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Die FDP hat alle Chancen …

5. November 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Die FDP hat alle Chancen …

Verkehrte Welt im hessischen Landtag oder Kultusministerium? Teil 3

oder: Was heißt im „Abiturstreit“, Vernunft auf der Höhe der Zeit aktiv zu gestalten?

Was ist Sinn der Schule? Um was geht es bei den ganzen „komplexen Schulübungen“ inklusive aller Prüfungen? Es geht um die Zukunft unserer Jugend, um deren Fähigkeiten, Wissen und Lernmotivation, um deren Chancen einer optimalen Persönlichkeitsentwicklung, um deren aktive Teilhabe am öffentlichen Leben, um deren Engagement für eine streitbare Demokratie. Alle anderen Belange sind hier unterzuordnen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer, auch die Beamten der Schulverwaltung haben nur deshalb ihre Jobs, stehen in „Amt und Würden“, weil es diese Kinder und Jugendlichen gibt und nicht umgekehrt. Das wird allzu gern vergessen.

Die großzügige Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien (verbrauchte Landesprüfungen sind ein Teil davon!) soll dazu dienen, die Schülerinnen und Schüler zur selbständigen Nutzung dieser Angebote anzuregen. Lernprozesse sind immer individuell und setzen die Bereitschaft des Lernenden voraus. Umgekehrt muss die Schulverwaltung alles daran setzen, diese Prozesse der Selbstorganisation und Motivation zu fördern. Eine Veröffentlichungspraxis von Landesprüfungen im Internet – kostenfrei und für jedermann zugänglich – ist hier auf der Höhe der Zeit. Auch die interessierte Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, was denn in den Schulen konkret vor sich geht, wie z.B. Landesprüfungen aussehen.

Wer berät die Kultusministerin in diesen Fragen?
Bisweilen hat man den Eindruck, dass eine konfuse „Beratung“ durch ein CDU-dominiertes Ministerium stattfindet. Oder spielt die SPD noch eine Nebenrolle? Mit den Ideen – Freiheit, Wettbewerb unter fairen Bedingungen, Förderung von Selbständigkeit, Aufbruch in die eigenverantwortliche Schule – alles politischer Wille der FDP – hat das bisher wenig zu tun. „Neid und Diffamierung“ schlugen der Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) in den ersten 2 bis 3 Monaten im neuen Amt entgegen. „Die Politikerin ärgert sich über mangelnde Unterstützung in dem bisher ausschließlich von SPD- und CDU-Politikern geführten Ministerium.“ (FAZ, 25.04.2009) Jetzt aber schlägt die Stunde der FDP; sie könnte ein eigenes Profil entfalten.

Schön war´s!

Schön war´s!

Was wäre der Ministerin zu raten?
Am besten, Dorothea Henzler eröffnete selbst einen fortschrittlichen „Abi-Blog“ mit allen Aufgaben, Materialien und Lösungen. Dazu Lernangebote auf dem neusten Stand in ansprechender Präsentation, Service-Hotline, regelmäßige Infobriefe an Schulen, Eltern, Schüler, Persönliches als freie Demokratin an die engagierte Internet begeisterte Jugend etc.

Dorothea Henzler als erste Kultusministerin in Deutschland mit eigenem Blog! Das wäre eine FDP-Antwort, die Zeichen setzen würde. Schüler, Lehrer, Eltern und Medien würden es ihr danken.
Wie sagte so schön Blogger Fuchs: „Frau Henzler übernehmen Sie: Geben Sie die Aufgaben frei.“

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Verkehrte Welt im hessischen Landtag oder Kultusministerium? Teil 2

1. November 2009 · von Miller · 3 Kommentare

Verkehrte Welt im hessischen Landtag oder Kultusministerium? Teil 2

oder der müßige Streit um die verbrauchten Abiturprüfungsaufgaben

In Teil 1 wurde der aktuelle Streit zum Verkauf des Landesabiturs in seiner bildungspolitischen und historischen Dimension näher beleuchtet. 2008 hatten die Grünen eine kleine Anfrage, 2009 die Linken eine Große Anfrage im Landtag eingebracht. Dazu wurden die ersten Antworten der Landesregierung (Sept. 2009) auf ihre Angemessenheit hin kommentiert. In Teil 2 wird diese notwendige, analytisch sensible Arbeit fortgesetzt. Detaildarstellungen und Kommentierungen sind hier immer wieder sinnvoll:

© mad-max / PIXELIO

© mad-max / PIXELIO

Frage 14. Wie beurteilt und bewertet die Landesregierung rechtlich den im Artikel „Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage“ unter Punkt 2 dargestellten Sachverhalt (bitte mit Begründung)?
„Bei der Dokumentation von Prüfungen ist zu unterscheiden in; a) Aufgabenstellungen, b) Material, also Texte, Bilder, Grafiken und c) Lösungen, Hinweise, Bewertungsmaßstäbe. Für a) und c) gibt es kein Copyright, da Aufgaben und Lösungen von Lehrerinnen und Lehrern im hessischen Schuldienst erstellt und in der Regel durch Deputatstunden (Unterrichtsentlastung) vergütet wurden. A) und c) könnten für alle Fächer kostenfrei und problemlos im Internet zur Verfügung gestellt werden. Der Schüler hat zeit- und ortsungebunden ein Recht darauf, zu erfahren, was von ihm im ‚öffentlichen Prüfungsakt’ verlangt wird.“

Antwort 14: „Die Rechte an den isolierten Aufgabenstellungen und den von Landesbediensteten erstellten Lösungshinweisen liegen beim Land Hessen und können insoweit ohne Verletzung fremder Urheberrechte zugänglich gemacht werden.“

Große Einigkeit: Die Ministerin stimmt zu, dass das Land Hessen hier frei entscheiden, sprich alles im Internet kostenfrei veröffentlichen könnte. Dann kommt der „Haken“.

Antwort 14: „Dies betrifft jedoch lediglich Prüfungsarbeiten, die ohne jeden Bezug auf Texte oder sonstige Materialen, an denen Rechte Dritter bestehen, gestellt wurden. Der weit überwiegende Anteil von Prüfungsaufgaben beinhaltet jedoch fremde Texte oder sonstige Materialien, auf die sich die Fragen
bzw. Aufgabenstellungen beziehen. Eine Veröffentlichung der Aufgabenstellung ohne Materialien und lediglich mit Lösungshinweisen würde ein unvollständiges und verfälschtes Bild der Prüfungsaufgaben abgeben und wäre damit zur Vorbereitung auf das Landesabitur nicht geeignet.“

Leider falsch oder sagen wir besser: lückenhaft von „Beratern“ informiert worden. Es gibt nur ganz selten „isolierte Aufgabenstellungen“. Aufgabenstellungen beziehen sich i.d.R. auf Material/Texte, die wiederum frei sind oder mit geringem Aufwand frei gegeben werden können. Eine Veröffentlichung ohne Materialien steht deshalb gar nicht zur Diskussion.

Frage 15. Wie beurteilt und bewertet die Landesregierung rechtlich den im Artikel „Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage“ unter Punkt 3 dargestellten Sachverhalt (bitte mit Begründung)? „Kommen wir zum heiklen Punkt: b) Material. Hier gilt es zu unterscheiden zwischen kostenfreiem und in der Regel frei verwendbarem Material einerseits und kostenpflichtigem und zustimmungsabhängigem Material andererseits. Diese Copyright- Prüfung kann durch alle Fächer ohne großen Arbeitsaufwand durchgeführt werden, vorzugsweise bei den 12 genannten Fächern (1. und 2. Staffel). Exemplarisch will ich das an einigen Fächern zeigen. Der Grundsatz gilt: Alle Texte, die älter als 70 Jahre sind, können von jedermann frei verwendet werden, unterliegen also keinem Copyright! Aus der vorgeschriebenen Leseliste im Fach Deutsch folgt, dass fast alle Texte copyrightfrei sind, z.B. Goethe, Schiller, Fontane, Büchner…
Analog gilt das für Texte in Geschichte und Latein zu 95%. Besondere Schlauberger kommen allerdings auf die ‚Geschäftsidee’ zu sagen: Ja, die Texte sind copyrightfrei, aber nicht mein Layout. Dann nimmt man eben den Text, bastelt sich in 10 Minuten sein eigenes Layout und schon ist das Problem gelöst. In den Fächern Mathematik, Chemie und Physik ist das Copyright marginal. Fast alles ist von den Lehrerinnen und Lehrern selbst erstellt, z.B. Formeln, Symbolketten, einfache Grafiken, Versuchsbeschreibungen. Zusätzlich gibt es – wie jetzt schon üblich – netzveröffentlichte Handreichungen.“

Antwort15: Es trifft zu, dass Urheberrechte nach § 64 Urheberrechtsgesetz siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers erlöschen. Dass dies – wie in dem zitierten Internetartikel beschrieben – für „fast alle Texte“ in den Abiturprüfungsarbeiten im Fach Deutsch und Latein zutreffen soll, sodass diese keinerlei
Einschränkungen durch Rechte Dritter unterliegen, ist jedoch nicht zutreffend. Dies trifft für alle weiteren mehr als 40 Fächer im Landesabitur zu.

„Es trifft zu …“ – genau, so sehen wir das auch. Leider fehlt hier im Weiteren von der Landesregierung ein nachvollziehbares Argument. Zu Deutsch und Copyright siehe oben in der Frage. Die Regierung hat dem nichts entgegenzusetzen. Goethe, Schiller, Fontane, Büchner…grüßen copyrightfrei. Ansonsten empfehle ich Seneca, Plinius oder Cicero lesen – ca. 2000 Jahre alte Texte, copyrightfrei, einfach immer wieder erhellend, für jedermann verfügbar.

Antwort 15: „Die vorgeschlagene Copyright-Prüfung würde einen erheblichen Aufwand erfordern, indem die Quellen und Texte der unterschiedlichen Aufgabenvorschläge für jedes Fach einzeln urheberrechtlich geprüft werden müssten. Der damit verbundene Aufwand steht in keiner vernünftigen Relation im Vergleich zu der derzeit gewählten Bereitstellung von Aufgaben an den Schulen.“

Leider auch falsch. Lösungen hatten wir schon vor über 1 Jahr angeboten: pragmatisch, schnell, kostengünstig. Von „erheblichem Aufwand“ kann keine Rede sein. Und zur sog. „vernünftige Relation“ – einfach praxisfremd, vgl. Kommentar zu Antwort 9, Teil 1.

Frage 16. Wie beurteilt und bewertet die Landesregierung rechtlich den im Artikel „Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage“ unter Punkt 4 dargestellten Sachverhalt (bitte mit Begründung)? „Kommen wir zum verbleibenden kleinen Kern des kostenpflichtigen Problems. Autoren und Verlage werden in Bezug auf das Copyright verzerrt wahrgenommen und falsch eingeschätzt. Autoren und Verlage haben kein Interesse an Konflikten mit staatlichen Institutionen. Sie haben Interesse an Kooperation, an Werbung für den eigenen Namen und ihre Produkte und selbstverständlich immer an Geschäften. Schulbuchverlage erfüllen eine wichtige Unterstützungs- und Begleitfunktion für Unterricht, sind hoch kooperativ, flexibel und gesprächsbereit. Die Autoren sind in der großen Mehrheit selbst Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst und Hochschuldienst (oder Pensionäre). Ein geschicktes staatliches Management bindet sie in längerfristige Entscheidungen ein und sorgt für eine Win-Win-Situation. Oft erhält man kostenfrei (oder für einen kleinen symbolischen Obolus) Abdruckrechte für Texte, Bilder, Grafiken, wenn selbstverständlich die Quelle und „mit freundlicher Genehmigung des XY-Verlages“ genannt wird. Schulbuchverlage haben ein hohes Interesse daran, dass ihre Produkte an den Schulen vor Ort im Gespräch sind und auch immer wieder bestellt werden. Grundsätzlich gilt die gleiche Einschätzung zu kooperativem Verhalten auch bei großen Medien wie zum Beispiel der FAZ, der FR, der ZEIT oder dem HR, wenn z.B. auf aktuelle Berichterstattung zurückgegriffen wird. Die Abdruckrechte für „typische Zeitungsartikel“ zu erhalten, eingesetzt z.B. im Fach Politik und Wirtschaft, ist wirklich kein ernsthaftes Problem. Zudem gibt es die Möglichkeit, über eine geringfügige, einmalige Jahreszahlung pauschal Abdruckrechte für „aktuelle Berichterstattungen“ und die Verwendung zum Abiturzweck zu erhalten. Flexible Amtsjuristen könnten mit der VG-Wort Verträge/Pauschalen über die Nutzungsrechte aushandeln, zumal die Textlänge im Abitur in der Regel nicht 900 Worte übersteigen darf. Auf Einzelnachweise wird dann im Vorfeld verzichtet; nach dem Abitur kann Bilanz gezogen werden. Insgesamt dürften sich die Zusatzkosten für Dokumentation und Präsentation auf nicht mehr als 1% (ein Prozent!) der öffentlichen Gesamtkosten belaufen.“

Antwort16: Der Abschnitt aus dem zitierten Artikel beruht auf Mutmaßungen, die einer rechtlichen Bewertung nicht zugänglich sind. Es ist nicht richtig, dass die Autoren der geschützten Fremdtexte selbst „Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst oder Hochschuldienst (oder Pensionäre)“ sind, sodass es ohne
Weiteres möglich sei, „kostenfrei (oder für einen kleinen symbolischen Obolus)“ die erforderlichen Rechte für Veröffentlichungen zu erhalten. Das Spektrum der Materialien ergibt sich aus den unterschiedlichsten Quellen (Zeitschriften, Zeitungen, Fach- und Lehrbücher aus dem Schul- und Hochschulbereich
u.a.), sodass für jede einzelne Quelle die Rechte geprüft und ggf. die Genehmigung eingeholt werden müsste. Der damit verbundene personelle und finanzielle Aufwand steht in keiner vernünftigen Relation im Vergleich zu der derzeit gewählten kostenfreien Bereitstellung von Aufgaben.

„Der Abschnitt aus dem zitierten Artikel beruht auf Mutmaßungen, die einer rechtlichen Bewertung nicht zugänglich sind.“ Bitte keine Ablenkungsmanöver. Es geht nicht um „Mutmaßungen“, sondern um reichlich praxisnahe Erfahrungen, wie man Probleme löst. Will die Landesregierung etwa behaupten, dass die erfahrungsbezogene Einschätzung des Bildungswirts aus der Luft gegriffen sei: „Autoren und Verlage haben kein Interesse an Konflikten mit staatlichen Institutionen. Sie haben Interesse an Kooperation, an Werbung für den eigenen Namen und ihre Produkte und selbstverständlich immer an Geschäften. Schulbuchverlage erfüllen eine wichtige Unterstützungs- und Begleitfunktion für Unterricht, sind hoch kooperativ, flexibel und gesprächsbereit.“??
Welche eigenen „Mutmaßungen“ stellt die Landesregierung dann an? „Das Spektrum der Materialien ergibt sich aus den unterschiedlichsten Quellen …“ – das bestreitet niemand, denn es entspricht der Aussage des Bildungswirts. Falsch ist jedoch, dass man die Genehmigung für jedes einzelne Material bei immer neuen Eigentümern einholen muss. Ein Beispiel: Allein mit Materialien von Suhrkamp und Cornelsen (enge Verlagspartnerschaft) könnte man große Teile des Landesabiturs abdecken. Aber keine Angst: Die Verlage öffnen gern ihre Pforten; „Autoren und Verlage haben kein Interesse an Konflikten mit staatlichen Institutionen.“ Vgl. ausführlich die Aussagen in Frage 16. „Win-win-Situationen“ sollte man nicht unbedacht verspielen.

Frage 17. Wie beurteilt und bewertet die Landesregierung rechtlich den im Artikel „Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage“ unter Punkt 7 dargestellten Sachverhalt (bitte mit Begründung)? „Das Ministerium vertritt in diesem Fall einen seltsam verengten Begriff von Öffentlichkeit bzw. von „öffentlichem Zugriff“. Dem gegenüber muss betont werden, dass eine schul- und bildungspolitische Öffentlichkeit aus Schülern, Lehrern, Eltern, lokalen Schulträgern, universitärer Fachöffentlichkeit und den Medien besteht. Mit zwei CDs pro betroffener Schule (oder eine CD für einen besonders privilegierten Journalisten) kann das nicht geleistet werden. Das angemessene Medium ist das Internet.“
Antwort 17: „Auf die Antwort zu Frage 1 wird verwiesen.“

Wie bitte? Denkfehler im System oder einfach plumpe Verweigerung? Die Antwort zu Frage 1 passt nicht zur Frage 17. Die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen.

Frage 20. Wie plant die Landesregierung zu gewährleisten, dass zukünftig jede hessische Schülerin und jeder hessischer Schüler verbindlich in Besitz der notwendigen Prüfungs- und Übungsaufgaben kommt, was laut zahlreichen Schülerhinweisen aktuell nicht der Fall ist?
Antwort 20: „Auf die Antwort zu Frage 9 wird verwiesen.“

Verweigerungshaltung ist auch eine Antwort. Sie trägt jedoch nicht lange.

Frage 21. Wie bewertet die Landesregierung in Anbetracht der Kosten-Nutzen-Relation (Nutzen: ca. 10.000 Euro öffentliche Mehreinnahmen bisher; Kosten: aufgrund von Kopiernotwendigkeiten gestiegene Personal- und Sachkosten, Landesabitur ist nicht mehr frei zugänglich und somit sozial selektiver geworden, Schüler müssen Geld für gute Abiturvorbereitung ausgeben, den Steuerzahlern ist jährlich ein „Schaden“ bzw. „Verlust“ in Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Euro entstanden) die Entscheidung zur Veräußerung des Landesabiturs und ist sie bereit, diese binnen welcher Frist zu revidieren?

Antwort 21: Die Abituraufgaben stehen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern an hessischen Schulen kostenfrei zur Verfügung. Dieses Verfahren stellt auch aus Sicht der Landesregierung das gegenwärtig günstigste Verfahren dar. Deshalb ist derzeit nicht daran gedacht, dieses Verfahren zu modifizieren.

(Die Antwort der Landesregierung wurde von Kultusministerin Dorothea Henzler am 20.08.2009 unterschrieben und am 08.September 2009 im Landtagsinformationssystem veröffentlicht )

Die unendliche Geschichte kann man nur beenden, wenn man das Buch zuklappt und ein neues Spiel beginnt. Eine freie Demokratin kann den freien Zugang zu Aufgaben, Materialien und Lösungen gewährleisten und damit Transparenz und „Bildung als Bürgerrecht“ herstellen.

(Jeder Kritiker sollte selbstverständlich auch bereit sein, konstruktive und effiziente Lösungen anzubieten. Neben den zahlreichen Angeboten der Problemlösung , beschäftigt sich Teil 3  genau mit dieser Aufgabe: Was heißt im „Abiturstreit“, Vernunft auf der Höhe der Zeit aktiv zu gestalten? Erscheint in Kürze.)

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Jugend debattiert in Hessen auch 2010

22. Oktober 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Jugend debattiert in Hessen auch 2010

Wiesbaden/Frankfurt. Jugend debattiert startet in Hessen in eine neue Projektphase. Am 20. Oktober haben dazu die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und das Hessische Kultusministerium eine Kooperationsvereinbarung für die Projektlaufzeit 2009 – 2012 von Jugend debattiert unterzeichnet. „Mittlerweile haben wir rund 13.000 Schüler, 480 Lehrkräfte und 75 Schulen für dieses wichtige Projekt gewonnen. Das ist ein hervorragendes Ergebnis, das es weiter auszubauen gilt“, sagte Kultusministerin Dorothea Henzler in Wiesbaden.

(Ein Eindruck aus dem letzten Bundesfinale 2009 – eine Castingshow?)

„Das Projekt verknüpft Wettbewerb und Training. Jugendliche lernen so das faire und geregelte Debattieren“, betonte die Ministerin. Jugend debattiert fördert die sprachliche und politische Bildung, die Meinungsbildung und Persönlichkeitsentwicklung sowie die Schulentwicklung. Teilnehmen können allgemeinbildende und berufsbildende Schulen ab Klasse 8. Voraussetzung ist die Fortbildung mindestens zweier Lehrkräfte zur Projektlehrkraft pro Schule.
Jugend debattiert startet nun die dritte Projektphase: Als Pilotprojekt 2001 in Frankfurt am Main gestartet, standen in den Jahren 2002 – 2005 die Implementierung und der Ausbau des Bundeswettbewerbs im Vordergrund. Auch von 2005 – 2009 konnten die Teilnehmerzahlen kontinuierlich gesteigert werden (2001: 350 Schüler, 70 Lehrkräfte, 18 Schulen; 2005: 8.000 Schüler, 210 Lehrkräfte, 55 Schulen; 2009: 13.000 Schüler, 480 Lehrkräfte, 75 Schulen).

Das Ziel der neuen Projektphase 2009 – 2012 wird sein, ein flächendeckendes Angebot für Jugend debattiert in Hessen zu schaffen. Jede Region (Landkreis oder Schulamtsbezirk) soll durch einen Regionalverbund abgedeckt werden. Bis zum Ende des Schuljahres 2011/12 soll dieser Neustrukturierungs- und Ausdehnungsprozess abgeschlossen sein.

Leider erfährt man über den konkreten Inhalt der Kooperationsvereinbarung nichts: materiellen Ressourcen, Finanzetat, Zuschüsse durch Stiftungen, Entlastungen der Lehrerinnen und Lehrer, Verpflichtungen der Partner.
An Themen 2010/2011 schlagen wir vor:
1. Sollen Öffentlichkeit und Transparenz in der Demokratie weiter ausgebaut werden?
2. Freier Internetzugang für alle – Bildung für alle?
3. Ist der Verkauf von Abituraufgaben durch die hessische Landesregierung sinnvoll?
4. Open Access in den Wissenschaften?
5. 12 Wochen verbindliche Projektphasen in der Oberstufe? – Jugendliche gestalten ihren Unterricht aktiv.

Interessierte Schulen können sich unter www.jugend-debattiert.de informieren.

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Obama ein Jahr nach seiner Nominierung

27. August 2009 · von frankmackay · Keine Kommentare

Obama ein Jahr nach seiner Nominierung

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Am 27. August 2008 wurde Barack Obama von den Delegierten der Democratic National Convention in Denver als Präsidentschaftskandidat nominiert und nahm diese einen Tag später an. Ein Jahr später ist Obama immer noch nicht der neue Messias und ebenso nicht Superman geworden. Er ist Präsident der USA und wenn Politik mit Inszenierungen spielt, so zeigt die Bühne von Obamas Schaffen immer noch viel Tatendrang. Welcher sich bisher glücklicherweise nicht im klein-klein verspielt hat. Also, auf ein neues Jahr von Obama, mal schauen, wie er dann ins bewegte Bild gesetzt wird!

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Wahlkampfarena 2009 – Raum für politische Debatten im Netz

16. Juli 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Wahlkampfarena 2009 – Raum für politische Debatten im Netz

Da sage mal keiner mehr: Die Studenten studieren, forschen, experimentieren nicht mehr. Hier ein attraktives Theorie-Praxis-Projekt, eine bundesweite Trendsetter-Aktion. Nachahmung und Mitmachen empfohlen (siehe rechte Spalte im Bildungswirt).
Die Wahlkampfarena ist eine Debattierplattform für Politikinteressierte und Politiker, die von einem studentischen Projektteam der Universität der Künste Berlin konzipiert wurde. Als Partner für das Projekt konnte das Meinungsmedium „der Freitag“ (J. Augstein) gewonnen werden, so dass das Konzept der Wahlkampfarena gemeinsam umgesetzt werden konnte,  ein Wettstreit der Meinungen bis zur Bundestagswahl am 27. September! Mehr …

Der Bildungswirt legt mal eine kreative Pause ein. Sommerferien in Hessen. Ab Mitte August sind wir wieder mit Volldampf da. Die linke Spalte „aktuell gefiltert“ bringen trotzdem immer mal ein Schmankerl.

Und immer wieder mal bei der Wahlkampfarena vorbeischauen. Wie lautet nochmal Deine  ganz persönliche Frage?

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Homo symbolicus-ökologicus als neues Leitbild

22. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Homo symbolicus-ökologicus als neues Leitbild

Die alten drei Kantschen Fragen – Was kann ich wissen?, Was soll ich tun?, Was darf ich hoffen? – die in der vierten Frage kumulieren: Was ist der Mensch? – stellen sich heute vornehmlich nicht mehr als anthropologische Fragen, sondern als Fragen nach einer kommunikativen und ökologischen Ethik. Der Homo symbolicus-ökologicus als pädagogisch-gesellschaftliches Leitbild braucht eine ausgewiesene ethische Fundierung. Für ein solches Ethik-Verständnis ist Ausgangspunkt die Durchbrechung einer strengen Anthropozentrik und die kulturelle Einsicht der Notwendigkeit einer co-existenzialen Moral.
Denn: Die Natur selbst lehrt gar nichts, nur wir als denkende, fühlende, wollende Kulturwesen zerstören oder erhalten die Mitwelt.
Der Bildungswirt hat dazu im FREITAG eine Debatte angestoßen. Mehr …

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Meisterdenker Habermas ist 80!

18. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Meisterdenker Habermas ist 80!

Lieber Jürgen Habermas,
Gratulation zum biblischen Alter und zu einem augenscheinlich gelungenen Leben.

Die international auf Sie gesungenen Lobeshymnen sind unüberhörbar und die ZEIT erblickt in Ihnen gar die neue „Weltmacht“. Selbst Obama als alte Weltmacht ist beeindruckt und will kontrafaktisch an der Idee der kommunikativen Vernunft zukünftig festhalten, auch wenn man dies in China, im Sudan oder im Iran noch anders sieht. Die iranische Bloggerszene übt in der gegenwärtigen Staatskrise die Guerillataktik des „herrschaftsfreien Dialogs“.

Dennoch, lieber Herr Habermas, die kommunikative Vernunft endet i.d.R. im Vorhof der Macht. Und die „Diktatur des Sitzfleisches“ bricht in homersches Gelächter aus ob dieser Narren. Immerhin: Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Das motiviert mich jeden Tag von Neuem, gegen die Überwucherungen der paranoiden Systeme anzukämpfen, sagen wir besser: ein Schnippchen zu schlagen, damit immer wieder Frischluftströme für die Lebenswelten entstehen.

Gern lade ich Sie in mein öffentliches Wohnzimmer im Frankfurter Nordend ein. Habermas-Oberseminar konnte ich es nicht nennen, deshalb habe ich mich abgekürzt für ODYSSEE entschieden.
Shake-Hands und beste Grüße vom Bildungswirt

PS. Kleinere Irrtümer Ihrerseits zur Medienkraft und Wirksamkeit des Internets wollen wir heute nicht diskutieren. Champagner und Schnittchen für alle heißt das Gebot der Stunde.

Abschließend noch ein Blitzlicht für den Meister des gepflegten Salons:
Frankfurt, heute 17 Uhr, unsere gemeinsame Stadt, Willy-Brandt-Platz, Europäische Zentralbank, Demo der Bildungsstreikenden – Polizeiaufgebot als ob die Wandalen und Hunnen gleichzeitig anrücken würden. Man spürte sozusagen kontrafaktisch den herrschaftsfreien Dialog.

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Frank Schirrmacher, Ludwig Börne und die deutsche Bildungspolitik

9. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Frank Schirrmacher, Ludwig Börne und die deutsche Bildungspolitik

Der FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher erhielt gestern in Frankfurt den Ludwig-Börne-Preis 2009. Die alleinige Jurorin Necla Kelek verglich in ihrer Laudatio das publizistische Engagement Schirrmachers mit jenem des jüdischen Frankfurter Kritikers Ludwig Börne (1786-1837), dem Begründer des scharfzüngigen politischen Feuilletons. Es brauche den „radikalen Diskurs“, „um Debatten über Strittiges zu entfesseln“. Diese „Risikobereitschaft im Dienste der gesellschaftlichen Aufklärung“ verkörpere auch Schirrmacher. Mit dem Börne-Preis werden herausragende Leistungen auf den Gebieten Essay, Kritik und Reportage seit 1992 ausgezeichnet. So weit, so gut! Angeblich bedeutende Preise gibt es in der Republik jeden Tag, in regelmäßigen Kartellen wechseln sich Ausgezeichnete und Auszeichnende ab, vielfältige Meriten-Sammelstellen. Was ist hier bedeutsam? Was hat Frank Schirrmacher gesagt?

Ich nehme es allgemein vorweg: Gescheites, Bahnbrechendes, für Deutschland Revolutionäres:
Solidarität mit dem jungen Deutschland.
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