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SPAM sammeln aus Leidenschaft

26. Oktober 2008 · von frankmackay · 2 Kommentare

SPAM sammeln aus Leidenschaft

In den letzten Tagen hat: stephan@spamschlucker.org hier einen Kommentar hinterlassen und stephan@spamschlucker.org versucht mit seinem JA zu SPAM (massenhaft unerwünschte Mails) weitere SPAM Mails auf sein Emailpostfach zu produzieren. Denn Spammer sammeln Emailadressen, wenn sie wir hier: stephan@spamschlucker.org im Artikel stehen. Es gibt auch noch die Adressen: schlucks@gmx.net und bm@schweinischer-bote.de

Warum er das macht? Vielleicht bekommt er einfach zu wenig Post oder es sind seine künstlerischen Ideen oder er zählt gerne. Im Gegensatz zum „Kampf gegen SPAM“ und allen weiteren momentanten Kämpfen (Finanzkrise, al-Qaida, Arbeitsplatz) in welche wir just in diesem Augenblick verstrickt sind, bekommen wir eine Atempause! Danke!

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Wladimir Kaminer – Autorschaft & Vaterschaft

10. Oktober 2008 · von frankmackay · Keine Kommentare

Wladimir Kaminer – Autorschaft & Vaterschaft

In „Salve Papa“ geht es in vielen Geschichten um die Schule. Wie finden Sie das deutsche Schulsystem?

Wladimir: Die Geschichten sind auf der einen Seite natürlich komisch, auf der anderen Seite war es für mich eine ernsthafte Entdeckung. Nicole hat ihr erstes Schuljahr auf dem Gymnasium mit einem Anti-Mobbing-Projekt begonnen. Ich habe ihren Lehrer gefragt, wieso, die kennen sich doch alle untereinander noch gar nicht. Das helfe später, sagt er, wenn sie sich kennenlernen. Ein Anti-Mobbing-Projekt mit einander Fremden, das ist im Grunde genommen eine visionäre Art zu unterrichten, die ich sehr unterstütze.

aus FAZ – 4.10.2008 – Papa schreibt das so oder so auf

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Vorbilder, Abstürzler und Korruptionssumpf (1)

31. Juli 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Vorbilder, Abstürzler und Korruptionssumpf (1)

Der Gott der Alten wurde entzaubert und der Gott des Geldscheins regiert global; es wird geschmiert, dass die Schwarte kracht. Der Korruptionsskandal bei Siemens ist mit bisher ermittelten 1.300.000.000.-Euro der größte der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Tonnenweise Beweismaterial, hunderte Ermittler und am Ende wahrscheinlich milde Urteile ( so wie das jüngst gefällte) und viel Hornberger Schießen. Das Image vieler Industriekapitäne ist komplett ramponiert, sie sind Absturzkandidaten, als Vorbilder für Leistung und Leidenschaft ungeeignet. Doch, man mache sich nichts vor, die Medienkarawane zieht weiter und Absturzkandidaten erholen sich schnell wieder in neuen Gewändern und Sesseln. Wer ist auch so naiv, dass man Korruptionssümpfe einfach trocken legen könnte? Man kann sie maximal als kultivierte Feuchtgebiete eindämmen. Korruptionsfreie Gesellschaften gibt es praktisch nicht, die Korruptionsfalle schnappt täglich zu. Der Kampf dagegen ist eben nicht nur eine Frage der Ermittler und der Gerichte, sondern eine Frage der gelebten Moral, der gestalteten soziokulturellen Praxis, nicht nur den Manager und bestechlichen Beamten. Deshalb lohnt es sich, neben einer Betrachtung „Siemens und weltweite Freunde“ etwas tiefer ins Korruptionsthema einzutauchen.

Zuerst ein kleiner Ausflug zu den „großen Männern und Frauen der Geschichte“, insbesondere für unsere historischen Feinschmecker:

„In Europa hatte die Korruption in den feudalen Flächenstaaten des 18. Jahrhunderts Systemcharakter. Friedrich II. bestach Minister am Hof von Kaiserin Maria Theresia und war sicher, dass diese wiederum seine Minister bestach. Diplomaten hatten gewissermaßen ein Anrecht auf Bestechung. Die scharfe Trennung zwischen Amtseinkommen und Amtsführung, die Vollbesoldung von Beamten ist in der jungen europäischen Vergangenheit eine französische Erfindung. Diese Grundsätze hatten die Hohenzollern bis zuletzt nicht wirklich akzeptiert. In der Praxis hatte Preußen ein Mischsystem – übrigens im Gegensatz zu Bayern. Gesehen vom preußischen Hof aus waren Beamte Diener des Königs, die sich zum Teil von so genannten Sporteln zu ernähren hatten. Sporteln sind Vergünstigungen in Geld oder Naturalien, die der Beamte vom Empfänger einer Dienstleistung erhält. Preußische Professoren durften erwarten, dass Studenten, die Examen machten, sich für dieses etwa mit Gänsen bedankten.

Bis gegen Ende des Kaiserreichs erhielten preußische Beamte nur etwa zwei Drittel des Gehaltes, das sie zur Finanzierung desjenigen Lebensstils benötigten, der von ihnen auf Grund des Dienstranges erwartet wurde. Die Hohenzollern bezahlten ihre Beamten nicht wirklich für Arbeit, sondern gewährten ihnen eine Apanage. Zum Ausgleich gab es daneben Beihilfen – bis heute eine Eigenart unseres Besoldungswesens -, zusätzlich Erlaubnisse zum Nebenerwerb. Dabei kam es immer wieder zu Unzuträglichkeiten. Durch Erlass verbot der preußische König seinen subalternen Beamten nach Dienstschluss das Fiedeln in Kaschemmen. Wer Offizier wurde, brauchte reiche Eltern, eine betuchte Braut oder einen Geldverleiher.

Bayern-König Ludwig II. wurde von Bismarck mit jährlich um die 300.000 Goldmark bestochen; hierfür sollte er sich für die Ausrufung des Preußenkönigs zum deutschen Kaiser einsetzen. Zur Bestechung von Journalisten hatte Bismarck einen eigenen „Reptilienfonds“ eingerichtet, über den er freihändig verfügen konnte (den Ausdruck hatte Bismarck in einer Rede vor dem Abgeordnetenhaus gebraucht, als er hannoversche Journalisten „bösartige Reptilien“ nannte, die überall dort aufträten, wo Fäulnis sei, und die bis in ihre Höhlen hinein verfolgt werden müssten.)

Im öffentlichen Bewusstsein verkehrte sich die Bedeutung des Ausspruchs. Wer zu Bismarck in Oppostion stand, gab ihm den Sinn, der Ministerpräsident verwende das Geld nicht zur Bändigung, sondern zur Fütterung von Reptilien. Mit beiden Versionen war das Richtige getroffen worden. Einerseits diente das beschlagnahmte Privatvermögen des Hauses Hannover dazu, antipreußische Aktivitäten der Emigranten und solche des Protestes in der neuen Provinz im Zaum zu halten. Andererseits aber gab ihm dieser Dispositionsfonds, über den Bismarck ohne Rechenschaftslegung verfügte, auch die Möglichkeit, die Agitation von Gesinnungsfreunden und geheimdienstliche Tätigkeiten zu finanzieren.“

Das kann alles intensiv nachgelesen werden bei Peter Barth: Korruption – ein rechtliches oder moralisches Problem?. Er hielt seinen brillanten Vortrag übrigens an der Bayerischen Beamtenfachhochschule der Polizei in Fürstenfeldbruck im Sommersemester 2000/2001.

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„Glück“ im Bildungsland Nr.1 ?

28. Juli 2008 · von Miller · 1 Kommentar

„Glück“ im Bildungsland Nr.1 ?

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Hessen als Trendsetter für Bildungsfragen ? Moderne hessische Berufsschulen – transformiert in Kompetenzzentren des lebenslangen Lernens – als „Speerspitze der Bewegung“? Glück gehabt – Schüler in Hessen zu sein?

Noch ist es nicht so weit.
Die Leuchtturm-Schule steht in Baden-Württemberg, heißt Willy-Hellpach-Schule – eine moderne Berufsschule mit Wirtschaftsgymnasium- und ist wirklicher Trendsetter im wahrsten Sinne des Wortes. Selbst das Fach „Glück“ wird ins offizielle Schulcurriculum aufgenommen und das mit großem Zuspruch.

„Mit dem Unterrichtsfach `Glück` wird der Versuch unternommen, den Schülern Bildung im ursprünglichen Sinn zu vermitteln. Ziel ist die Förderung von persönlicher Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung und sozialer Verantwortung“, sagt Direktor Ernst Fritz-Schubert. Dabei geht es in dem Pilotprojekt nicht darum, das Negative auszumerzen, sondern das Positive zu verstärken. Die Jugendlichen sollen empfänglich für Glücksmomente sein und sich Wege für ihr eigenes dauerhaftes Glück suchen können. Glücklich sein ist ein psychologisches Bedürfnis wie Essen ein körperliches.
Das gilt für Schüler und Lehrer gleichermaßen. Längst hat die Wissenschaft bewiesen, dass Gesellschaften mit wachsendem Reichtum nicht unbedingt glücklicher werden. Dazu gehört wesentlich mehr. Etwa Selbstachtung, Einfühlungsvermögen, Freundschaft, Liebe, Spiritualität, Humor und Optimismus. Diese Ingredienzien des Glücks kann man lernen.

Die Willy-Hellpach-Schule ist bisher die einzige Schule in Deutschland, die sich mit dem „Lernziel glücklich sein“ in dieser Form auseinandersetzt. Sie bietet das Fach „Glück“ sowohl an der zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft (dort erwerben Hauptschüler die mittlere Reife) als auch am dreijährigen Wirtschaftsgymnasium (hier ist der Abschluss das Abitur) an.“ (Homepage der Schule, Juli 2008)

Wer will, kann an dieser Schule auch einen stark leistungsorientierten Weg der besonderen Fach-Ausbildung gehen.
„Seit dem Schuljahr 2003/2004 geht die Willy-Hellpach-Schule einen ungewöhnlichen Weg. Sie ermöglicht durch die Kooperation mit der Young-Business-School besonders leistungsstarken und leistungswilligen Schülerinnen und Schülern neben dem Besuch des Wirtschaftsgymnasiums das Studium der Wirtschaftswissenschaften. Nach dem Prinzip „Lust an der Leistung“ nehmen zur Zeit 5 Schülerinnen bzw. Schüler neben dem normalen Unterrichtspensum die Herausforderung an, weitere 12 – 15 Stunden wöchentlich den Vordiplomstoff der Fernuniversität Hagen zu bearbeiten. Trotz heftiger Kritik – wegen der vermeintlichen Überforderung – hält die Schule an diesem Konzept fest. Der Erfolg bestätigt den eingeschlagenen Weg. Im Schuljahr 2004/05 konnten wir mit der Ausgabe des Abiturzeugnisses einem Schüler und einer Schülerin das Vordiplomzeugnis überreichen.“(Homepage der Schule, Juli 2008)

Die Frage bleibt: Wann gibt es Unterrichtsfächer wie „Glück“ und „Lebenskunst“ als Perspektive an hessischen Berufsschulen oder Gymnasien? Wann werden wirklich neue „Bildungsstandards“ gesetzt? Die von allen hessischen Landtagsfraktionen begrüßten Reformprojekte SV-plus Berufsschulen und Initiative Hessencampus könnten hier sicher noch einiges dazu lernen. Die Zeit ist reif, „Schule neu denken“ (v. Hentig) offensichtlich erst am Anfang.

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Wirtschaft, Kultur, Solidarität

25. Juli 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Wirtschaft, Kultur, Solidarität

Es gibt nichts GUTES – außer man tut es!

Deshalb haben der Bildungswirt und sein Gastropartner im Odyssee Frankfurt folgende kleine Sommerinitiative gestartet:
Politisch-gastronomische Solidaritätspreise
Solidarität mit den Beschäftigten im Tarifkonflikt 2008:
„Der wirtschaftliche Aufschwung kommt offensichtlich nicht bei der breiten Bevölkerung an. Die Preise steigen, die Gewinne der Großunternehmen sprudeln, die Löhne stagnieren oder sinken real in den letzten Jahren. Wir brauchen aber alle eine Steigerung der Binnennachfrage, nicht nur den Titel ‚Exportweltmeister‘. Sollte der Aufschwung nicht kommen, kündigen wir schon jetzt unseren kleinen Solidaritätsbeitrag an:
Radikale Preissenkung bei uns in der Kneipe – trotz hoher Abgabenlast und steigender Energiepreise.
Gegen den Sommerdurst gelten im Juli und August an jedem Wochenende (Sa., So.) folgende Solidaritätspreise:

Erwachsene: jedes Bier (Pils, Hefe, Kölsch): 25 % Preisnachlaß
Kinder unter 14 Jahren: Apfelsaft, Wasser: 50 % Preisnachlaß

Damit auch junge Familien, Singles, Rentner … sich einen netten Abend in der Kneipe gönnen können.

Wir fordern Unternehmen und freie Selbständige auf, auch einen solidarisch-kreativen Beitrag zu leisten.
Genuß und Gespräch für ALLE!
Euer Michael Kubala & Maico Miller “

Zudem gibt es z.B. Musik-Kultur vom Feinsten: Samstag, 23. August, 20.00 Uhr
„Jan Pascal & Alex Kilian
Ein Sommerabend der spanischen Gitarre
Das Profi-Gitarrenduo spielt mitreißende Rhythmen der spanischen und lateinamerikanischen Musik und verzaubert das Publikum mit einer Klangreise voller Leidenschaft und Ausdruckskraft.“

Solltet ihr ähnliche Aktionen kennen, schreibt dem Bildungswirt, damit wir darüber berichten können. Altruismus ist leider kein Allheilmittel für gesellschaftliche Krankheitszustände, aber sicher besser als der neueste Egotrip und der anschließende Katzenjammer des einsamen Großstadtwolfs. Von den Lämmern wollen wir heute gar nicht reden und von Musikern, die auch Geld verdienen müssen, auch nicht.

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Kultur im Frankfurter Nordend – das volle Sommerprogramm

4. Juli 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Um 20 Uhr geben sich die U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern die Ehre, zum ersten Mal offiziell in kompletter Formation!

Wo? Im nördlichen Teil des Parks, außerhalb der Mauer, auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei.
Wie hinkommen?
Zu Fuß oder mit dem Rad oder mit der Tram 12, Haltestelle Günthersburgpark. Wer meint, unbedingt mit dem Auto kommen zu müssen, der parke an der Hallgartenstraße oder der Weidenbornstraße. Wir raten aber davon ab.

EINTRITT FREI

Telefonische Infos: 069/256 277 44
www.stalburg.de

--> Kultur im Frankfurter Nordend – das volle Sommerprogramm

Es ist wieder so weit: Ganz Frankfurt trifft sich wieder beim

STOFFEL 2008, Stalburg Theater OFFen Luft im Günthersburgpark
Freitag, 4. Juli bis Sonntag, 3. August 2007

Essen & Trinken täglich ab 16 Uhr. Programm tgl. 18 Uhr und 20 Uhr, Kinderprogramm an vielen Tagen ab 16.30 Uhr

Heute, um 18 Uhr geht es los mit dem Mobilen Einsatzkommando, die angesagte Brassband mit dem ungewöhnlichem Sound. Gernot Dechert treibt die Musikerinnen und Musiker in schwindelnde Höhen und das Publikum hebt mit ab!

Um 20 Uhr geben sich die U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern die Ehre, zum ersten Mal offiziell in kompletter Formation!

Wo? Im nördlichen Teil des Parks, außerhalb der Mauer, auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei.
Wie hinkommen?
Zu Fuß oder mit dem Rad oder mit der Tram 12, Haltestelle Günthersburgpark. Wer meint, unbedingt mit dem Auto kommen zu müssen, der parke an der Hallgartenstraße oder der Weidenbornstraße. Wir raten aber davon ab.

EINTRITT FREI

Telefonische Infos: 069/256 277 44
www.stalburg.de

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Erhellendes nebenbei gefunden (6)

18. Juni 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Erhellendes nebenbei gefunden (6)

In einer sehr staubigen Ecke der Dunkelkammer hab‘ ich sie gefunden:
Die Kompetenzkompetenz, die VIELE leidenschaftlich als Standard anstreben.

Deshalb brauchen wir Leitfiguren, die Kompetenzkompetenzberatungskompetenz besitzen. Ein Meister dieser Klasse kann dann z.B. Sätze formulieren wie

Regelungen in Deutschland

„Dann hätte man für Deutschland eine Regelung, hätte keine regellose Regelung und die Länder, die … die das nicht regeln wollen, die ham ham dann die Bundesregierung und die Länder, die das … regeln wollen, können dann das für sich regeln.“

Als Übungsmaterial für Lehrlinge, Gesellen und Meisteranwärter eignet sich auch die berühmte „Hauptbahnhof-Rede“.

Bei jedem Kompetenzstreit im Zuständigkeitsgerangel gibt es dann immer wieder Leute, die meinen, dass wir einzig und allein die Inkompetenzbeseitigungskompetenz bräuchten.

( Der geniale Bayer Edmund Stoiber ist so ein Meister der Kompetenzkompetenz, eine Lichtgestalt der Wortakrobatik. Deshalb bringt er zurzeit auch seine Beratungskompetenz zum Bürokratieabbau in Brüssel ein.
Als Wortschöpfer der Inkompetenzbeseitigungskompetenz gilt wahrscheinlich der Philosoph Odo Marquard, ein Traditionsmodernist, schon in den 70er Jahren. Wahrscheinlich handelte es sich um einen philosophischen Beißreflex gegen die aufkommende Schwämme der Schlüsselqualifikations-Kompetenzen-Debatte, ausgelöst durch Dieter Mertens vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Anfang der 70er Jahre.

Wer weiß mehr zum Thema in der Dunkelkammer?

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Kinderrechte – Kinderpolitik

1. Juni 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Kinderrechte – Kinderpolitik

Brennende Kippen auf Kinderstirnen ausdrücken, Kinderpopos auf heiße Herdplatten setzen, schreiende Kinder in Wäschetrockner stecken, seelische Grausamkeiten im Halbdunkel – das soll alles ultimativ der Vergangenheit angehören. Gute Vorsätze, heute, zum Internationalen Kindertag. Jetzt soll beobachtet und gefördert werden, was das Zeug hält. Selbst Kinderrechte sollen ins Grundgesetz aufgenommen und elterliche Gewalt stark eingeschränkt werden.

Der hessische „Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10″ (vgl. Blogbeitrag vom 21. Mai ) soll Wirklichkeit werden, z.B. das Projekt ‚Jeki‘ (Jedem Kind ein Musikinstrument). Wenn ich mich nicht verhört habe, will Hessen, ähnlich wie NRW, 10 Mio. Euro Fördermittel in das Projekt stecken. Die Mittel reichen für ‚Jedriki‘ (Jedem dritten Kind ein Instrument), das wäre realistisch, denn kein Kind kann zwangsverpflichtet werden. (Immer die gleiche Leier: erst passiert gar nichts, dann sollen alle mögen, wollen, sollen, müssen). Realistisch wäre weiterhin, wenn bei fast allen Kindern die grundlegenden „Eigen-Instrumente“, Körper und Stimme, musikalisch aktiviert werden würden. Dazu gibt es ein großangelegtes Fortbildungsprogramm für Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen in Kooperation mit Musikschulen und Hochschulen. Wenn man im Haushalt richtig nachschaut, können nochmal 5 Mio. zielgenau finanziert werden. Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen werden es dem Kultusministerium und dem Sozialministerium danken.

Als weiteres Projekt soll ‚Jekibü‘ (Jedem Kind seine Bücher) mit weiteren 10 Mio. gefördert werden. Schirmherr ist Ministerpräsident Roland Koch persönlich. Als Aktivitäten sind geplant: mehr Lesevergnügungsstunden in der Schule, Lesewettbewerbe, Schreibwerkstätten auch in ländlichen Regionen, Hörbuchoffensive des Hessischen Rundfunks und Initiativen des Seniorenengagements als Lesegeburtshelfer (Lesekompetenzförderer) ohne Notendruck. Es bewegt sich etwas in Hessen.

Der Internationale Kindertag – ein voller Erfolg. Für jeden Erwachsenen noch 5 Minuten Gedenkzeit, Innenraumgestöber an die eigenen Kindheit, an Verletzungen, Wünsche, Träume – da geht noch was, da liegt noch Musik drin.

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