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FDP – Beweglichkeit in der Bildungspolitik?

14. Mai 2009 · von Miller · 3 Kommentare

FDP – Beweglichkeit in der Bildungspolitik?

Die 100 Tage Schonfrist der neuen CDU-FDP-Regierung sind heute vorbei. Wie nicht anders zu erwarten, kommt die Regierung zu einer weitgehend positiven Einschätzung der bisher geleisteten bzw. initierten Arbeit und die Opposition zu einer weitgehend negativen.  Das bekannte Hase-Igel-Spiel; das Wahlvolk weiß zwischendurch gar nicht mehr, wer denn der Hase und wer die Igel sind. Hauptsache, es geht irgendwie weiter und weiter und weiter.

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Was tut sich in der Bildungspolitik?
Bisher nicht viel. Viel Tretminen, Pannen, unverbindliche Absichtserklärungen im „Traumjob“ am Wiesbadener Luisenplatz. Die FDP hat mit 16 Prozent Wählerstimmen im Rücken das Kultusministerium als ein Schlüsselministerium von der CDU übernommen. Die Kultusbürokratie ist aber weitgehend CDU-infiltriert, geschickt über 10 Jahre eingefädelt.

Was zieht die FDP-Ministerin daraus für Schlüsse? Welche Innovationen, auch innerbehördlich,  sollen zügig angegangen werden?

Die Leitlinie  „Selbstverantwortliche Schule“ hat zurzeit eher etwas von einer ungeliebten grauen Maus. Selbst SVplus als kleines, aber ambitioniertes Reformprojekt im Berufsschulbereich kommt nicht richtig voran, die bürokratischen Hürden sind immer noch zu hoch, taktische Hinhaltespiele, Verrenkungen überall, kaum Wertschätzung für die Engagierten vor Ort.

Was tut sich in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung? De facto steht Hessen nach 10 Jahren CDU vor einem Scherbenhaufen. Qualitative Lehrerfortbildung vor Ort, in der Region gibt es kaum noch. Wunschdenken und Nebelbildungen finden sich in zahlreichen Eigenlobreden der angeblich „neuen Qualitätsoffensiven“ – wenig seriöse Analysen und konkrete Konzepte mit ausreichender Finanzierung. Oder wird da einiges unter Veschluss gehalten?

Worin zeigt sich ein differenziertes FDP-Profil? Das ist die große Frage, 12 Uhr hat es längst geschlagen. Auch Gutmütige schauen inzwischen skeptisch auf die Uhr.

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Abitur verkauft (10)- Große Anfrage der Linken

8. Mai 2009 · von Miller · 5 Kommentare

Abitur verkauft (10)- Große Anfrage der Linken

Wer steht im hessischen Landtag wie ein Fels in der Brandung? Welche Partei –  CDU, Linke, FDP, Grüne, SPD engagiert  sich besonders in Fragen einer gerechte Bildungspolitik? Wer sorgt für Transparenz und Aufklärung? Was leistet die neue Ministerin? Die 100 Tage „Eingewöhnung“ im Kultusminsterium sind vorbei. Was leistet die Regierung, was leistet die Opposition?
Das Thema Abitur verkauft beschäftigt uns jetzt schon ein volles Jahr, da bisher im Kultusministerium keine sinnvolle Lösung gefunden wurde, im Gegenteil. Was ist der neueste Stand?

Die Fraktion DIE LINKE  hat am 06.April 2009 eine „Große  Anfrage betreffend Verkauf der Rechte am Landesabitur“ in den hesssichen Landtag eingebracht. Sie schreiben als Problemaufriss:
„Im Oktober 2008 hatte sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einer Kleinen Anfrage betreffend der Zugänglichkeit zu zentralen Prüfungsaufgaben (Drucks. 17/522) an die Landesregierung gewandt. Die Antworten
derselben liegen inzwischen vor, sind jedoch zum einen reichlich unbefriedigend und zeugen zum anderen von einem naiv-fragwürdigen Umgang mit der einschlägigen Rechtsmaterie. So behauptet der ehemalige Kultusminister Banzer (CDU) beispielsweise, die Abituraufgaben könnten durch das Ministerium nicht im Internet veröffentlicht werden, weil sie Zitate von urheberrechtlich geschützten Werken enthielten, deren allgemeine Zugänglichmachung durch § 53 des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urhebergesetz, UrhG) verboten sei. Deshalb sei die Veröffentlichung aller Prüfungsaufgaben unmöglich. Diese Aussage hält einer juristischen Prüfung keineswegs stand und ist bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes als falsch anzusehen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Land Hessen 2 bis 2,5 Mio. € pro Jahr für die Erstellung zentraler Prüfungsaufgaben ausgibt, hiernach jedoch lediglich „für die Bereitstellung der verwendeten Abituraufgaben eines Jahres eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von 100 € pro Aufgabenset (3 Aufgaben)“ von den entsprechenden Verlagen erhält, nicht akzeptabel: Das Land hat aus dem Verkauf eines Wertes in Höhe von 2 bis 2,5 Mio. € im Jahr 2007 4.400 € und im Jahr 2008 5.700 € eingenommen – und diesen somit mit jeweils durchschnittlich rund 99,8 v.H. „Verlust“ verkauft.“
Dann folgen 22 konkrete Fragen an die Landesregierung (vgl. Große Anfrage). Man darf auf die Antworten gespannt sein. Die bisherige Position der CDU-Alleinregierung wird nicht zu halten sein. Sustanziell hatte ich das im Beitrag Abitur verkauft (9)- zur Copyrightfrage dargelegt.

Die Linken hatten meine Recherchen und Positionen zum Großteil wörtlich in Ihre Anfrage aufgenommen. Sie hatten mich vorher gefragt, so wie ich allen 5 Parteien im Landtag bei der Lösung des Problems meine Mithilfe angeboten hatte. Die CDU hatte sich als „Strategie“ das große Schweigen ausgedacht, wegschauen, Übungsstundendemonstration in der „Diktatur des Sitzfleisches“. SPD und Grüne haben sich weitgehend die Position des Bildungswirts zu eigen gemacht und ihren entsprechenden Parteilfilter eingebaut. Prima, Hauptsache wir ziehen im Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Eltern, letztlich auch im Interesse der Lehrerinnen und Lehrer an einem Strang. Auch die GEW Hessen hat sich durch Vorstandbeschluss Ende 2008 dieser Position angeschlossen:

Es bleibt die berechtigte, seit vielen Monaten bekannte Forderung:
“Für alle hessischen Schülerinnen und Schüler wird gewährleistet:
Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet. Dies gilt für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich.”

Der Streit hat bundespolitische Bedeutung, da in keinem Bundesland bisher eine wirklich gute Lösung der Transparenz von verbrauchten Abituraufgaben gefunden wurde. Vgl. dazu auch meine beiden  Beiträge  „Abitur in Deutschland“.

Gespannt kann man sein, was jetzt die FDP tut. Die neue Ministerin Dorothea Henzler (FDP) hat es in der Hand, die 100 Tage  Schonzeit/Eingewöhnungszeit im Amt  sind abgelaufen. Ich wünsche ihr einen klaren analytischen Blick und viel Erfolg in der Lösung des Problems. Lösungsoptionen liegen vorbereitet auf dem Tisch. Es fehlt nur noch der politische Wille.

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Neues Abitur in Hessen?

24. März 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Neues Abitur in Hessen?

Oder nur neues Regelungsgestrüpp für die gymnasiale Oberstufe und das Abitur?

Brandaktuell gibt es auf der Homepage des Hessischen Kultusministeriums einen Entwurf einer Gesamt-Abiturverordnung. Das nennt sich jetzt: „Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) Stand 19.03.2009“ und soll Ende 2009/ Anfang 2010 in Kraft gesetzt werden. Der Geltungsbereich soll Gymnasien, berufliche Gymnasien, Schulen für Erwachsene, Oberstufen von Gesamtschulen und externe Nicht-Schülerprüfungen umfassen.

Die geneigte Leserin sagt sich da: Warum nicht?
Wenn’s dem Fortschritt dient. Wenn Interessen und Lebenssituationen von vielen Menschen besser berücksichtigt werden. Wenn Bürokratie eingedämmt wird und ein knapp gefasster Text hervorkommt. Wenn eine Gesamtverordnung mit klaren Vorteilen aufwarten kann. Warum nicht?
Indes reibt sich die geneigte Leserin die Augen:
Was ist das für ein aufgepumptes Paragraphen-Machwerk? (104 Seiten). Dann fällt ihr immer noch entspannter Blick auf die Synopse des GANZEN. Prima, kurz einen Überblick (5 bis 10 Seiten), eine Gesamtschau gewinnen, bevor es in die Details geht. Schlagartig verdunkelt sich ihr Blick: 210 Seiten (!) Synopse, ein primitiv aufgelisteter Detailvergleich jedes einzelnen Paragraphen, jeder einzelnen Formulierung und kein Überblick, keine argumentative Darlegung der Nützlichkeit des neuen Vorhabens.
Welche Zauberlehrlinge waren dort am Werk?
Der neuen Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) kann man das noch nicht anlasten, jedoch sollte sie ab jetzt genau hinsehen, was „ihr Ministerium“ so alles zu einem Gesamten meint verwursten zu müssen. Das letzte Wort kann das aus Wiesbaden nicht gewesen sein.

Was dazu wohl der geneigte Leser meint?

OAVO und Synopse stehen zum Download auf der HKM-Homepage zur Verfügung.

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Textanalyse – notwendiges Handwerkszeug für intelligentes Leben

11. März 2009 · von Miller · 7 Kommentare

Textanalyse – notwendiges Handwerkszeug für intelligentes Leben

Sobald wir sprechen oder schreiben, produzieren wir Texte. Wie versuchen uns zu verständigen; wir wollen mit Worten, Sätzen und Lauten in der Regel Sinn entfallen. Täglich nutzen wir Texte – in der Schule, im Beruf, in der Freizeit, in der Öffentlichkeit. Das lateinische Wort textus bedeutet Gewebe, Geflecht. Wir texten oder „weben“, stellen Verknüfungen her, kombinieren, gehen einer Sache auf den Grund, erforschen Ursache und Wirkung, stellen Funktionszusammenhänge her etc.

Die Textanalyse soll klären, was der Text beansprucht, bezweckt oder beim Leser bewirken will (Inhaltsanalyse) und wie diese Inhalte/Gedanken sprachlich gestaltet sind (Sprachana­lyse).
Inhalt und Sprachform können analytisch getrennt werden; tatsächlich handelt es sich aber um eine festgefügte Einheit: Durch eine bestimmte Sprachform (u. a. Wahl der Textsorte, des Sprachstils) erhält der Inhalt seinen Ausdruck. Ausgangspunkt für eine Textanalyse kann sowohl der „Inhalt“ als auch die verwendete „sprachliche Gestaltung“ sein.Textanalyse Sachanalayse SprachanalyseInhaltsanalyse

Grundsätzliche Gesichtspunkte sind:

  • Welche Ziele und Absichten lassen sich aus dem Textinhalt und dem Textaufbau erkennen?
  • Welche Wirkungen sollen beim Leser erreicht werden?
  • Welche Wirkungen werden wahrscheinlich tatsächlich erzielt?

Im Einzelnen kann genauer gefragt werden nach:

  1. Welche Bedeutung hat die Überschrift? Welche Erwartungen sollen geweckt werden?
  2. Passen Textinhalt und Textsorte zueinander? Welche Beziehung oder Diskrepanz kann fest­gestellt werden?
  3. In welcher Absicht werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt? Wie ist die Informationswahl gestaltet? Werden die Absichten und Hintergründe einer bestimmten Auswahl vom Autor explizit genannt oder bleiben diese verschleiert? Wo ist der Text ausführlich oder knapp, konkret oder abstrakt, genau oder vage gehalten?
  4. Ist die Darstellung der Sachverhalte oder der Sachlage korrekt? Liegt eine bewusste Irre­führung des Lesers vor?
  5. Liegt eine klare Textgliederung vor? Welche Wirkung soll durch eine bestimmte Anord­nung des Textes erreicht werden?
  6. Ist der Text sachlogisch weitgehend einwandfrei? Z. B. der Zusammenhang von These – Begründung, angeführte Argumente – Schlussfolgerung. Sind die angeführten „Begründungen“ auch tatsächlich nachvollziehbare „Gründe“?
  7. Welche Rolle spielen Vergleiche, Beispiele, Bezug und Verweis auf „Autoritäten“?
  8. Ist der Text zielgruppenbezogen formuliert?
  9. Gibt es einen Unterschied zwischen Autorenintention und Textintention? Nicht immer stimmt das, was der Autor sagen wollte, mit dem überein, was er tatsächlich gesagt hat.

Sprachanalyse

Grundsätzliche Gesichtspunkte sind:

  • Welche Textsorte liegt vor? Welches „Sprachmaterial“ wird verwendet um die Inhalte, Gedanken und Absichten umzusetzen?
  • Welche Wirkung soll durch eine bestimmte sprachliche Gestaltung erreicht werden? Welche sprachlich-rhetorischen Mittel sind erkennbar?

Im Einzelnen kann gefragt werden nach:

  1. Welcher Kommunikationszusammenhang, welcher Kontext liegt vor? Dasselbe Wort kann in verschiedenen Kontexten sehr Unterschiedliches bedeuten. Immer sind die Textteile und die sprachlichen Mittel auf das Textganze zu beziehen.
  2. Welche Sprache wird verwendet: Fachsprache – Gruppensprache – Sondersprache? Um­gangssprache – Standardsprache (Hochdeutsch)? Amtsdeutsch? Werbesprache?
  3. Lassen sich Stilbrüche erkennen? Wortschatz, Wortwahl, Modewörter, Fremdwörter, Wort­neuschöpfungen? Leerformeln, Phrasen, „Plastikwörter“?
  4. Welche Absicht ist mit einem bestimmten Sprachstil verbunden? Welche Bedeutung haben zentrale Begriffe, Definitionen, rhetorische Mittel?
  5. Welche rhetorischen Mittel werden eingesetzt, z. B. Metapher, Vergleich, Übertreibung, Umschreibung, Beschönigung, Appell, Anspielung, Steigerung, Gegensatz, Nachdruck, Beispiel, Zitat, Wortspiel, Ausruf, Scheinwiderspruch, Scheinfrage, …
  6. Welche Satzarten – Aussagesatz, Fragesatz, Befehlssatz – werden verwendet? Kurze/ lange Sätze? Haupt-/Gliedsätze, verschachtelte Sätze?
  7. Welcher Satzbau liegt vor? Abweichungen von der Norm? Verwendung von Indikativ, Kon­junktiv und Imperativ?
  8. Liegt eine monologische oder dialogische Sprechweise vor? Wie ist der Leserbezug gestal­tet? Welche Funktion haben das „ich“, das „du“, das gemeinsame „wir“ oder das unpersönliche „man“ und „es“?

Schematischer Aufbau einer Textanalyse

  • Nennung von Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr, Bezugsrahmen der Untersuchung
  • Kurze Zusammenfassung des Inhalts, zentrale Aussagen
  • Erste Einschätzung der Textintention, der zentralen Absicht des Textes
  • Analyse einzelner Textteile und Bezug auf das Textganze hinsichtlich Inhalt und verwendeter Sprache
  • Auswertung der Analyse – Bewertung der Ergebnisse
  • ggf. Darlegung des eigenen Bewertungsmaßstabes
  • ggf. Lösungsvorschläge, Alternativen

aus: Michael Miller, Texte formulieren lernen

WICHTIG: Die Textanalyse bereitet meist eine tiefergehende Textinterpretation vor. Oft genug fließen beide im praktischen Vollzug ineinander.

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Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht

6. März 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht

An vielen Schulen und in zahlreichen Abschlussprüfungen – vor allem im Fach Englisch, zum Teil auch in Französisch und Spanisch – wird eine alte, sehr sinnvolle Aufgabenform neu entdeckt: die Sprachmittlung. Sinn einer Sprachmittlung ist es, jemandem wesentliche Aspekte aus einem gesprochenen oder geschriebenen Text zu vermitteln, dessen Sprache er nicht versteht; d.h., den wesentlichen Inhalt, das Wichtige oder für den anderen Interessante aus einem deutschen Text sinngemäß – also in der Regel nicht wörtlich übersetzt – in Englisch wiederzugeben. Oder auch umgekehrt: Wesentliches aus einem englischen Text sinngemäß auf Deutsch zusammenzufassen.

Konkretes Beispiel gefällig?

Welchen konkreten Anwendungsbezug Sprachmittlung haben kann, soll im Folgenden eine Sprachmittlungsaufgabe verdeutlichen, die sich auf den Zornausbruch des damaligen Trainers von Bayern München, Giovanni Trapattoni, auf der berühmten Pressekonferenz am 10. März 1998 bezieht. Auch hier gilt es aus einer – allerdings nicht eindeutig zu bestimmbaren – Fremdsprache in sinnvolles Deutsch zu vermitteln:

Aufgabe: Fassen Sie zusammen, was Trapattoni sagt und was er eigentlich meint.

Giovanni Trapattonis Rede:
„Sind Sie bereit?
Stellen mir die Fragen, wenn hören o verstehen schlecht meine Wörter, bitte. Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Zeitung, aber ich habe gehört viele Situationen.

Erstens. Wir haben nicht offensiv gespielt. Es gibt keine deutsche Mannschaft spiel offensiv und die Name offensiv wie Bayern. Letzte Spiel hatten wir in Platz drei Spitzen: Elber, Jancka und dann Zickler. Wir mussen nicht vergessen Zickler. Zickler ist eine Spitzen mehr, Mehmet e mehr Basler. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab‘ gesagt? Dann. Offensiv, offensiv ist wie machen in Platz.

Zweite. Ich habe erklärt mit diese zwei Spieler: Nach Dortmund brauche vielleicht Halbzeit Pause. Ich habe auch andere Mannschaft gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe gesehen auch zwei Tage de Training.

Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sei … sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer! (…)“ (ohne Gewähr)
(Den Rest bitte selbst raushören und sprachmitteln … viel Spaß)

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Alles neu im Abitur!

22. Februar 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Alles neu im Abitur!

„Ich bin die Abrissbirne für die deutsche Seele“ – alles glänzt so schön neu; passt sicher auch auf die „verstaubte“ pädagogische Luft, meint nicht nur Peter Fox.
Zuerst aber einige Lockerungsübungen für aufgeschlossene Ministerialräte,  Schulaufsichtsbeamte und Fachkommissionen zur Vorbereitung der Prüfungsaufgaben für das Abitur 2010!

Video 1: Peter Fox, Alles neu with Lyrics

Video 2: Peter Fox, Stadtaffe

Aufgaben
1. Schau und genieße! Etwas klickt immer im Kopf und in den Beinen.

2. Analysiere die beiden Videos hinsichtlich verwendeter Sprache, musikalischer Qualität und filmisch-ästhetischer Präsentation. Schreibe einen Kommentar für den Blog.

3. Produziere ein eigenes Video zu Schule, lernen, Lernförderung und Lernbehinderung.

4. Hast du überhaupt zu gar nichts Lust, bleib‘ im Bett, schlaf‘ weiter und nerve nicht deine Mitmenschen.

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Abitur 2009 – 2011 in Deutschland (2)

16. Februar 2009 · von Miller · 13 Kommentare

Abitur 2009 – 2011 in Deutschland (2)

In Abitur in Deutschland (1) formulierte ich einleitend am 26. Oktober 2008: Von einem der auszog, professionelle Suchmaschinen bediente, Abiture (Abiturkonzeptionen, Abituraufgaben und Abiturlösungen) suchte, Vergleiche anstellte und 2008 das Fürchten lernte.
Nehmen wir an, dass ein junger unerschrockener Abiturient ins Netz tief eindringt und sich richtig schlau machen will. Sein Ziel: angemessene Abiturvorbereitung, bundesweite Transparenz und Überblick zu den gestellten Erwartungen. Was ist sein Ergebnis? Welcher Service wird ihm geboten? Was ist los in der Bildungsrepublik Deutschland?

Die ministerial geschaffene Unübersichtlichkeit und die sehr unterscheidlich ausgeprägte Regelungswut (oder Sehnsucht) erschweren den Durchblick. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Was hat sich 2009 geändert und wie sieht der Ausblick „Abitur 2011″ aus?

Von München bis Flensburg und Berlin wird das hohe Lied auf Bildungsstandards, Kompetenzorientierung und selbstgesteuertes Lernen  gesungen; korrespondierend setzen die bildungspolitisch Verantwortlichen auf die gepriesene ‚ Selbstverantwortliche Schule‘,  auf das Engagement der Schulgemeinde – Schüler, Lehrer, Eltern. Das Abitur – inzwischen in 15 Bundesländern zentral gestellt – gilt immer noch als Aushängeschild, als Gipfel des deutschen Schulwesens. Gerade deshalb bedarf es dringender Korrekturen beim Zentralabitur, wenn man auf der Höhe der pädagogisch-didaktischen Diskussion sein will.
Machen wir uns das am SchlüsselFach Deutsch näher klar, schauen wir uns etwas in Hessen, NRW und Niedersachsen 2008 bis 2011 um.
Die verordneten Pflichtlektüren, Willkürlisten der Vor-Vorgestrigen, die für neue Lehrer von Altlehrern und deren Altlehrern gemacht wurden, lassen für subjektive Präferenzen der Lernenden kaum eine Option offen. In Hessen z.B. schrieb das Kultusministerium für das Landesabitur 2007 und 2008 (Unterricht der gymnasialen Oberstufe) folgende Lektüre zwingend vor: Lyrik der Klassik und Romantik; Schiller: Don Carlos; Hoffmann: Der Sandmann; Büchner: Woyzeck und Briefe; Fontane: Effi Briest, Kafka: Kurze Prosa; Gedichte des Expressionismus; Dürrenmatt: Die Physiker; Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen (nur im Leistungskurs); Kafka: Die Verwandlung (nur im Leistungskurs); Frisch: Homo faber (nur Leistungskurs). Zusätzlich wird für die im »Abschlussprofil des Leistungskurses geforderte größere literarische Belesenheit« erwartet: Brecht: Leben des Galilei; Eichendorff: Das Marmorbild; Th. Mann: Buddenbrooks. Nach zahlreichen Protesten von Lehrern und Eltern wird Dürrenmatt: Die Physiker und Eichendorff: Das Marmorbild wieder gestrichen und gleichzeitig das Abschlussprofil des verbindlichen Unterrichtsinhalts »Reflexion über Sprache« gesetzt. Dazu gehört dann unter anderem – »Das Zusammenwirken von psychischen, sprachlichen, ästhetischen, situativen und normativen Faktoren beim Austausch von Sachverhalten und Informationen erkennen und analysieren, Formen sprachlicher Beeinflussung und manipulativen Sprachgebrauchs erkennen«, aber auch »schriftlich orthographisch und grammatikalisch normgerecht formulieren«.

Schüler und Lehrer geraten unter unnötigen Dauerstress durch diese reglementierenden Erlasse. Das Leseprogramm wird im Stakkato durchgenommen und in die sogenannte Freizeit der Schüler abgedrängt. Von Lehrerseite heißt es dann: »Im Unterricht haben wir dazu nur begrenzt Zeit, wir Lehrer können nichts dafür, das wird vom Ministerium vorgegeben« – Paradebeispiele für Motivationskiller durch abstrakte Autoritäten. Verschärfend kommt noch hinzu:

Literatur nach 1960? Fehlanzeige! 50 Jahre literarische Blackbox: junge deutsche und internationale Autoren sind de facto in der Schule exkommuniziert. Für 2009 und 2010 muss es dann eine neue ministerielle Willkürliste geben, da fast alles in den Schulen und spezifischen Internetseiten schon durchgekaut wurde und die gähnende Langeweile kaum zu unterdrücken sein wird. Im alten Schema verstrickt, würde das dann beispielsweise bedeuten, dass man Fontanes Effi Briest eben durch Irrungen, Wirrungen ersetzt und Schillers Don Carlos durch Die Räuber etc.pp.
In der Tat, es ist für jedermann im Internet nachzulesen: Für das Landesabitur 2009 gelten neu: Lyrik der Klassik gestrichen; Gedichte des Expressionismus durch Lyrik des Expressionismus ersetzt; statt Schillers Don Carlos nicht, wie ich vermutete, Die Räuber, sondern Maria Stuart; statt Fontanes Effi Briest nun Irrungen und Wirrungen; Dürrenmatts: Die Physiker ersatzlos gestrichen; ebenso Frischs: Homo faber und Schillers: Über die ästhetische Erziehung des Menschen. Der große Rest von 2007 bleibt weiter verpflichtend vorgeschrieben. Wer soll diese Willkür begreifen? Warum verschwindet die hochgeschätzte »Effi« jetzt in der Mottenkiste? Noch zwei Jahre zuvor meinte man in weitblickender »abendländischer Tradition« diese Lektüre den Schülern aufs Auge drücken zu müssen. Warum werden Dürrenmatt und Frisch gleich mit erledigt? Fragen über Fragen. Die Verantwortlichen im Ministerium schwimmen in dürren Begründungen, ahnen um den brüchigen Grund, wollen aber an der Pflichtlektüre festhalten, komme, was da wolle. In ihrer Verzweiflung klammern sie sich an ihre beschwörenden Rechts-Voodoo-Sätze wie: »Verpflichtung der Lehrkraft: Jede prüfende Lehrkraft ist verpflichtet, sich gründlich mit dem Inhalt der fachspezifischen Lehrpläne auseinanderzusetzen (§27 (2) VOGO/BG)« und »Grundlage sind die verpflichtend zu behandelnden Inhalte des Lehrplans«.

In anderen Bundesländern sieht es kaum besser aus: In NRW z.B. war für das Abitur 2008 gesetzt: Lessing: Emilia Galotti; Fontane: Irrungen und Wirrungen; Gegenwartsliteratur bis 1960: Lyrik der Nachkriegszeit 1945-1960 (nur für Grundkurs) und Bernhard Schlink: Der Vorleser. Für den Leistungskurs: Lyrik des Barock. Für das Abitur 2009 und 2010 Schiller: Don Carlos, dann mal wieder Fontane: Effi Briest; Büchners Dantons Tod. Gegenwartsliteratur: Lyrik der Nachkriegszeit 1945-1960, aber Schlink: Der Vorleser wird gestrichen und dafür mal Christa Wolf: Kassandra unter Einbeziehung der Frankfurter Poetik-Vorlesungen gesetzt. Für das Abitur 2011 bleibt Schillers Don Carlos, bei Büchner wird zu Woyzeck gewechselt und mit Schnitzlers Traumnovelle garniert. Als „Gegenwartsliteratur“ wird Wolfgang Koeppens Tauben im Gras hervorgeholt und Kassandra wieder abgesetzt. Dazu wird  progressiv „Liebesgedichte in Romantik und Gegenwart (1980-2010)“ verordnet. Für den Leistungskurs wird aber auf die Liebeslyrik mit „Schwerpunkten in den Epochen Barock, Romantik (unter Einbezug von Heine) und in der zweiten Hälfte des 20.Jhs.“ bestanden. Welch fortgesetzte Willkür von Bürokraten, Zwangsbeglückungsprogramm für die deutsche Jugend!

In  Niedersachsen ticken die Uhren wiederum ganz anders. Im Abitur 2009 werden verbindlich drei thematische Schwerpunkte gesetzt: „1. Literaturkritik, 2. Natur und Transzendenz in der Romantik, 3. Soziales Drama.“ Dann erfolgt eine extrem kleinschrittige Festlegung der verbindlichen Lektüre. Beim Schwerpunkt „Literaturkritik“ müssen alle „Die Besten 2004, Klagenfurter Texte“ lesen, dazu werden die Seitenzahlen, z.B. S. 232-237 oder 255-258 bestimmt. Im 2. Schwerpunkt werden gar einzelne Gedichte festgelegt, z.B. Eichendorffs ‚Wünschelrute‘. Für den LK selbstverständlich (?) Karoline von Gründerode und Heinrich von Kleist. Im Schwerpunkt 3: Hauptmann: Die Ratten und Horvath: Geschichten aus dem Wiener Wald. Für das Abitur 2011 sieht man das aber alles wieder anders. Die thematischen Schwerpunkte heißen dann: „1. Deutsche Sprache der Gegenwart, 2. Heinrich von Kleist, 3. Wissen und Verantwortung.“ Im 3. Schwerpunkt wird als verbindliche Lektüre festgelegt: Dürrenmatt: Die Physiker, Ibsen: Ein Volksfeind, Helmut Schmitt – einer seiner vielen „Zeit“-Artikel und als Krönung J.W. Goethe: Der Zauberlehrling. Mit dem „Zauberlehrling“ und dem Nicht-abstellen-Können der Breimaschine werden zu einem Ministerium ungeahnte paralelle Spuren erkennbar, zum Glück nicht interpretativ abiturrelevant. Bertolt Brecht – Lob des Lernens, Lob des Zweifels – wird abschließend für den Leistungskurs zur verbindlichen Lektüre erklärt; der Grundkurs wird davon „befreit“, wer braucht da schon Brecht? „Fragen eines lesenden Arbeiters“ von B.B. sollte man deshalb für alle auf die Internetseiten des deutschen Bildungsservers stellen.

Tiefer nachdenken könnten alle Bildungsinteressierten auch mal über die obligatorische ministeriale Setzung für das Abitur 2009: »Über das Verhältnis von Sprechen, Denken und Wirklichkeit nachdenken: Sprachkritik, Sprachskepsis, Sprachnot (Grund- und Leistungskurs)«. Diese Prüfung sollte auch für Ministerialbeamte und die untere Schulaufsicht eingeführt werden mit Veröffentlichung der Ergebnisse im Internet! Des Weiteren kann niemand mit guten Argumenten erklären, warum im Abitur 2008 »Strukturen der Sprache als System und Funktion ihres Gebrauchs in Texten und Kommunikationssituationen: Rhetorik – öffentliche Rede« noch verpflichtend gesetzt, aber in Hessen für 2009 und 2010 gestrichen wird. Sind öffentliche Kommunikationssituationen nicht mehr von Bedeutung? Warum werden grundlegende Themen wie »Spracherwerb und Sprachentwicklung« nur für den Leistungskurs gesetzt? Ministeriale Willkür, so weit das Auge reicht.

Für Abiturregelungen und Abituraufgaben in Deutschland habe ich eine spezielle Blogroll (rechte Spalte im Bildungswirt) zusammengestellt. Viel Spaß beim Abi-Surfen.

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Bildungsstandards konkret (1): Fach Englisch Gymnasiale Oberstufe

7. Februar 2009 · von Miller · 3 Kommentare

Bildungsstandards konkret (1): Fach Englisch Gymnasiale Oberstufe

Den Orientierungsrahmen für konkrete, knapp gefasste Bildungsstandards bildet die Artikelserie Die Crux der Bildungsstandards (1 bis 6) im Bildungswirt. In Crux (1) wurden Bildungsstandards als flexible Voodooformeln mit großem Beliebtheitswert im historischen Rückblick erklärt und der Zielkorridor für eine ernsthafte Debatte ausgeleuchtet. Crux (2) diskutierte die Sinnhaftigkeit und Plausibilität des Kompetenz- und Standardbegriffs. In Crux (3) und Crux (4) fragten wir nach Leistungen von Bildungsstandards, nach unterschiedlichen Wissensarten und fächerübergreifenden Kompetenzbereichen. In Crux (5) wurden – in einer grafischer Darstellung – die drei Felder von fachspezifische Standards durch alle drei Fachbereiche, z.B. der gymnasialen Oberstufe angeboten. Crux(6) thematisierte die Notwendigkeit konkreter Umsetzungen von knapp gefassten Bildungsstandards (3-bis 5 Seiten pro Fach!) vor Ort.

Hier der bundesweit erste Entwurf von knapp gefassten Standards für die gymnasiale Oberstufe. Der Entwurf ist kompatibel mit den bundesweit einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) und mit dem Europäischen Referenzrahmen Sprachen. Die KMK will ihre Überlegungen bis 2010/2011 vorlegen. Soll man aber wirklich so lang warten und zum Schluss wieder unverrückbare 50 Seiten pro Fach (!) präsentiert bzw. verordnet bekommen?

Zur Vergrößerung einfach ins Bild klicken!

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Englischlehrerinnen und -lehrer, was meint ihr? Ist der Entwurf aus eurer Sicht für den Unterricht ein klarer Orientierungsrahmen? Welche Plausibilitäten zeigen sich?
Oberstufenschülerinnen und -schüler. Helfen euch kurze Standards als Überblick, als Transparenzfolie und als Kontrollinstrument für den Unterricht?

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