stattdessen sollten besser die Rahmennutzungsverträge erweitert werden; dafür müsse sich das Land stark machen.
Die IVL hofft zu einem Verhältnis zurückkehren zu können, in dem zwar kontrolliert, aber auch vertraut werden kann.

V.i.S.d.P. IVL-SH
Tade Peetz, Pressereferent      Heikendorf, 1.November 2011
Stückenberg 15
24226 Heikendorf
Tel.: 0431-2391935

Was steckt dahinter?

 Hinter der Maske des Urheberrechts soll zusätzlich an den Schulen Profitsteigerung erzielt und gleichzeitig eine zentralisitische Kontrolle der Schulen über den Einsatz von Materialen verwirklicht werden. Das ist nicht nur für Schleswig-Holstein ab 20102 geplant, sondern auch in  allen 16 Bundesländern. Die Kultusministerien sitzen lieber mit den Schulbuchverlagen in einem Boot als mit den Schulen. Den Schulen (Lehrern, Schülern, Eltern) wird nicht getraut. Bürokratischer Kontrollwahn ist die eine Seite und das permanente Geschwätz der „Selbständigen Schule“ die andere.Die organisierte Schädelspaltung ist Teil des Wahnsystems. Anstatt die Potenziale der freien und kostenlosen Verbreitung von Aufgaben und Materialen via Internet an den Schulen zu fördern, wird genau das Gegenteil praktiziert. Die verkehrte Welt der Kultusmiinisterien zeigt sich besonders beim Abitur, dem Aushängeschild der deutschen Schullandschaft.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die markigen Worte von Altbundeskanzler Helmut Kohl: „Die reaktionärste Einrichtung ist die Kultusministerkonferenz; im Vergleich dazu ist der Vatikan noch weltoffen.“

PS. Weitere Infos zur verkehrten Welt in Schulministerien, hier:

www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/verkehrte-welt-im-schulministerium-teil-2

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (5)

3. Juni 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (5)

Zündende Ideen, Konzepte, Voodoo, Motivationsstrategien & Praxis-Power
Musikalisch gewendet etwa so:

Dagegen ist die hessische Bildungspolitik eher auf dem Niveau von Hänsel & Gretel, Fuchs & Has‘ oder Heino und seiner schwarzbrauen Haselnuss.
Die auserkorenen, von der Regierung selbst ernannten zwei Vorzeigeprojekte „Selbständige Schule“ und neue Wege der Unterrichtsverbesserung durch moderne  „Bildungsstandards“ und neue Lehrerbildung dümpeln vor sich hin, werden im pädagogischen Feld inzwischen eher milde belächelt. Einem fundierten didaktischen Diskurs stellen sich die Verantwortlichen erst gar nicht. Die neuen Bildungsstandards mit sog. Kerncurricula (Primarsatufe und Sekundarstufe I, für Sek.II liegt noch nichts vor) werden keinen spürbar erfolgreichen Beitrag zur Unterrichtsverbesserung leisten. Gut gemeint und doch daneben. 50 Seiten und mehr pro Fach, überschwengliche Wolkenformulierungen, kaum neue didaktisch-methodische Erkenntnisse. Schmuckstücke in Schulordnern, abgeheftet unter „unbestimmte Wiedervorlage“.

Insgesamt: Man verwechselt didaktische Kommunikation mit Anordnung, verkennt den Kern von Bildung als Angebot. Man bläht zudem die umstrittene Schulinspektion systematisch auf und schmilzt die Lehrerfortbildung weiter ab bzw. verkauft halbtägige sog. Info- und Jubelveranstaltungen als Lehrerfortbildung.

Die Selbständige Schule ist in der jetzigen Form ein unbeholfener Werbegag. Von „Freiheit und Verantwortung“ (eine gern strapazierte Formel) für die Akteure vor Ort kann ernsthaft nicht die Rede sein. Nennenswert größere Protestformen gegen diese „Reformprojekte“ blieben bisher aus. Das wird von der Regierung fälschlicherweise als halbe, im Überschwang als ganze Zustimmung gedeutet. Ein fataler Irrtum. Rückzug aus verstärktem Engagement, Resignation und innere Emigration sind deutlich verbreiteter als direkt sichtbar.

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (4)

7. Mai 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (4)

Vor lauter Dokumentation, Evaluation und Inspektion geht jegliche Lernfreude, Improvisation und Kreativität in der Schule verloren. Improvisationskurse für Ministerialbeamte könnten vielleicht Abhilfe schaffen – obwohl, wenn ich mir’s  so recht überlege …

Genießen Sie besser den Song von Heinrich von Kalnein.

(Meine erste Saxophonstunde hatte ich bei ihm im Garten einer liebenswerten Freundin.
Zum Glück wird diese subjektive Mitteilung nicht in statistischem Datenmüll erfasst, obwohl, wenn ich mir’s so recht überlege… Die Befürworter der Vorratsdatenspeicherung mit dem neurotischen Kontrollwahn sitzen in vielen bürokratischen Sesseln, selbst geblendet von der Herrschaft der Zahlen, immer gierig nach neuem Rastern und Tabellen)

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (3)

31. März 2010 · von frankmackay · 2 Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (3)

Manchmal sind die Dinge einfach und werden unnötig verkompliziert.
Was fehlt den politisch Verantwortlichen im Kultus- und Finanzministerium?
Die Antwort: der Blues; sie sind beim Gänsemarsch stehengeblieben. Das führt wiederum zu rhythmisch ungelenken Bewegungen, einer Reihe von Fehleinschätzungen und drübt weiter den Blick, denn viele fahren „auf  Sicht“, versteht sich,  stochern im Nebel oder verrenken sich Hals und Bein.

Zur Lockerung erst einmal etwas Gary Moore, Larry Carlton und Robben Ford:

Bildungsgipfel schmilzen dann schnell zu Bildungflachländern und enden in großen Bildungslöchern. Gestern erfuhr die Öffentlichkeit, dass Finanzminister Weimar (CDU) 45 Millionen im Schuletat und 30 Millionen im Hochschuletat streichen will. Bildungsinsider wissen das seit Wochen, strengste Geheimhaltung, versteht sich.

Keiner hat offensichtlich Herrn Weimar und Frau Henzler(FDP) bisher  gesagt, dass allein „Sitzenbleiben“ den Steuerzahler in Hessen jedes Jahr etwa 60 Millionen Euro kostet. Steckt darin nicht ein noch unausgeschöpftes Sparpotenzial?
Zusätzliche Steuerfahnder bringen etwa 200 Millionen mehr in die Kassen, insbesondere bei Steuerhinterziehung in großem Stil. Weimar und seine engsten Verbündeten hingegen bevorzugen  es lieber, die besten Mitarbeiter systematisch zu demotivieren oder sie gleich für „verrückt“ erklären zu lassen. Man will Steuerbetrug und Steuerflucht nicht aufklären, sondern aussitzen: man habe mal wieder nichts gewusst. Allein die Selbstanzeige eines hessichen Superreichen bringt 10 Millionen als erste Anzahlung in die Kasse. Der Mann hatte wohl kalte Füße bekommen.

Ohne Auszeit, Pause für Politiker, ohne einen Grundkurs Blues wird das nichts. Wer einen 12/8-Takt über vier Minuten spielen kann, wird sicher auch für einen Leistungskurs zugelassen. Ein Kursziel heißt: Keine Kürzungen in der Lehrerfortbildung – im Gegenteil – neue Lehrer und neue Lernkulturen braucht das Land. Spiel mir den Blues, Baby.

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (2)

12. März 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (2)

Aufwachen, hören – solide didaktisch-pädagogische Forschungsergebnisse wahrnehmen und verstehen

Den Kindern und Jugendlichen eine faire Chance — neue Lernkulturen, den Groove spüren!

Behindernde Bürokratie abbauen, Mut zum Experiment

Die Zeit ideologischer Betonköpfe sollte endgültig vorbei sein, sonst wird die Idee der Selbständigen Schule ein kompletter Rohrkrepierer.

Übrigens: Heute ist der erste Prüfungstag im hessischen Landesabitur, traditionell erfolgt die Eröffnung mit dem Fach Deutsch. Den Abiturgestressten, insbesondere den Schülerinnen und Schülern wünscht der Bildungswirt gute Nerven, kluge Ideen und Erfolg. Verbrauchte Abiturprüfungen sollten selbstverständlich kostenfrei im Internet veröffentlicht werden. Die nächste Abiturientengeneration steht schon in den Startlöchern und freut sich auf leicht zugängliches Lernmaterial. Das könnte doch auch in einen Kultusministerium begriffen werden, dazu braucht man nicht einmal Abitur.

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (1)

9. März 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (1)

Seit vielen Jahren wird über die Selbständige Schule geredet. Frei nach  Didi Hallervorden könnte man fragen: Ja, wo ist sie denn, wo laufen sie denn, die Selbständigen? Wo sind die Bordmittel, hat jemand mal ein Fernglas? Bildungspolitiker aller Fraktionen – seid ihr noch da?

Was entscheidend fehlt: Mut, Sachkenntnis und GROOVE. Ohne Begeisterung, ohne Leidenschaft –  keine Bildungsreform, die diesen Namen auch verdient.

Kleine, kostenfreie Nachhilfe durch Barbara T.:

Indes, ein neuer Bürokratentypus folgt gerne der erfolgreichen Leitlinie: hohe verbale Offenheit bei gleichzeitig ausgeprägter Handlungsstarre.

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Der Frankfurter Theoretiker Ulrich Oevermann ist 70 – Glückwunsch!

28. Februar 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Der Frankfurter Theoretiker Ulrich Oevermann ist 70 – Glückwunsch!

Ulrich Oevermann, der Frankfurter Gesellschaftstheoretiker, Soziologe, Sozialpsychologe und professionelle Hochschullehrer alter Schule ist heute 70 Jahre geworden. Er ist einer der wenigen mit eigenständigem Gedanken und großem Forschungsgebiet: Objektive Hermeneutik.
Vereinfacht formuliert: Jede menschliche Handlung läßt sich als TEXT formulieren und in der Tiefe analysieren. Offensichtliche Sinnkonstruktionen mit oft unübersehbaren Folgen,  verborgener Sinn können entschlüsselt werden. Welt ist Text/Zeichen/Spur und dadurch zugänglich.

Das Manifest der objektiv hermeneutischen Sozialforschung gibt einen Einblick in die Forschungstätigkeit.

Oevermann engagiert sich auch für das bedingungslose Grundeinkommen und die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Er ist Gegner der „neuen“ Hochschulreform als eine Ausdrucksform verbetriebswirtschaftlicher Lehre und Forschung.

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Kulturpolitischer Ausschuss im hessischen Landtag

24. Februar 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Kulturpolitischer Ausschuss im hessischen Landtag

Die Einladung zur 16. Sitzung des Kulturpolitischen Ausschusses.

Ankündigung Kulturpolitischen Ausschuss 25.2.2010 - anklicken

Große Anfrage  der Fraktion DIE LINKE  betreffend Verkauf der Rechte am Landesabitur

Im Bildungswirt wurde der Verkauf des Landesabiturs immer wieder aufgegriffen.

Man wird sehen, inwieweit die Landesregierung lernfähig ist und die Zeichen der Zeit versteht. Das Internet mit entsprechender Computertechnologie ist die bedeutendste Revolution der Neuzeit. Warum will man diese Potenziale nicht auf allen Ebenen ausnutzen? Eine großzügige Veröffentlichung von Lernmaterialien – selbstverständlich auch von allen verbrauchten Prüfungen – gehört zum Mindesstandard der Unterstützung von Bildungsanstrengungen.

Im Kulturpolitischen Ausschuss werden die Positionen der fünf Lantagsparteien deutlich werden.

Übrigens: Was sagen eigentlich die Lehrerverbände und Elternvereine in der Sache?

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