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Julia Klöckner rechnet mit den professionellen Schmierfinken ab

3. Mai 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Julia Klöckner rechnet mit den professionellen Schmierfinken ab

Eine Frau sieht rot. Nein, im Gegenteil? Sie ist politisch schwarz, couragiert und denkt laut nach. Julia Klöckner, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz, sortiert aktuell die Medienlandschaft der Berliner Republik, insbesondere die professionellen „Schmierfinken“. Sie fasst ein heißes Eisen ein: Hinterlist, Opportunismus, Schleimerei, Sensationsgeilheit von Hauptstadtjournalisten.

„Jeder kennt jeden, jeder braucht jeden – und einige brauchen sich eben mehr. Die treffen sich dann zu Kamingesprächen. Mitunter werden daraus passable Zweckbeziehungen. Nicht unbedingt fürs Leben, aber doch für die Legislatur. Im Habitus sind gestresste Hauptstadtjournalisten und der gehetzte Bundestagsabgeordnete oft kaum zu unterscheiden: Termine, Anrufe, Absprachen, Hintergrundgespräche, Empfänge – das ganz normale Grundrauschen einer „nervösen Zone“ Nichts löst so starke Panikattacken aus wie dessen plötzliches Verstummen. Nicht mehr mittendrin, sondern nur dabei. Ein Albtraum.“

Klöckner will das Amalgam aus Politik und Medien, die Mediendemokratie analysieren, den Kampf um Deutungsmacht und Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen ausleuchten. Ob ihr das gelingt? Sie wirft bestimmten „Schmierfinken“, der „Medienmeute“ „Lust am Krawall“ vor. Ihre eigene Semantik greift nassforsch in die Diffamierungskiste. Sie unterscheidet drei Typen:
„Der Quäler“(Typ 1), immer auf Sensation und Enthüllung aus. Er will entlarven, nicht verstehen oder erklären. Politiker sollen in den Medien, am besten im Fernsehen, vorgeführt werden. Der Journalisten-Inquisitor will nach oben: Starjournalist als Hansdampf-in-allen-Berliner-Gassen- Medien-und-Hinterzimmern-die-ultimative-Story-am Hacken-und-immer-weiter.
„Der Schleimer“(Typ 2) will einfach nur zuhören, nickt beim Gespräch immer freundlich, will „nur“ berichten, was er als Infos erfahren hat.“Der trickreiche Schleimer dagegen baut ein perfides Netz aus Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten auf, für das er allerdings eines Tages den Preis verlangt.“
„Der Kompetente“(Typ 3) versteht sein Handwerk, ist souverän, interessiert, schreibt eben qualifizierte Beiträge, aus denen bisweilen auch Politiker lernen können.

Nächsten Monat erscheint das Buch von Julia Klöckner: „Schmierfinken: Politiker über Journalisten“. Sicher interessanter als vieles andere, was von Volksvertretern in ihrem Neusprech so abgesondert wird. Allerdings über die platte Zuschreibung – „Medien erzeugen erst die Hinterzimmerpolitik, die sie kritisieren“ – sollte sie noch einmal in Ruhe nachdenken. Ein Vorabdruck kann im Cicero 05/2009 nachgelesen werden. Zu welchen „Berliner Schmierfinken“ würde Cicero zugeordnet werden? Darüber schweigt sie. Immerhin wird sie offen von Cicero unterstützt.
Auf ihrer Internetseite meint sie zu ihren besonderen Stärken:

„Ich liebe es zu lachen. Ich denke, ich habe einen gesunden Humor, der mir schon so manche schwere Situation erträglich und stressvolle Momente aufgelockert hat. Humor gibt Distanz und entkrampft. Da ist viel Wahres dran. Andererseits bin ich Winzertochter und als solche kernig und belastbar. Mich haut so schnell nichts um. Und ich empfinde mich als flexibel, konsequent und lebensfroh.“

In ihrem Blog beim Focus schreibt sie aktuell:

Abwrack-Prämie ist schlechter als ihr Ruf
Da haben wirs: Da ist der kleine Hyundai mit 662 Prozent-Verkaufssteigerung der große Gewinner der Abwrack-Prämie. So hatte ich mir das als Parlamentarierin nicht gedacht. Erstens sollten wir mit unseren Steuergeldern unsere Produktion unterstützen. Die Kleinwagen sind meist importiert.(…)“

Na, da deutschtümmmmmmelt es ganz ordentlich. Raus mit den Asiaten? Deutsche – schützt eure Arbeitsplätze!
Den gesunden Humor und ihrer Lieblings-Weißwein wird sie im Jahr 2009 besonders brauchen. Wäre Klöckner als aufstrebende CDU-Frau nicht in Berlin oder Rheinland-Pfalz könnte sie in Hessen bei der CDU zur programmatischen Erneuerung bzw. zur Mehltaubeseitigung aktiv beitragen.Vielleicht eine „Abwrackprämie“ in der Politik einführen? Prognose für Julia Klöckner: demnächst Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

UPDATE:

Das Buch „Schmierfinken – Politiker über Journalisten“ stammt nicht von Frau Klöckner, Herausgeber sind Maybrit Illner und Hajo Schumacher. (Hinweis von Frau Klöckner selbst)

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Ein Jahr Bildungswirt – eine Zwischenbilanz

1. Mai 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Ein Jahr Bildungswirt – eine Zwischenbilanz

365 Tage Bildungswirt-Blog, Grund zum Feiern und Grund für einen ersten Rückblick. Am 01. Mai 2008, am Tag der Arbeit, schrieb ich meinen ersten Blogeintrag und die Hintergrundbühne. Am 17. Mai eröffnete ich den „Bildungswirt“ mit den ersten 10 Artikeln und teilte diese „Medienneuigkeit“ einigen Freundinnen und Freunden per Mail mit; damit war der Startschuss getan. Inzwischen sind es 180 Artikel in 26 Kategorien mit eingebundenen Grafiken und Videos von verschiedenen Autoren geworden.

Eine feste, für den Bildungswirt nicht mehr wegzudenkende Größe ist Frankmackay geworden. Er gräbt aus dem Netz immer Neues aus, kombiniert eigensinnig, zeichnet auch verantwortlich für die jeweils brandaktuelle Medienlese „Aktuell gefiltert und lesenwert“ und den „Lehrerticker“ – immer rechten Spalte – etwa 500 Medienhinweise aus bekannten Netzzeitungen und Blogs.
Als Gastblogger schreiben regelmäßig auch Leo und seit neuestem Heinrich Siebziger. Dazu kamen etwa 300 Kommentare von Leserinnen und Lesern. Die Leserzahl bewegt sich täglich um 150 bis 250. Der höchste Tagesausschlag lag bei 1030 (!) Leserinnen und Leser, viele kommen über die Google-Suchmaschine und werden zunehmend Stammleser.
In den 26 Kategorien wird das Spektrum Bildung, Pädagogik, Didaktik, Bildungspolitik, Unterrichtspraxis, Schule, Kultur, Wirtschaft weitgehend abgedeckt. Artikel wie „Prüfsteine für guten Unterricht“, „Reflektierte Aufgabentypen“, „Bueb in der Mottenkiste“ oder „Übungsstunde: Reflexionen für einen freien Geist“ wurden tausendfach angeklickt. Die größte Aufmerksamkeit, bis in den hessischen Landtag hinein, fand die bisher 9-teilige Artikel-Serie „Abitur verkauft“. Sie führte u.a. zu einer kleinen Anfrage der Grünen im Landtag 2008 und, da das Thema durch die Landesregierung immer noch nicht befriedigend gelöst ist, zu einer aktuell Großen Anfrage der Linken im April 2009. Zu diesem Themenkomplex sind nach wie vor aktuell: der Artikel „Copyrightfrage -9. Nachlese“ und die Interviews mit den bildungspolitischen Sprechern der LandtagsparteienSPD, FDP, Grüne, Linke. (Die CDU schwieg bisher, schweigt auch aktuell lieber hartnäckig, auch eine Art von Kommunikation, wie man spätestens seit Watzlawik weiß).
Eine gute Zusammenarbeit ergab sich auch mit dem großen Politikblog „Nachdenkseiten“, der mehrfach unsere Artikel unter „Hinweise des Tages“ verlinkte und mit dem Blog „Lehrerfreund“, u.a. mit einem Interview zum seltsamen Geschäft mit dem Abitur.

Seit Februar 2009 betriebe ich zusätzlich noch einen Bildungswirt-Blog beim FREITAG. Der FREITAG ist ein ambitioniertes Medienprojekt des Verlegers Jakob Augstein mit seinem sehr engagierten Team in Berlin. Aus meiner Sicht zurzeit das fortschrittlichste Konzept einer Synthese aus Print, Onlinezeitung und Blog-Community. Der Bildungswirt schrieb dort u.a. Beiträge wie „Das Zeitalter des Rhizom“ oder „Looping in der Kapitalismusschaukel“. Einfach mal reinschauen, in der rechten Spalte im Bildungswirt ist der FREITAG ständig unter „Presse“ verlinkt.
Des Weiteren kommentiere ich regelmäßig als Bildungswirt bei der FAZ vorwiegend zu bildungspolitischen und wirtschaftspolitischen Themen.

Was bringt das nächste Jahr?
Mehr Leserinnen und Leser, mehr Autorinnen und Autoren, eine Überarbeitung des Layouts und weiter hohes Engagement, insbesondere bei bildungspolitischen und didaktischen Fragen. „Hast du etwas zu sagen“, Lust mitzumachen, selbst zu bloggen? – gerne, nur zu! Willst du das Spektrum der Themen hin zu philosophischen Fragen erweitern? – willkommen im Club, gern wollen wir lesen, was du zu sagen hast.

Zum ästhetischen „Film-Klang-Wohlfühlen“ empfehle ich zum 1.Mai aus den Bildungswirtbeiträgen: Grover Washington, Peter Fox und Mutu. Klicken, hören, sehen.

Freundliche Grüße
Euer Bildungswirt / Michael Miller

Einige Bilder und Grafiken aus dem Bildungswirt – einfach anklicken und ihr landet auf dem Großbild mit Artikel …

Babygesicht

Erstellt mit http://wordle.net/create
Erstellt mit http://wordle.net/create

peking-platz-des-himmlischen-friedens-maoshape020hr2-5-8-2008Konflikt Objekt Kompetenz Bildungsstandards

Kommunikative Kompetenzen, Personal Kompetenzen, Soziale Kompetenzen, Methodisch-instrumentelle Kompetenzen, Soziale Kompetenzen

Kommunikative Kompetenzen, Personal Kompetenzen, Soziale Kompetenzen, Methodisch-instrumentelle Kompetenzen, Soziale Kompetenzen

Schwebend dem Gipfel entgegen, Miller 2008

Schwebend dem Gipfel entgegen, Miller 2008

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Kinoeintrittskarte: Die Klasseludwig_von_friedeburg_2009_ig_metall-veranstaltung_frankfurt

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Wenn Gott Facebook beitritt

24. April 2009 · von frankmackay · 1 Kommentar

Wenn Gott Facebook beitritt

god_ist_facebook_beigetreten-die-information-findet-dich
Link: http://www.facebook.com/home.php?#/pages/God/21493359802
Dann sieht dies so aus! Dem Facebook Nutzer erinnerte ein kleiner Hinweis, der Gruppe God beizutreten. Warum bekam er den Hinweis? Einige seiner Freunde waren bereits in der Gruppe mit im Moment 1.415.698 Mitgliedern. Ist dies ein Zeichen des Wandels des Internets? Wo man bisher Informationen suchte, findet mich die Information jetzt selbst. Wo ist die Schule mit ihrem Angebot für Schüler in Facebook oder einem anderen sozialen digitalen Netz? E-Learning Plattformen an Schulen leben nur von Abschottung.

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Bildungs-Politik ist Innenpolitik im doppelten Sinne

26. Februar 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Bildungs-Politik ist Innenpolitik im doppelten Sinne

Bildung für ALLE! Bildung für dich und mich! Bildung – Bildung -Bildung – was sonst?
Bildung ist die alte und neue Voodooformel, positiv semantisch aufgeladen, beliebig pragmatisch verwendbar, kombinierbar mit fast allem:
Bildungsrepublik, Bildungspolitik, Bildungsstruktur, Bildungsreform, Bildungsgifel, Bildungsstandard, Bildungssteuerung, Bildungskatastrophe, Bildungsgerechtigkeit, Bildungschance, BildungsXYZ, soweit das Auge reicht.

Bildungspolitik in der Bildungsrepublik Deutschland ist Innenpolitik im doppelten und wahrsten Sinne des Wortes:

a) Sie betrifft das ganze Land , gleichwohl die föderalen 16 Zwergstaaten mit ihrem hartnäckigen Bestehen auf ihre aufgeblusterten „Besonderheiten“ den schrägen Ton angeben. Berlin ist vor allem König ohne Land, Gastgeber für symbolische Bildungsgipfel, die schon wieder vergessen, nachdem der Sekt ausgetrunken und die Schnitten abserviert sind. Bildungsstrukturen, Bildungschancen und Innovationen werden aber maßgeblich über Macht und Geld innenpolitisch gesteuert.

b) Sie betrifft im Kern das SELBST , deinen Kopf, deinen Körper, dein Innerstes, deinen emotionalen Haushalt.

mehr dazu in Der Freitag

Quelle: http://twitpic.com/1op2e

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KIM-Studie 2008:Kinder und Medien, Computer und Internet

13. Februar 2009 · von Miller · Keine Kommentare

KIM-Studie 2008:Kinder und Medien, Computer und Internet

Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland
Herausgeber: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, Febr. 2009

Die repräsentative KIM-Studie erfasst den gesamten Medienumgang von Kindern, also Fernsehen, Radio, MP3, Lesen, Computer, Internet und Handy. Weiter werden Themeninteressen, Freizeitverhalten, Medienbindung und Vorbilder erfragt. Die Besonderheit der KIM-Studie ist, dass auch die Haupterzieher, in der Regel die Mütter, mit einem schriftlichen Fragebogen einbezogen werden. Somit können ergänzend zu den Angaben der Kinder Informationen zur Mediennutzung der Haupterzieher, zu deren Einstellungen und zum Medienverhalten in der Familie erfasst werden.

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de

Link zur Orginal pdf-Datei.

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Interessen der Kinder. Vor allem die Medienthemen „Computer“, „Computerspiele“, „Handy“ und „Kino/Filme“ werden vermehrt interessant, auch „Kleidung/Mode“, „Musik“ und „Musikstars/Bands“ werden wichtiger. Am deutlichsten verlieren bei älteren Kindern die Themen „Schule“ und „Tiere“.Im Vergleich zur KIM-Studie 2006 zeigen Kinder 2008 weniger Interesse für Kino und Filme, Stars aus Musik, Film und Fernsehen sowie für die Themen „Technik“, „fremde Länder“ und „Autos“. Dagegen begeistert das Thema „Internet“ zunehmend mehr Kinder.

Kinder kommen heute ganz selbstverständlich mit Computern in Kontakt. In 88 Prozent der Haushalte, in denen 6- bis 13-Jährige leben, gibt es mindestens einen Computer oder Laptop. Ein Viertel der Kinder hat ein eigenes Gerät zur Verfügung, sei es in Form eines speziellen Kindercomputers (12 %) oder in Form eines gewöhnlichen Computers, wie ihn auch Erwachsene benutzen (15 %). Entsprechend weisen mehr als drei Viertel (78 %) der Kinder Erfahrungen im Umgang auf (Nutzung zumindest selten). Mädchen (76 %) zählen zu einem etwas geringeren Anteil als Jungen (80 %) zu den Nutzern. Und während bei den 6- bis 7-Jährigen jedes zweite Kind zumindest selten einen Computer nutzt, gehört der Computer bei nahezu allen 12- bis 13-Jährigen zum Alltag (95 %). Im Vergleich zu 2006 stagniert der Anteil der Kinder mit Computererfahrung. Die Befürchtung, dass schon die Jüngsten in immer stärkerem Maße mit dieser Technologie in Berührung kommen, scheint also unbegründet. Da es selbst für den spielerischen Umgang gewisser kognitiver und motorischer Fertigkeiten bedarf, scheint hier eine mehr oder weniger natürliche Grenze gesetzt zu sein.

Wenn Computer in der Schule genutzt werden, dann ist dies bei 46 Prozent der Kinder im Fach Deutsch, 43 Prozent bestätigen dies für den Mathematikunterricht. Mit Abstand folgen Fremdsprachen (35 %), Sachkunde (23 %), Erdkunde (19 %), Biologie (17 %) und Informatik (16 %). Interessanterweise geben Jungen in Mathematik (47 %, Mädchen:38 %), Sachkunde (26 %, Mädchen: 19 %) und Erdkunde (24 %, Mädchen: 15 %) eine intensivere Nutzung an, in den restlichen Fächern liegen die Geschlechter gleichauf.
Betrachtet man den Computereinsatz nach Altersgruppen, werden die Unterschiede zwischen Grundschülern und Schülern weiterführender Schulen und der damit verbundene erweiterte Fächerkanon deutlich. Computereinsatz im Mathematikunterricht spielt besonders für die Schulanfänger eine Rolle, bei den Sprachen und den naturwissenschaftlichen Fächern kommt er verstärkt bei den ab-10-Jährigen zum Einsatz. Im Deutschunterricht geht der Computereinsatz nach der Grundschule dagegen deutlich zurück.

Jenseits des Fachbezugs stellt sich die Frage, welche konkreten Anwendungen mit dem Computer in der Schule im Mittelpunkt stehen. Betrachtet man hier die Tätigkeiten, die mindestens einmal pro Woche von den Kindern in der Schule ausgeübt werden, dann steht die Nutzung von Lernprogrammen an der Spitze (66 %). Recherchen im Internet (58 %) stehen ebenso häufig auf dem Programm wie das Schreiben von Texten (55 %). Weniger verbreitet ist das konkrete Lernen einer Software wie Word oder Powerpoint (36 %) oder die Durchführung von Berechnungen mittels des Computers (33 %). 16 Prozent erstellen einmal pro Woche oder häufiger eine Präsentation oder ein Referat.

Anmerkung: Die Computernutzung in der Schule ist nach Fächern und Intensität noch sehr unterschiedlich entwickelt. Trotz einiger Fortschritte besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Nicht eindeutig ist aus der Studie die tatsächlich Intensität nachgewiesen. Eine Nutzung von mindestens einmal in der Woche würde bedeuten, dass die Schule faktisch den Computer und das Internet als Lernmedien ignoriert. Einfache Modellrechnung: 30-35 Std. Unterricht pro Woche  – unterstellte Computernutzung 1-2 Std. würde eine ca. 5% Nutzungsdauer ergeben. Ein Armutszeugnis.

Kostenfreier Download der KIM-Studie 2008 unter : www.mpfs.de

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Blog-Infos und Neuheiten

12. Februar 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Blog-Infos und Neuheiten

Wir haben in letzter Zeit noch  etwas am Design beim Bildungswirt gebastelt und vor allem für eine noch größere Aktualität mit Überblick gesorgt. In der rechten Spalte gefiltert und lesenswert finden sich fast täglich neue Hinweise auf andere interessante Blogs und ausgewählte Beiträge der großen Medien. So z.B. „1500.- Euro für jeden – Der Freitag“ – die Grundeinkommensdebatte oder „Recherche-Chaos“ oder Sozialquote an Berliner Gymnasien? oder „Lehrer präsentieren innovative Ideen“ oder „Lady Lenin“ – der Suhrkamp-Umzug etc.pp.

Zum Landesabitur/ Zentralabitur findet ihr ebenfalls in der rechten Spalte eine speziell zusammengestellte bundesweite Blogroll Abituraufgaben und Rechtsvorschriften. Klickt euch mal durch einige Bundesländer, ihr werden staunen, wie disparat das sog. einheitliche Abitur im Sinne der Einheitlichen Abituranforderungen (EPA) in Deutschland ist.
Die Artikelserie Abitur verkauft (rechte Spalte „Kategorien“ ausklappen und anklicken) ist nach wie vor aktuell. Die Ausführungen des Bildungswirt zur Copyrightfrage wurden von keinem Ministerialjuristen bisher widerlegt. Ob sich die neue Ministerin in Hessen der Sache annimmt –  oder die Opposition sich einschaltet – werden wir in den nächsten Wochen sehen. Das nächste Abitur steht jedenfalls in 5 Wochen vor der Tür! Vielleicht kommt die lückenlose Freigabe der verbrauchten Prüfungsaufgaben und die kostenfreie Veröffentlichung im Internet auch zuerst in einem anderen Bundesland. Hessen hinkt dann eben mal wieder hinterher.

Zu den Artikeln „Friedeburg- jung, dynamisch, wissend“ und zu „SPD-Abweichler und Abitur 2009″ haben ich mehrere Mails privat bekommen. Danke für eure Stellungnahmen, nur solltet ihr diese selbst im Blog veröffentlichen, ein bißchen Mut muss sein. Ich sehe mich nicht dazu  autorisiert, eure Kommentare und Anfragen selbst zu veröffentlichen.

Die Abos über RSS-Feed (Button ganz oben in der rechten Ecke anklicken und bestellen) sind gewachsen, nur zu! Noch besser: Vom aktiven Leser zum aktiven Mitschreiber mutieren oder auch: Frauen an die Tasten. Gastblogger sind immer noch und immer noch gewünscht. Arbeit und Ideen gibt es genug!

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„Ich-will-lernen!“ – ein aktuelles Online-Angebot der VHS

10. Februar 2009 · von frankmackay · 1 Kommentar

„Ich-will-lernen!“ – ein aktuelles Online-Angebot der VHS

sonja-ich-will-lernenHabe gerade Sonja, Marc und Ute bei www.ich-will-lernen.de kennen gelernt. Bei „Deutschlands größtem offenen Lernportal“ gab  ich eine kurze biographische Selbsteinschätzung ab und dann ging es ohne komplizierte Anmeldeprozesse (anonym, ohne eigene E-Mail Adresse!)  los. Ich konnte mich zwischen den Fächern: Mathe, Deutsch und Englisch entscheiden. Ich kann meinen eigenen Lehrplan, Lernkartei(en) und meine Ergebnisse einsehen. Zwischendurch mal einen Chat mit anderen Lernern oder ausgewählte Texte lesen,  z. B. Günter Kunert mit „Mann über Bord“. (Fand ich persönlich jetzt  nicht so den Brüller).  Die interaktiven Matheaufgaben sind gut, sie sind auch etwas für den Deutschlehrer, der immer schon der bessere Mathevertretungslehrer war… Oder darf es vielleicht der Aufgabenblock sein: „Alltag organisieren und Lernen lernen“ mit den Themen „Umzug“ oder „Einkauf“?

Das Portal wird betrieben vom Deutschen Verband der Volkshochschulen. Es funktioniert ohne  Installation von Programmen und zeigt  wie Lernen von zu Hause oder unterwegs aussehen kann. Da es kostenfrei ist, ermöglicht es jedem/ jeder den Einstieg.   Lesen, Schreiben und Rechnen sind sicher grundlegend, jedoch in einer komplexen Mediengesellschaft bei weitem nicht ausreichend  und sicher ist gesellschaftliche Teilhabe mehr als mit grobpixeligen Figuren per Du zu sein. Aber wem das klar ist, der sollte dieses Angebot mal ausprobieren!

Es bleibt die Frage: Welche Sicht hat die VHS  zu den Leistungen des deutschen Schulsytems und dem Potenzial ihren Lernenden? Das  würde mich interessieren.

ich-will-lernen

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Wünschelruten in der Bildungspolitik

21. Januar 2009 · von Miller · 4 Kommentare

Wünschelruten in der Bildungspolitik

In Hessen sind die politischen Würfel gefallen, in einigen Tagen liegt sicher ein „zukunftsweisender Koalitionsvertrag CDU/FDP“ vor, am neuen Regierungstisch nehmen neue und alte Köpfe Platz. Auch in den Ministerien werden einige Stühle gerückt; nicht unerheblich, wer die Ministerialdirigenten-Riege stellt. Die bildungspolitische Programmatik der Regierungspartner scheint kompatibel, die Schlüsselbegriffe wie Schulvielfalt (viergliedriges Schulsystem) erhalten, G8/G9 flexibel gestalten, mehr Lehrer einstellen, Ganztagsschulen ausbauen, selbstverantwortliche Schule entwickeln, fördern und fordern, Schulsanierungen voranbringen etc. sind mehrheitsfähig ausgependelt. Nur zwischen den Wünschen, Träumen, Absichten einerseits und den tatsächlich praktischen Umsetzungen, den konkreten Ausgestaltungen vor Ort andererseits klafft ein tiefer Spalt, auf dem bildungspolitisch verminten hessischen Gelände allemal. Ohne differenziertes Know-how und spürbare Begeisterung für eine neue Schulpolitik, ohne „Bürger-Engagement vor Ort“ läuft fast gar nichts. Dann ist Wiesbaden bisweilen so weit weg wie Wladiwostok. Selbst ein großer Geldregen und mehr Lehrer an den Schulen werden dann einfach unverbindlich, emotionslos und effektlos hingenommen.

Die neue Regierung wird wohl noch längere Zeit mit der zauberkräftigen Wünschelrute herumlaufen und z.B. die Anziehungskräfte und Ausstrahlungen der Hauptschule suchen. Ihr partieller Irrglaube verhindert den realistischen Blick: Längst sind viele Hauptschüler fortgelaufen, haben die Eltern mit den Füßen abgestimmt: Hauptschule ade. Der Aufbruch in ein zweigliedriges allgemeinbildendes Schulsystem – Gymnasium und Neue Schule (Gesamtschulen und Verbundschulen mit Varianten) – wird sich mittelfristig als historischer Kompromiss in Deutschland durchsetzen.

Aber auch die Opposition läuft ordentlich mit der Wünschelrute durchs Land. Zitternd schlägt der verborgene Goldschatz – „Eine Schule für alle“ – aus und wenn man gräbt bleibt Sand, auf den es sich nur sehr begrenzt bauen lässt. Bei der kleinen, sich noch selbst suchenden Linkspartei schlagen die Quellenspürer um in „Einheitsschule“ und Zwangsbeglückung für alle. Da helfen auch keine Dementis. Das politische Gespür und die Differenzierungsleistung des Volkes sind meist feiner als Politiker vermuten. Auch SPD und Grüne, gleichwohl sie im Grunde die Zweigliedrigkeit akzeptieren, erreichen mit ihrer Wünschelrute des gemeinsamen Lernens bis Klasse 10 nur die eigenen Anhänger. Nach 40-jährigem Kampf ist die Gesamtschule/ Gemeinschaftsschule in Hessen (wie auch immer die Wortakrobatik aussehen mag) nicht gescheitert, aber doch auf sehr begrenzter Reichweite vermessen. Der Platzhirsch, der Liebling ist das Gymnasium; auch hier hat die Bevölkerung längst mit den Füßen abgestimmt. Das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21. Jahrhunderts, das erfolgreiche Gymnasium garantiert am besten einen zukünftig angenehmen Status in der Gesellschaft und legt wesentliche Netze einer Bildung als angestrebte Selbstverwirklichung. Das Faktum der systematischen Ausgrenzung und Aussonderung vieler Kinder und Jugendlichen bleibt als Stigma (Tenorth-Interview) trotz alledem. Eine neue, erfolgreiche und heitere Unterwanderungsstrategie der aktuellen Schulpolitik ist jedoch noch nicht gefunden worden. Mit der Wünschelrute wird es nicht funktionieren, schon eher mit einer innovativen Internetpolitik, die die Zeichen und neuartigen Pfade einer komplexen Wissensgesellschaft verstanden hat. Bis dahin halten wir uns an Eichendorffs traditionsmächtige Wünschelrute von 1835:

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

Was könnte eine neue Dingpolitik sein? Das Dichterwort allein wird’s nicht richten können.

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