Der Bildungswirt

Bildung Schule Kultur Wirtschaft

Der Bildungswirt header image 4

Einträge gespeichert als 'Unterricht'

Deutschunterricht: Sprache und Vernunft 2009 – drei kreative Stunden

25. September 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Deutschunterricht: Sprache und Vernunft 2009 – drei kreative Stunden

Da in der Berliner Republik, nicht nur im Bundestags-Wahlkampf 2009, ein Strom von Gefasel und gestanzten Textbausteinen medial in ohrenbetäubender Weise abgesondert wird, könnte man fast annehmen, Sprache und Vernunft hätten nichts mehr miteinander gemein. Angesichts eines polit-technokratischen Neu-Sprechs aus – „wir haben die Kraft“, „wir halten Wort“, „wir sind die Mitte“ bis hin zu „Nullwachstum“, „Rettungsschirm“ und „Abwrackprämie“, „die Reform der Reform der Reform“, die „kontinuierlichen Strukturentwicklungsprozesse“, „die Rentendämpfungs- und Lohnanpassungsformeln“, alles aus „fester Überzeugung ohne Wenn und Aber“ und „zunächst einmal wollen wir den Wählerinnen und Wählern danken“, „den Menschen draußen im Land“- lohnt sich ein Moment der Besinnung, der Erinnerung, als Sprache und Vernunft noch göttlich zusammen gedacht wurden.

Im Berlin von 1766 veröffentlichte Johann Peter Süßmilch seine Sprachursprungstheorie. In der Vorrede komprimiert er die Essenz: „Mein ganzer Beweis beruhet auf wenigen Sätzen und lasset sich leicht einsehen. Mein erster Satz ist: Die Sprache ist das Mittel, zum Gebrauch der Vernunft zu gelangen, ohne Sprache oder andre gleichgültige Zeichen ist keine Vernunft (…) Wer also Werke des Verstandes will hervorbringen, der muss sich im Gebrauch der Sprache befinden. Der zweite Satz ist: Die Sprache oder der Gebrauch der lautbaren Zeichen ist ein Werk des Verstandes, und zwar eines sehr großen und vollkommenen Verstandes, der alle Zwecke übersehen und der das ganze Sprachgebäude nach selbigen einrichten können, welches aus Vollkommenheit der Ordnung der Sprache unleugbar erhellet: Folglich hat derjenige, welcher die Sprache gebildet hat, sich schon im Gebrauch einer Sprache befinden müssen. Könnte der Mensch für den Erfinder angenommen werden, so müsste er sich schon vor der Erfindung der Sprache in dem Gebrauch der Sprache befunden haben, der Mensch müsste ohne Sprache klug und vernünftig gewesen sein, welches doch als unmöglich erwiesen ist. Daher bleibt uns nichts als der göttliche Verstand übrig.“

Das waren noch Zeiten! Gott und Logik. Fast wäre man geneigt auszurufen: Herr, warum hast du uns verlassen? Medien als Systemselbstläufer errichten den nächsten (realen und virtuellen) Turmbau zu Babel, ohne es selbst noch zu bemerken. „Die schwarze Milch der Frühe“ (Celan) versteht dann keiner mehr.

Aufgaben/ Fragen
1. Notieren Sie ihren ersten Eindruck zur verwendeten Sprache im  Wahlkampf der Parteien.

2. Sammeln Sie „Textbausteine“ aus politischen Reden/Interviews , die (fast) immer passen, d.h. zu jeder Gelegenheit eingesetzt werden können. Recherchieren Sie im Netz arbeitsteilig in verschiedenen Medien.

3. Entwerfen Sie eine Kurzrede zu einen politischen Thema und verwenden Sie solche „Textbausteine“. Tragen Sie diese im Kurs vor.Wenn möglich, drehen Sie ein Video für „You tube“ – sachlich, heiter, satirisch, zynisch …?

4. Diskutieren Sie Alternativen zu diesem weitverbreiteten „politischen“ Jargon.

5. Wie interpretieren Sie  die Achse – Gott, Logik, Sprache – ?

[Weiter hier... →]

Tags: Übungsstunde · Berufsschule · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Feuchtgebiete · Gesamtschule · Gymnasium · Hauptschule · Unterricht

Kontroverse Schuldebatte 2009

8. September 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Kontroverse Schuldebatte 2009

Im neuen linksorientierten Medienprojekt „der Freitag“ (Verleger J. Augstein) schlagen zurzeit die Wellen zur Schulpolitik hoch. Der taz-Redakteur Christian Füller eröffnete mit „Lasst die Schulen los“ und erzeugte eine große Debatte. Der Bildungswirt erweiterte um die pädagogische Dimension „Der gute Lehrer – ein Phantom?“

Alle Bilder sind durch anklicken zu vergrößern!

Die Themenliste ist lang und kann beliebig verlängert werden: u.a.

Bildungstheorien, Hintergrundtheorien, Bildungsphilosophien, Bildungspolitiken, Machtpolitiken, Föderalismusgestrüpp, nationale Bildungsstiftung, Finanzierungsmodelle, Bildungsbudget, Organisationsentwicklung, Lehreraus- und -fortbildung, Didaktik, Methodik, Berufsbeamtentum, Schulrecht, zentrale Prüfungen, Vergleichsarbeiten, Bildungsstandards, Kompetenzmodelle, Schulinspektion (Schul-TÜV),PISA, TIMSS, Demokratie in der Schule – Erwartungen, Visionen, empirische Resultate, „Starke Schulleiter“ – zwischen Notwendigkeit und Ideologie, Elternbeteiligung – eine Mär?, Arbeitsweisen der Kultusbürokratie konkret? Bedeutung der KMK? Landesabitur in den einzelnen Bundesländern, Zentralabitur für ganz Deutschland?

Wir reden über eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen überhaupt: Ca. 12 Millionen Schülerinnen und Schüler (9,2 Millionen in allgemeinbildenden Schulen und 2,8 Millionen im beruflichen Schulwesen) und etwa 700.000 Lehrerinnen und Lehrer sind Beteiligte, Betroffene, manchmal Leidgeplagte, auch Millionen Eltern. Es zeugt von Interesse und Sensibilität, dass hier im FREITAG die Wogen höher schlagen.

[Weiter hier... →]

Tags: Abitur · Berufsschule · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Gesamtschule · Grundschule/Kindergarten · Gymnasium · Hauptschule · Unterricht

Übungsstunde für freie Geister (2)

17. Juni 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Übungsstunde für freie Geister (2)

Die Lösung

Nach dem Aufstand am 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbandes
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, dass das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch doppelte Arbeit
Zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte einfach ein Anderes?

Bertolt Brecht, 1953

Die DDR ist eingemeindet, wen interessiert da noch der Aufstand vom 17.Juni 1953? Die Integration ist abgeschlossen, blühende Landschaften, soweit die Brille hält. Jetzt wird ab 2009 und zukünftig so lange gewählt, bis uns das Ergebnis in Gesamtdeutschland passt. Wollt ihr die Große Koalition? Genau, so geht’s weiter im Land.

Lösen Sie sich auf oder kommentieren Sie z.B. im Bildungswirt. Was meint hier das Volk?

DDR-Propaganda-Material von 1953

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Übungsstunde · Bewusstsein · Literatur / Film

FDP – Beweglichkeit in der Bildungspolitik?

14. Mai 2009 · von Miller · 3 Kommentare

FDP – Beweglichkeit in der Bildungspolitik?

Die 100 Tage Schonfrist der neuen CDU-FDP-Regierung sind heute vorbei. Wie nicht anders zu erwarten, kommt die Regierung zu einer weitgehend positiven Einschätzung der bisher geleisteten bzw. initierten Arbeit und die Opposition zu einer weitgehend negativen.  Das bekannte Hase-Igel-Spiel; das Wahlvolk weiß zwischendurch gar nicht mehr, wer denn der Hase und wer die Igel sind. Hauptsache, es geht irgendwie weiter und weiter und weiter.

handstand-2

Was tut sich in der Bildungspolitik?
Bisher nicht viel. Viel Tretminen, Pannen, unverbindliche Absichtserklärungen im „Traumjob“ am Wiesbadener Luisenplatz. Die FDP hat mit 16 Prozent Wählerstimmen im Rücken das Kultusministerium als ein Schlüsselministerium von der CDU übernommen. Die Kultusbürokratie ist aber weitgehend CDU-infiltriert, geschickt über 10 Jahre eingefädelt.

Was zieht die FDP-Ministerin daraus für Schlüsse? Welche Innovationen, auch innerbehördlich,  sollen zügig angegangen werden?

Die Leitlinie  „Selbstverantwortliche Schule“ hat zurzeit eher etwas von einer ungeliebten grauen Maus. Selbst SVplus als kleines, aber ambitioniertes Reformprojekt im Berufsschulbereich kommt nicht richtig voran, die bürokratischen Hürden sind immer noch zu hoch, taktische Hinhaltespiele, Verrenkungen überall, kaum Wertschätzung für die Engagierten vor Ort.

Was tut sich in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung? De facto steht Hessen nach 10 Jahren CDU vor einem Scherbenhaufen. Qualitative Lehrerfortbildung vor Ort, in der Region gibt es kaum noch. Wunschdenken und Nebelbildungen finden sich in zahlreichen Eigenlobreden der angeblich „neuen Qualitätsoffensiven“ – wenig seriöse Analysen und konkrete Konzepte mit ausreichender Finanzierung. Oder wird da einiges unter Veschluss gehalten?

Worin zeigt sich ein differenziertes FDP-Profil? Das ist die große Frage, 12 Uhr hat es längst geschlagen. Auch Gutmütige schauen inzwischen skeptisch auf die Uhr.

[Weiter hier... →]

Tags: Berufsschule · Bildung · Gymnasium · Unterricht

Gewalt und Bildungsniveau an Schulen?

11. Mai 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Gewalt und Bildungsniveau an Schulen?

Gewalt an Schulen ist ein großes Thema, die Suche nach dem Bildungsniveau – ja wo steckt es denn? –  ein noch größeres. Man kann sicher sagen: BILDUNGS-NIVEAU, das Dauerthema.

Die mündliche Rede, zumal die satirisch-beißende, ist dem normalen schriftlichen Text hier überlegen. Das Video ist tatsächlich eine tolle Errungenschaft und Dank Web 2.0 lässt es sich schnell in einen Blog einbauen.

Schauen wir doch, was Satiriker Georg Schramm zu diesen beiden Themen für ein Feuerwerk der Sprache und des Geistes entfacht. Vergleichen Sie mit Ihren eigenen Schulerfahrungen.

[Weiter hier... →]

Tags: Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Literatur / Film · Unterricht

Bildungspolitik – ab im Gänsemarsch

7. Mai 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Bildungspolitik – ab im Gänsemarsch

Bildungspolitik, Bildung, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, werden große Themen in der bundespolitischen „Wahlkampfarena 2009“ sein, trotz aller Überschattungen durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise.

Bei der Fülle von pädagogischem Geblubber und betriebswirtschaftlich geschwängertem Neusprech – in Form von Input-Output-Ressourcen-Optimierungsprozessen in Test-Standardisierungs-Evaluationsprozeduren – eines „Förderns und Forderns“ der gepeinigten Schülerobjekte mit Marketing angehefteten Subjektstatus erscheint es ratsam, etwas genauer hinzusehen. Der Bildungswirt hat hierzu eine Debatte im FREITAG ausgelöst.

[Weiter hier... →]

Tags: Bewusstsein · Bildung · Bildungsgipfel · Gymnasium · Unterricht

Computerspiele, Lehren und Lernen – Überlegungen zu einem viel diskutierten „neuen“ Medium

5. Mai 2009 · von Tobias Bevc · 9 Kommentare

Computerspiele, Lehren und Lernen – Überlegungen zu einem viel diskutierten „neuen“ Medium

Studiert man die aktuelle Forschungsliteratur im Bereich der sogenannten „game studies“, so wird man darauf stoßen, dass Computerspiele für nahezu alle Bereiche des Lernens und ergo des Lehrens furchtbar toll geeignet sind. Wurde früher vor allem die immer wieder wiederholte Selbstverständlichkeit, dass Computerspiele die sensomotorischen Fähigkeiten sowie die Hand-Auge- Koordination ihrer Nutzer schulen, hervorgehoben, so erfährt man heute, dass man mit Computerspielen eigentlich alles lernen kann – und das zumeist besser als durch hergebrachte Mittel der Kompetenzvermittlung.
Nun, häufig ist es ja so, dass, wenn eine Sau mal durchs Dorf gejagt wird, sei es nun im Guten oder Bösen, dass dann alles für oder gegen diese Sau herhalten muss. Es scheint, als ob dies im Fall Computerspiele ebenso zutrifft, nur dass in diesem Fall dieselbe Sau – um im Bild zu bleiben – für das Positive wie Negative zugleich verantwortlich ist:
Werden die Gegner von Computerspielen nicht müde zu betonen, dass diese denkbar schädlich sind in allen Bereichen der kindlichen und jugendlichen Entwicklung (z.B. der Kriminologe Pfeiffer,  und sich selbstverständlich negativ auf die schulischen Leistungen auswirken, so gibt es auf der anderen Seite nicht minder (populärwissenschaftliche) Verfechter von Computerspielen, wie den Amerikaner Steven Johnson, der in seiner Publikation „Neue Intelligenz“ aufzuzeigen zu beweisen versucht – und daran fürchterlich scheitert – dass man durch den Konsum von Computerspielen und Fernsehen automatisch klüger wird.
Der geneigte Leser wird es sich schon denken: Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Sicherlich gibt es positive Aspekte des sogenannten „Game-Based-Learnings“, die durchaus auch genutzt werden sollten.

In einer losen Folge von Gastbeiträgen für diesen Blog sollen positive wie negative und natürlich auch ambivalente Eigenschaften des „neuen“ Mediums Computerspiel – wobei natürlich mit dem Begriff Computerspiel auch Konsolenspiele etc. gemeint sind – diskutiert werden.
Zunächst mal zu einem einleuchtendem Beispiel, warum es sinnvoll sein kann, in gewissen Bereichen Computerspiele zum Lehren (unterstützend) zu verwenden. Als Einschränkung aber vorweg eine Anekdote, auch wenn sie etwas sehr lebensweltlich zu sein scheint. Als ich Schüler war, kam man auf die Idee, Videos im Unterricht einzusetzen. Das war modern und bei den Schülern beliebt – zumindest wurde das immer von den Lehrern behauptet, ich habe sie gehasst. Gelernt habe ich aus 97% aller in der Schule gezeigten Videos nichts, außer, dass schlecht gemachte Lehrvideos noch schlechter sind als der allerschlechteste Unterricht. Daraus kann man schon die erste Lehre ziehen für Computerspiele als Lehrmedium! Computerspiele die dafür gedacht sind, Schülern etwas beizubringen, müssen sehr gut gemacht sein. Sie dürfen nicht hinter den Stand der Unterhaltungsspiele zurückfallen, um von den Schülern akzeptiert zu werden. Sie dürfen auch nicht den „Mief“ der Lehrerzimmer und die Aura von Lernüberprüfung und Lehrplan versprühen – sie müssen zuallererst unterhaltend sein. Das Lernen bei einem guten Lernspiel folgt sozusagen „en passant“.
Gerade hier ist dann der positive Aspekt von Computerspielen und Lernen und Lehren zu verorten. Besondern in den sogenannten „bildungsfernen“ Schichten, in denen Bildung keinen Wert an sich hat, sondern allenfalls einen streng utilitaristischen, sind Computerspiele zum einem besonders angesagt und zum anderen auch eine besonders geeignete Form der Lernens – da sie die Motivationsfrage zumindest teilweise beantworten.

Insofern liegt der Gedanke nahe, wie ihn schon zu meiner Schulzeit einige Lehrer hatten, diese Begeisterung für das „neue“ Medium auch für Inhalte zu nutzen. Natürlich sollte nun keiner auf die Idee kommen, Homer per Computerspiel zu unterrichten (obwohl, warum eigentlich nicht?). Jedoch kann man sich durchaus fruchtbare Anwendungsbereiche vorstellen. Man könnte Schüler mit wenig bis keiner intrinsischen Motivation für das traditionelle Lernen in der Schule mit Hilfe ihrer Vorliebe für Computerspiele (Zahlen dazu: KIM (Kinder und Medien, Computer und Internet) und JIM (Jugend, Internet und (Multi-)Media)-Studien 2008, an den zu lernenden Stoff heranführen. Und, das beste dabei ist, dass viele Dinge, die in der Schule auch vermittelt werden sollen, wie soziales Verhalten, verbale und schriftliche Kommunikation, aktive Verwendung von Fremdsprachen durch sogenannte „Off-the-Shelf-Games“ gelernt werden können, also durch reine Unterhaltungsspiele aus dem Portfolio der Unterhaltungsindustrie, die viele der Schüler ohnehin besitzen.

In Spielen schreiben selbst schreibfaule Schüler eifrig in Foren mit, und es wird durchaus reflektiert und kombiniert. Man kann sich gut vorstellen, dass unter kritischer Begleitung durch eine Lehrperson die Schüler auch bereit sind, sich stilistisch und grammatikalisch zu verbessern, wenn sie bemerken, dass sie dadurch in den Spielen mehr Einfluss bekommen. Und, wie nicht nur Foucault schon bemerkt hat, ist Sprache genau das: Macht.

Die geplanten Themen, die als lose Folge hier erscheinen sollen:

1. Positive Aspekte von Computerspielen
2. Negative Aspekte von Computerspielen
3. Warum überhaupt Computerspiele? Was macht sie attraktiv?
4. Die notorische Gewaltfrage!?
5. Politik in Computerspielen! Atavismen feiern fröhliche Urstände
6. …

[Weiter hier... →]

Tags: Bildung · Unterricht · WEb 2.0

Übungsstunde: Reflexionen eines freien Geistes (1)

22. April 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Übungsstunde: Reflexionen eines freien Geistes (1)

Vergiss einfach mal dein Fach, deine Rolle, deinen Standardauftrag:
Nutze die Zeit zum Nachdenken, z.B. darüber: “Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.” (Dieter Hildebrandt,  deutscher Kabarettist)

Suche dir Zitate und schreibe einen Kommentar, entfalte eine Idee, vernetze, wozu du Lust hast, durchbrich den sprachlosen Zustand. 10% ist Inspiration, 90% Transpiration, also Arbeit, Suche nach der angemessenen Begrifflichkeit, nach den zündenden Metaphern.

Fordere die Lehrerin/ den Lehrer auf, dir/ euch die Zeit im Unterricht zu geben, Raum zu schaffen. Fordere den Lehrenden auf, selbst zu schreiben, sich der „Hier-und-Jetzt-Anforderung“ (was Lehrer besonders gern tun – Tests, Prüfungen, Übungen) selbst zu stellen.
Jeder ist auch Lernender, manchmal vertauschen sich die Rollen.
Lehrer geht mit gutem Beispiel voran, Jugend bracht Vorbilder – oder etwa nicht?

Bildung ist wesentlich Angebot:

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ (Sokrates, griechischer Philosoph)

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ (Galileo Galilei, Naturwissenschaftler)

„Was wird das Ergebnis sein von dem, was ich heute tue, was ich morgen tun werde – was wird das Ergebnis meines ganzen Lebens sein? Anders ausgedrückt wird die Frage so lauten: Wozu lebe ich? Wozu begehre ich? Wozu handele ich? (Leo Tolstoi, Schriftsteller)

„Phantasie ist wichtiger als Wissen.“ (Albert Einstein, Naturwissenschaftler)

[Weiter hier... →]

Tags: Abitur · Übungsstunde · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Unterricht