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	<title>Der Bildungswirt &#187; Hauptschule</title>
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		<title>Bildungsreform auf gut hessisch: &#8220;Ein Eingang &#8211; zwei Ausg&#228;nge&#8221; (Roland Koch)</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 20:47:59 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der schleichende Tod der Hauptschule soll gestoppt und an der Viergliedrigkeit des Schulwesens festgehalten werden. Ganz einfach, man erfindet eine neues Etikette: <strong>Mittelstufenschule in der Sekundarstufe </strong>- volle Fahrt voraus, das ist man den Eltern schuldig. Ministerpr&#228;sident Koch: &#8221; Grund&#252;berzeugung unserer Vision f&#252;r die Schule von morgen ist der Erhalt von Schulvielfalt und Schulfreiheit.&#8221;  Das ist eine bahnbrechende Erkenntnis und F&#246;rderung pur &#8211; jedem das Seine. Demn&#228;chst werden zukunftsweisend wahrscheinlich wieder die alten eindeutigen Begriffe eingef&#252;hrt und die Ausg&#228;nge streng bewacht:  Sonderschule, Volksschule, Mittelschule, Oberschule, damit es auch keine Verwechslungen geben kann.</p>
<p>Aus Hamburg kann man zus&#228;tzlich lernen &#8230;</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://www.youtube.com/v/Ibsb8AwZl10&amp;rel=0&amp;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Ibsb8AwZl10&amp;rel=0&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Ibsb8AwZl10&amp;rel=0&amp;fs=1" wmode="transparent" allowfullscreen="true" data="http://www.youtube.com/v/Ibsb8AwZl10&amp;rel=0&amp;fs=1"></embed></object></p>
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		<title>Hauptsch&#252;ler als Leistungstr&#228;ger der Gesellschaft – wirklich gewollt?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 22:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tango</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter der Leitung der Schauspielerin Barbara Englert und mit Unterst&#252;tzung des hessischen Kinderschutzbundes sowie des Offenen Kanals Offenbach realisierten Hauptsch&#252;ler einer SchuB-Klasse der Frankfurter Innenstadtschule eine Auff&#252;hrung von Schillers Don Carlos. Der Prozess der Aneignung des auch f&#252;r Oberstufensch&#252;ler sperrigen Theaterst&#252;cks wurde in einem „Making of“ von den Sch&#252;lern selbst dokumentiert, ebenso wie die Erstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter der Leitung der Schauspielerin <em>Barbara Englert</em> und mit Unterst&#252;tzung des hessischen Kinderschutzbundes sowie des <em>Offenen Kanals Offenbach</em> realisierten Hauptsch&#252;ler einer SchuB-Klasse der Frankfurter Innenstadtschule eine Auff&#252;hrung von Schillers <strong>Don Carlos.</strong></p>
<p>Der Prozess der Aneignung des auch f&#252;r Oberstufensch&#252;ler sperrigen Theaterst&#252;cks wurde in einem „Making of“ von den Sch&#252;lern selbst dokumentiert, ebenso wie die Erstellung eines B&#252;hnenbildes, der Kost&#252;me, die musikalische Begleitung am Klavier, Fechteinlagen, Konzentrations- und Bewegungs&#252;bungen. Zwei Frankfurter Tageszeitungen berichteten unter dem Titel <a href="www.faz.net/s/RubABE881A6669742C2A5EBCB5D50D7EBEE/Doc~EE6A7BC9CD37F4ECEBC5377A178A19DB1~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><em>Abiturstoff f&#252;r Hauptsch&#252;ler</em></a> bzw. <a href="www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/2130882_Theaterprojekt-Die-Macht-des-Don-Karlos.html"><em>Die Macht des Don Carlos</em></a> ausf&#252;hrlich &#252;ber diese enorme Leistung vom ersten Erlesen bis zur kompletten Auff&#252;hrung in nur 19 Tagen. Dies zeigt, dass <strong>Hauptsch&#252;ler zu Leistungstr&#228;gern der Gesellschaft werden k&#246;nnten</strong>, wenn man Potenziale wirklich aussch&#246;pfen wollte und Hauptschule bzw. Schule insgesamt folgenderma&#223;en ver&#228;ndern w&#252;rde:</p>
<ul>
<li> Sch&#252;ler erarbeiten sich etwas mit allen Sinnen, nicht nur auf ihrem Stuhl sitzend und frontal den Input erwartend</li>
<li>Sie sind nicht an die statische Architektur <span style="text-decoration: underline;">eines</span> Raumes gebunden, sondern der Raum wird Teil der Lernarchitektur, der sich den Erfordernissen und Zielen angepasst (beim Projekt erm&#246;glichte die freie Natur oder ein gro&#223;er Raum Bewegung und Expression)</li>
<li>Sie haben Zeit, an etwas dranzubleiben, bis sie ein eigenes Ergebnis sehen, statt in einer Massenabfertigung im 45-Minutentakt Stoff eingeh&#228;mmert zu bekommen nach dem Motto <em>Friss oder stirb</em></li>
<li>Sie genie&#223;en ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung (durchaus auch in Form von konstruktiver Kritik)</li>
<li>Sie k&#246;nnen, ja m&#252;ssen kooperieren, um Erfolge zu genie&#223;en</li>
<li>ihr Selbstbewusstsein wird durch Best&#228;tigung und Erfolg gest&#228;rkt, statt durch Sanktionen geschw&#228;cht</li>
<li>Man traut ihnen auch gro&#223;e und schwierige Leistungen zu, statt eigene Erwartungen schon vorab herunterzuschrauben</li>
<li>Man anerkennt sie als Subjekte gemeinsamen Lernens und Arbeitens, ohne die kein Ergebnis zustande kommen kann, statt in ihnen nur Objekte f&#252;r reproduzierte Lernleistungen zu sehen</li>
<li>Man hilft ihnen, damit sie es selber k&#246;nnen.</li>
</ul>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/jHflCuYFLNQ&amp;rel=0&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/jHflCuYFLNQ&amp;rel=0&amp;fs=1" wmode="transparent" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Daraus ergeben sich folgende Fragen zu p&#228;dagogischen Konsequenzen:</strong></p>
<p>Warum werden solche Erkenntnisse, die in erfolgreichen Projekten gewonnen werden, trotzdem nie in der Fl&#228;che umgesetzt?</p>
<p>Warum werden solche Projekte zwar medial, oft sogar politisch gefeiert, aber nie zur allt&#228;glichen Praxis?</p>
<p>Etwa, weil w&#228;hrend dieser Zeit ja gar kein Englisch- oder kein Mathematikunterricht stattf&#228;nde?</p>
<p>Nein, keineswegs, denn wer auf diese andere Art erfolgreich lernt und dadurch Selbstvertrauen gewinnt, hat seinen Kopf auch f&#252;r andere Lernleistungen ge&#246;ffnet, sofern diese nicht wieder nach alter Trichterart den R&#252;ckschritt einleiten.</p>
<p><strong>Vielleicht hat man aber auch gar kein Interesse daran, die n&#246;tigen Konsequenzen zu ziehen, dann m&#252;sste n&#228;mlich die Hauptschule als Restschule schlie&#223;en, denn <em>Don Carlos</em> w&#228;re pl&#246;tzlich f&#252;r alle <em>be-</em><em>greifbar</em> und das Gymnasium w&#252;rde &#252;ber Nacht zur Regelschule der Gegenwart!</strong></p>
<p>Die oft ausgemusterten Hauptsch&#252;ler w&#252;rden pl&#246;tzlich zu <em>wirklichen Leistungstr&#228;gern</em>, nicht diejenigen, die durch riskante Unternehmungen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, der dann, weil sie daf&#252;r selten die Verantwortung &#252;bernehmen, von den eigentlichen Leistungstr&#228;gern der Gesellschaft wieder bereinigt werden muss.</p>
<p>All denjenigen, die dieses Theaterprojekt erm&#246;glicht und begleitet haben, vor allem aber den jungen Hauptsch&#252;lern, ohne die dieses Projekt nicht erfolgreich h&#228;tte sein k&#246;nnen, geb&#252;hrt Dank.</p>
<p>Vielleicht finden solch positiven Ergebnisse und Erkenntnisse irgendwann einmal Eingang in eine fl&#228;chendeckende p&#228;dagogische Qualit&#228;tsentwicklung, die diesen Namen auch verdient!</p>
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		<title>Deutschunterricht: Sprache und Vernunft 2009 &#8211; drei kreative Stunden</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 17:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da in der Berliner Republik, nicht nur im Bundestags-Wahlkampf 2009, ein Strom von Gefasel und gestanzten Textbausteinen medial in ohrenbet&#228;ubender Weise abgesondert wird, k&#246;nnte man fast annehmen, Sprache und Vernunft h&#228;tten nichts mehr miteinander gemein. Angesichts eines polit-technokratischen Neu-Sprechs aus &#8211; „wir haben die Kraft“, „wir halten Wort“, „wir sind die Mitte“ bis hin zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da in der Berliner Republik, nicht nur im Bundestags-Wahlkampf 2009, ein Strom von Gefasel und gestanzten Textbausteinen medial in ohrenbet&#228;ubender Weise abgesondert wird</strong>, k&#246;nnte man fast annehmen, Sprache und Vernunft h&#228;tten nichts mehr miteinander gemein. Angesichts eines polit-technokratischen Neu-Sprechs aus &#8211; „wir haben die Kraft“, „wir halten Wort“, „wir sind die Mitte“ bis hin zu „Nullwachstum“, „Rettungsschirm“ und „Abwrackpr&#228;mie“, „die Reform der Reform der Reform“, die „kontinuierlichen Strukturentwicklungsprozesse“, „die Rentend&#228;mpfungs- und Lohnanpassungsformeln“, alles aus „fester &#220;berzeugung ohne Wenn und Aber“ und „zun&#228;chst einmal wollen wir den W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern danken“, „den Menschen drau&#223;en im Land“- lohnt sich ein Moment der Besinnung, der Erinnerung, als Sprache und Vernunft noch g&#246;ttlich zusammen gedacht wurden.</p>
<p><strong>Im Berlin von 1766 ver&#246;ffentlichte Johann Peter S&#252;&#223;milch seine Sprachursprungstheorie.</strong> In der Vorrede komprimiert er die Essenz: „Mein ganzer Beweis beruhet auf wenigen S&#228;tzen und lasset sich leicht einsehen. Mein erster Satz ist: Die Sprache ist das Mittel, zum Gebrauch der Vernunft zu gelangen, ohne Sprache oder andre gleichg&#252;ltige Zeichen ist keine Vernunft (…) Wer also Werke des Verstandes will hervorbringen, der muss sich im Gebrauch der Sprache befinden. Der zweite Satz ist: Die Sprache oder der Gebrauch der lautbaren Zeichen ist ein Werk des Verstandes, und zwar eines sehr gro&#223;en und vollkommenen Verstandes, der alle Zwecke &#252;bersehen und der das ganze Sprachgeb&#228;ude nach selbigen einrichten k&#246;nnen, welches aus Vollkommenheit der Ordnung der Sprache unleugbar erhellet: Folglich hat derjenige, welcher die Sprache gebildet hat, sich schon im Gebrauch einer Sprache befinden m&#252;ssen. K&#246;nnte der Mensch f&#252;r den Erfinder angenommen werden, so m&#252;sste er sich schon vor der Erfindung der Sprache in dem Gebrauch der Sprache befunden haben, der Mensch m&#252;sste ohne Sprache klug und vern&#252;nftig gewesen sein, welches doch als unm&#246;glich erwiesen ist. Daher bleibt uns nichts als der g&#246;ttliche Verstand &#252;brig.“</p>
<p><strong>Das waren noch Zeiten! Gott und Logik. </strong>Fast w&#228;re man geneigt auszurufen: Herr, warum hast du uns verlassen? Medien als Systemselbstl&#228;ufer errichten den n&#228;chsten (realen und virtuellen) Turmbau zu Babel, ohne es selbst noch zu bemerken. „Die schwarze Milch der Fr&#252;he“ (Celan) versteht dann keiner mehr.</p>
<p><em>Aufgaben/ Fragen</em><br />
<em>1. Notieren Sie ihren ersten Eindruck zur verwendeten Sprache im  Wahlkampf der Parteien.<br />
</em></p>
<p><em>2. Sammeln Sie &#8220;Textbausteine&#8221; aus politischen Reden/Interviews , die (fast) immer passen, d.h. zu jeder Gelegenheit eingesetzt werden k&#246;nnen. Recherchieren Sie im Netz arbeitsteilig in verschiedenen Medien.</em></p>
<p><em>3. Entwerfen Sie eine Kurzrede zu einen politischen Thema und verwenden Sie solche &#8220;Textbausteine&#8221;. Tragen Sie diese im Kurs vor.Wenn m&#246;glich, drehen Sie ein Video f&#252;r &#8220;You tube&#8221; &#8211; sachlich, heiter, satirisch, zynisch &#8230;?<br />
</em></p>
<p><em>4. Diskutieren Sie Alternativen zu diesem weitverbreiteten &#8220;politischen&#8221; Jargon.</em></p>
<p><em>5. Wie interpretieren Sie  die Achse &#8211; Gott, Logik, Sprache &#8211; ?<br />
</em></p>
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		<title>Kontroverse Schuldebatte 2009</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 16:17:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im neuen linksorientierten Medienprojekt &#8220;der Freitag&#8221; (Verleger J. Augstein) schlagen zurzeit die Wellen zur Schulpolitik hoch. Der taz-Redakteur Christian F&#252;ller er&#246;ffnete mit &#8220;Lasst die Schulen los&#8221; und erzeugte eine gro&#223;e Debatte. Der Bildungswirt erweiterte um die p&#228;dagogische Dimension &#8220;Der gute Lehrer &#8211; ein Phantom?&#8221; Alle Bilder sind durch anklicken zu vergr&#246;&#223;ern! Die Themenliste ist lang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im neuen linksorientierten Medienprojekt &#8220;der Freitag&#8221; (Verleger J. Augstein) schlagen zurzeit die Wellen zur Schulpolitik hoch. Der taz-Redakteur Christian F&#252;ller er&#246;ffnete mit <a href="http://www.freitag.de/positionen/0935-landtagswahl-bildung-bildungswesen"> &#8220;Lasst die Schulen los&#8221; </a>und erzeugte eine gro&#223;e Debatte. Der Bildungswirt erweiterte um die p&#228;dagogische Dimension <a title="Freitag 9/2009" href="http://www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/der-gute-lehrer--ein-phantom-1">&#8220;Der gute Lehrer &#8211; ein Phantom?&#8221;</a></p>
<p>Alle Bilder sind durch anklicken zu vergr&#246;&#223;ern!</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/A00HYCuylL9pP7-YK-zdwA?feat=embedwebsite"><img src="http://lh5.ggpht.com/_4AjfAo0SOJA/SqZts51bcLI/AAAAAAAAANA/veMEMOo9btc/s400/Bildungswirt-beim-freitag.JPG" alt="" /></a></p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/3bvKEnghBqupn92phMLPcw?feat=embedwebsite"><img src="http://lh5.ggpht.com/_4AjfAo0SOJA/SqZtx6xHcUI/AAAAAAAAANE/oRMCw4Qj0FQ/s400/Bildungswirt-beim-freitag-fueller.JPG" alt="" /></a></p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/PWJKLs7T-Bu6PwAl49iXPw?feat=embedwebsite"><img src="http://lh4.ggpht.com/_4AjfAo0SOJA/SqZt5RGg5iI/AAAAAAAAANI/GmFYJsDtjBQ/s400/Bildungswirt-beim-freitag-positionen.JPG" alt="" /></a></p>
<p>Die Themenliste ist lang und kann beliebig verl&#228;ngert werden: u.a.</p>
<p>Bildungstheorien, Hintergrundtheorien, Bildungsphilosophien, Bildungspolitiken, Machtpolitiken, F&#246;deralismusgestr&#252;pp, nationale Bildungsstiftung, Finanzierungsmodelle, Bildungsbudget, Organisationsentwicklung, Lehreraus- und -fortbildung, Didaktik, Methodik, Berufsbeamtentum, Schulrecht, zentrale Pr&#252;fungen, Vergleichsarbeiten, Bildungsstandards, Kompetenzmodelle, Schulinspektion (Schul-T&#220;V),PISA, TIMSS, Demokratie in der Schule &#8211; Erwartungen, Visionen, empirische Resultate, &#8220;Starke Schulleiter&#8221; &#8211; zwischen Notwendigkeit und Ideologie, Elternbeteiligung &#8211; eine M&#228;r?, Arbeitsweisen der Kultusb&#252;rokratie konkret? Bedeutung der KMK? Landesabitur in den einzelnen Bundesl&#228;ndern, Zentralabitur f&#252;r ganz Deutschland?</p>
<p>Wir reden &#252;ber eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen &#252;berhaupt: Ca. 12 Millionen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler (9,2 Millionen in allgemeinbildenden Schulen und 2,8 Millionen im beruflichen Schulwesen) und etwa 700.000 Lehrerinnen und Lehrer sind Beteiligte, Betroffene, manchmal Leidgeplagte, auch Millionen Eltern. Es zeugt von Interesse und Sensibilit&#228;t, dass hier im FREITAG die Wogen h&#246;her schlagen.</p>
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		<title>Die Superlehrer und Sat1</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 13:32:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fernsehen, Sat1, gestern, 20.15 &#8211; startete die neue Serie „Die Superlehrer“, die sich als Teil des neuen p&#228;dagogischen Montagabend-Programms versteht. Praktische Lebenshilfe f&#252;r gestrandete Jugendliche soll angeboten werden. „Ich will kein Hartz-IV-Empf&#228;nger werden“ &#8211; das ist Marvins erkl&#228;rtes Ziel und sein Ansporn, doch noch einen Hauptschulabschluss zu machen. Genau wie 15 andere Jugendliche zwischen 16 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1179" style="margin: 2px;" title="Die_Superlehrer_Sat1_2009_Juni" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/06/Die_Superlehrer_Sat1_2009_Juni.JPG" alt="Die_Superlehrer_Sat1_2009_Juni" width="500" height="165" /></p>
<p>Fernsehen, Sat1, gestern, 20.15 &#8211; startete die neue Serie „Die Superlehrer“, die sich als Teil des neuen p&#228;dagogischen Montagabend-Programms versteht. Praktische Lebenshilfe f&#252;r gestrandete Jugendliche soll angeboten werden. „Ich will kein Hartz-IV-Empf&#228;nger werden“ &#8211; das ist Marvins erkl&#228;rtes Ziel und sein Ansporn, doch noch einen Hauptschulabschluss zu machen. Genau wie 15 andere Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren nimmt auch er am <a title="Sat 1 Die Superlehrer" href="http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/superlehrer/schueler/" target="_blank">Sat.1-Dokutainment-Projekt</a> teil. Vier Lehrer und eine Sozialp&#228;dagogin wollen die Jugendlichen in nur 14 Wochen an ihr Ziel bringen: den wertlosen Hauptschulabschluss und damit auch eine gr&#246;&#223;ere Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden.</p>
<p>Um was geht’s eigentlich? <a title="Bildungswirt beim Freitag: Die Superlehrer eine Randnotiz" href="http://www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/die-superlehrer--eine-randnotiz" target="_blank">Weiter hier&#8230;</a></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1180" title="Regeln_fuer_die_Superlehrer_Sat1" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/06/Regeln_fuer_die_Superlehrer_Sat1.JPG" alt="Regeln_fuer_die_Superlehrer_Sat1" width="439" height="435" /></p>
<h4><a title="Die Superlehrer Sat1" href="http://www.sevenonemedia.de/imperia/md/content/content/TopThemen/Sender/Sat1/Downloads/S1_Folder_Superlehrer.pdf" target="_blank">Aus der Vorstellung des Projekts</a> (pdf).</h4>
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		<title>Negative Aspekte von Computerspielen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 08:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Bevc</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 1: Machen Computerspiele s&#252;chtig? Einer der Einw&#228;nde gegen Computerspiele, der m. E. sehr schwer wiegt, ist wohl ihr Suchtpotential. Dieses Suchtpotential haben aufgrund der sozialen Komponente vor allem die MMORPGs, in geringerem Ma&#223;e aber auch Einzelspielerspielen. Ob die Computerspielsucht tats&#228;chlich als Sucht im medizinischen Sinne gelten kann, dar&#252;ber streiten Experten. Der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil 1: Machen Computerspiele s&#252;chtig?</strong></p>
<p>Einer der Einw&#228;nde gegen Computerspiele, der m. E. sehr schwer wiegt, ist wohl ihr Suchtpotential. Dieses Suchtpotential haben aufgrund der sozialen Komponente vor allem die MMORPGs, in geringerem Ma&#223;e aber auch Einzelspielerspielen. Ob die Computerspielsucht tats&#228;chlich als Sucht im medizinischen Sinne gelten kann, dar&#252;ber streiten <a href="http://pressetext.de/news/070627036/computerspiele-sucht-als-psychische-erkrankung/">Experten</a>.</p>
<p>Der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann ist der Auffassung, dass Computerspieler s&#252;chtig werden k&#246;nnen und nennt daf&#252;r in seinem mit Gerald H&#252;ther geschriebenen Buch „<a href="http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Computers%FCchtig">Computers&#252;chtig</a>“  eine Reihe von Gr&#252;nden: die M&#246;glichkeit Anerkennung zu finden, Kontakt zu Gleichgesinnten zu haben oder aber Abenteuer zu erleben, wird als derma&#223;en attraktiv empfunden, dass das Spielen zur Sucht werden kann. Denn Computerspiele seien Bed&#252;rfnisbefriedigungsmaschinen.</p>
<p>In einem <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7746471.stm">Beitrag </a>der BBC wird hingegen das Argument stark gemacht, dass viele der Spieler, die zu viel spielen, nicht als S&#252;chtige zu bezeichnen sind, sondern als „compulsive Players“, also als Gewohnheitsspieler bzw. als zwanghafte Spieler.  Solche Spieler ben&#246;tigten eine andere Therapie als f&#252;r S&#252;chtige. Dennoch, darin sind sich die Experten einig, geht eine nicht zu untersch&#228;tzende Anziehungskraft von Computerspielen aus, die gerade Jungen gef&#228;hrdet.<br />
Spricht man mit Lehrern (das ist nun nicht repr&#228;sentativ!) h&#246;rt man oft die Klage, dass die Sch&#252;ler (nota bene: die m&#228;nnlichen Sch&#252;ler) eigentlich nur noch ein Thema haben: Computerspiele. Und, dass sie den Eindruck haben, dass viele ihrer Sch&#252;ler nur noch Computerspiele spielen in ihrer Freizeit.<br />
Lassen wir einmal die Zahlen sprechen: laut <a href="http://www.bildungswirt.de//www.mpfs.de/index.php?id=129">JIM Studie 2008</a> liegt die durchschnittliche t&#228;gliche Spielzeit am Computer bei den Jungen wochentags bei 91 Minuten und am Wochenende bei 2 Stunden. Dazu kommt die Zeit, die diese Spieler verwenden, um entsprechende Zeitschriften zu lesen, einschl&#228;gige Internetseiten zu besuchen und eventuell selbst tatkr&#228;ftig in Foren und Wikis aktiv zu sein. Also in der Tat ein zeitintensives Hobby.</p>
<p>Selbst wenn Computerspiele also nicht s&#252;chtig machen, rauben sie – so die Kritiker &#8211; also viel Zeit, die auf andere Weise vielleicht sinnvoller zu nutzen w&#228;re: Schulaufgaben machen, Musizieren, Sport treiben etc. (dieses Argument wird vor allem von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer">Prof. Pfeiffer</a> angef&#252;hrt). Aber wer bestimmt eigentlich, was sinnvoll(er) ist?</p>
<p>Die entscheidende Frage ist daher m.E.: <strong><br />
Was macht das reale Leben so unattraktiv, dass man sich derart intensiv ins Virtuelle st&#252;rzen muss?</strong> Vielleicht kommt man der Antwort auch auf die Spur, indem man andersherum fragt: Was macht Computerspiele so attraktiv? Der Versuch, darauf Antworten zu geben, folgt in Teil 3. Das n&#228;chste Mal geht es erst einmal um einige weitere negative Aspekte von Computerspielen.</p>
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		<title>Positive Aspekte von Computerspielen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 09:10:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Bevc</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 2 der Artikelserie &#8220;Computerspiele&#8221;: Um den negativen Schlagzeilen, die die Berichterstattung &#252;ber die Wirkung von Computerspielen dominieren, etwas entgegenzusetzen, werde ich heute &#252;ber die positiven Aspekte schreiben, die die Nutzung von Computerspielen zeitigen k&#246;nnen. Zun&#228;chst einmal sind folgende Punkte zentral f&#252;r die positive Bewertung von Computerspielen: Sie machen Spa&#223;, und zwar sowohl M&#228;dchen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil 2 der Artikelserie &#8220;Computerspiele&#8221;:</strong><br />
Um den negativen Schlagzeilen, die die Berichterstattung &#252;ber die Wirkung von Computerspielen dominieren, etwas entgegenzusetzen, werde ich heute &#252;ber die positiven Aspekte schreiben, die die Nutzung von Computerspielen zeitigen k&#246;nnen.</p>
<p>Zun&#228;chst einmal sind folgende Punkte zentral f&#252;r die positive Bewertung von Computerspielen:<br />
<strong>Sie machen Spa&#223;, und zwar sowohl M&#228;dchen als auch Jungen, und sie sind in allen Bildungsschichten beliebt</strong>. Hierbei ist zu bemerken, dass es zwischen den Geschlechtern Unterschiede in den bevorzugt gespielten Genres gibt (Details hierzu wieder die Kim und Jim-Studien). Der Spa&#223; eine intrinsische Motivation zur Folge, sich mit diesem Medium auseinanderzusetzen – d. h. alle weiteren positiven Aspekte werden daher freiwillig und frohgemut aufgenommen.</p>
<p>Die freiwillige Auseinandersetzung mit den Strukturen und Inhalten von Computerspielen (wohlgemerkt: bei reinen Unterhaltungsspielen!) k&#246;nnen also durchaus positive „Nebenwirkungen“ haben, wie in der Forschung immer wieder hervorgehoben wird. Dazu muss man nicht in die angels&#228;chsischen L&#228;nder gehen (z.B. James Paul Gee, um einmal den bekanntesten zu nennen. Ein exemplarischer Text von ihm: <a href="http://www.academiccolab.org/resources/documents/Good_Learning.pdf">„Good Video Games and Good Learning“</a>. Auch hierzulande gibt es durchaus einige Vertreter, die aus (medien-)p&#228;dagogischer Perspektive den Computerspielen Positives abgewinnen k&#246;nnen. Mit einer Forschergruppe des <a href="http://www.jff.de">JFF</a> kann man feststellen, dass Computerspiele durchaus kompetenzf&#246;rderliche Potentiale haben (<a href="http://www.jff.de/dateien/Kurzfassung_computerspiele.pdf">Kurzfassung</a>, <a href="http://www.abwf.de/content/main/publik/report/2005/report-92b.pdf">Langfassung</a>). So werden dort zum Beispiel Adaptivit&#228;t, Motivationsf&#246;rderung und die M&#246;glichkeit des Probehandelns positiv hervorgehoben. Johannes Fromme von der Universit&#228;t Magdeburg betont zun&#228;chst, dass f&#252;r Computerspiele dasselbe gilt wie f&#252;r andere Medien: Im Umgang mit ihnen (also in der Mediensozialisation) erwerben die Spieler auf die Medien selbst bezogene Kompetenzen. Insofern, so Fromme und Biermann in ihrem Aufsatz „Identit&#228;tsbildung und politische Sozialisation“ (<a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867640510&amp;WKorbUID=774420&amp;TITZIF=2126&amp;be=&amp;uBe=">in Druck</a>), erwirbt man durch das Spielen von Computerspielen „computer literacy“ (wobei, wie die Autoren anmerken, es noch diskussionsw&#252;rdig ist, ob man hier von einer allgemeinen Computer-Literarit&#228;t sprechen kann, oder nur von einer „Computerspiel-Literarit&#228;t“). Diese lasse sich von der durch die Printmedien gepr&#228;gten Literarit&#228;t dadurch unterscheiden, dass sie eher „visuell-r&#228;umlich“ als „verbal-symbolisch“ gepr&#228;gt sei. Dem m&#246;chte ich nur hinzuf&#252;gen, dass sie vor allem auch noch „visuell-symbolisch“ gepr&#228;gt ist, wie auch schon die anderen visuellen Medien wie TV und Film. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine triviale Literarit&#228;t, sondern um eine, die in der heutigen Welt – in der nun mal vorrangig visuell kommuniziert wird – durchaus entscheidend.</p>
<p>Wenn man gro&#223;z&#252;gig sein m&#246;chte, dann kann man also sagen, dass die „computer literacy“, die durch Computerspiele gef&#246;rdert wird, durchaus als Medienkompetenz firmieren kann. Denn – selbst wenn man die „computer literacy“ nur als Computerspiel-Literarit&#228;t“ auffasst – die Spieler tummeln sich heutzutage in einem Kosmos, der alle Medien umfasst, vielleicht abgesehen von den ganz traditionellen Printmedien. Sie lesen Foren, Wikis und Blogs, sind mitunter aktiv daran beteiligt, schauen sich Videos auf YouTube an oder ver&#246;ffentlichen gar selbst welche , verfassen/lesen „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Walkthrough">Walkthroughs</a>“, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cheat">„Cheats“</a> und Tipps – kurz, um die meisten Spiele finden sich im Internet ganze Universen an „Sekund&#228;rliteratur/-filmen“ die voraussetzen, dass man alle M&#246;glichkeiten von Computer und Internet ausnutzt.</p>
<p>Hier l&#228;sst sich gleich der n&#228;chste Punkt ankn&#252;pfen: viele der Seiten sind auf Englisch. Nun will ich nicht behaupten, dass Computerspieler durch das Spielen ihrer Spiele und den Besuch der damit zusammenh&#228;ngenden Internetseiten lupenreines Schulenglisch lernen, doch immerhin so viel, um sich zu informieren und manchmal auch genug, um zu kommunizieren. Immerhin ist es in den meisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massively_Multiplayer_Online_Role-Playing_Game">MMORPGs</a> wie <a href="http://www.wow-europe.com/de/index.xml">„World of Warcraft“</a> oder <a href="http://www.eveonline.com/">„Eve-Online“</a> unumg&#228;nglich mit anderen Spielern sich abzusprechen. Zugegeben, es gibt bei vielen MMORPGs auch deutschsprachige Server, doch gibt es auch rein englischsprachige.</p>
<p>Die Bereitschaft, sich mit englischsprachigen Spielen auseinanderzusetzen, h&#228;ngt sicherlich auch vom je schon vorhandenen Schulenglisch ab und von der Motivation des jeweiligen Individuums … wissenschaftliche Untersuchungen kenne ich hierzu leider keine – es w&#228;re gut, wenn das mal einer unter die Lupe nehmen w&#252;rde.</p>
<p>Hier zeigt sich aber m. E. sehr sch&#246;n, dass ein hinreichendes Ma&#223; an intrinsischem Interesse erstaunliche Lernbereitschaft zu Tage f&#246;rdern kann.</p>
<p>Aber auch in anderen Spielen, wie z.B. dem Browserspiel <a href="http://www.powerofpolitics.com">„Power of Politics“</a> wird jedem ernsthaft interessierten Spieler schnell klar, dass er Erfolge und einen Aufstieg in der parteiinternen Hierarchie nur erreichen kann, wenn er sich sinnvoll und mit guten Argumenten im Forum pr&#228;sentiert. Analphabeten mit primitiven Rumgeprole werden dort – wenn nicht gemobbt, so doch mit Verachtung gestraft. Neue Spieler erkennen das relativ schnell und bem&#252;hen sich daraufhin, gut strukturiert und nachvollziehbar zu argumentieren. Freiwillig! Selbst auf die Rechtschreibung wird auf einmal geachtet. Hier hilft es zu wissen, dass man seinen Forumsbeitrag erst in Word schreiben und mit der Rechtschreibhilfe korrigieren lassen kann, um ihn dann mit Copy &amp; Paste ins Forum zu stellen! Gerade auch f&#252;r englische Beitr&#228;ge liefert Word geradezu umwerfende Ergebnisse … und wenn man es oft genug getan hat, wird man merken, dass man als halbwegs aufmerksamer Verfolger der Word-Korrekturen, die Wordhilfe immer weniger ben&#246;tigt. Sp&#228;testens hier ergibt sich eine Schnittmenge von „Computerspiel-“ und „Computer-Literarit&#228;t“.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus loben Fromme/Biermann Spiele wie Civilization f&#252;r ihre ungeheure Komplexit&#228;t hinsichtlich des politischen Handelns, das in diesen Spielen dann auch je nach Art und Weise des Handelns unterschiedlichen Konsequenzen nach sich ziehe. Dies k&#246;nne sowohl zu einem verst&#228;rkten Interesse an Politik f&#252;hren und als auch das Verst&#228;ndnis f&#252;r ihre Komplexit&#228;t wecken. Vor allem heben die Autoren mit Gee hervor, dass Computerspiele systemisches Denken und die Ber&#252;cksichtigung von Wechselwirkungen verschiedener Teilbereiche von den Spielern verlangen und dieses Denken bei den Spielern f&#246;rdern.</p>
<p>Gee betont, dass dieses Denken von nahezu allen Computerspielen gefordert wird unabh&#228;ngig von den spezifischen Inhalten.</p>
<p>Insofern kann man bis hierher zusammenfassend festhalten, dass die positiven Eigenschaften von Computerspielen in einem Kompetenzerwerb jenseits spezifischer Inhalte liegen (also kein positives Wissen produzieren). Sie f&#246;rdern Techniken der Kommunikation, des Sozialverhaltens und Denkweisen, die in der heutigen Gesellschaft unabdingbar sind.</p>
<p>Allerdings, um die positiven Seiten nicht &#252;berzustrapazieren: Oft gibt es in den angef&#252;hrten Foren, Wikis und Chats nat&#252;rlich auch sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flame">Flame Wars</a>, die deutlich zeigen, dass es mit dem Sozialverhalten oft genug nicht weit her ist. Dass es mit der Rechtschreibung und Grammatik oft nicht wirklich klappt, zeigt sich auch deutlich in vielen der Seiten mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/User_Generated_Content">„User-Generated Content“</a>. Insofern denke ich, dass die intrinsische Motivation, die ja gerade anfangs dieses Artikels betont wurde, durchaus von der Unterweisung einer Lehrkraft profitieren kann. Au&#223;erdem, zu guter letzt: Eine Studie &#252;ber das <a href="http://www.jff.de/dateien/Kurzzusammenfassung_medienhandeln_in_haupschulmilieus.pdf">„Medienhandeln in Hauptschulmilieus“</a> hat in Bezug auf Computerspiele deutlich gezeigt, dass viele Hauptsch&#252;ler mit den komplexen Zusammenh&#228;ngen in vielen Computerspielen deutlich &#252;berfordert sind. Dies f&#252;hrt jedoch, so die Studie, nicht unbedingt zu einem Spielabbruch, sondern zu individuellen Umgangsweisen mit dem jeweiligen Spiel. Meist besteht diese individuelle Umgangsweise in drastischer Komplexit&#228;tsreduzierung. Insofern scheint eine gewisse Skepsis angebracht, was die oben beschriebenen positiven Eigenschaften von Computerspielen, auf die Gesamtheit aller Spieler bezogen, angeht.</p>
<p><strong>Dazu mehr in Teil 3!</strong></p>
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		<title>Textanalyse &#8211; notwendiges Handwerkszeug f&#252;r intelligentes Leben</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 19:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sobald wir sprechen oder schreiben, produzieren wir Texte. Wie versuchen uns zu verst&#228;ndigen; wir wollen mit Worten, S&#228;tzen und Lauten in der Regel Sinn entfallen. T&#228;glich nutzen wir Texte &#8211; in der Schule, im Beruf, in der Freizeit, in der &#214;ffentlichkeit. Das lateinische Wort textus bedeutet Gewebe, Geflecht. Wir texten oder &#8220;weben&#8221;, stellen Verkn&#252;fungen her, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sobald wir sprechen oder schreiben, produzieren wir Texte. Wie versuchen uns zu verst&#228;ndigen; wir wollen mit Worten, S&#228;tzen und Lauten in der Regel <strong><em>Sinn</em></strong> entfallen. <strong>T&#228;glich nutzen wir Texte &#8211; in der Schule, im Beruf, in der Freizeit, in der &#214;ffentlichkeit. </strong>Das lateinische Wort <em>textus </em>bedeutet <em>Gewebe, Geflecht</em>. Wir texten oder &#8220;weben&#8221;, stellen Verkn&#252;fungen her, kombinieren, gehen einer Sache auf den Grund, erforschen Ursache und Wirkung, stellen Funktionszusammenh&#228;nge her etc.</p>
<p><strong>Die Textanalyse soll kl&#228;ren, was der Text beansprucht, bezweckt oder beim Leser bewirken will (Inhaltsanalyse) und wie diese Inhalte/Gedanken sprachlich gestaltet sind (Sprachana­lyse).</strong><br />
Inhalt und Sprachform k&#246;nnen analytisch getrennt werden; tats&#228;chlich handelt es sich aber um eine festgef&#252;gte Einheit: Durch eine bestimmte Sprachform (u. a. Wahl der Textsorte, des Sprachstils) erh&#228;lt der Inhalt seinen Ausdruck. Ausgangspunkt f&#252;r eine Textanalyse kann sowohl der &#8220;Inhalt&#8221; als auch die verwendete &#8220;sprachliche Gestaltung&#8221; sein.<img class="aligncenter size-full wp-image-940" title="Textanalyse Sachanalayse Sprachanalyse" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/03/text-inhalts-sachanalyse.png" alt="Textanalyse Sachanalayse Sprachanalyse" width="334" height="200" /><span style="color: #0000ff;"><strong>Inhaltsanalyse</strong></span></p>
<p>Grunds&#228;tzliche Gesichtspunkte sind:</p>
<ul>
<li> <strong>Welche Ziele und Absichten lassen sich aus dem Textinhalt und dem Textaufbau erkennen?</strong></li>
<li><strong> Welche Wirkungen sollen beim Leser erreicht werden?</strong></li>
<li><strong> Welche Wirkungen werden wahrscheinlich tats&#228;chlich erzielt?</strong></li>
</ul>
<p>Im Einzelnen kann genauer gefragt werden nach:</p>
<ol>
<li> Welche Bedeutung hat die &#220;berschrift? Welche Erwartungen sollen geweckt werden?</li>
<li> Passen Textinhalt und Textsorte zueinander? Welche Beziehung oder Diskrepanz kann fest­gestellt werden?</li>
<li> In welcher Absicht werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt? Wie ist die Informationswahl gestaltet? Werden die Absichten und Hintergr&#252;nde einer bestimmten Auswahl vom Autor explizit genannt oder bleiben diese verschleiert? Wo ist der Text ausf&#252;hrlich oder knapp, konkret oder abstrakt, genau oder vage gehalten?</li>
<li> Ist die Darstellung der Sachverhalte oder der Sachlage korrekt? Liegt eine bewusste Irre­f&#252;hrung des Lesers vor?</li>
<li> Liegt eine klare Textgliederung vor? Welche Wirkung soll durch eine bestimmte Anord­nung des Textes erreicht werden?</li>
<li> Ist der Text sachlogisch weitgehend einwandfrei? Z. B. der Zusammenhang von These &#8211; Begr&#252;ndung, angef&#252;hrte Argumente &#8211; Schlussfolgerung. Sind die angef&#252;hrten &#8220;Begr&#252;ndungen&#8221; auch tats&#228;chlich nachvollziehbare &#8220;Gr&#252;nde&#8221;?</li>
<li> Welche Rolle spielen Vergleiche, Beispiele, Bezug und Verweis auf &#8220;Autorit&#228;ten&#8221;?</li>
<li> Ist der Text zielgruppenbezogen formuliert?</li>
<li> Gibt es einen Unterschied zwischen Autorenintention und Textintention? Nicht immer stimmt das, was der Autor sagen wollte, mit dem &#252;berein, was er tats&#228;chlich gesagt hat.</li>
</ol>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>Sprachanalyse </strong></span></p>
<p>Grunds&#228;tzliche Gesichtspunkte sind:</p>
<ul>
<li> <strong>Welche Textsorte liegt vor? Welches &#8220;Sprachmaterial&#8221; wird verwendet um die Inhalte, Gedanken und Absichten umzusetzen?</strong></li>
<li><strong> Welche Wirkung soll durch eine bestimmte sprachliche Gestaltung erreicht werden? Welche sprachlich-rhetorischen Mittel sind erkennbar?</strong></li>
</ul>
<p>Im Einzelnen kann gefragt werden nach:</p>
<ol>
<li> Welcher Kommunikationszusammenhang, welcher Kontext liegt vor? Dasselbe Wort kann in verschiedenen Kontexten sehr Unterschiedliches bedeuten. Immer sind die Textteile und die sprachlichen Mittel auf das Textganze zu beziehen.</li>
<li> Welche Sprache wird verwendet: Fachsprache &#8211; Gruppensprache &#8211; Sondersprache? Um­gangssprache &#8211; Standardsprache (Hochdeutsch)? Amtsdeutsch? Werbesprache?</li>
<li>Lassen sich Stilbr&#252;che erkennen? Wortschatz, Wortwahl, Modew&#246;rter, Fremdw&#246;rter, Wort­neusch&#246;pfungen? Leerformeln, Phrasen, &#8220;Plastikw&#246;rter&#8221;?</li>
<li>Welche Absicht ist mit einem bestimmten Sprachstil verbunden? Welche Bedeutung haben zentrale Begriffe, Definitionen, rhetorische Mittel?</li>
<li> Welche rhetorischen Mittel werden eingesetzt, z. B. Metapher, Vergleich, &#220;bertreibung, Umschreibung, Besch&#246;nigung, Appell, Anspielung, Steigerung, Gegensatz, Nachdruck, Beispiel, Zitat, Wortspiel, Ausruf, Scheinwiderspruch, Scheinfrage, &#8230;</li>
<li> Welche Satzarten &#8211; Aussagesatz, Fragesatz, Befehlssatz &#8211; werden verwendet? Kurze/ lange S&#228;tze? Haupt-/Glieds&#228;tze, verschachtelte S&#228;tze?</li>
<li> Welcher Satzbau liegt vor? Abweichungen von der Norm? Verwendung von Indikativ, Kon­junktiv und Imperativ?</li>
<li> Liegt eine monologische oder dialogische Sprechweise vor? Wie ist der Leserbezug gestal­tet? Welche Funktion haben das &#8220;ich&#8221;, das &#8220;du&#8221;, das gemeinsame &#8220;wir&#8221; oder das unpers&#246;nliche &#8220;man&#8221; und &#8220;es&#8221;?</li>
</ol>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>S</strong><strong>chematischer Aufbau einer Textanalyse</strong></span></p>
<ul>
<li> Nennung von Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr, Bezugsrahmen der Untersuchung</li>
<li> Kurze Zusammenfassung des Inhalts, zentrale Aussagen</li>
<li> Erste Einsch&#228;tzung der Textintention, der zentralen Absicht des Textes</li>
<li> Analyse einzelner Textteile und Bezug auf das Textganze hinsichtlich Inhalt und verwendeter Sprache</li>
<li> Auswertung der Analyse &#8211; Bewertung der Ergebnisse</li>
<li> ggf. Darlegung des eigenen Bewertungsma&#223;stabes</li>
<li> ggf. L&#246;sungsvorschl&#228;ge, Alternativen</li>
</ul>
<p>aus:<a title="Miller Texte formulieren lernen" href="http://www.amazon.de/Texte-formulieren-lernen-Michael-Miller/dp/3441037715"> Michael Miller, Texte formulieren lernen</a></p>
<p>WICHTIG:<strong> Die Textanalyse bereitet meist eine tiefergehende Textinterpretation vor. Oft genug flie&#223;en beide im praktischen Vollzug ineinander.</strong></p>
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		<title>Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 16:17:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[An vielen Schulen und in zahlreichen Abschlusspr&#252;fungen – vor allem im Fach Englisch, zum Teil auch in Franz&#246;sisch und Spanisch – wird eine alte, sehr sinnvolle Aufgabenform neu entdeckt: die Sprachmittlung. Sinn einer Sprachmittlung ist es, jemandem wesentliche Aspekte aus einem gesprochenen oder geschriebenen Text zu vermitteln, dessen Sprache er nicht versteht; d.h., den wesentlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An vielen Schulen und in zahlreichen Abschlusspr&#252;fungen</strong> – vor allem im Fach Englisch, zum Teil auch in Franz&#246;sisch und Spanisch – wird eine alte, sehr sinnvolle Aufgabenform neu entdeckt: die Sprachmittlung. Sinn einer Sprachmittlung ist es, jemandem wesentliche Aspekte aus einem gesprochenen oder geschriebenen Text zu vermitteln, dessen Sprache er nicht versteht; d.h., den wesentlichen Inhalt, das Wichtige oder f&#252;r den anderen Interessante aus einem deutschen Text sinngem&#228;&#223; – also in der Regel nicht w&#246;rtlich &#252;bersetzt – in Englisch wiederzugeben. Oder auch umgekehrt: Wesentliches aus einem englischen Text sinngem&#228;&#223; auf Deutsch zusammenzufassen.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/lZNr3ISdFTs&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lZNr3ISdFTs&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object></p>
<p><strong>Konkretes Beispiel gef&#228;llig?</strong></p>
<p>Welchen konkreten Anwendungsbezug Sprachmittlung haben kann, soll im Folgenden eine Sprachmittlungsaufgabe verdeutlichen, die sich auf den Zornausbruch des damaligen Trainers von Bayern M&#252;nchen, <strong>Giovanni Trapattoni</strong>, auf der ber&#252;hmten Pressekonferenz am 10. M&#228;rz 1998 bezieht. Auch hier gilt es aus einer – allerdings nicht eindeutig zu bestimmbaren – Fremdsprache in sinnvolles Deutsch zu vermitteln:</p>
<p><strong>Aufgabe: Fassen Sie zusammen, was Trapattoni sagt und was er eigentlich meint.</strong></p>
<p>Giovanni Trapattonis Rede:<br />
&#8220;Sind Sie bereit?<br />
Stellen mir die Fragen, wenn h&#246;ren o verstehen schlecht meine W&#246;rter, bitte. Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Zeitung, aber ich habe geh&#246;rt viele Situationen.</p>
<p>Erstens. Wir haben nicht offensiv gespielt. Es gibt keine deutsche Mannschaft spiel offensiv und die Name offensiv wie Bayern. Letzte Spiel hatten wir in Platz drei Spitzen: Elber, Jancka und dann Zickler. Wir mussen nicht vergessen Zickler. Zickler ist eine Spitzen mehr, Mehmet e mehr Basler. Ist klar diese W&#246;rter, ist m&#246;glich verstehen, was ich hab&#8217; gesagt? Dann. Offensiv, offensiv ist wie machen in Platz.</p>
<p>Zweite. Ich habe erkl&#228;rt mit diese zwei Spieler: Nach Dortmund brauche vielleicht Halbzeit Pause. Ich habe auch andere Mannschaft gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe gesehen auch zwei Tage de Training.</p>
<p>Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sei &#8230; sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer! (&#8230;)&#8221; (<em>ohne Gew&#228;hr</em>)<br />
(<em>Den Rest bitte selbst raush&#246;ren und sprachmitteln &#8230; viel Spa&#223;</em>)</p>
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		<title>Alles neu im Abitur!</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 12:31:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich bin die Abrissbirne f&#252;r die deutsche Seele&#8221; - alles gl&#228;nzt so sch&#246;n neu; passt sicher auch auf die &#8220;verstaubte&#8221; p&#228;dagogische Luft, meint nicht nur Peter Fox. Zuerst aber einige Lockerungs&#252;bungen f&#252;r aufgeschlossene Ministerialr&#228;te,  Schulaufsichtsbeamte und Fachkommissionen zur Vorbereitung der Pr&#252;fungsaufgaben f&#252;r das Abitur 2010! Video 1: Peter Fox, Alles neu with Lyrics Video 2: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Ich bin die Abrissbirne f&#252;r die deutsche Seele&#8221;</strong> <strong>- alles gl&#228;nzt so sch&#246;n neu</strong>; passt sicher auch auf die &#8220;verstaubte&#8221; p&#228;dagogische Luft, meint nicht nur Peter Fox.<br />
Zuerst aber einige Lockerungs&#252;bungen f&#252;r aufgeschlossene Ministerialr&#228;te,  Schulaufsichtsbeamte und Fachkommissionen zur Vorbereitung der Pr&#252;fungsaufgaben f&#252;r das Abitur 2010!</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Video 1: Peter Fox, Alles neu with Lyrics</span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/4Vr0hYdqFBk&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/4Vr0hYdqFBk&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object></p>
<p><span style="color: #0000ff;">Video 2: Peter Fox, Stadtaffe</span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/aX8Owa9WAwE&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/aX8Owa9WAwE&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object></p>
<h3><strong>Aufgaben<br />
1. Schau und genie&#223;e! Etwas klickt immer im Kopf und in den Beinen.</strong></h3>
<p>2. Analysiere die beiden Videos hinsichtlich verwendeter Sprache, musikalischer Qualit&#228;t und filmisch-&#228;sthetischer Pr&#228;sentation. Schreibe einen Kommentar f&#252;r den Blog.</p>
<p>3. Produziere ein eigenes Video zu Schule, lernen, Lernf&#246;rderung und Lernbehinderung.</p>
<p>4. Hast du &#252;berhaupt zu gar nichts Lust, bleib&#8217; im Bett, schlaf&#8217; weiter und nerve nicht deine Mitmenschen.</p>
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		<title>Abitur 2009 &#8211; 2011 in Deutschland (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 12:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abitur]]></category>
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		<description><![CDATA[In Abitur in Deutschland (1) formulierte ich einleitend am 26. Oktober 2008: Von einem der auszog, professionelle Suchmaschinen bediente, Abiture (Abiturkonzeptionen, Abituraufgaben und Abiturl&#246;sungen) suchte, Vergleiche anstellte und 2008 das F&#252;rchten lernte. Nehmen wir an, dass ein junger unerschrockener Abiturient ins Netz tief eindringt und sich richtig schlau machen will. Sein Ziel: angemessene Abiturvorbereitung, bundesweite [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/35VWKwis9xA&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/35VWKwis9xA&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object></p>
<p>In <a title="Abitur in Deutschland (1)" href="http://www.bildungswirt.de/2008/10/26/360">Abitur in Deutschland (1)</a> formulierte ich einleitend am 26. Oktober 2008:<em> <strong>Von einem der auszog, professionelle Suchmaschinen bediente, Abiture (Abiturkonzeptionen, Abituraufgaben und Abiturl&#246;sungen) suchte, Vergleiche anstellte und 2008 das F&#252;rchten lernte.</strong><br />
Nehmen wir an, dass ein junger unerschrockener Abiturient ins Netz tief eindringt und sich richtig schlau machen will. Sein Ziel: angemessene Abiturvorbereitung, bundesweite Transparenz und &#220;berblick zu den gestellten Erwartungen. Was ist sein Ergebnis? Welcher Service wird ihm geboten? Was ist los in der Bildungsrepublik Deutschland?</em><br />
Die ministerial geschaffene Un&#252;bersichtlichkeit und die sehr unterscheidlich ausgepr&#228;gte Regelungswut (oder Sehnsucht) erschweren den Durchblick. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Was hat sich 2009 ge&#228;ndert und wie sieht der Ausblick<strong> &#8220;Abitur 2011&#8243; </strong>aus?</p>
<p>Von M&#252;nchen bis Flensburg und Berlin wird das hohe Lied auf Bildungsstandards, Kompetenzorientierung und selbstgesteuertes Lernen  gesungen; korrespondierend setzen die bildungspolitisch Verantwortlichen auf die gepriesene &#8216; Selbstverantwortliche Schule&#8217;,  auf das Engagement der Schulgemeinde &#8211; Sch&#252;ler, Lehrer, Eltern. Das Abitur &#8211; inzwischen in 15 Bundesl&#228;ndern zentral gestellt &#8211; gilt immer noch als Aush&#228;ngeschild, als Gipfel des deutschen Schulwesens. Gerade deshalb bedarf es dringender Korrekturen beim Zentralabitur, wenn man auf der H&#246;he der p&#228;dagogisch-didaktischen Diskussion sein will.<br />
Machen wir uns das am <strong>Schl&#252;ssel</strong>-<strong>Fach Deutsch</strong> n&#228;her klar, schauen wir uns etwas in Hessen, NRW und Niedersachsen 2008 bis 2011 um.<br />
Die verordneten Pflichtlekt&#252;ren, Willk&#252;rlisten der Vor-Vorgestrigen, die f&#252;r neue Lehrer von Altlehrern und deren Altlehrern gemacht wurden, lassen f&#252;r subjektive Pr&#228;ferenzen der Lernenden kaum eine Option offen. In Hessen z.B. schrieb das Kultusministerium f&#252;r das Landesabitur 2007 und 2008 (Unterricht der gymnasialen Oberstufe) folgende Lekt&#252;re zwingend vor: Lyrik der Klassik und Romantik; Schiller: Don Carlos; Hoffmann: Der Sandmann; B&#252;chner: Woyzeck und Briefe; Fontane: Effi Briest, Kafka: Kurze Prosa; Gedichte des Expressionismus; D&#252;rrenmatt: Die Physiker; Schiller: &#220;ber die &#228;sthetische Erziehung des Menschen (nur im Leistungskurs); Kafka: Die Verwandlung (nur im Leistungskurs); Frisch: Homo faber (nur Leistungskurs). Zus&#228;tzlich wird f&#252;r die im »Abschlussprofil des Leistungskurses geforderte gr&#246;&#223;ere literarische Belesenheit« erwartet: Brecht: Leben des Galilei; Eichendorff: Das Marmorbild; Th. Mann: Buddenbrooks. Nach zahlreichen Protesten von Lehrern und Eltern wird D&#252;rrenmatt: Die Physiker und Eichendorff: Das Marmorbild wieder gestrichen und gleichzeitig das Abschlussprofil des verbindlichen Unterrichtsinhalts »Reflexion &#252;ber Sprache« gesetzt. Dazu geh&#246;rt dann unter anderem – »Das Zusammenwirken von psychischen, sprachlichen, &#228;sthetischen, situativen und normativen Faktoren beim Austausch von Sachverhalten und Informationen erkennen und analysieren, Formen sprachlicher Beeinflussung und manipulativen Sprachgebrauchs erkennen«, aber auch »schriftlich orthographisch und grammatikalisch normgerecht formulieren«.</p>
<p>Sch&#252;ler und Lehrer geraten unter unn&#246;tigen Dauerstress durch diese reglementierenden Erlasse. Das Leseprogramm wird im Stakkato durchgenommen und in die sogenannte Freizeit der Sch&#252;ler abgedr&#228;ngt. Von Lehrerseite hei&#223;t es dann: »Im Unterricht haben wir dazu nur begrenzt Zeit, wir Lehrer k&#246;nnen nichts daf&#252;r, das wird vom Ministerium vorgegeben« – Paradebeispiele f&#252;r Motivationskiller durch abstrakte Autorit&#228;ten. Versch&#228;rfend kommt noch hinzu:</p>
<p>Literatur nach 1960? Fehlanzeige! 50 Jahre literarische Blackbox: junge deutsche und internationale Autoren sind de facto in der Schule exkommuniziert.<strong> F&#252;r 2009 und 2010 </strong>muss es dann eine neue ministerielle Willk&#252;rliste geben, da fast alles in den Schulen und spezifischen Internetseiten schon durchgekaut wurde und die g&#228;hnende Langeweile kaum zu unterdr&#252;cken sein wird. Im alten Schema verstrickt, w&#252;rde das dann beispielsweise bedeuten, dass man Fontanes Effi Briest eben durch Irrungen, Wirrungen ersetzt und Schillers Don Carlos durch Die R&#228;uber etc.pp.<br />
In der Tat, es ist f&#252;r jedermann im Internet nachzulesen: F&#252;r das Landesabitur 2009 gelten neu: Lyrik der Klassik gestrichen; Gedichte des Expressionismus durch Lyrik des Expressionismus ersetzt; statt Schillers Don Carlos nicht, wie ich vermutete, Die R&#228;uber, sondern Maria Stuart; statt Fontanes Effi Briest nun Irrungen und Wirrungen; D&#252;rrenmatts: Die Physiker ersatzlos gestrichen; ebenso Frischs: Homo faber und Schillers: &#220;ber die &#228;sthetische Erziehung des Menschen. Der gro&#223;e Rest von 2007 bleibt weiter verpflichtend vorgeschrieben. Wer soll diese Willk&#252;r begreifen? Warum verschwindet die hochgesch&#228;tzte »Effi« jetzt in der Mottenkiste? Noch zwei Jahre zuvor meinte man in weitblickender »abendl&#228;ndischer Tradition« diese Lekt&#252;re den Sch&#252;lern aufs Auge dr&#252;cken zu m&#252;ssen. Warum werden D&#252;rrenmatt und Frisch gleich mit erledigt? Fragen &#252;ber Fragen. Die Verantwortlichen im Ministerium schwimmen in d&#252;rren Begr&#252;ndungen, ahnen um den br&#252;chigen Grund, wollen aber <strong>an der Pflichtlekt&#252;re festhalten, komme, was da wolle. In ihrer Verzweiflung klammern sie sich an ihre beschw&#246;renden Rechts-Voodoo-S&#228;tze </strong>wie: »Verpflichtung der Lehrkraft: Jede pr&#252;fende Lehrkraft ist verpflichtet, sich gr&#252;ndlich mit dem Inhalt der fachspezifischen Lehrpl&#228;ne auseinanderzusetzen (§27 (2) VOGO/BG)« und »Grundlage sind die verpflichtend zu behandelnden Inhalte des Lehrplans«.</p>
<p>In anderen Bundesl&#228;ndern sieht es kaum besser aus: <strong>In NRW</strong> z.B. war f&#252;r das Abitur 2008 gesetzt: Lessing: Emilia Galotti; Fontane: Irrungen und Wirrungen; Gegenwartsliteratur bis 1960: Lyrik der Nachkriegszeit 1945-1960 (nur f&#252;r Grundkurs) und Bernhard Schlink: Der Vorleser. F&#252;r den Leistungskurs: Lyrik des Barock. F&#252;r das Abitur 2009 und 2010 Schiller: Don Carlos, dann mal wieder Fontane: Effi Briest; B&#252;chners Dantons Tod. Gegenwartsliteratur: Lyrik der Nachkriegszeit 1945-1960, aber Schlink: Der Vorleser wird gestrichen und daf&#252;r mal Christa Wolf: Kassandra unter Einbeziehung der Frankfurter Poetik-Vorlesungen gesetzt. F&#252;r das <strong>Abitur 2011</strong> bleibt Schillers Don Carlos, bei B&#252;chner wird zu Woyzeck gewechselt und mit Schnitzlers Traumnovelle garniert. Als &#8220;Gegenwartsliteratur&#8221; wird Wolfgang Koeppens Tauben im Gras hervorgeholt und Kassandra wieder abgesetzt. Dazu wird  progressiv &#8220;Liebesgedichte in Romantik und Gegenwart (1980-2010)&#8221; verordnet. F&#252;r den Leistungskurs wird aber auf die Liebeslyrik mit &#8220;Schwerpunkten in den Epochen Barock, Romantik (unter Einbezug von Heine) und in der zweiten H&#228;lfte des 20.Jhs.&#8221; bestanden. Welch fortgesetzte Willk&#252;r von B&#252;rokraten, Zwangsbegl&#252;ckungsprogramm f&#252;r die deutsche Jugend!</p>
<p><strong>In  Niedersachsen</strong> ticken die Uhren wiederum ganz anders. Im Abitur 2009 werden verbindlich drei thematische Schwerpunkte gesetzt: &#8220;1. Literaturkritik, 2. Natur und Transzendenz in der Romantik, 3. Soziales Drama.&#8221; Dann erfolgt eine extrem kleinschrittige Festlegung der verbindlichen Lekt&#252;re. Beim Schwerpunkt &#8220;Literaturkritik&#8221; m&#252;ssen alle &#8220;Die Besten 2004, Klagenfurter Texte&#8221; lesen, dazu werden die Seitenzahlen, z.B. S. 232-237 oder 255-258 bestimmt. Im 2. Schwerpunkt werden gar einzelne Gedichte festgelegt, z.B. Eichendorffs <a title="'W&#252;nschelrute'." href="http://www.bildungswirt.de/2009/01/21/740">&#8216;W&#252;nschelrute&#8217;.</a> F&#252;r den LK selbstverst&#228;ndlich (?) Karoline von Gr&#252;nderode und Heinrich von Kleist. Im Schwerpunkt 3: Hauptmann: Die Ratten und Horvath: Geschichten aus dem Wiener Wald. <strong>F&#252;r das Abitur 2011 sieht man das aber alles wieder anders.</strong> Die thematischen Schwerpunkte hei&#223;en dann: &#8220;1. Deutsche Sprache der Gegenwart, 2. Heinrich von Kleist, 3. Wissen und Verantwortung.&#8221; Im 3. Schwerpunkt wird als verbindliche Lekt&#252;re festgelegt: D&#252;rrenmatt: Die Physiker, Ibsen: Ein Volksfeind, Helmut Schmitt &#8211; einer seiner vielen &#8220;Zeit&#8221;-Artikel und als Kr&#246;nung<strong> J.W. Goethe: Der Zauberlehrling</strong>. Mit dem &#8220;Zauberlehrling&#8221; und dem Nicht-abstellen-K&#246;nnen der Breimaschine werden zu einem Ministerium ungeahnte paralelle Spuren erkennbar, zum Gl&#252;ck nicht interpretativ abiturrelevant. Bertolt Brecht &#8211; Lob des Lernens, Lob des Zweifels &#8211; wird abschlie&#223;end f&#252;r den Leistungskurs zur verbindlichen Lekt&#252;re erkl&#228;rt; der Grundkurs wird davon &#8220;befreit&#8221;, wer braucht da schon Brecht? &#8220;Fragen eines lesenden Arbeiters&#8221; von B.B. sollte man deshalb f&#252;r alle auf die Internetseiten des deutschen Bildungsservers stellen.</p>
<p>Tiefer nachdenken k&#246;nnten alle Bildungsinteressierten auch mal &#252;ber die obligatorische ministeriale Setzung f&#252;r das Abitur 2009: »&#220;ber das Verh&#228;ltnis von Sprechen, Denken und Wirklichkeit nachdenken: Sprachkritik, Sprachskepsis, Sprachnot (Grund- und Leistungskurs)«. Diese Pr&#252;fung sollte auch f&#252;r Ministerialbeamte und die untere Schulaufsicht eingef&#252;hrt werden mit Ver&#246;ffentlichung der Ergebnisse im Internet! Des Weiteren kann niemand mit guten Argumenten erkl&#228;ren, warum im Abitur 2008 »Strukturen der Sprache als System und Funktion ihres Gebrauchs in Texten und Kommunikationssituationen: Rhetorik – &#246;ffentliche Rede« noch verpflichtend gesetzt, aber in Hessen f&#252;r 2009 und 2010 gestrichen wird. Sind &#246;ffentliche Kommunikationssituationen nicht mehr von Bedeutung? Warum werden grundlegende Themen wie »Spracherwerb und Sprachentwicklung« nur f&#252;r den Leistungskurs gesetzt? Ministeriale Willk&#252;r, so weit das Auge reicht.</p>
<p><strong>F&#252;r Abiturregelungen und Abituraufgaben in Deutschland habe ich eine spezielle Blogroll (rechte Spalte im Bildungswirt) zusammengestellt. Viel Spa&#223; beim Abi-Surfen.</strong></p>
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		<title>KIM-Studie 2008:Kinder und Medien, Computer und Internet</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 14:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-J&#228;hriger in Deutschland Herausgeber: Medienp&#228;dagogischer Forschungsverbund S&#252;dwest, Febr. 2009 Die repr&#228;sentative KIM-Studie erfasst den gesamten Medienumgang von Kindern, also Fernsehen, Radio, MP3, Lesen, Computer, Internet und Handy. Weiter werden Themeninteressen, Freizeitverhalten, Medienbindung und Vorbilder erfragt. Die Besonderheit der KIM-Studie ist, dass auch die Haupterzieher, in der Regel die M&#252;tter, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-J&#228;hriger in Deutschland<br />
</strong> Herausgeber: <a title="Der Medienp&#228;dagogische Forschungsverbund S&#252;dwest ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Landesanstalt f&#252;r Kommunikation Baden-W&#252;rttemberg und der Landeszentrale f&#252;r Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Bei den Studienreihen JIM und KIM kooperiert der mpfs mit der SWR Medienforschung." href="http://www.mpfs.de/index.php?id=133http://www.mpfs.de/index.php?id=133" target="_blank">Medienp&#228;dagogischer Forschungsverbund</a> S&#252;dwest, Febr. 2009</p>
<p>Die repr&#228;sentative KIM-Studie erfasst den gesamten Medienumgang von Kindern, also Fernsehen, Radio, MP3, Lesen, Computer, Internet und Handy. Weiter werden Themeninteressen, Freizeitverhalten, Medienbindung und Vorbilder erfragt. Die Besonderheit der KIM-Studie ist, dass auch die Haupterzieher, in der Regel die M&#252;tter, mit einem schriftlichen Fragebogen einbezogen werden. Somit k&#246;nnen erg&#228;nzend zu den Angaben der Kinder Informationen zur Mediennutzung der Haupterzieher, zu deren Einstellungen und zum Medienverhalten in der Familie erfasst werden.</p>
<div id="attachment_847" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://www.mpfs.de/index.php?id=136"><img class="size-full wp-image-847" title="kim-studie-2008-themeninteressen" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/02/kim-studie-2008-themeninteressen.jpg" alt="Medienp&#228;dagogischer Forschungsverbund S&#252;dwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de" width="500" height="486" /></a><p class="wp-caption-text">Medienp&#228;dagogischer Forschungsverbund S&#252;dwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de</p></div>
<p><a title="Themeninteressen 2008 - KIM Studie" href="http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf08/KIM08_1.pdf" target="_blank">Link</a> zur Orginal pdf-Datei.</p>
<p>Mit zunehmendem Alter &#228;ndern sich die Interessen der Kinder. Vor allem die Medienthemen „Computer“, „Computerspiele“, „Handy“ und „Kino/Filme“ werden vermehrt interessant, auch „Kleidung/Mode“, „Musik“ und „Musikstars/Bands“ werden wichtiger. Am deutlichsten verlieren bei &#228;lteren Kindern die Themen „Schule“ und „Tiere“.Im Vergleich zur KIM-Studie 2006 zeigen Kinder 2008 weniger Interesse f&#252;r Kino und Filme, Stars aus Musik, Film und Fernsehen sowie f&#252;r die Themen „Technik“, „fremde L&#228;nder“ und „Autos“. Dagegen begeistert das Thema „Internet“ zunehmend mehr Kinder.</p>
<p>Kinder kommen heute ganz selbstverst&#228;ndlich mit Computern in Kontakt. In 88 Prozent der Haushalte, in denen 6- bis 13-J&#228;hrige leben, gibt es mindestens einen Computer oder Laptop. Ein Viertel der Kinder hat ein eigenes Ger&#228;t zur Verf&#252;gung, sei es in Form eines speziellen Kindercomputers (12 %) oder in Form eines gew&#246;hnlichen Computers, wie ihn auch Erwachsene benutzen (15 %). Entsprechend weisen mehr als drei Viertel (78 %) der Kinder Erfahrungen im Umgang auf (Nutzung zumindest selten). M&#228;dchen (76 %) z&#228;hlen zu einem etwas geringeren Anteil als Jungen (80 %) zu den Nutzern. Und w&#228;hrend bei den 6- bis 7-J&#228;hrigen jedes zweite Kind zumindest selten einen Computer nutzt, geh&#246;rt der Computer bei nahezu allen 12- bis 13-J&#228;hrigen zum Alltag (95 %). Im Vergleich zu 2006 stagniert der Anteil der Kinder mit Computererfahrung. Die Bef&#252;rchtung, dass schon die J&#252;ngsten in immer st&#228;rkerem Ma&#223;e mit dieser Technologie in Ber&#252;hrung kommen, scheint also unbegr&#252;ndet. Da es selbst f&#252;r den spielerischen Umgang gewisser kognitiver und motorischer Fertigkeiten bedarf, scheint hier eine mehr oder weniger nat&#252;rliche Grenze gesetzt zu sein.</p>
<p>Wenn Computer in der Schule genutzt werden, dann ist dies bei 46 Prozent der Kinder im Fach Deutsch, 43 Prozent best&#228;tigen dies f&#252;r den Mathematikunterricht. Mit Abstand folgen Fremdsprachen (35 %), Sachkunde (23 %), Erdkunde (19 %), Biologie (17 %) und Informatik (16 %). Interessanterweise geben Jungen in Mathematik (47 %, M&#228;dchen:38 %), Sachkunde (26 %, M&#228;dchen: 19 %) und Erdkunde (24 %, M&#228;dchen: 15 %) eine intensivere Nutzung an, in den restlichen F&#228;chern liegen die Geschlechter gleichauf.<br />
Betrachtet man den Computereinsatz nach Altersgruppen, werden die Unterschiede zwischen Grundsch&#252;lern und Sch&#252;lern weiterf&#252;hrender Schulen und der damit verbundene erweiterte F&#228;cherkanon deutlich. Computereinsatz im Mathematikunterricht spielt besonders f&#252;r die Schulanf&#228;nger eine Rolle, bei den Sprachen und den naturwissenschaftlichen F&#228;chern kommt er verst&#228;rkt bei den ab-10-J&#228;hrigen zum Einsatz. <strong>Im Deutschunterricht geht der Computereinsatz nach der Grundschule dagegen deutlich zur&#252;ck.</strong></p>
<p>Jenseits des Fachbezugs stellt sich die Frage, welche konkreten Anwendungen mit dem Computer in der Schule im Mittelpunkt stehen. Betrachtet man hier die T&#228;tigkeiten, die mindestens einmal pro Woche von den Kindern in der Schule ausge&#252;bt werden, dann steht die Nutzung von Lernprogrammen an der Spitze (66 %). Recherchen im Internet (58 %) stehen ebenso h&#228;ufig auf dem Programm wie das Schreiben von Texten (55 %). Weniger verbreitet ist das konkrete Lernen einer Software wie Word oder Powerpoint (36 %) oder die Durchf&#252;hrung von Berechnungen mittels des Computers (33 %). 16 Prozent erstellen einmal pro Woche oder h&#228;ufiger eine Pr&#228;sentation oder ein Referat.</p>
<p><em>Anmerkung: Die Computernutzung in der Schule ist nach F&#228;chern und Intensit&#228;t noch sehr unterschiedlich entwickelt. Trotz einiger Fortschritte besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Nicht eindeutig ist aus der Studie die tats&#228;chlich Intensit&#228;t nachgewiesen. Eine Nutzung von mindestens einmal in der Woche w&#252;rde bedeuten, dass die Schule faktisch den Computer und das Internet als Lernmedien ignoriert. Einfache Modellrechnung: 30-35 Std. Unterricht pro Woche  &#8211; unterstellte Computernutzung 1-2 Std. w&#252;rde eine ca. 5% Nutzungsdauer ergeben. Ein Armutszeugnis.</em></p>
<p>Kostenfreier Download der KIM-Studie 2008 unter : <a title="Studie als pdf" href="http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf08/KIM08.pdf" target="_blank">www.mpfs.de</a></p>
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		<title>&#8220;Ich-will-lernen!&#8221; &#8211; ein aktuelles Online-Angebot der VHS</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 21:08:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Habe gerade Sonja, Marc und Ute bei www.ich-will-lernen.de kennen gelernt. Bei &#8220;Deutschlands gr&#246;&#223;tem offenen Lernportal&#8221; gab  ich eine kurze biographische Selbsteinsch&#228;tzung ab und dann ging es ohne komplizierte Anmeldeprozesse (anonym, ohne eigene E-Mail Adresse!)  los. Ich konnte mich zwischen den F&#228;chern: Mathe, Deutsch und Englisch entscheiden. Ich kann meinen eigenen Lehrplan, Lernkartei(en) und meine Ergebnisse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ich-will-lernen.de/" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-832" style="border: 1px solid black; margin: 10px;" title="sonja-ich-will-lernen" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/02/sonja-ich-will-lernen.jpg" alt="sonja-ich-will-lernen" width="100" height="142" /></a>Habe gerade Sonja, Marc und Ute bei <a title="Ich will Lernen  - das Lernportal der Volkshochschulen" href="http://www.ich-will-lernen.de/" target="_blank">www.ich-will-lernen.de</a> kennen gelernt. Bei <strong>&#8220;Deutschlands gr&#246;&#223;tem offenen Lernportal&#8221;</strong> gab  ich eine kurze biographische Selbsteinsch&#228;tzung ab und dann ging es ohne komplizierte Anmeldeprozesse (anonym, ohne eigene E-Mail Adresse!)  los. Ich konnte mich zwischen den F&#228;chern: Mathe, Deutsch und Englisch entscheiden. Ich kann meinen eigenen Lehrplan, Lernkartei(en) und meine Ergebnisse einsehen. Zwischendurch mal einen Chat mit anderen Lernern oder ausgew&#228;hlte Texte lesen,  z. B. G&#252;nter Kunert mit &#8220;Mann &#252;ber Bord&#8221;. (Fand ich pers&#246;nlich jetzt  nicht so den Br&#252;ller).  Die interaktiven Matheaufgaben sind gut, sie sind auch etwas f&#252;r den Deutschlehrer, der immer schon der bessere Mathevertretungslehrer war&#8230; Oder darf es vielleicht der Aufgabenblock sein: &#8220;Alltag organisieren und Lernen lernen&#8221; mit den Themen &#8220;Umzug&#8221; oder &#8220;Einkauf&#8221;?</p>
<p>Das Portal wird betrieben vom <a title="Das Portal Zweite Chance von den VHS" href="http://www.zweite-chance-online.de" target="_blank">Deutschen Verband der Volkshochschulen</a>. Es funktioniert ohne  Installation von Programmen und zeigt  <a title="Lernen mit Freude - welche W&#252;nsche es daf&#252;r gibt" href="http://schul-frei.blogspot.com/2009/02/lernen-mit-freude.html" target="_blank">wie Lernen von zu Hause oder unterwegs aussehen kann</a>. Da es<strong> kostenfrei</strong> ist, erm&#246;glicht es jedem/ jeder den Einstieg.   Lesen, Schreiben und Rechnen sind sicher grundlegend, jedoch in einer komplexen Mediengesellschaft bei weitem nicht ausreichend  und sicher ist gesellschaftliche Teilhabe mehr als mit grobpixeligen Figuren per Du zu sein. Aber wem das klar ist, der sollte dieses Angebot mal ausprobieren!</p>
<p>Es bleibt die Frage: Welche Sicht hat die VHS  zu den Leistungen des deutschen Schulsytems und dem Potenzial ihren Lernenden? Das  w&#252;rde mich interessieren.</p>
<p><a href="http://www.ich-will-lernen.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-834" title="ich-will-lernen" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/02/ich-will-lernen.jpg" alt="ich-will-lernen" width="500" height="347" /></a></p>
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		<title>Bildung und Gastronomie (3)</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 20:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[oder SPD, Ypsilanti-Sturz und Kneipe Die Kneipe geh&#246;rt zu den bedeutendsten sozialen und kulturellen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens. In ihr wird nicht nur politisiert, sondern auch regelm&#228;&#223;ig Politik gemacht; Entscheidungen fallen im kleinen Kreis, in gut informierten informellen Zirkeln – vieles muss dann auch ritualisiert begossen werden. Das gilt f&#252;r alle politischen Felder. Auch &#8220;werte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>oder SPD, Ypsilanti-Sturz und Kneipe</strong></p>
<p>Die Kneipe geh&#246;rt zu den bedeutendsten sozialen und kulturellen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens. In ihr wird nicht nur politisiert, sondern auch regelm&#228;&#223;ig Politik gemacht; Entscheidungen fallen im kleinen Kreis, in gut informierten informellen Zirkeln – vieles muss dann auch ritualisiert begossen werden. Das gilt f&#252;r alle politischen Felder. Auch &#8220;werte Genossinnen und Genossen&#8221;  haben definitiv den Ypsilanti-Sturz in der Kneipe vorbesprochen. Wo? Das bleibt vorerst ein Geheimnis.</p>
<p>Ab morgen ist jedenfalls in Hessen wieder eine gew&#228;hlte Landesregierung mit satter CDU-FDP-Parlamentsmehrheit im Amt. Und die SPD? Die mitgenommene Truppe sitzt im politischen Keller und leckt sich ihre Wunden ob des autoaggressiven Verhaltens. Sie r&#228;tselt &#252;ber ihre meisterhafte Selbstzerlegung. Ein Trost: Der Aufwind kommt bestimmt und auch der politische Gegner macht in Zukunft strategische Fehler.</p>
<p><strong>Was lernt daraus der Oberstufensch&#252;ler im Politikunterricht?</strong> Besch&#228;ftige dich fr&#252;hzeitig mit der &#8220;Gewissensfreiheit&#8221; der Parlamentarier. Wie funktionieren die strategischen Spiele auf der politischen B&#252;hne? Und : &#8220;Ein gutes Mitglied des Parlaments zu sein ist keine leichte Aufgabe; besonders in dieser Zeit, in der eine starke Neigung besteht, sich in einen gef&#228;hrlichen Grad von sklavischer Willf&#228;hrigkeit oder z&#252;gelloser Popularit&#228;t zu st&#252;rzen.&#8221;  (Edmund Burke: 1729 &#8211; 1797)</p>
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		<title>Weltfinanzkrise und Musik-Charts der Aktienkurse &#8211; Politik- und Wirtschaftsunterricht einmal anders</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 17:52:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aktienkurse purzeln, Blasen platzen, Musik liegt in dicker Luft, Gierh&#228;lse und Wendeh&#228;lse sch&#252;tteln H&#228;nde, Banken werden verstaatlicht, Politiker ringen nach neuen Worten und der Steuerzahler weint am Billionen-Grab. Da k&#246;nnte der Unterricht, z.B. im Fach &#8220;Politik und Wirtschaft&#8221; auch mal anders aussehen. Kreative &#220;bung: Zweimal das Video ansehen und gedanklich frei assoziierend Notizen anfertigen, 30 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aktienkurse purzeln, Blasen platzen, Musik liegt in dicker Luft</strong>, Gierh&#228;lse und Wendeh&#228;lse sch&#252;tteln H&#228;nde, Banken werden verstaatlicht, Politiker ringen nach neuen Worten und der Steuerzahler weint am Billionen-Grab. Da k&#246;nnte der Unterricht, z.B. im Fach &#8220;Politik und Wirtschaft&#8221; auch mal anders aussehen.</p>
<p><strong>Kreative &#220;bung:</strong> Zweimal das Video ansehen und gedanklich frei assoziierend Notizen anfertigen, 30 Minuten den eigenen Text nachbessern und im Kurs vorlesen oder im Blog ver&#246;ffentlichen.<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/2-BZfFakpzc&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2-BZfFakpzc&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/2-BZfFakpzc&amp;rel=0&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2-BZfFakpzc&amp;rel=0&amp;fs=1" /></object></p>
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		<title>Bildung und Gastronomie (2)</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 00:43:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[oder Eltern, Sch&#252;ler, Lehrer und Schuldzuschreibungen In der Kneipe gibt es manchmal pers&#246;nlich w&#252;tend vorgetragene Ausf&#228;lle gegen Lehrer, derbe Sprache einer kochenden Volksseele. Gerhard Schr&#246;ders Wort von den Lehrern als »faule S&#228;cke« klingt dagegen eher harmlos. Insgesamt m&#252;ndet diese zugespitzte Kritik schnell in ein allgemeines Lamento: »H&#246;r mir auf mit Schule, da kann man eh [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>oder Eltern, Sch&#252;ler, Lehrer und Schuldzuschreibungen</strong></p>
<p>In der Kneipe gibt es manchmal pers&#246;nlich w&#252;tend vorgetragene Ausf&#228;lle gegen Lehrer, derbe Sprache einer kochenden Volksseele. Gerhard Schr&#246;ders Wort von den Lehrern als »faule S&#228;cke« klingt dagegen eher harmlos. Insgesamt m&#252;ndet diese zugespitzte Kritik schnell in ein allgemeines Lamento: »H&#246;r mir auf mit Schule, da kann man eh nichts machen, da m&#252;ssen meine Kinder eben durch, die Lehrer sitzen am l&#228;ngeren Hebel.«<br />
Schulfrust schl&#228;gt um in kurzatmige Wut und verharrt dann in ratloser L&#228;hmung. Nach &#252;bereinstimmender Meinung ist das schulische Sorgenkind Nr. 1 Mathematik. Angstbesetzt scheuen die Sch&#252;ler Mathematik wie der Teufel das Weihwasser. Die reinste Geisteswissenschaft, die Zwillingsschwester der Logik, verkommt durch unf&#228;hige Mathelehrer zum Horrorfach. Jede andere Berufsgruppe w&#252;rde sich sch&#228;men angesichts solcher systematischen Misserfolge.</p>
<p>Und umgekehrt zeigt sich bei manchen Lehrern  in der Kneipe folgende Grundstimmung: »Alles, den ganzen Bullshit, womit die Eltern nicht mehr zurechtkommen, wo die Gesellschaft insgesamt gefragt w&#228;re, kriegen wir vor die T&#252;r gekippt. Die Elternh&#228;user versagen, schicken uns ihre fernsehs&#252;chtigen, durchgeknallten B&#228;lger und stellen noch Anspr&#252;che. Oft komme ich mir vor wie der Dompteur in der Zirkusmanege. Der L&#228;rmpegel in der Schule geht richtig an die Nerven, oft habe ich Kopfschmerzen, wenn ich nach sechs Stunden Schule nach Hause komme.«<br />
Vertreter solcher gegenl&#228;ufigen Ansichten reden nicht miteinander, ignorieren sich, sofern sie &#252;berhaupt voneinander wissen. Niemand will sich in der Kneipe seinen eigenen guten Ort der Kommunikation und Entspannung selbst kaputtmachen. Die Antennen f&#252;r potenziell massive St&#246;rungen sind bei allen feinf&#252;hlig justiert.<br />
Ja, was tun? Vielleicht den Elternf&#252;hrerschein f&#252;r alle? Lernort Kneipe?</p>
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		<title>Selbstreflexionen eines Lehrers (1)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 10:57:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Kein Lehrer kann angesichts der deutschen Bildungskrise seine H&#228;nde in Unschuld waschen und behaupten, er habe damit nichts zu tun. Eine ausf&#252;hrliche biografische Selbstreflexion des Lehrers – von der bewussten Berufswahl bis zur t&#228;glichen Unterrichtsgestaltung – steht deshalb unabweisbar auf der Tagesordnung. Im Rahmen einer professionellen Selbstreflexion sollten mindestens die folgenden 16 Fragen zur Diskussion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kein Lehrer kann angesichts der deutschen Bildungskrise seine H&#228;nde in Unschuld waschen</strong> und behaupten, er habe damit nichts zu tun. Eine ausf&#252;hrliche biografische Selbstreflexion des Lehrers – von der bewussten Berufswahl bis zur t&#228;glichen Unterrichtsgestaltung – steht deshalb unabweisbar auf der Tagesordnung. Im Rahmen einer professionellen Selbstreflexion sollten mindestens die folgenden <strong>16 Fragen zur Diskussion </strong>stehen:</p>
<p>1. Warum bin ich &#252;berhaupt Lehrer geworden?<br />
2. Wie bereite ich Unterricht vor?<br />
3. Wie gehe ich mit sogenannten Planungsfehlern im Unterricht um?<br />
4. Von welchen Alltagstheorien und wissenschaftlichen Konzepten bin ich beeinflusst?<br />
5. Wie gehe ich mit sogenannten schwierigen Sch&#252;lern um?<br />
6. Welche Fragetechniken und Methoden bevorzuge ich?<br />
7. Wie lange halte ich Stille im Unterricht aus?<br />
8. Welche Reaktionsmuster bis hin zu leiblichen Lust- und Unlust- oder auch Bedrohungsgef&#252;hlen sp&#252;re ich bei mir   selbst?<br />
9. Vor was schrecke ich zur&#252;ck?<br />
10. Wie komme ich mit chaotischen Zust&#228;nden zurecht?<br />
11. Von wem f&#252;hle ich mich wann provoziert?<br />
12. Wo liegen bei mir tiefe, vielleicht auch diffuse &#196;ngste?<br />
13. Wie gehe ich mit Spontaneit&#228;t im Unterricht um?<br />
14. Leide ich unter Konkurrenzangst im Kollegium?<br />
15. Habe ich Angst, den Lehrplan, die Bildungsstandards nicht zu erf&#252;llen?<br />
16. Schotte ich mich ab gegen&#252;ber Fremdem und Neuem (z.B. »alles alte H&#252;te, soll wieder das Rad neu erfunden werden?«)</p>
<p><strong>Nehmen wir uns </strong><strong>z.B. Frage Nr. 6 vor: »Welche Fragetechniken und Methoden bevorzuge ich?« </strong>Wie k&#246;nnte vertiefend eine biografische Selbstreflexion des Lehrers (und zum Selbsttest der Eltern in modifizierter Form) aussehen? Zuerst: Welche Art von W-Fragen (wer, was, wann, warum, wozu, wie) stelle ich den Sch&#252;lern in bestimmten Situationen, vor welchem Hintergrund? Handelt es sich um eine bewusste/ unbewusste (?) Fragetechnik oder um eine grunds&#228;tzliche geistige Haltung zu unbekannten Sachverhalten und Annahmen? Bin ich selbst mitlernendes Wesen in komplexen Problemstellungen, oder stelle ich im Wesentlichen Schein-Fragen und will wissen, ob es noch jemand wei&#223;? Daf&#252;r gibt es dann Belohnungen – Noten, Gummib&#228;rchen, Flei&#223;bildchen, Fassadenl&#228;cheln, die richtige<br />
Antwort vorausgesetzt! Der Lehrer wei&#223; nat&#252;rlich wie immer die richtige Antwort. <strong>Es wird nicht wirklich gefragt, sondern abgefragt! Nur, brauchen Sch&#252;ler diese weitverbreitete schultypische Fragerei?</strong> Ich will eine kurze Antwort wagen: Sch&#252;ler brauchen grunds&#228;tzlich keine p&#228;dagogisch kleingehackte Kost, sie brauchen keinen vorgekauten Brei f&#252;r Minderbemittelte. So ist Schule oft genug systematische Unterforderung, p&#228;dagogische Weichsp&#252;lung von real sperrigen Bildungsg&#252;tern. Dies gilt f&#252;r die ›Kleinen‹ der Grundschule genauso wie f&#252;r die ›Gro&#223;en‹ des Gymnasiums. Lernende brauchen die tats&#228;chliche Herausforderung, das sperrige Gut, den Aufbruch ins Ungewisse. Sie entscheiden, wohin die Reise geht; kein Kapit&#228;n des Lernens kann ihnen diese Entscheidung inklusive der Irrungen und Wirrungen abnehmen. Schon Herr Keuner (der Denkende), die ber&#252;hmte Kunstfigur bei Brecht, antwortet auf die Frage: »An was arbeiten Sie?« – »Ich bereite meinen n&#228;chsten Irrtum vor.« Und doch gibt es immer wieder die berechtigte Hoffnung, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen. Ein guter Lehrer stellt sich diese Fragen der Selbstreflexion – ohne narzisstische Kr&#228;nkungen – und fragt weiter und weiter. Er versucht im Unterricht intelligent und kreativ zu handeln. Er ist Profi in Sachen Bildung.</p>
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		<title>W&#252;nschelruten in der Bildungspolitik</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 19:42:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Hessen sind die politischen W&#252;rfel gefallen, in einigen Tagen liegt sicher ein &#8220;zukunftsweisender Koalitionsvertrag CDU/FDP&#8221; vor, am neuen Regierungstisch nehmen neue und alte K&#246;pfe Platz. Auch in den Ministerien werden einige St&#252;hle ger&#252;ckt; nicht unerheblich, wer die Ministerialdirigenten-Riege stellt. Die bildungspolitische Programmatik der Regierungspartner scheint kompatibel, die Schl&#252;sselbegriffe wie Schulvielfalt (viergliedriges Schulsystem) erhalten, G8/G9 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Hessen sind die politischen W&#252;rfel gefallen</strong>, in einigen Tagen liegt sicher ein &#8220;zukunftsweisender Koalitionsvertrag CDU/FDP&#8221; vor, am neuen Regierungstisch nehmen neue und alte K&#246;pfe Platz. Auch in den Ministerien werden einige St&#252;hle ger&#252;ckt; nicht unerheblich, wer die Ministerialdirigenten-Riege stellt. Die bildungspolitische Programmatik der Regierungspartner scheint kompatibel, die Schl&#252;sselbegriffe wie Schulvielfalt (viergliedriges Schulsystem) erhalten, G8/G9 flexibel gestalten, mehr Lehrer einstellen, Ganztagsschulen ausbauen, selbstverantwortliche Schule entwickeln, f&#246;rdern und fordern, Schulsanierungen voranbringen etc. sind mehrheitsf&#228;hig ausgependelt. Nur zwischen den W&#252;nschen, Tr&#228;umen, Absichten einerseits und den tats&#228;chlich praktischen Umsetzungen, den konkreten Ausgestaltungen vor Ort andererseits klafft ein tiefer Spalt, auf dem bildungspolitisch verminten hessischen Gel&#228;nde allemal. Ohne differenziertes Know-how und sp&#252;rbare Begeisterung f&#252;r eine neue Schulpolitik, ohne „B&#252;rger-Engagement vor Ort&#8221; l&#228;uft fast gar nichts. Dann ist Wiesbaden bisweilen so weit weg wie Wladiwostok. Selbst ein gro&#223;er Geldregen und mehr Lehrer an den Schulen werden dann einfach unverbindlich, emotionslos und effektlos hingenommen.</p>
<p>Die neue Regierung wird wohl noch l&#228;ngere Zeit mit der zauberkr&#228;ftigen W&#252;nschelrute herumlaufen und z.B. die Anziehungskr&#228;fte und Ausstrahlungen der Hauptschule suchen. Ihr partieller Irrglaube verhindert den realistischen Blick: L&#228;ngst sind viele Hauptsch&#252;ler fortgelaufen, haben die Eltern mit den F&#252;&#223;en abgestimmt: <a title="Hauptschule ade" href="http://www.bildungswirt.de/2008/05/19/22">Hauptschule ade</a>. Der Aufbruch in ein zweigliedriges allgemeinbildendes Schulsystem – Gymnasium und Neue Schule (Gesamtschulen und Verbundschulen mit Varianten) &#8211; wird sich mittelfristig als historischer Kompromiss in Deutschland durchsetzen.</p>
<p>Aber auch die Opposition l&#228;uft ordentlich mit der W&#252;nschelrute durchs Land. Zitternd schl&#228;gt der verborgene Goldschatz &#8211;  „Eine Schule f&#252;r alle“ &#8211;  aus und wenn man gr&#228;bt bleibt Sand, auf den es sich nur sehr begrenzt bauen l&#228;sst. Bei der kleinen, sich noch selbst suchenden Linkspartei schlagen die Quellensp&#252;rer um in „Einheitsschule“ und Zwangsbegl&#252;ckung f&#252;r alle. Da helfen auch keine Dementis. Das politische Gesp&#252;r und die Differenzierungsleistung des Volkes sind meist feiner als Politiker vermuten. Auch SPD und Gr&#252;ne, gleichwohl sie im Grunde die Zweigliedrigkeit akzeptieren, erreichen mit ihrer W&#252;nschelrute des gemeinsamen Lernens bis Klasse 10 nur die eigenen Anh&#228;nger. Nach 40-j&#228;hrigem Kampf ist die Gesamtschule/ Gemeinschaftsschule in Hessen (wie auch immer die Wortakrobatik aussehen mag) nicht gescheitert, aber doch auf sehr begrenzter Reichweite vermessen. Der Platzhirsch, der <a title="Liebling ist das Gymnasium" href="http://www.bildungswirt.de/2008/12/17/636">Liebling ist das Gymnasium</a>; auch hier hat die Bev&#246;lkerung l&#228;ngst mit den F&#252;&#223;en abgestimmt. Das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21. Jahrhunderts, das erfolgreiche Gymnasium garantiert am besten einen zuk&#252;nftig angenehmen Status in der Gesellschaft und legt wesentliche Netze einer Bildung als angestrebte Selbstverwirklichung. Das Faktum der systematischen <a title="Ausgrenzung und Aussonderung" href="http://www.bildungswirt.de/2008/07/01/80">Ausgrenzung und Aussonderung</a> vieler Kinder und Jugendlichen <a title="Der Berliner Bildungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth, 64, &#252;ber falsch verstandene Chancengleichheit, faule Professoren und das Verm&#228;chtnis des preu&#223;ischen Reformers Wilhelm von Humboldt" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,600895,00.html" target="_blank">bleibt als Stigma </a>(Tenorth-Interview) trotz alledem. Eine neue, erfolgreiche und heitere Unterwanderungsstrategie der aktuellen Schulpolitik ist jedoch noch nicht gefunden worden. Mit der W&#252;nschelrute wird es nicht funktionieren, schon eher mit einer innovativen Internetpolitik, die die Zeichen und neuartigen Pfade einer komplexen Wissensgesellschaft verstanden hat. Bis dahin halten wir uns an Eichendorffs traditionsm&#228;chtige W&#252;nschelrute von 1835:</p>
<p><strong>Schl&#228;ft ein Lied in allen Dingen,<br />
Die da tr&#228;umen fort und fort.<br />
Und die Welt hebt an zu singen,<br />
Triffst du nur das Zauberwort.</strong></p>
<p>Was k&#246;nnte eine neue <a title="Dingpolitik " href="http://www.amazon.de/Realpolitik-Dingpolitik-Dinge-%25C3%25B6ffentlich-macht/dp/3883962147" target="_blank">Dingpolitik </a>sein? Das Dichterwort allein wird’s nicht richten k&#246;nnen.</p>
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		<title>Hessische Bildungspolitik: FDP und Gr&#252;ne im Interview beim Bildungswirt</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 09:36:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Bildungswirt stellt hessischen Bildungspolitikern sieben Fragen vor der Landtagswahl am 18.01.2009. Hier die Antworten von Dorethea Henzler (FDP) und Mathias Wagner (GR&#220;NE) . Bildquellen: Die Internetseiten der Kandidaten. Miller: 1. Was hat f&#252;r Ihre Partei oberste bildungspolitische Priorit&#228;t? Henzler (FDP) Die FDP will die Qualit&#228;t des Unterrichts verbessern und die individuelle F&#246;rderung jedes Sch&#252;lers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Bildungswirt stellt hessischen Bildungspolitikern sieben Fragen vor der Landtagswahl am 18.01.2009. Hier die Antworten von <a title="Landtagskandidatin: Dorothea Henzler" href="http://www.dorothea-henzler.de/" target="_blank">Dorethea Henzler (FDP)</a> und <a title="Landtagskandidat: Mathias Wagner" href="http://www.mathiaswagner.de" target="_blank">Mathias Wagner (GR&#220;NE)</a> <em>.<br />
</em> </strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-716" title="dorothea-henzler-fdp" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/01/dorothea-henzler-fdp.jpg" alt="dorothea-henzler-fdp" width="95" height="142" /> <img class="size-full wp-image-715 alignnone" title="mathias-wagner-gruene" src="http://bildungswirt.de/wp-content/uploads/2009/01/mathias-wagner-gruene.jpg" alt="mathias-wagner-gruene" width="108" height="144" /> Bildq<em>uellen: Die Internetseiten der Kandidaten.</em><br />
<strong>Miller:</strong> 1. Was hat f&#252;r Ihre Partei oberste bildungspolitische Priorit&#228;t?</p>
<p><strong>Henzler (FDP) </strong> Die FDP will die Qualit&#228;t des Unterrichts verbessern und die individuelle F&#246;rderung jedes Sch&#252;lers st&#228;rken. Daf&#252;r wollen wir den Schulen die notwendigen Rahmenbedingungen durch mehr Personal und mehr Finanzmittel sowie durch mehr Eigenverantwortung geben. Wir fordern eine 105%ige Lehrerversorgung an allen Schulen verbunden mit der M&#246;glichkeit f&#252;r die Schulen, davon 20 % in Geld zu erhalten, damit neben Lehrkr&#228;ften je nach Bedarf auch Sozialp&#228;dagogen, Psychologen und sonstige Kr&#228;fte f&#252;r eine gezielte F&#246;rderung und Unterst&#252;tzung der Sch&#252;ler eingestellt werden k&#246;nnen. Wir setzen uns auch f&#252;r den z&#252;gigen Ausbau von Ganztagsschulen und –angeboten ein, denn diese erm&#246;glichen mehr Bildungschancen unabh&#228;ngig vom Elternhaus. F&#252;r eine bessere Vorbereitung auf die Schule fordert die FDP, das dritte Kindergartenjahr in ein verpflichtendes Vorschuljahr in Landeszust&#228;ndigkeit f&#252;r alle F&#252;nfj&#228;hrigen umzuwandeln. Die Kinder sollen in diesem Jahr durch eine altersgerechte P&#228;dagogik besser als bisher auf die Schulen vorbereitet werden. So erhalten alle Kinder gleiche Chancen am Schulstart.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Es ist Zeit f&#252;r einen neuen Aufbruch f&#252;r Hessens Schulen. Die Schritte, die gegangen werden m&#252;ssen, um im Schulsystem mehr Qualit&#228;t zu erreichen, sind bekannt. Gute Schulen werden vor Ort gemacht, daher muss die einzelne Schule in ihrer Arbeit f&#252;r den einzelnen Sch&#252;ler und die einzelne Sch&#252;lerin in den Mittelpunkt ger&#252;ckt werden. Unsere Schulen brauchen endlich Freir&#228;ume und Entwicklungsm&#246;glichkeiten in p&#228;dagogischer, personeller, finanzieller und organisatorischer Hinsicht. Konkret bedeutet das unter anderem eine bessere Personal- und Sachausstattung, kleinere Klassen, mehr Zeit zum Lernen und zur individuellen F&#246;rderung durch Ganztagsangebote. Wir GR&#220;NE wollen den Schulen ihren Weg nicht von oben vorschreiben, sondern wir stehen f&#252;r Schulreformen von unten.<br />
Wir wollen wieder mehr in Bildung investieren, denn die Zukunft unserer Kinder muss uns etwas wert sein. Mit einem Ma&#223;nahmenpaket wollen wir f&#252;r einen neuen Aufbruch an Hessens Schulen sorgen. Erster Baustein ist die Erh&#246;hung der Landesausgaben f&#252;r die Schulen um 300 Millionen Euro innerhalb der n&#228;chsten f&#252;nf Jahre. Damit wollen wir mehr individuelle F&#246;rderung mit zus&#228;tzlichen Lehrerinnen und Lehrern in kleineren Klassen erreichen. Zweiter Baustein ist ein auf zehn Jahre angelegtes drei Milliarden Euro Investitionsprogramm zur Sanierung der Schulgeb&#228;ude in Hessen. Zur&#252;ckgehende Sch&#252;lerzahlen werden wir in allen Schulformen nicht f&#252;r Einsparungen im Bildungsbereich nutzen, sondern zur Qualit&#228;tsverbesserung, u.a. durch eine flexible Schuleingangsphase und kleinere Klassen. Zu einer besseren Sch&#252;ler-Lehrer-Relation tr&#228;gt auch die von uns GR&#220;NEN geplante 105-prozentige Lehrerversorgung bei. Zudem wollen wir es in den kommenden f&#252;nf Jahren der H&#228;lfte der weiterf&#252;hrenden Schulen auf freiwilliger Basis erm&#246;glichen, sich zu Neuen Schulen weiterzuentwickeln, die nach dem Vorbild des PISA-Siegerlandes Finnland l&#228;ngeres gemeinsames Lernen bis zum Ende der Mittelstufe erm&#246;glichen.</p>
<p><strong>Miller: </strong> 2. Sehen Sie einen Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung? Wenn ja, welche Konsequenzen ergeben sich daraus?</p>
<p><strong>Henzler (FDP)</strong> Das staatliche Schulsystem soll jungen Menschen sowohl eine umfassende Bildung zukommen lassen als auch ihre Ausbildungsreife sicherstellen. Sch&#252;ler m&#252;ssen deshalb st&#228;rker in die Lage versetzt werden, sich selbstst&#228;ndig Wissen zu erarbeiten und eigenst&#228;ndig nach L&#246;sungsm&#246;glichkeiten zu suchen. Das Lernen von Fakten kann daher nur noch ein Teil der schulischen Arbeit sein. Genauso wichtig ist das Kennen und Benutzen der Neuen Medien. Auch der Lehrer soll in diesem Zusammenhang seine Rolle vom „Belehrenden“ hin zum Moderator und Lernberater f&#252;r die Sch&#252;ler &#228;ndern und seine Unterrichtsgestaltung darauf ausrichten. Damit Schule eine umfassende Bildung aller Sch&#252;ler erm&#246;glichen kann, muss sie zu einem Ganstagsbetrieb ausgebaut werden, denn so bietet sie die M&#246;glichkeit &#252;ber den reinen Fachunterricht hinaus auch interessante Bildungs- und Freizeitangebote zu unterbreiten.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Seit Wilhelm von Humboldt ist mit dem Wort Bildung auch das Moment der Selbst&#228;ndigkeit, also des Sich-Bildens der Pers&#246;nlichkeit verbunden. W&#228;hrend Erziehung eher &#228;u&#223;ere Steuerungsimpulse der Pers&#246;nlichkeitsentwicklung meint, bezieht sich Bildung wesentlich auf Prozesse und Ergebnisse der individuellen Verarbeitung und Aneignung. Im Gegensatz zu Ausbildung bzw. Berufsbildung ist Bildung nicht unmittelbar an &#246;konomische Zwecke gebunden. H&#228;ufig jedoch ist der Erwerb allgemein bildender Abschl&#252;sse, insbesondere des Abiturs, Voraussetzung f&#252;r den Zugang zu gut bezahlten Berufen. Wenn sich Bildung jedoch auf Ausbildung beschr&#228;nkte, w&#228;re das das Aus f&#252;r Bildung in einem umfassend verstandenen Sinne.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 3. Soll Unterricht und Studium f&#252;r die Lernenden auch in Zukunft kostenfrei sein, d.h. durch Steuermittel finanziert werden?</p>
<p><strong>Henzler (FDP):</strong> Die FDP tritt f&#252;r ein kostenloses staatliches Schulsystem ein, dessen Qualit&#228;t sie konsequent ausbauen will. Daneben setzen wir uns auch f&#252;r eine angemessene Finanzierung des Privatschulwesens in Hessen als qualitative Bereicherung des Schulsystems ein. Da die Diskussion um Studiengeb&#252;hren eine gro&#223;e Unruhe gebracht hat, hat die FDP beschlossen, dass in der 18. Legislaturperiode keine Studiengeb&#252;hren f&#252;r das Erststudium eingef&#252;hrt werden sollen.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Grunds&#228;tzlich sprechen wir uns f&#252;r die Kostenfreiheit aller Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsangebote aus, um Kindern und Jugendlichen unabh&#228;ngig von den finanziellen Verh&#228;ltnissen ihres Elternhauses gute Lern- und Bildungschancen zu erm&#246;glichen. Allerdings hat im vorschulischen Bereich die Erf&#252;llung des Rechtsanspruchs auf Betreuung – also die Schaffung zus&#228;tzlicher Pl&#228;tze – f&#252;r uns Vorrang vor der Ausdehnung der Kostenfreiheit.<br />
Wir unterst&#252;tzen lebensbegleitendes Lernen. Besonderer F&#246;rderung bed&#252;rfen Personen, die sonst keine M&#246;glichkeiten haben, sich beruflich oder allgemein weiterzubilden. Dies gilt auch f&#252;r R&#252;ckkehrer in das Berufsleben und f&#252;r &#228;ltere Menschen. Das Nachholen aller Schulabschl&#252;sse muss m&#246;glich sein. Dazu bedarf es des Ausbaus entsprechender Strukturen, gerade auch der Schulen f&#252;r Erwachsene. Die Pluralit&#228;t der Angebote und die Geb&#252;hrenfreiheit staatlicher Bildungsabschl&#252;sse sind dabei zu erhalten.<br />
Wir GR&#220;NE stehen im Hochschulbereich f&#252;r die Entwicklung guter Studienbedingungen und f&#252;r eine gerechte Teilhabe an Bildung ohne R&#252;cksicht auf die finanziellen M&#246;glichkeiten des Elternhauses. Wir haben bei der Abschaffung der Studiengeb&#252;hren eine f&#252;hrende Rolle gespielt. Damit haben wir dazu beigetragen, eine gro&#223;e Zugangsh&#252;rde zu den Hochschulen zu beseitigen. Die CDU verfolgt wie auch ihr Wunschkoalitionspartner FDP mittelfristig weiter die Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren. Weil Studiengeb&#252;hren aber sozial ungerecht und bildungspolitisch falsch sind, m&#252;ssen sie abgeschafft bleiben. Wir GR&#220;NE garantieren, dass es mit uns weiter keine Studiengeb&#252;hren geben wird.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 4. Was halten Sie von den beiden Thesen:<br />
a) Das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21.Jahrhunderts und<br />
b) Wir brauchen in Zukunft eine signifikant h&#246;here Abiturientenquote.</p>
<p><strong>Henzler (FDP):</strong> Die FDP will alle drei Bildungsg&#228;nge Haupt-, Realschule und Gymnasium und deren Abschl&#252;sse in ihrem Profil st&#228;rken und die Anschlussf&#228;higkeit in den jeweils n&#228;chst h&#246;heren Bildungsgang f&#252;r Sch&#252;ler sicherstellen. So wird eine Ausbildung nach Neigung und Begabung erhalten und das Vertrauen in die Qualit&#228;t aller drei Bildungsg&#228;nge gest&#228;rkt. Gleiches gilt f&#252;r das Abitur und den Hochschulzugang. Wir wollen gew&#228;hrleisten, dass nicht nur der Weg &#252;ber das Gymnasium hin zum Abitur bzw. zum Studium f&#252;hrt, sondern dass dieser Weg auch &#252;ber den Bildungsgang Hauptschule offen steht. Sch&#252;ler sollen nach jedem Bildungsabschluss ermuntert werden, weiter zu lernen und den n&#228;chst h&#246;heren Abschluss anzustreben. Auch &#252;ber berufliche Bildungsg&#228;nge muss ein Hochschulzugang f&#252;r bestimmte Fachrichtungen erm&#246;glicht werden. Wir sind der Auffassung, dass durch diese Anschlussf&#228;higkeit in unserem Bildungssystem durch gezielte Aus-, Fort- und Weiterbildung der Fachkr&#228;ftemangel in einzelnen Branchen besser bek&#228;mpft und die Qualifikation der jungen Menschen insgesamt st&#228;rker erh&#246;ht werden kann, als durch eine allgemeine Erh&#246;hung der Abiturientenquote.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Sehr viele Eltern – die Tendenz ist weiter steigend – entscheiden sich nach der Grundschulzeit daf&#252;r, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken, auch unabh&#228;ngig davon, ob die Grundschule eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hat oder nicht. Dies stellt das Gymnasium vor neue Aufgaben, denn es muss der zunehmenden Heterogenit&#228;t seiner Sch&#252;lerschaft gerecht werden und ihr Potenzial umfassend entwickeln. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, f&#252;r die Lehrerinnen und Lehrer geeignete Rahmenbedingungen und ein leistungsf&#228;higes Unterst&#252;tzungssystem ben&#246;tigen.<br />
Bislang h&#228;ngen in Hessen die Bildungschancen immer noch viel zu stark von der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen ab. Das wollen wir &#228;ndern. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abh&#228;ngen. Kein Kind darf zur&#252;ckgelassen werden. Gute Bildung ist f&#252;r das einzelne Kind und die Entfaltung seiner Pers&#246;nlichkeit ebenso wichtig wie f&#252;r die wirtschaftliche und technologische Entwicklung unseres Landes. Nur wenn es uns gelingt, alle F&#228;higkeiten zu entwickeln, ist unser Land zukunftsf&#228;hig. Wir brauchen mehr Abiturientinnen und Abiturienten und wir brauchen ein leistungsf&#228;higes und leistungsf&#246;rderndes Bildungssystem, das auch nach dem Schulabschluss nicht aufh&#246;rt, sondern lebensbegleitende Angebote vorh&#228;lt. F&#252;r den gleichzeitigen Erwerb eines Abiturs und einer Berufsausbildung werden wir verbesserte M&#246;glichkeiten schaffen. Zudem wollen wir die Hochschulen in die Lage versetzen, in den kommenden Jahren tats&#228;chlich mehr Studierende aufzunehmen. Nur so k&#246;nnen wir die Bildungsbeteiligung und auch die chancengerechte Teilhabe an Bildung erh&#246;hen, einem Mangel an hoch qualifizierten Fachkr&#228;ften entgegenwirken und verhindern, dass sich die angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt durch Verdr&#228;ngungseffekte weiter versch&#228;rft.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 5. Zahlreiche Analysen und Gutachten zur unzureichenden Lehrerbildung (Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung) sind seit Jahren bekannt. Was soll in den n&#228;chsten Jahren ge&#228;ndert werden?</p>
<p><strong>Henzler (FDP):</strong> Die Lehrerausbildung muss st&#228;rker berufsvorbereitend und praxisorientiert gestaltet werden. Bereits in der ersten Ausbildungsphase, dem Studium, soll der Praxisanteil erh&#246;ht werden. Die FDP hat in der vergangenen Legislaturperiode einen Gesetzentwurf zu Ver&#228;nderungen im Vorbereitungsdienst vorgelegt mit dem Ziel, die Lehrkr&#228;fte im Vorbereitungsdienst zu entlasten, damit sie mehr Zeit f&#252;r die Unterrichtsvor- und –Nachbereitung haben. Die FDP setzt sich dar&#252;ber hinaus daf&#252;r ein, dass vor der Zulassung zur zweiten Ausbildungsphase, dem Vorbereitungsdienst, der sp&#228;tere Dienstherr die Eignung der Bewerber f&#252;r das Lehramt durch eine Eignungspr&#252;fung durch das Amt f&#252;r Lehrerbildung feststellt. Denn nur die f&#252;r dien Lehrerberuf am besten geeigneten Kandidaten sollen zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden. Nur so kann die Qualit&#228;t des Lehrerberufs sichergestellt werden.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Wir wollen die Fortbildung und das Unterst&#252;tzungssystem f&#252;r Lehrerinnen und Lehrer verbessern. Die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer und die an sie gestellten Erwartungen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wir werden daher ein leistungsf&#228;higes Unterst&#252;tzungssystem f&#252;r unsere Schulen schaffen, um durch Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer sowie Einbeziehung anderer Professionen den Anforderungen an Schule gerecht werden zu k&#246;nnen. Konkret werden wir<br />
• die Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung ausbauen und st&#228;rker an den tats&#228;chlichen Bed&#252;rfnissen orientieren. Das unsinnige, b&#252;rokratische und auf tiefem Misstrauen basierende Sammeln von Fortbildungspunkten schaffen wir ab;<br />
• die bisherigen Unterst&#252;tzungsleistungen der Staatlichen Schul&#228;mter und kommunalen Schultr&#228;ger in regionalen Bildungsb&#252;ros zusammenfassen und ausbauen (z.B. im Bereich der Schulsozialarbeit und des schulpsychologischen Dienstes) und so den Schulen Unterst&#252;tzung aus einer Hand liefern. So kommt die Vernetzung zwischen Jugendhilfe und Schule einen entscheidenden Schritt voran;<br />
• Derzeit vorhandene Reibungsverluste und unklare Zust&#228;ndigkeiten zwischen den staatlichen Schul&#228;mtern, dem Institut f&#252;r Qualit&#228;tsentwicklung und dem Amt f&#252;r Lehrerbildung abbauen.<br />
Auch die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern wollen wir verbessern. Das Berufsbild von Lehrerinnen und Lehrern hat sich erheblich gewandelt. Sie sind nicht nur mit anspruchsvollen p&#228;dagogischen Aufgaben, sondern auch mit gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen konfrontiert. Daher kommt ihrer Ausbildung gro&#223;es Gewicht zu, denn sie legt den Grundstein<br />
f&#252;r gute Schulen. Die Landesregierung hat in der Lehrerbildung mit ihrer „Reform“ in den Schulen, Universit&#228;ten und Studienseminaren Chaos angerichtet. In einem ersten Schritt werden wir hier die notwendigen Korrekturen vornehmen. Dazu geh&#246;ren f&#252;r uns eine Entschlackung der Ausbildungsmodule, die Reduzierung der Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst (LiV) sowie ihrer Ausbilderinnen und Ausbilder und die St&#228;rkung der Rolle der Mentorinnen und Mentoren. In einem zweiten Schritt werden wir im Dialog mit allen Beteiligten &#252;ber die k&#252;nftige Struktur der Lehrerbildung beraten. Dabei sind insbesondere die Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschl&#252;sse, die Rolle der Staatsexamina und die schulformbezogene Ausbildung zu diskutieren.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 6. Das Konzept der &#8220;Selbstverantwortlichen Schule&#8221; &#8211; eigene Rechtsf&#228;higkeit, Budget- und Personalhoheit, p&#228;dagogische Gestaltungsspielr&#228;ume &#8211; wird in Hessen seit Jahren diskutiert. Besonders gro&#223;e Berufsschulen und Gymnasien sind daran interessiert.<br />
a) Soll dieses Konzept zeitnah in der Fl&#228;che umgesetzt werden?<br />
b) Erfolgt eine Vollfinanzierung durch den Staat?</p>
<p><strong>Henzler (FDP): </strong> Die FDP hat als einzige Partei ein ausf&#252;hrliches Konzept f&#252;r die eigenverantwortliche Schule vorgelegt. Wir fordern, dass die Schulen zuk&#252;nftig ein Budget f&#252;hren und selbstst&#228;ndig Personal einstellen d&#252;rfen und ihre Schulorganisation und den Unterrichtsbetrieb eigenverantwortlich gestalten. In einem ersten Schritt fordern wir daf&#252;r eine 105 %ige Lehrerversorgung in Form eines Budgets f&#252;r alle Schulen mit der M&#246;glichkeit, dass die Schulen davon bis zu 20 % in Geldmitteln zur eigenverantwortlichen Verf&#252;gung erhalten k&#246;nnen. Den Modellversuch „Selbstverantwortung Plus“ f&#252;r mehr Eigenverantwortung der beruflichen Schulen hat die FDP ma&#223;geblich vorangetrieben. Grunds&#228;tzlich fordern wir, dass dieser Modellversuch z&#252;gig fortgesetzt wird und dar&#252;ber hinaus auch weitere Schulen aller Bildungsg&#228;nge, die sich dies zutrauen, in die Eigenverantwortung entlassen werden sollen. Wir wollen die eigenverantwortliche Schule nicht von oben verordnen, sondern sie soll sich von unten an den einzelnen Schulen entwickeln. &#220;ber die unver&#228;ndert hohe finanzielle Ausstattung mit staatlichen Mitteln hinaus sollen eigenverantwortliche Schulen zus&#228;tzlich eigene Einnahmen machen d&#252;rfen und selbstst&#228;ndig Ausgaben t&#228;tigen.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Das Modellprojekt „Selbstverantwortung plus“ wollen wir fortf&#252;hren und weiterentwickeln. Die Ergebnisse und M&#246;glichkeiten des Modells an derzeit 17 beruflichen Schulen in Hessen werden wir als Gestaltungsoption allen Schulen zur Verf&#252;gung stellen. Diejenigen Schulen, die sich zu diesen Schritten hin zu mehr Selbstverantwortung entschlie&#223;en, erhalten die daf&#252;r notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen und die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen.<br />
Gute Schulen werden vor Ort gemacht. Wir wollen den einzelnen Schulen vertrauen und ihnen etwas zutrauen. Eine Verbesserung der Qualit&#228;t, des Lernumfelds f&#252;r die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler und des Arbeitsplatzes Schule braucht mehr Freiheit und Eigenst&#228;ndigkeit und weniger B&#252;rokratie und G&#228;ngelung. Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit den Schulen diese von unn&#246;tigen Vorgaben der Kultusb&#252;rokratie befreien.<br />
Voraussetzung f&#252;r Selbstst&#228;ndigkeit von Schule ist die Verl&#228;sslichkeit der Politik hinsichtlich der p&#228;dagogischen Zielsetzungen, der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Schulen und der Bereitstellung personeller und finanzieller Ressourcen, denn die Gesamtverantwortung f&#252;r Schule und Bildung verbleibt beim Staat. Wir werden die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen daf&#252;r schaffen, dass die Schulen im Rahmen der erh&#246;hten Selbstst&#228;ndigkeit ihre Aufgaben erf&#252;llen k&#246;nnen. Auch werden die Schulen mehr Budgetverantwortung erhalten. Die Schulen sollen &#252;ber den Einsatz der Sachmittel und &#252;ber die Verwendung der Personalmittel st&#228;rker selbst entscheiden k&#246;nnen. Die scharfe Trennung zwischen Sach- und Personalmitteln wird &#252;berwunden.<br />
Wir werden in einen Dialogprozess mit den an Schule Beteiligten dar&#252;ber eintreten, welche p&#228;dagogischen, personellen und organisatorischen Freiheiten sie zur weiteren Qualit&#228;tsverbesserung ihrer Schule brauchen. Unser Grundsatz dabei lautet: Klarheit &#252;ber die zu erreichenden Ziele, gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Freiheit bei dem Weg dorthin, &#220;berpr&#252;fung der Ergebnisse. Die Schulen entscheiden in eigener Verantwortung auf der Basis ihres Schulprogramms &#252;ber Unterrichtsorganisation und Unterrichtsgestaltung. Keine Schule<br />
wird gezwungen, diesen Weg zu gehen, aber die Schulen, die es wollen, erhalten die M&#246;glichkeit dazu.</p>
<p><strong>Miller: </strong> 7. Das Landesabitur wird j&#228;hrlich mit ca. zwei Millionen Entwicklungskosten (&#246;ffentliche Steuergelder) von Lehrerkommissionen erstellt. Die verbrauchten Pr&#252;fungsaufgaben wurden 2007 und 2008 an private Verlage verkauft und ca. zehntausend Euro Einnahmen erzielt. Soll diese Regelung beibehalten werden oder besteht Aussicht darauf, dass die verbrauchten Pr&#252;fungsaufgaben mit L&#246;sungen f&#252;r jedermann kostenfrei im Internet 2009 einsehbar sind?</p>
<p><strong>Henzler (FDP): </strong> F&#252;r die FDP muss in erster Linie gew&#228;hrleistet sein, dass alle Sch&#252;ler an ihrer Schule kostenfreien Zugang zu den Pr&#252;fungsaufgaben f&#252;r das Landesabitur der Vorjahre haben. Daf&#252;r werden wir uns einsetzen. Dar&#252;ber hinaus halten wir den Verkauf der Abituraufgaben f&#252;r Schulbuchverlage f&#252;r vertretbar, wenn die Einnahmen daraus zur Verbesserung des hessischen Schulsystems verwendet werden.</p>
<p><strong>Wagner (Gr&#252;ne): </strong> Wir halten die Praxis der CDU-Landesregierung, die bereits verwendeten Pr&#252;fungsaufgaben an private Verlage zu verkaufen und den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern nur noch einen sehr begrenzten kostenfreien Zugriff darauf zu gew&#228;hren, f&#252;r fragw&#252;rdig. Die Antworten der Landesregierung auf unsere diesbez&#252;gliche parlamentarische Anfrage haben uns nicht &#252;berzeugt. Wir setzen uns daf&#252;r ein, dass die Pr&#252;fungsaufgaben kostenfrei im Internet zug&#228;nglich gemacht werden.</p>
<p>Vielen Dank f&#252;r die Interviews.</p>
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		<title>Hessische Bildungspolitik: DIE LINKE antwortet dem Bildungswirt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 22:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miller</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Bildungswirt stellt hessischen Bildungspolitikern sieben Fragen vor der Landtagswahl am 18.01.2009. Hier die Antworten von der Partei<em> Die Linke.<br />
</em> </strong><br />
<strong>Miller:</strong> 1. Was hat f&#252;r Ihre Partei oberste bildungspolitische Priorit&#228;t?</p>
<p><strong>Die Linke:</strong> F&#252;r DIE LINKE hat absolute Priorit&#228;t, die soziale Ausgrenzung im Bildungssystem in Deutschland zu beenden und gute Bildung f&#252;r alle zu gew&#228;hrleisten. In keinem anderen Industrieland bestimmt der Geldbeutel der Eltern so sehr die Bildungschancen eines Kindes. Arbeiterkinder kommen derzeit meist auf die Hauptschule, Akademikerkinder aufs Gymnasium. DIE LINKE tritt f&#252;r ein Recht auf Bildung f&#252;r alle ein.<br />
DIE LINKE macht sich deshalb stark f&#252;r die Gemeinschaftsschule, d.h. „eine Schule f&#252;r alle“. In gut ausgestatteten Gemeinschaftsschulen k&#246;nnten alle Kinder und Jugendlichen besser gef&#246;rdert werden. Das geht nur mit viel mehr Geld im Bildungssystem: mit viel kleineren Klassen, mit mehr Lehrerinnen und Lehrern, mit mehr Erzieherinnen und Erziehern in den Kindertagesst&#228;tten und mehr Dozentinnen und Dozenten und Professorinnen und Professoren an den Hochschulen.</p>
<p><strong>Miller: </strong> 2. Sehen Sie einen Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung? Wenn ja, welche Konsequenzen ergeben sich daraus?</p>
<p><strong>Die Linke:</strong> Bildung ist ein Menschenrecht. Bildung ist mehr als die Ausbildung f&#252;r einen bestimmten Beruf. Bildung wird immer mehr auf f&#252;r die Unternehmen am Arbeitsmarkt verwertbare Ausbildung reduziert.<br />
DIE LINKE tritt deshalb f&#252;r Bildung jenseits von wirtschaftlichen Verwertungskriterien ein. Jede und jeder muss sich umfassend bilden k&#246;nnen, um sich individuell entwickeln und an der Gesellschaft teilhaben zu k&#246;nnen.<br />
Aber auch eine gute Berufsausbildung ist wichtig. Zehntausende von Jugendlichen bekommen jedes Jahr keinen Ausbildungsplatz. DIE LINKE setzt sich deshalb f&#252;r ein Recht auf Ausbildung f&#252;r alle ein.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 3. Soll Unterricht und Studium f&#252;r die Lernenden auch in Zukunft kostenfrei sein, d.h. durch Steuermittel finanziert werden?</p>
<p><strong>Die Linke</strong> tritt ein f&#252;r geb&#252;hrenfreie Bildung f&#252;r alle &#8211; von der Kindertagesst&#228;tte &#252;ber die Schule und Hochschule bis zur Weiterbildung. DIE LINKE ist gegen Bildungsgeb&#252;hren, z. B. gegen die Abschaffung der Lernmittelfreiheit f&#252;r B&#252;cher und gegen Kita- und Studiengeb&#252;hren. Geb&#252;hren versch&#228;rfen die soziale Auslese und machen Bildung zur Ware. Bildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie muss &#246;ffentlich durch gerechte Steuern finanziert werden und durch ungerechte Geb&#252;hren von den Lernenden.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 4. Was halten Sie von den beiden Thesen:<br />
a) Das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21.Jahrhunderts und<br />
b) Wir brauchen in Zukunft eine signifikant h&#246;here Abiturientenquote.</p>
<p><strong>Die Linke:</strong> a) Das Gymnasium ist nicht die moderne Volksschule des 21. Jahrhunderts. Nur 40 Prozent eines Jahrgangs machen derzeit Abitur. Das mehrgliedrige Schulsystem grenzt behinderte Kinder, Migrantenkinder und Arbeiterkinder, systematisch aus. DIE LINKE tritt f&#252;r eine Gemeinschaftsschule ein und gegen die soziale Auslese in F&#246;rderschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Die Schule des 21. Jahrhunderts ist eine allgemeinbildende Schule, in der das polytechnische Prinzip einen modernen praxisnahen Unterricht erm&#246;glicht. Die Gemeinschaftsschule gew&#228;hrleistet eine umfassende Allgemeinbildung f&#252;r alle Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler. Allgemeinbildung in der Gemeinschaftsschule wie wir sie verstehen, umfasst deshalb alle Bereiche des menschlichen Lebens – Natur, Arbeitswelt, Wirtschaft, Politik, Kommunikation, Wissenschaft und Kunst, soziale und ethische Beziehungen, Freizeit und Familie. Die Gemeinschaftsschule ist im besten Sinne eine Schule gemeinschaftlicher Bildungsarbeit. Hier wollen wir an positive Erfahrungen aus den skandinavischen L&#228;ndern ankn&#252;pfen. Unterricht, weiterf&#252;hrende Angebote im Wahlpflichtbereich und in zus&#228;tzlichen attraktiven Arbeitsgemeinschaften, Schulsozialarbeit und schulpsychologische Angebote sollen den Rahmen f&#252;r erfolgreiches Lernen schaffen. Die Gemeinschaftsschule ist eine sozial engagierte Schule. Sie schaut nicht weg, wenn Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler in ihrem pers&#246;nlichen und h&#228;uslichen Umfeld Probleme haben. Sie entwickelt Solidarit&#228;t untereinander und bietet sozialp&#228;dagogische und sozialpsychologische Hilfen. In der Gemeinschaftsschule soll ein vollwertiges kostenloses Mittagessen f&#252;r alle Kinder angeboten werden. Ein Abschieben von Lernenden in andere Schulformen soll es in Hessen ebenso wenig geben, wie das „Sitzenbleiben“.</p>
<p>b) <strong>DIE LINKE</strong> meint: Mit funktionierenden Gemeinschaftsschulen k&#246;nnten mehr Menschen Abitur machen und studieren. Das w&#228;re gut. Gleichzeitig m&#252;ssen wir dringend verhindern, dass jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss verl&#228;sst. Wir brauchen also eine h&#246;here Abiturientenquote und eine niedrigere Schulabbrecherquote. DIE LINKE ist zudem daf&#252;r, dass Menschen ohne Abitur und mit Berufsausbildung studieren d&#252;rfen.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 5. Zahlreiche Analysen und Gutachten zur unzureichenden Lehrerbildung (Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung) sind seit Jahren bekannt. Was soll in den n&#228;chsten Jahren ge&#228;ndert werden?</p>
<p><strong>Die Linke:</strong> Dringend m&#252;ssen mehr Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden. Jahrelang haben die Bundesl&#228;nder an Studienpl&#228;tzen und Hochschulen gespart, um sich nun gegenseitig studierte Lehrkr&#228;fte abzuwerben. DIE LINKE setzt sich f&#252;r mehr Studienpl&#228;tze und f&#252;r eine bessere Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer ein.</p>
<p>DIE LINKE h&#228;lt es f&#252;r erforderlich, die p&#228;dagogische Ausbildung zu reformieren. Es kann nicht l&#228;nger sein, dass angehende Lehrerinnen und Lehrer w&#228;hrend ihres Studiums kaum Praxiskontakte haben. Die Aufteilung in Fachausbildung auf der einen Seite und p&#228;dagogischer Praxis auf der anderen Seite, die zudem noch haupts&#228;chlich in die zweite Phase der Lehrerausbildung verschoben wird, wird dem Anspruch an den Lehrerinnen- und Lehrerberuf nicht gerecht. Wir fordern eine Verzahnung von theoretischer und praktischer Ausbildung, von Fachwissenschaft und P&#228;dagogik, Didaktik und Methodik &#252;ber die gesamte Dauer der Ausbildung. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer brauchen ebenso solide psychologische und sozialp&#228;dagogische Kenntnisse wie diagnostische F&#228;higkeiten und Grundkenntnisse &#252;ber sonderp&#228;dagogische Arbeit. Eine Gemeinschaftsschule ben&#246;tigt keine »Zwei-Klassengesellschaft« im Lehrerinnen- und Lehrerberuf, sondern eine gemeinsame Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern mit einer Spezialisierung f&#252;r unterschiedliche Schulstufen, f&#252;r die Primar- und die Sekundarstufen. Wer die erste Staatspr&#252;fung erfolgreich absolviert hat, muss einen Rechtsanspruch auf die zweite Phase der Lehrerausbildung haben. Diese soll sich zeitnah an das Studium anschlie&#223;en. DIE LINKE fordert, dass das Land Hessen wieder in die Tarifgemeinschaft der L&#228;nder eintritt und das Tarifdumping in Hessen aufh&#246;rt. Au&#223;erdem muss die Arbeitszeitverl&#228;ngerung f&#252;r Lehrkr&#228;fte zur&#252;ckgenommen werden. Lehrerinnen und Lehrer m&#252;ssen ein Recht auf Fort- und Weiterbildung haben. Daf&#252;r muss genug Personal zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<p><strong>Miller:</strong> 6. Das Konzept der &#8220;Selbstverantwortlichen Schule&#8221; &#8211; eigene Rechtsf&#228;higkeit, Budget- und Personalhoheit, p&#228;dagogische Gestaltungsspielr&#228;ume &#8211; wird in Hessen seit Jahren diskutiert. Besonders gro&#223;e Berufsschulen und Gymnasien sind daran interessiert.<br />
a) Soll dieses Konzept zeitnah in der Fl&#228;che umgesetzt werden?<br />
b) Erfolgt eine Vollfinanzierung durch den Staat?</p>
<p><strong>DIE LINKE </strong> ist a) f&#252;r mehr p&#228;dagogische Gestaltungsspielr&#228;ume der Schulen. Allerdings bef&#252;rchten wir Bildungsk&#252;rzungen und Privatisierung unter dem Deckmantel der „Selbstverantwortlichen Schule“.<br />
Modellversuche wie z.B. die Eigenverantwortliche Schule nach dem Modell der Bertelsmannstiftung in NRW beg&#252;nstigen eine Art von Selbstst&#228;ndigkeit in Schulen, die von wirtschaftlichen Interessen geleitet werden. Sie versch&#228;rft die Konkurrenz zwischen den Schulen und schiebt die Verantwortung f&#252;r die desolate finanzielle Situation auf die Schulen selbst ab. Durch den Anpassungsdruck werden Schulen gegeneinander ausgespielt und die Unabh&#228;ngigkeit staatlicher Schulen wird ausgehebelt: Diese scheinbaren Reformprojekte bedienen sich der Schlagworte wie Leistungsf&#228;higkeit und Qualit&#228;tssicherung, um die Schulen miteinander in Konkurrenz zu setzen. Deshalb lehnen wir das Konzept ab. Eine wirkliche Autonomie im Schulbereich erfordert ausreichendes und qualifiziertes Personal f&#252;r die Unterrichtsversorgung, f&#252;r die Sozialarbeit, f&#252;r den Ganztagsbetrieb und f&#252;r erfolgreiches Lernen. Eine nachhaltige Unterst&#252;tzung f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler, Lehrerinnen und Lehrer und Schulleitungen muss durch den Staat gew&#228;hrleistet werden. Die Rechte der Lehrkr&#228;fte-, Eltern- und Sch&#252;lervertretungen sind sehr eingeschr&#228;nkt. In einer wirklich eigenverantwortlichen Schule aber treffen sie alle wesentlichen schulischen Entscheidungen.</p>
<p>b) <strong>DIE LINKE </strong> bef&#252;rchtet, dass das Land Hessen das Konzept nicht ausfinanziert, sondern f&#252;r K&#252;rzungen benutzt. Die Schulen m&#252;ssten bei Budgethoheit K&#252;rzungen des Landes selbst umsetzen. Sie werden immer weiter in die Enge getrieben, so dass sie auch privatwirtschaftliche Gelder einholen, um bestehen zu k&#246;nnen. Dies sind die schlechten Erfahrungen von der „Autonomie der Hochschulen“. Bildung ist eine &#246;ffentliche Aufgabe und liegt in der Verantwortung des Landes. Sie darf nicht von Sponsoren abh&#228;ngig sein.Schulen d&#252;rfen keine betriebswirtschaftlich handelnden Unternehmen werden! Lehrerinnen und Lehrer und weitere Besch&#228;ftigte der Schulen w&#228;ren nicht mehr Besch&#228;ftigte des &#246;ffentlichen Dienstes des Landes Hessen, sondern der einzelnen Schule. Die Schulen k&#246;nnten die Arbeitsbedingungen verschlechtern und die K&#252;rzungen auf dem R&#252;cken der Besch&#228;ftigten austragen. Diese h&#228;tten weniger M&#246;glichkeiten, sich gemeinsam dagegen zu wehren.</p>
<p><strong>Miller: </strong> 7. Das Landesabitur wird j&#228;hrlich mit ca. zwei Millionen Entwicklungskosten (&#246;ffentliche Steuergelder) von Lehrerkommissionen erstellt. Die verbrauchten Pr&#252;fungsaufgaben wurden 2007 und 2008 an private Verlage verkauft und ca. zehntausend Euro Einnahmen erzielt. Soll diese Regelung beibehalten werden oder besteht Aussicht darauf, dass die verbrauchten Pr&#252;fungsaufgaben mit L&#246;sungen f&#252;r jedermann kostenfrei im Internet 2009 einsehbar sind?</p>
<p><strong>DIE LINKE </strong> ist gegen die Privatisierung von Bildung, also auch gegen das Verkaufen von Abitursaufgaben an private Verlage. Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler k&#246;nnten sich besser auf das Abitur vorbereiten, wenn die Aufgaben im Internet oder anderweitig ver&#246;ffentlicht w&#228;ren.</p>
<p>Vielen Dank f&#252;r das Interview.</p>
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