Der Bildungswirt

Bildung Schule Kultur Wirtschaft

Der Bildungswirt header image 4

Einträge gespeichert als 'Allgemein'

Negative Aspekte von Computerspielen. Teil 2: Mangelnde Unterscheidung von Realität und Fiktion/Virtualität

24. August 2009 · von Tobias Bevc · 5 Kommentare

Negative Aspekte von Computerspielen. Teil 2: Mangelnde Unterscheidung von Realität und Fiktion/Virtualität

Es ist noch nicht endgültig entschieden, ob der häufig gemachte Vorwurf der Verwirrung von Realität und Virtualität auch wirklich zutrifft. Ob also die Spieler zwischen ihren virtuellen Spielwelten und der realen Welt, in der sie tatsächlich existieren, sauber trennen können, oder ob sich die Wahrnehmungsräume und damit die Möglichkeitsräume beider Welten vermengen. Es mangelt an eindeutigen Erkenntnissen. Sicherlich geht aber niemand, nur weil er im Computerspiel rumballert und Passanten „wegschießt“, nach dem Spielen auf die Straße geht, um dort das Gleiche zu tun.
Der wohl bekannteste Forschungsansatz dürfte diesbezüglich wohl die von Jürgen Fritz vertretene Theorie der unterschiedlichen Transfer-Ebenen zwischen den verschiedenen Erlebenswelten sein („Wie virtuelle Welten wirken. Über die Struktur von Transfers aus der medialen in die reale Welt“). Fritz ist der Auffassung, dass kaum etwas von der Spielwelt in die reale Welt transferiert wird, eher sei es umgekehrt: „Reale Welt und virtuelle Spielwelten sind deutlich unterschiedliche Areale in der Lebenswelt der Menschen. Das sehen die Spieler auch genau so. Insofern ist ein Transfer von Denk- und Verhaltensweisen von der virtuellen Spielwelt in die reale Welt eher unwahrscheinlich […] Eher anzunehmen ist der umgekehrte Transfer von der realen Welt in die virtuelle Spielwelt. Menschen neigen dazu, in virtuellen Spielwelten das zu wiederholen, was ihr Interesse auch in der realen Welt geweckt hat. Sie koppeln sich und ihren biografischen Hintergrund mit den verschiedenen Angeboten aus virtuellen Spielwelten.“ (Jürgen Fritz, Spiele fördern, was sie fordern)
Das Problem, das m.E. hier besteht – und wie sich auch in der Studie „Wie Computerspiele uns beeinflussen“ seiner „Schülerin“ Tanja Witting zeigt – ist, das Spieler befragt werden, ob das Spielen auf ihr Denken Einfluss habe. Unter anderem wird diese Frage in Bezug auf ihr politisches Denken gestellt. Es erscheint mir hier aber doch mehr als fragwürdig, ob irgendein Spieler jemals zugeben würde, dass er seine politischen Ansichten aus Computerspielen bezieht. Und selbstverständlich wird kein Spieler antworten, dass er nach dem Spielen von 3D-Shootern Lust auf reale Gewaltausübung verspürt bzw. ob diese zumindest manchmal als Handlungsoption vor seinem geistigen Auge erscheint… Das Problem der Befragung von Spielern ist doch, dass diese sich der Umstrittenheit ihres Tuns bewusst sind, und sie daher ihre Antworten gemäß des sozial Erwünschten anpassen.

Wenn also häufig die Übernahme von Inhalten und/oder Handlungsoptionen aus Computerspielen in die Realität verneint wird, da die Spieler in der Lage seien zu unterscheiden oder weil sie im Spiel sich in einem bestimmten Modus der Rezeptionshandlung befinden, die das ausschließt, dann stellt sich die Frage, wie andere Forscher zu dem Ergebnis kommen, dass die Medienrealität das Denken der Menschen deutlich beeinflusst. In Bezug auf TV-Unterhaltung gibt es diverse Studien, die zeigen, dass Menschen durchaus ihre Vorstellungen über Politik und Gesellschaft aus Unterhaltungsformaten beziehen (vgl. Dörner, Politainment, Frankfurt 2001; Baum, Soft News Goes to War, Princeton 2006). Insofern scheint mir die These von nicht stattfindenden Transfers zumindest in Bezug auf Vorstellungen über Politik und Gesellschaft, durchaus zweifelhaft.

Dies lässt sich m. E. auch am Beispiel der in der Gesellschaft vorhandenen Gewalt zeigen. In den Medien ist Gewalt allgegenwärtig. In der Realität nicht. Trotz allem denken die Menschen beständig, dass sie in einer immer gewalttätigeren Welt leben, in der sie in jedem Moment Opfer von Gewalt werden können. Natürlich ist hier weder den Medien, noch den Computerspielen alleine die Schuld zu geben. Immerhin werden solche Ängste auch von vielen Politikern geschürt, die sich die „innere Sicherheit“ auf die Fahnen geschrieben haben und sich durch die Panikmache erhoffen, das nächste Mal gewählt zu werden.

Insofern scheint hier doch der Transfer von der virtuellen (besser: medialen) Welt in die reale Welt stattzufinden. Auch wenn dieser Transfer nun keine Handlungsfolgen in dem Sinne hat, dass die Menschen selbst sich bewaffnen und gewalttätig werden, so hat es aber zur Folge, dass sie verängstigt sind, Nachts sich nicht auf die Straße wagen und insgesamt mit einer verzerrten Vorstellung von der Realität eben diese wahrnehmen. Dies hat Auswirkungen auf ihren Lebensstil etc. (vgl. David Trend, The Myth of Media Violence: A Critical Introduction, Oxford 2007)

Computerspiele tragen dazu bei, weil es kaum eines gibt, das ohne Gewalt auskommt und weil sie zu den ganz selbstverständlich, oftmals täglich genutzten Medien der jungen Generation gehören. Jürgen Fritz ist der Auffassung, Gewalt sei nötig um die Immersion in Computerspiele zu erleichtern, ich denke jedoch, das dass nur eine Ausrede für mangelnde Innovationsfähigkeit auf dem Unterhaltungssektor ist. Es ist eben so, dass nicht nur Sex sich verkauft, sondern auch Gewalt. Ob im Film, in den Nachrichten oder eben im Computerspiel. Gewalt sorgt für Aufmerksamkeit – da muss der Rest gar nichts besonderes sein. Und, im Gegensatz zum Sex, ist Gewalt für alle Altersstufen bis zu einem gewissen, nicht exakt definierten Grad, gesellschaftlich akzeptiert.
Wie so oft ist es auch bei diesem „negativen Aspekt“ von Computerspielen so, dass die Faktoren der Spielhäufigkeit und –intensität, der Bildung und der Medienkompetenz entscheidend sind dafür, ob und wie weitgehend ein Transfer von einer Welt (z.B. der Medienwelt) in die andere Welt (z.B. die „reale“ Welt) stattfinden kann.

Zur Unterscheidung von Realität und Fiktion/Virtualität für Computerspiele ist also das Gleiche festzustellen wie für alle anderen Medien auch: Natürlich sind die Inhalte auf den Bildschirmen deutlich unterkomplexer als in der Realität und natürlich sind diese Inhalte auch jeweils den Interessen des Produzenten untergeordnet. Und selbstverständlich finden Transfers zwischen den Medieninhalten und der Realität statt, stehen doch beide in Wechselwirkung, nicht zuletzt auch in der Wahrnehmung der Rezipienten, die das am Bildschirm gesehene durchaus auch auf ihre Alltagsrealität beziehen (und vice versa) und beides miteinander vergleichen.
Schlussendlich kann man also sagen, dass Computerspiele sich im hier diskutierten Aspekt kaum von anderen Medien unterscheiden, auch wenn es Kritiker gibt, die behaupten, weil der Spieler selbst handelt und nicht sich berieseln lässt, seien die Folgen höher, als bei den rein rezeptiven Medien. Der Beweis allerdings, der fehlt noch. Und es gibt auch die gegenteilige Meinung, dass gerade, weil die Spieler aktiv am Geschehen beteiligt sind, es weniger Involvement geben kann (Feibel, Killerspiele im Kinderzimmer).

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein

Homo symbolicus-ökologicus als neues Leitbild

22. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Homo symbolicus-ökologicus als neues Leitbild

Die alten drei Kantschen Fragen – Was kann ich wissen?, Was soll ich tun?, Was darf ich hoffen? – die in der vierten Frage kumulieren: Was ist der Mensch? – stellen sich heute vornehmlich nicht mehr als anthropologische Fragen, sondern als Fragen nach einer kommunikativen und ökologischen Ethik. Der Homo symbolicus-ökologicus als pädagogisch-gesellschaftliches Leitbild braucht eine ausgewiesene ethische Fundierung. Für ein solches Ethik-Verständnis ist Ausgangspunkt die Durchbrechung einer strengen Anthropozentrik und die kulturelle Einsicht der Notwendigkeit einer co-existenzialen Moral.
Denn: Die Natur selbst lehrt gar nichts, nur wir als denkende, fühlende, wollende Kulturwesen zerstören oder erhalten die Mitwelt.
Der Bildungswirt hat dazu im FREITAG eine Debatte angestoßen. Mehr …

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Vorbilder

Meisterdenker Habermas ist 80!

18. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Meisterdenker Habermas ist 80!

Lieber Jürgen Habermas,
Gratulation zum biblischen Alter und zu einem augenscheinlich gelungenen Leben.

Die international auf Sie gesungenen Lobeshymnen sind unüberhörbar und die ZEIT erblickt in Ihnen gar die neue „Weltmacht“. Selbst Obama als alte Weltmacht ist beeindruckt und will kontrafaktisch an der Idee der kommunikativen Vernunft zukünftig festhalten, auch wenn man dies in China, im Sudan oder im Iran noch anders sieht. Die iranische Bloggerszene übt in der gegenwärtigen Staatskrise die Guerillataktik des „herrschaftsfreien Dialogs“.

Dennoch, lieber Herr Habermas, die kommunikative Vernunft endet i.d.R. im Vorhof der Macht. Und die „Diktatur des Sitzfleisches“ bricht in homersches Gelächter aus ob dieser Narren. Immerhin: Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Das motiviert mich jeden Tag von Neuem, gegen die Überwucherungen der paranoiden Systeme anzukämpfen, sagen wir besser: ein Schnippchen zu schlagen, damit immer wieder Frischluftströme für die Lebenswelten entstehen.

Gern lade ich Sie in mein öffentliches Wohnzimmer im Frankfurter Nordend ein. Habermas-Oberseminar konnte ich es nicht nennen, deshalb habe ich mich abgekürzt für ODYSSEE entschieden.
Shake-Hands und beste Grüße vom Bildungswirt

PS. Kleinere Irrtümer Ihrerseits zur Medienkraft und Wirksamkeit des Internets wollen wir heute nicht diskutieren. Champagner und Schnittchen für alle heißt das Gebot der Stunde.

Abschließend noch ein Blitzlicht für den Meister des gepflegten Salons:
Frankfurt, heute 17 Uhr, unsere gemeinsame Stadt, Willy-Brandt-Platz, Europäische Zentralbank, Demo der Bildungsstreikenden – Polizeiaufgebot als ob die Wandalen und Hunnen gleichzeitig anrücken würden. Man spürte sozusagen kontrafaktisch den herrschaftsfreien Dialog.

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Bewusstsein · Literatur / Film · Vorbilder

Übungsstunde für freie Geister (2)

17. Juni 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Übungsstunde für freie Geister (2)

Die Lösung

Nach dem Aufstand am 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbandes
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, dass das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch doppelte Arbeit
Zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte einfach ein Anderes?

Bertolt Brecht, 1953

Die DDR ist eingemeindet, wen interessiert da noch der Aufstand vom 17.Juni 1953? Die Integration ist abgeschlossen, blühende Landschaften, soweit die Brille hält. Jetzt wird ab 2009 und zukünftig so lange gewählt, bis uns das Ergebnis in Gesamtdeutschland passt. Wollt ihr die Große Koalition? Genau, so geht’s weiter im Land.

Lösen Sie sich auf oder kommentieren Sie z.B. im Bildungswirt. Was meint hier das Volk?

DDR-Propaganda-Material von 1953

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Übungsstunde · Bewusstsein · Literatur / Film

Gerüchte und Geflüster zum Bildungswirt

15. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Gerüchte und Geflüster zum Bildungswirt

paulweberdasgerucht

Paul Weber: Das Gerücht 1943/1953; Quelle: A. Paul Weber – Museum

Der Bildungswirt ist ein unabhängiger, überparteilicher, aber manchmal parteiisch engagierter Blog, wenn es denn sein muss!

Doch Menschen brauchen offensichtlich Sozialklatsch, dazu gehören auch Gerüchte und Geflüster. Fast könnte man meinen, dass dies eine anthropologische Konstante sei, für viele Situationen als sozialer Kitt brauchbar, flexibel einsetzbar, aber auch bis zur Denunziation von Gegnern ausbaubar mit dosierten emotionalen Erregungsstufen und Zornpotenzialen.

Als der Bildungswirt über die schräge Debatte um das Abitur G8/G9 2008 berichtete und den damaligen Kultusminister Banzer als Krisenmanager verhalten lobte, vermuteten einige gar ein geschickt eingefädeltes CDU-U-Boot oder den Undercover-Agenten, den es zu enttarnen galt. Der Bildungswirt werde demnächst Staatsekretär, so die phantasiereiche Gerüchteküche.

Als schon ein Monat später, im Juni 2008, die Artikel-Serie „Landesabitur verkauft“ mit dem Skandalvorwurf an die CDU-Landesregierung startete, war die Welt für die ständigen Entlarver qua Amt wieder in Ordnung. Der Bildungswirt – kein CDU-Mitglied oder U-Boot. Hingegen machte die Kleine Anfrage der Grünen im hessischen Landtag zum Verkauf des Landesabiturs alles nicht besser. Verwirrung brach aus. Der Bildungswirt mache gemeinsame Sache mit den Grünen, wo doch SPD-Nähe bis zu Frau Ypsilanti vermutet wurde. Im öffentlichen Wohnzimmer des Bildungswirts, im Frankfurter Nordend, kehre doch einige Parteiprominenz regelmäßig ein. Was nun?

Ein Bericht über die Wahlkampfveranstaltung Jürgen Banzer (CDU) – Mathias Wagner(Grüne) galt dann doch als die sich andeutende Verdichtung einer Jamaika-Koalition, falls es mit Schwarz-Gelb nicht reichen sollte. Der Bildungswirt hatte wie im Fußball für 3: 3 unentschieden votiert, trotz klarem Platzvorteil für die Grünen in ihrer Hochburg Frankfurt. Alles suspekt. Darüber hinaus gaben alle Parteien (außer der CDU) im Wahlkampf dem Bildungswirt ein Interview. Alle Schubladen zur geistigen Orientierung schienen zu klemmen.

Dann im Januar 2009 ein Bericht über die rote IG-Metallveranstaltung zur Bildungspolitik mit dem Hauptredner Ludwig von Friedeburg, dem hessischen Kultusminister von 1969-1974, dem bis heute roten Tuch für die CDU. Klarer Fall: Großes Lob für Friedeburg, ob seiner argumentativen Frische und Klarheit, eindeutig alles SPD unterwandert.

Im April 2009 brachte dann die Partei Die Linke eine Große Anfrage zum Verkauf des Landesabiturs in den hessischen Landtag ein. Darin wird explizit mehrfach auf Bildungswirt –Texte Bezug genommen. Igitt, der Bildungswirt bei diesen „Schmuddelkindern“, mit denen spielt doch keiner. Falsch. Bildungsfragen kennen keine parteipolitischen starren Grenzen, deshalb brauchen alle fünf Parteien den offenen Dialog. Was haben die Linken gemacht? Sie bedienten sich einer öffentlichen Quelle: www.bildungswirt.de,

die allen anderen Parteien auch bekannt ist. Und das ist gut so, meint nicht nur Klaus Wowereit. Zusätzlich zum allgemeinen parteipolitischen Geflüster scheine es auch noch  eine Liaison des Bildungswirts mit der Piratenpartei zu geben, so zu sagen mit dem linksradikalen Flügel der FDP: Freiheit und informationelle Selbstbestimmung für ALLE! Deshalb kann es nur konsequent heißen: Anker hoch und Leinen los, Schluss mit den Spiegelfechtereien.

Das neueste Geflüster zum Bildungswirt-Blog und zum Buch von Michael Miller: „Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft. Alle reden von Schule – was ist zu tun?“ kleidet sich in folgende zwei Fragen:

a) Ist das o.g. Buch eine private Veröffentlichung eines hessischen Lehrers im Rahmen seiner Meinungsfreiheit oder das Ergebnis einer wissenschaftlichen Forschung im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeit im Institut für Qualitätsentwicklung des Hessischen Kultusministeriums (HKM)?

b) Ist die o.g. Internetseite eine private Veröffentlichung eines hessischen Lehrers oder eine vom Institut für Qualitätsentwicklung oder vom HKM geförderte oder genehmigte Seite?

Dazu gibt der Bildungswirt bereitwillig brandaktuell Auskunft:

a) An diesem Buch wurde intensiv geforscht, alles ausführlich recherchiert, die neuesten Erkenntnisse der Didaktik und Hirnforschung berücksichtigt und eine anschauliche Darstellung von neuen Lernkulturen versucht. Zusätzlich wurde das favorisierte wissenschaftliche Verfahren gastronomisch unter Einbeziehung von einschlägigen Experten gefiltert. Die Forschungsergebnisse wurden selbstverständlich kostenfrei dem IQ und dem HKM als bekannte Akteure des Bildungssystems zur Verfügung gestellt. HKM und IQ wiederum bedankten sich und bekräftigten noch einmal  Artikel 5 GG als besonders hohes Gut, das es jederzeit zu respektieren gelte.

b) Der Bildungswirt ist als Blog im Netz eine öffentliche kostenfreie Informationsquelle. Gern kann der Link Hintergrundbühne aufklärend benutzt werden. Von „hessischem Lehrer“ oder HKM und IQ steht dort nichts, Geflüster bahnen sich aber dennoch ihren Weg. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass das HKM den Blog (wer will, das Blog) mit monatlich 5000.-Euro unterstützt, wenn noch drei weitere Bildungsinsider als regelmäßige Gastblogger mit Beiträgen erhellend im Interesse der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken. Die aktuelle Artikel-Serie zu „Computerspielen“ von Tobias Bevc wurde besonders im HKM aufmerksam gelesen.

Zusätzliche Fördermittel sind bei der Bertelsmann-Stiftung und dem Europäischen Sozialfond beantragt. Die Chancen stehen gut, dass für 2010 positive Bescheide ergehen, ähnlich wie solche, die wir von Finanzdienstleistern oder dem  Finanzamt kennen.

Nach all den Gerüchten und Einflüsterungsversuchen bleibt verlässlich festzuhalten:

Der Bildungswirt ist ein unabhängiger, überparteilicher, aber manchmal parteiisch engagierter Blog, wenn es denn sein muss!

[Weiter hier... →]

Tags: Abitur verkauft · Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Feuchtgebiete

Frank Schirrmacher, Ludwig Börne und die deutsche Bildungspolitik

9. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Frank Schirrmacher, Ludwig Börne und die deutsche Bildungspolitik

Der FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher erhielt gestern in Frankfurt den Ludwig-Börne-Preis 2009. Die alleinige Jurorin Necla Kelek verglich in ihrer Laudatio das publizistische Engagement Schirrmachers mit jenem des jüdischen Frankfurter Kritikers Ludwig Börne (1786-1837), dem Begründer des scharfzüngigen politischen Feuilletons. Es brauche den „radikalen Diskurs“, „um Debatten über Strittiges zu entfesseln“. Diese „Risikobereitschaft im Dienste der gesellschaftlichen Aufklärung“ verkörpere auch Schirrmacher. Mit dem Börne-Preis werden herausragende Leistungen auf den Gebieten Essay, Kritik und Reportage seit 1992 ausgezeichnet. So weit, so gut! Angeblich bedeutende Preise gibt es in der Republik jeden Tag, in regelmäßigen Kartellen wechseln sich Ausgezeichnete und Auszeichnende ab, vielfältige Meriten-Sammelstellen. Was ist hier bedeutsam? Was hat Frank Schirrmacher gesagt?

Ich nehme es allgemein vorweg: Gescheites, Bahnbrechendes, für Deutschland Revolutionäres:
Solidarität mit dem jungen Deutschland.
Mehr …

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Vorbilder

Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Bildungsauftrag

21. Mai 2009 · von Miller · 2 Kommentare

Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Bildungsauftrag

Fragen über Fragen:
Was leistet eigentlich das Fernsehen?
Was sind die nachvollziehbaren Qualitätsmaßstäbe, der gesellschaftliche Bildungsauftrag für ein demokratisches Gemeinwohl?

Gilt auch bei den gebührenfinanzierten TV-Anbietern ARD und ZDF nur noch die Quote, der alles umwirkende Tanz ums Goldene Kalb?

Kann bei der sich seit Jahren abzeichneten „zweiten Bildungskatastrophe“(nach Georg Pichts festgestellter Bildungskatastrophe von 1963) das Fernsehen einfach nach Gutdünken wegblenden und die Großbaustelle „Bildung und Erziehung“ der „Super-Nanny“, den Dschungel-Camps und den fragwürdigen Quizsendungen überlassen?

Was könnte das öffentlich-rechtliche Fernsehen zur Behebung der Bildungskrise tun?

Szenenwechsel
Ein jungdynamischer Vorstand einer großen internationalen Werbeagentur, mehrere Fernsehleute und ich diskutieren in der Kneipe Odyssee Kult, was denn die Kreativen und Medienverantwortlichen tun könnten, um Schwung in die zähe Schuldebatte zu bringen, um aus dem klebrigen parteipolitischen Schuldzuweisungs-Reformverhinderungs-Spiel auszubrechen. Was wäre ein sinnvoller Beitrag für die junge Generation, der medial öffentlichkeitswirksam begleitet wird?  Mehr dazu vom Bildungswirt im FREITAG-Blog. Diskutieren Sie mit!

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Bewusstsein · Bildung · WEb 2.0

Opium und Champagner für alle

17. Mai 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Opium und Champagner für alle

flyer_schillertour_lutz_goerner_2009

Friedrich Schiller suchte den beglückenden Rausch. „Ich kann mich nicht mit mir selbst versöhnen“, stellte er fest und gab sich den Drogen hin, auch der ständigen Arbeitsdroge der Dichtung. Nicht nur die Ode an die Freude, auch Das Lied von der Glocke rauscht noch heute durch die Gassen. Oder ist doch schon alles verstummt?

Lutz Görner, der große Rezitator, die lyrische Stimme Deutschlands, bringt Schiller hautnah zum Klingen, entlockt ihm neue, bisher weitgehend unbekannte Seiten.
„Ich denke, es lohnt sich für Sie, denn wir müssen uns heutzutage noch einmal auf neue Weise diesem Schiller nähern, der anders als Goethe immer wieder missbraucht wurde und der diesen Missbrauch auf Grund seiner Werke teilweise auch zuließ.“ (Lutz Görner)
Ab 03. September beginnt in Jena seine große „Schillerreise“. Am 31.10.2009 ist er in Frankfurt. Weitere Auftritte hier

[Weiter hier... →]

Tags: Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Kunst/ Kultur · Literatur / Film