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Der bildungspolitische Fels Friedeburg ist 85!

22. Mai 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Der bildungspolitische Fels Friedeburg ist 85!

Der Fels Ludwig von Friedeburg ist gestern nicht gen Himmel gefahren, er lebt munter weiter im Diesseits und feierte seinen 85. Geburtstag. Das Bildungswirt-Team gratuliert.

Der ehemalige hessiche Kultusminister (1969- 1974) ist heute immer noch bildungspolitisch aktiv für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Als langjähriger Direktor (1966 -2001) des renomierten Instituts für Sozialforschung (Max Horkheimer Nachfolge) läßt er sich von oberflächlichen bildungspolitischen Schminkkursen des sog. „Fortschritts“ nicht blenden. Er weiß um den engen Zusammenhang von kritischer Gesellschaftsanalyse und engagierter Bildungspolitik. Von Friedeburg können auch heute noch viele Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker lernen.

Jüngst sprach er noch auf einer IG-Metall-Veranstaltung mit dem Titel:  „Gute Bildung für alle. Warum tritt die Bildungspolitik auf der Stelle? Perspektiven für die Zukunft“.

Friedeburg – jung, leidenschaftlich, wissend  im Bildungswirt

(ein Klick und Sie sind da!)

Anekdotisches:
Auf meine Frage, was denn einer seiner ersten Maßnahmen bei der Amtsübernahme im Kultusministerium gewesen sei, antwortete er: Vier Wochen Reiseverbot für ministeriale Beamte, damit man alle mal beisammen hatte, um den neuen Kurs zu klären.

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Dreamteam Deutschland: Osterrede 2009

11. April 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Dreamteam Deutschland: Osterrede 2009

Es gibt bedeutende Reden von Spitzenpolitikern aus dem Dreamteam, die einfach immer aktuell bleiben, ob zum Osterhasen, Christkind oder zur Fasnacht. Überzeugen Sie sich selbst!

Bis zur Bundestagswahl werden wir noch zahlreiche Varianten solcher Spitzenleistungen hören. Frauen und Männer schenken sich dabei nichts.

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Kapitalismus – eine Weltreligion?

8. April 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Kapitalismus – eine Weltreligion?

Die aktuelle Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise setzt Themen auf die Tagesordnung, die noch vor 6 Monaten tabu waren: Verstaatlichung der Banken, strenges Reglement der Finanzmärkte, neue Bankenaufsicht, neue System- und Wertfragen. Die Leitfragen heißen: Welche Maßnahmenpakete sind am besten geeignet, das Gemeinwohl durchzusetzen? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Oder doch: Wie sozialisieren wir die gigantischen Verluste mit Hilfe einer enormen Staatsverschuldung und garantieren die privaten Gewinne der Investoren für die Zukunft?

Der Gott des Geldscheins scheint überall angebetet, alle anderen Götter weitgehend abgeschafft. Der Volksatheismus hat längst seine neuen Tempel des permanten Konsumrausches international gefunden. Soll dagegen ein Kraut gewachsen sein? Gibt es wirkliche Alternativen? Ratlosigkeit im Weltinnenraum des Kapitals? Wird die tieferliegende ökologische Fundamentalkrise in ihren vielfältigen Dimensionen begriffen? Gibt es Lebensqualitätssteigerungen trotz oder wegen einer Konsumstagnation? Welche Maßstäbe sollen gelten – kollektiv und individuell?

Der erste Blogger mit Nobelpreis, Paul Krugmann, formuliert einige Gedanken hier in zwei Videos:

Fragen, die selbstverständlich auch fächerübergreifend in die Schule gehören. Wo sind die vorzeigbaren Projekte?

Obamas Ersatzkapitalismus genügt sicher nicht zur Krisenbewältigung.

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Schulverweigerer: Unser allerbestes Jahr

6. April 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Schulverweigerer: Unser allerbestes Jahr

No school. No work. No responsibilities. Just three films a week.
Die Schule als Albtraum wird vom 16-jährigen Sohn Jesse abrupt beendet und in einem außergewöhnlichen Deal mit Vater David besiegelt: „Ich will, dass du jede Woche mit mir drei Filme anschaust. Ich suche sie aus. Das ist die einzige Form von Ausbildung, die du bekommst“.
Der kanadische Filmkritiker und Journalist David Gilmour hat mit “The Film Club“ 2007 (in der seltsamen deutschen Übersetzung: „Unser allerbestes Jahr“ 2009, das drei Jahre dauerte) einen Bestseller über seine „Vater-Sohn-Beziehung“ vorgelegt. Es ist ein unterhaltsamer, witzig und locker geschriebener „Bildungsroman“, der 60 Jahre Filmgeschichte als Projektionsfolie für intensive Vater-Sohn-Gespräche nutzt, eine „Biografie“ der ganz besonderen Art. Ob Truffauts Sie küssten und sie schlugen ihn oder Psycho, Der Exorzist, Rosemarys Baby, Der letzte Tango von Paris, Der Pate, Rocky, Für eine Handvoll Dollars, Dirty Harry, Internal Affairs, Das Gesetz bin ich, Out of Sight, Calahan, Chungking Express und 100 andere mehr, es geht um eine wundervolle Vater-Sohn-Zeit und nebenbei um die allmähliche Verfertigung des eigenen ästhetischen Urteils beim Sehen. „Wir redeten über die sechziger Jahre, über die Beatles (zu oft, aber Jesse war geduldig), über schlechtes Trinken und gutes Trinken, dann wieder über Rebecca („Meinst du, sie macht Schluss mit mir?“), über Hitler, Dachau, Richard Nixon, Untreue, Truman Capote, die Mojave-Wüste, Suge Knight, Lesben, Kokain, Heroin Chic, die Backstreet Boys (meine Idee), Tattoos, Johnny Carson, Tupac (seine Idee), Sarkasmus, Hanteltraining, Penisgröße, französische Schauspieler und e.e.cummings. Was für eine Zeit (…). Das Leben war da, gleich neben mir auf dem Sofa.“ (S.118)
Väter, lest dieses brillante Buch und ihr habt einen besseren Zugang zu euren Söhnen. Ministerialbeamte, seht mehr bedeutsame Filme und überlegt intensiv, was wirklich in der Schule noch verordnet werden sollte.

Das Buch: David Gilmour, Unser allerbestes Jahr. Roman. Deutsch von Adelheid Zöfel. Frankfurt: S. Fischer Verlag 2009. 256 S., 18,95 € www.fischerverlage.de  Weitere Infos unter:
http://www.ndrkultur.de/feuilleton/buecher/nbunser100.html
http://blog.literaturwelt.de/archiv/david-gilmour-unser-allerbestes-jahr/

Welch dürftige Kost ist dagegen in deutschen Schulen 2009 zu finden. Verordnete vergreiste Leselisten als Zwangsbeglückungsprogramme für die gymnasiale Oberstufe. Gute Filme sind weitgehend exkommuniziert, zu Niederungen und zur Privatsache erklärt. Es wundert geradezu, dass es nicht mehr Schulverweigerer gibt. Vielleicht zählen wir nur falsch: Massenhaft geistige Verweigerung bei körperlicher Anwesenheit?

PS. Öfter mal Deutsche Bahn fahren rentiert sich. In Mobil 03/2009 gab es den exklusiven Vorabdruck des 1. Kapitels und ein Interview mit dem Autor.

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SPD: Mein Gott Walter

1. April 2009 · von Miller · Keine Kommentare

SPD: Mein Gott Walter

Die Story ist in Grundzügen bekannt: Die hessische SPD hatte die Chance die Regierung Koch abzulösen, zerlegte sich aber kurz vorher lieber selbst. Der 03. November 2008 wird in die Parteigeschichte eingehen. Viele Akteure, angeblich Profis, Netzwerker, Zauberlehrlinge und Hinterzimmer-Pokerspieler waren am Werk. Jürgen Walter gehörte zu den Akteuren der 1. Reihe.

Böse Stimmen meinten gar, dass Walter Kochs bester Mann gewesen sei. Zusammen mit Dagmar Metzger, Carmen Events und Silke Tesch bildete er den erlauchten 4er Club. Je nach politischer Zuschreibung oder dem erreichten Euphorisierungs- und Verletzungsgrad wurde und wird heute noch gesprochen von: die Rebellen, Aufrechten, Abweichler, Bande, Verräter, Schweine, Lügner …

In der Medienberichterstattung zeigen sich die Sympathien bis heute in den bewusst verwendeten semantischen Ketten. Wer von Rebellen und Aufrechten spricht, sieht selbstverständlich in einem Bündnis mit der Linken ein „Desaster“, warnt vor dem Niedergang Hessens. Und umgekehrt: Wer von Verrätern  spricht, sieht vor allem die verpasste Chance, den schwarzen Koch in die Wüste schicken zu können.
Das laufende Parteiordnungsverfahren endete für Jürgen Walter vorläufig mit dem Urteil: Kein Parteiausschluss, aber Ruhen der Mitgliedsrechte für 2 Jahre. In zwei Wochen gibt es das Urteil des SPD-Parteigerichts schriftlich. Walter kündigte jedoch an, dass er jeden Kompromiss ablehnen werde. Nur ein Freispruch komme für ihn in Frage, notfalls gehe er durch alle Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht.

Er beruft sich im Kern auf die Gewissensfreiheit des Abgeordneten und auf eine theoretisch hergeleitete liberale Position aus dem England des 18. Jahrhunderts. Im hessischen Landesabitur 2007 wurde dieses Spannungsverhältnis von Gewissensfreiheit und Fraktionsdisziplin (inklusive der mitgedachten Mehrheitsbeschlüsse einer Partei) schon antizipiert. Es gehört jetzt schon zum Treppenwitz der hessischen Schulgeschichte, dass Jürgen Walters bemühter Ideenhimmel und das daraus abgeleitete Verhalten schon in der Abitursprüfung „Politik und Wirtschaft“ 2007 thematisiert wurden, bevor er nur daran dachte. Der Treppenwitz ist eben manchmal doch schneller als die Wirklichkeit.

Der freundlich unkalkulierbare Hesse an sich ist immer schon schlauer gewesen, als die Medien meinten. Zwischendrin zeigt er dies auch durch sein Wahlergebnis. Parteien können sich darauf nur bedingt verlassen. Das 5-Parteien-System ist faktisch durchgesetzt, auch dafür hat der freundlich unkalkulierbare Hesse gesorgt. Es ist in der Politik wie bei den Bauern. Eine „dicke Kartoffel“ wirft man nicht einfach weg; für Walter wird es faktisch auf einen Freispruch hinauslaufen, die entsprechenden Formelkompromisse werden sich finden. Ob er selbst lernfähig ist, die tiefen Wunden von Hessen-Süd verstehen will und die besonders sensible Reintegration der Partei mit TSG vorantreiben kann, ist eine andere Frage. Wer nur an die Tröge der Macht mit beliebigen Themen und aufgeblasenen Marketingsprüchen will – alles anders, weiter, weiter, auf uns ist Verlass – wird vom Wähler zurückgepfiffen.

Jürgen Walter hat noch ein anderes Problem: Er ist politiksüchtig („ich vermisse die Politik“), er braucht die Droge Macht, wenn möglich in der SPD. Wenn nicht, wird er wohl mit Wolfgang Clement und ein paar Getreuen eine neue Partei gründen müssen. Von links winkt dann Oskar Lafontaine und von rechts Jürgen Walter der sterbenden Mutter SPD zu.

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Hide aways zur Chillout-Zone mit Relax-Treatments

23. März 2009 · von frankmackay · 4 Kommentare

Hide aways zur Chillout-Zone mit Relax-Treatments

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Diesen Flyer bekam ich gleich nach der Geburt meines Sohnes im Krankenhaus. Viel spannender, sowie inspirierender finde ich die Bilder und Reiseberichte von „Siljas Reisen“ und den Möglichkeiten mit kleinen Menschen die Welt zu entdecken – ohne Shuttleservice vor der Hoteltür.

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Textanalyse – notwendiges Handwerkszeug für intelligentes Leben

11. März 2009 · von Miller · 7 Kommentare

Textanalyse – notwendiges Handwerkszeug für intelligentes Leben

Sobald wir sprechen oder schreiben, produzieren wir Texte. Wie versuchen uns zu verständigen; wir wollen mit Worten, Sätzen und Lauten in der Regel Sinn entfallen. Täglich nutzen wir Texte – in der Schule, im Beruf, in der Freizeit, in der Öffentlichkeit. Das lateinische Wort textus bedeutet Gewebe, Geflecht. Wir texten oder „weben“, stellen Verknüfungen her, kombinieren, gehen einer Sache auf den Grund, erforschen Ursache und Wirkung, stellen Funktionszusammenhänge her etc.

Die Textanalyse soll klären, was der Text beansprucht, bezweckt oder beim Leser bewirken will (Inhaltsanalyse) und wie diese Inhalte/Gedanken sprachlich gestaltet sind (Sprachana­lyse).
Inhalt und Sprachform können analytisch getrennt werden; tatsächlich handelt es sich aber um eine festgefügte Einheit: Durch eine bestimmte Sprachform (u. a. Wahl der Textsorte, des Sprachstils) erhält der Inhalt seinen Ausdruck. Ausgangspunkt für eine Textanalyse kann sowohl der „Inhalt“ als auch die verwendete „sprachliche Gestaltung“ sein.Textanalyse Sachanalayse SprachanalyseInhaltsanalyse

Grundsätzliche Gesichtspunkte sind:

  • Welche Ziele und Absichten lassen sich aus dem Textinhalt und dem Textaufbau erkennen?
  • Welche Wirkungen sollen beim Leser erreicht werden?
  • Welche Wirkungen werden wahrscheinlich tatsächlich erzielt?

Im Einzelnen kann genauer gefragt werden nach:

  1. Welche Bedeutung hat die Überschrift? Welche Erwartungen sollen geweckt werden?
  2. Passen Textinhalt und Textsorte zueinander? Welche Beziehung oder Diskrepanz kann fest­gestellt werden?
  3. In welcher Absicht werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt? Wie ist die Informationswahl gestaltet? Werden die Absichten und Hintergründe einer bestimmten Auswahl vom Autor explizit genannt oder bleiben diese verschleiert? Wo ist der Text ausführlich oder knapp, konkret oder abstrakt, genau oder vage gehalten?
  4. Ist die Darstellung der Sachverhalte oder der Sachlage korrekt? Liegt eine bewusste Irre­führung des Lesers vor?
  5. Liegt eine klare Textgliederung vor? Welche Wirkung soll durch eine bestimmte Anord­nung des Textes erreicht werden?
  6. Ist der Text sachlogisch weitgehend einwandfrei? Z. B. der Zusammenhang von These – Begründung, angeführte Argumente – Schlussfolgerung. Sind die angeführten „Begründungen“ auch tatsächlich nachvollziehbare „Gründe“?
  7. Welche Rolle spielen Vergleiche, Beispiele, Bezug und Verweis auf „Autoritäten“?
  8. Ist der Text zielgruppenbezogen formuliert?
  9. Gibt es einen Unterschied zwischen Autorenintention und Textintention? Nicht immer stimmt das, was der Autor sagen wollte, mit dem überein, was er tatsächlich gesagt hat.

Sprachanalyse

Grundsätzliche Gesichtspunkte sind:

  • Welche Textsorte liegt vor? Welches „Sprachmaterial“ wird verwendet um die Inhalte, Gedanken und Absichten umzusetzen?
  • Welche Wirkung soll durch eine bestimmte sprachliche Gestaltung erreicht werden? Welche sprachlich-rhetorischen Mittel sind erkennbar?

Im Einzelnen kann gefragt werden nach:

  1. Welcher Kommunikationszusammenhang, welcher Kontext liegt vor? Dasselbe Wort kann in verschiedenen Kontexten sehr Unterschiedliches bedeuten. Immer sind die Textteile und die sprachlichen Mittel auf das Textganze zu beziehen.
  2. Welche Sprache wird verwendet: Fachsprache – Gruppensprache – Sondersprache? Um­gangssprache – Standardsprache (Hochdeutsch)? Amtsdeutsch? Werbesprache?
  3. Lassen sich Stilbrüche erkennen? Wortschatz, Wortwahl, Modewörter, Fremdwörter, Wort­neuschöpfungen? Leerformeln, Phrasen, „Plastikwörter“?
  4. Welche Absicht ist mit einem bestimmten Sprachstil verbunden? Welche Bedeutung haben zentrale Begriffe, Definitionen, rhetorische Mittel?
  5. Welche rhetorischen Mittel werden eingesetzt, z. B. Metapher, Vergleich, Übertreibung, Umschreibung, Beschönigung, Appell, Anspielung, Steigerung, Gegensatz, Nachdruck, Beispiel, Zitat, Wortspiel, Ausruf, Scheinwiderspruch, Scheinfrage, …
  6. Welche Satzarten – Aussagesatz, Fragesatz, Befehlssatz – werden verwendet? Kurze/ lange Sätze? Haupt-/Gliedsätze, verschachtelte Sätze?
  7. Welcher Satzbau liegt vor? Abweichungen von der Norm? Verwendung von Indikativ, Kon­junktiv und Imperativ?
  8. Liegt eine monologische oder dialogische Sprechweise vor? Wie ist der Leserbezug gestal­tet? Welche Funktion haben das „ich“, das „du“, das gemeinsame „wir“ oder das unpersönliche „man“ und „es“?

Schematischer Aufbau einer Textanalyse

  • Nennung von Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr, Bezugsrahmen der Untersuchung
  • Kurze Zusammenfassung des Inhalts, zentrale Aussagen
  • Erste Einschätzung der Textintention, der zentralen Absicht des Textes
  • Analyse einzelner Textteile und Bezug auf das Textganze hinsichtlich Inhalt und verwendeter Sprache
  • Auswertung der Analyse – Bewertung der Ergebnisse
  • ggf. Darlegung des eigenen Bewertungsmaßstabes
  • ggf. Lösungsvorschläge, Alternativen

aus: Michael Miller, Texte formulieren lernen

WICHTIG: Die Textanalyse bereitet meist eine tiefergehende Textinterpretation vor. Oft genug fließen beide im praktischen Vollzug ineinander.

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Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht

6. März 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht

An vielen Schulen und in zahlreichen Abschlussprüfungen – vor allem im Fach Englisch, zum Teil auch in Französisch und Spanisch – wird eine alte, sehr sinnvolle Aufgabenform neu entdeckt: die Sprachmittlung. Sinn einer Sprachmittlung ist es, jemandem wesentliche Aspekte aus einem gesprochenen oder geschriebenen Text zu vermitteln, dessen Sprache er nicht versteht; d.h., den wesentlichen Inhalt, das Wichtige oder für den anderen Interessante aus einem deutschen Text sinngemäß – also in der Regel nicht wörtlich übersetzt – in Englisch wiederzugeben. Oder auch umgekehrt: Wesentliches aus einem englischen Text sinngemäß auf Deutsch zusammenzufassen.

Konkretes Beispiel gefällig?

Welchen konkreten Anwendungsbezug Sprachmittlung haben kann, soll im Folgenden eine Sprachmittlungsaufgabe verdeutlichen, die sich auf den Zornausbruch des damaligen Trainers von Bayern München, Giovanni Trapattoni, auf der berühmten Pressekonferenz am 10. März 1998 bezieht. Auch hier gilt es aus einer – allerdings nicht eindeutig zu bestimmbaren – Fremdsprache in sinnvolles Deutsch zu vermitteln:

Aufgabe: Fassen Sie zusammen, was Trapattoni sagt und was er eigentlich meint.

Giovanni Trapattonis Rede:
„Sind Sie bereit?
Stellen mir die Fragen, wenn hören o verstehen schlecht meine Wörter, bitte. Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Zeitung, aber ich habe gehört viele Situationen.

Erstens. Wir haben nicht offensiv gespielt. Es gibt keine deutsche Mannschaft spiel offensiv und die Name offensiv wie Bayern. Letzte Spiel hatten wir in Platz drei Spitzen: Elber, Jancka und dann Zickler. Wir mussen nicht vergessen Zickler. Zickler ist eine Spitzen mehr, Mehmet e mehr Basler. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab‘ gesagt? Dann. Offensiv, offensiv ist wie machen in Platz.

Zweite. Ich habe erklärt mit diese zwei Spieler: Nach Dortmund brauche vielleicht Halbzeit Pause. Ich habe auch andere Mannschaft gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe gesehen auch zwei Tage de Training.

Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sei … sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer! (…)“ (ohne Gewähr)
(Den Rest bitte selbst raushören und sprachmitteln … viel Spaß)

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