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Einträge gespeichert als 'Übungsstunde'

Jugend – Liebe – Rechtschreibung

24. November 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Jugend – Liebe – Rechtschreibung

Die Fortsetzung zu Rechtschreibdrill-Spiegelfechter-Ewiggestrige

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Tags: Übungsstunde · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Unterricht

Deutschunterricht: Sprache und Vernunft 2009 – drei kreative Stunden

25. September 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Deutschunterricht: Sprache und Vernunft 2009 – drei kreative Stunden

Da in der Berliner Republik, nicht nur im Bundestags-Wahlkampf 2009, ein Strom von Gefasel und gestanzten Textbausteinen medial in ohrenbetäubender Weise abgesondert wird, könnte man fast annehmen, Sprache und Vernunft hätten nichts mehr miteinander gemein. Angesichts eines polit-technokratischen Neu-Sprechs aus – „wir haben die Kraft“, „wir halten Wort“, „wir sind die Mitte“ bis hin zu „Nullwachstum“, „Rettungsschirm“ und „Abwrackprämie“, „die Reform der Reform der Reform“, die „kontinuierlichen Strukturentwicklungsprozesse“, „die Rentendämpfungs- und Lohnanpassungsformeln“, alles aus „fester Überzeugung ohne Wenn und Aber“ und „zunächst einmal wollen wir den Wählerinnen und Wählern danken“, „den Menschen draußen im Land“- lohnt sich ein Moment der Besinnung, der Erinnerung, als Sprache und Vernunft noch göttlich zusammen gedacht wurden.

Im Berlin von 1766 veröffentlichte Johann Peter Süßmilch seine Sprachursprungstheorie. In der Vorrede komprimiert er die Essenz: „Mein ganzer Beweis beruhet auf wenigen Sätzen und lasset sich leicht einsehen. Mein erster Satz ist: Die Sprache ist das Mittel, zum Gebrauch der Vernunft zu gelangen, ohne Sprache oder andre gleichgültige Zeichen ist keine Vernunft (…) Wer also Werke des Verstandes will hervorbringen, der muss sich im Gebrauch der Sprache befinden. Der zweite Satz ist: Die Sprache oder der Gebrauch der lautbaren Zeichen ist ein Werk des Verstandes, und zwar eines sehr großen und vollkommenen Verstandes, der alle Zwecke übersehen und der das ganze Sprachgebäude nach selbigen einrichten können, welches aus Vollkommenheit der Ordnung der Sprache unleugbar erhellet: Folglich hat derjenige, welcher die Sprache gebildet hat, sich schon im Gebrauch einer Sprache befinden müssen. Könnte der Mensch für den Erfinder angenommen werden, so müsste er sich schon vor der Erfindung der Sprache in dem Gebrauch der Sprache befunden haben, der Mensch müsste ohne Sprache klug und vernünftig gewesen sein, welches doch als unmöglich erwiesen ist. Daher bleibt uns nichts als der göttliche Verstand übrig.“

Das waren noch Zeiten! Gott und Logik. Fast wäre man geneigt auszurufen: Herr, warum hast du uns verlassen? Medien als Systemselbstläufer errichten den nächsten (realen und virtuellen) Turmbau zu Babel, ohne es selbst noch zu bemerken. „Die schwarze Milch der Frühe“ (Celan) versteht dann keiner mehr.

Aufgaben/ Fragen
1. Notieren Sie ihren ersten Eindruck zur verwendeten Sprache im  Wahlkampf der Parteien.

2. Sammeln Sie „Textbausteine“ aus politischen Reden/Interviews , die (fast) immer passen, d.h. zu jeder Gelegenheit eingesetzt werden können. Recherchieren Sie im Netz arbeitsteilig in verschiedenen Medien.

3. Entwerfen Sie eine Kurzrede zu einen politischen Thema und verwenden Sie solche „Textbausteine“. Tragen Sie diese im Kurs vor.Wenn möglich, drehen Sie ein Video für „You tube“ – sachlich, heiter, satirisch, zynisch …?

4. Diskutieren Sie Alternativen zu diesem weitverbreiteten „politischen“ Jargon.

5. Wie interpretieren Sie  die Achse – Gott, Logik, Sprache – ?

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Tags: Übungsstunde · Berufsschule · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Feuchtgebiete · Gesamtschule · Gymnasium · Hauptschule · Unterricht

Übungsstunde für freie Geister (2)

17. Juni 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Übungsstunde für freie Geister (2)

Die Lösung

Nach dem Aufstand am 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbandes
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, dass das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch doppelte Arbeit
Zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte einfach ein Anderes?

Bertolt Brecht, 1953

Die DDR ist eingemeindet, wen interessiert da noch der Aufstand vom 17.Juni 1953? Die Integration ist abgeschlossen, blühende Landschaften, soweit die Brille hält. Jetzt wird ab 2009 und zukünftig so lange gewählt, bis uns das Ergebnis in Gesamtdeutschland passt. Wollt ihr die Große Koalition? Genau, so geht’s weiter im Land.

Lösen Sie sich auf oder kommentieren Sie z.B. im Bildungswirt. Was meint hier das Volk?

DDR-Propaganda-Material von 1953

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Tags: Allgemein · Übungsstunde · Bewusstsein · Literatur / Film

Übungsstunde: Reflexionen eines freien Geistes (1)

22. April 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Übungsstunde: Reflexionen eines freien Geistes (1)

Vergiss einfach mal dein Fach, deine Rolle, deinen Standardauftrag:
Nutze die Zeit zum Nachdenken, z.B. darüber: “Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.” (Dieter Hildebrandt,  deutscher Kabarettist)

Suche dir Zitate und schreibe einen Kommentar, entfalte eine Idee, vernetze, wozu du Lust hast, durchbrich den sprachlosen Zustand. 10% ist Inspiration, 90% Transpiration, also Arbeit, Suche nach der angemessenen Begrifflichkeit, nach den zündenden Metaphern.

Fordere die Lehrerin/ den Lehrer auf, dir/ euch die Zeit im Unterricht zu geben, Raum zu schaffen. Fordere den Lehrenden auf, selbst zu schreiben, sich der „Hier-und-Jetzt-Anforderung“ (was Lehrer besonders gern tun – Tests, Prüfungen, Übungen) selbst zu stellen.
Jeder ist auch Lernender, manchmal vertauschen sich die Rollen.
Lehrer geht mit gutem Beispiel voran, Jugend bracht Vorbilder – oder etwa nicht?

Bildung ist wesentlich Angebot:

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ (Sokrates, griechischer Philosoph)

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ (Galileo Galilei, Naturwissenschaftler)

„Was wird das Ergebnis sein von dem, was ich heute tue, was ich morgen tun werde – was wird das Ergebnis meines ganzen Lebens sein? Anders ausgedrückt wird die Frage so lauten: Wozu lebe ich? Wozu begehre ich? Wozu handele ich? (Leo Tolstoi, Schriftsteller)

„Phantasie ist wichtiger als Wissen.“ (Albert Einstein, Naturwissenschaftler)

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Tags: Abitur · Übungsstunde · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Unterricht

Relaxed in education & mission

17. April 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Relaxed in education & mission

Ferien sind unterrichtsfreie Zeit, Besinnungszeit, Metareflexion, was wie warum erreicht wurde oder auch misslang. Ferien bedeuten auch Seele baumeln lassen, relaxed im Liegestuhl, Bücher stöbern, Unterrichtseinheiten und Filme sichten, Schreibtisch ordnen, Musik hören….

Die gute Lehrerin, der gute Lehrer versucht geistigen Raum zu schaffen, immer wieder auch mal hinter dem Beat -lay back – in den Arbeitsprozess, in die Improvisation einzusteigen, d.h. zuhören und spüren, wohin die Reise im Unterricht geht. Zwischendurch vielleicht einmal für den eigenen Groove Grover Washington hören?

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