IVL zum Einsatz von Schultrojanern der Schulbuchverlage in Schleswig-Holstein – „Herr Minister, Kontrolle ist gut – Vertrauen ist besser!“
Die Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und den Schulbuch-Verlagen, so genannte „Spähsoftware“ auf Schulcomputern einzusetzen, lehnt die Interessenvertretung der Lehrkräfte (IVL) ab.
„Mittlerweile schreckt die Politik offenbar vor nichts mehr zurück, wenn es um die Mitarbeiter des Landes im Schuldienst geht – was haben sich Lehrkräfte schon alles anhören müssen, aber dass sie jetzt quasi kriminalisiert werden, schlägt dem Fass den Boden aus!“ so IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.
Die IVL bemängelt seit langem, dass das Vertrauen zwischen Dienstherrn und Mitarbeiter gestört ist. Das Land dürfe nicht der Büttel der Schulbuchwirtschaft werden und seine Lehrkräfte unter Generalverdacht stellen.
Die vom Land eingegangene Verpflichtung, gegen Lehrkräfte bei der Entdeckung von Urheberrechtsverstößen disziplinarische Maßnahmen einzuleiten, lehnt die IVL ab. Stattdessen sollten besser die Rahmennutzungsverträge erweitert werden; dafür müsse sich das Land stark machen.
Die IVL hofft zu einem Verhältnis zurückkehren zu können, in dem zwar kontrolliert, aber auch vertraut werden kann.
Hinter der Maske des Urheberrechts soll zusätzlich an den Schulen Profitsteigerung erzielt und gleichzeitig eine zentralisitische Kontrolle der Schulen über den Einsatz von Materialen verwirklicht werden. Das ist nicht nur für Schleswig-Holstein ab 20102 geplant, sondern auch in allen 16 Bundesländern. Die Kultusministerien sitzen lieber mit den Schulbuchverlagen in einem Boot als mit den Schulen. Den Schulen (Lehrern, Schülern, Eltern) wird nicht getraut. Bürokratischer Kontrollwahn ist die eine Seite und das permanente Geschwätz der “Selbständigen Schule” die andere.Die organisierte Schädelspaltung ist Teil des Wahnsystems. Anstatt die Potenziale der freien und kostenlosen Verbreitung von Aufgaben und Materialen via Internet an den Schulen zu fördern, wird genau das Gegenteil praktiziert. Die verkehrte Welt der Kultusmiinisterien zeigt sich besonders beim Abitur, dem Aushängeschild der deutschen Schullandschaft.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die markigen Worte von Altbundeskanzler Helmut Kohl: “Die reaktionärste Einrichtung ist die Kultusministerkonferenz; im Vergleich dazu ist der Vatikan noch weltoffen.”
PS. Weitere Infos zur verkehrten Welt in Schulministerien, hier:
“Liebe Frauen”, göttliche Wesen? Ein Thema in der Oberstufe?
Pause. Schulferien. Wohlverdiente Ruhe vor einem neuen Anfang. Fakt ist: das nächste Schuljahr kommt bestimmt – neue Lerngegenstände, Methoden, Sozialformen, vielleicht neue Verhaltensweisen von Seiten der LehrerInnen und SchülerInnen?
Wie wär’s mit diesem Video als EINE Unterrichtsgrundlage?
Ein neues Männerbild, neue Sichtweisen auf die Frau als göttliches Wesen? Wieviel Feminines braucht der Mann?
DAS FEMININE ALS GESCHENK? Diskussionsstoff mitten aus dem Geschlechterleben…
oder von Yogis lernen – schon vor 70 Jahren gefilmt!
Sommerpause – Kreativzeit!
Ohne Entspannung - keine Anspannung, ohne Erholung - keine Kraft, ohne Ruhe - keine Bewegung.
Auch die französische Revolution (14. Juli 1789) kam nicht über Nacht! Und auf den Tag nach 221 Jahren erscheint einiges in anderem Licht. Sommerpause – Reflexionszeit!
Maradona weint. Argentinien geschlagen, am Boden zerstört. Deutschland in Hochstimmung, das zweite Wunder im Visier. Alles ist möglich. Deutschland wird Fußballweltmeister 2010. Deutschland schlägt Spanien und im Finale Holland. So könnte es werden, Merkel mitten drin, jubelt unseren Jungs zu, klatscht auf ihre ganz besondere Art Beifall im roten Jacket. Ein nationales Sommermärchen im politischen Sommerloch. Merkel ist die Mitte. “Wir sind die Mitte” und alles flach durch die Mitte. Auch der neue Bundespräsident schaut zu, klatscht, freut sich für Deutschland und die Republik wird doch nicht vergauckelt.
Schon vor zwei Jahren, zur Fußball-Europameisterschaft, gab es im Bildungswirt tiefschürfende Erkenntnisse rund ums heißbegehrte Leder, dazu Metaphernfeuerwerke. Fußball ist eben immer brandaktuell, das Spiel der Spiele.
Fußballerisches Gelingen und in Hessen erholsame Ferien wünscht das Bildungswirt-Team. Der Bildungswirt geht selbst in die kreative Sommerpause bis Mitte August.
Das Spiel gegen Spanien am Mittwoch (7.7.) und das Endspiel am Sonntag (11.7.) wird selbstverständlich auf der Großleinwand im Frankfurter Nordend geschaut.
Nachtrag, 11.Juli:
Neidlose Anerkennung: Die Spanier waren eben doch die beste Mannschaft des Turniers und zurecht Weltmeister 2010. Die Holländer hielt ganz gut mit, flüchteten sich aber zunehmend in bitterböse Fouls. In der 116. Minute war die Niederlage besiegelt: Spanien – Holland 1:0.
Aber “unsere Jungs” waren als Dritter auch nicht schlecht. Deutschland – Uruguay 3:2.
WM 2014 in Brasilien kommt Deutschland ins Finale!
In seinen Urformen ist das Internet 40 Jahre alt, in seiner aktuellen Aktualität noch nicht mal 15 Jahre und in seinen aktuellsten Vernetzungsstrategien vielleicht 5 Jahre und der Bildungswirt als ein Blog kommt heute in sein 3. Lebensjahr! Was haben wir bewegt? Das Erregungsnetz mit 257 Artikeln versorgt, Suchmaschinenbegriffe fanden den Bildungswirt:
Vielleicht haben wir Wellen geschlagen, weitere Verknüpfungen wurden gefunden (Der Freitag), Kommentare konnten weniger “erzeugt” werden, sind wir kein Technik Blog?
Das Ende der Blogossphäre sehen wir nicht! Danken möchte wir allen Seiten im www die auf den Bildungswirt verwiesen haben und auch weiterhin verweisen:
Wie soll es weiter gehen? Eine Gruppe Bildungswirt gibt es bei Facebook, dem zukünftigen sozialen Internet im Internet und wir fragen weiter nach verbrauchten Abituraufgaben im Netz!
Im Bildungswirt wurde der Verkauf des Landesabiturs immer wieder aufgegriffen.
Man wird sehen, inwieweit die Landesregierung lernfähig ist und die Zeichen der Zeit versteht. Das Internet mit entsprechender Computertechnologie ist die bedeutendste Revolution der Neuzeit. Warum will man diese Potenziale nicht auf allen Ebenen ausnutzen? Eine großzügige Veröffentlichung von Lernmaterialien – selbstverständlich auch von allen verbrauchten Prüfungen – gehört zum Mindesstandard der Unterstützung von Bildungsanstrengungen.
Im Kulturpolitischen Ausschuss werden die Positionen der fünf Lantagsparteien deutlich werden.
Übrigens: Was sagen eigentlich die Lehrerverbände und Elternvereine in der Sache?
Unistreik: “Sachbeschädigung” und “12 Fakten und Irrtümer über den Protest”
Kurzbesuch in der J.W.Goethe-Universität:
Eine beeindruckend schöne Uni, fleißige, zielstrebige, teils lachende Studierende warten in den Fluren auf die nächste Veranstaltung, sitzen in der Mensa oder in der Vorlesung, organisieren Alternativveranstaltungen oder eilen über den Campus. Wenig Spannung in der Luft. Dann der Blick auf die sog. “Sachbeschädigungen”, gar “Vandalismusschäden” im Casino? Nach Medienberichten mindestens 200.000 Euro?
Wie immer hängt vieles vom Blickwinkel ab. Vorher war nichts – jetzt ist etwas.
Vorher kahle weiße Wände – jetzt Farbe, Botschaften, Graffitis, studentische Suchprozesse nach Ausdruck. Z.B. dies: “Es gibt kein richtiges Leben im falschen Raum”. Da ist zweifellos was dran, würde auch lächelnd Adorno zugeben. Oder : “Denken geht auch ohne Geld” - wer kann da ernsthaft widersprechen? Dazu Graffitis in Kunstnähe – warum nicht?
Folgende Assoziation kommen auf:
a) Sachbeschädigung? Gut, wer das so sieht: Studierende richten ein Spendenkonto ein, um die Schäden unter fachmännischer Aufsicht eines geprüften Malermeisters selbst zu beseitigen. Geschätzte Kosten: ca. 20.- 30.000 Euro, etwa 10-15% der offiziellen Summe in den Medienberichten
b) Man sieht das als Bereicherung und Lebendigkeit im Casino: Studierende und Unibeschäftigte stimmen ab. Ergibt sich eine klare Mehrheit, dass alles bleiben soll, wird zusätzlich eine “Optimierungsgruppe Unikunst” installiert. Ziel: Die Uni lebt, nicht die Uni brennt. Studierende und Unipräsident Müller-Esterl sind zur Aussöhnung bereit.
Charmante Studierende reichen heute Flugblätter: 12 Fakten und Irrtümer über den Protest”
Irrtum 1:
Der Asta lenkt den Protest und ist verantwortlicher Ansprechpartner für alle im Rahmen des Protests durchgeführte Aktionen.
Die Protestbewegung hat eine basisdemokratische Struktur. Entscheidungen werden im Rahmen der für jeden zugänglichen Plena getroffen. Die Stimme eines ASTA-Mitglieds zählt dabei genauso viel, wie die eines jeden anderen in der Protestbewegung.
Irrtum 2:
Die Räumung des Casinos verlief friedlich und ohne Polizeigewalt.
Es liegt eine Fülle an Material in Form von Videos, Fotos, Augenzeugenberichten und dokumentierte Krankenhauseinlieferungen mit Attesten vor, die das Gegenteil beweisen.
Irrtum 3:
Die mit dem Protest verbundene Besetzung hat hauptsächlich Lehrveranstaltungen blockiert.
Das Lehrprogramm wurde mit über 70 Workshops bereichert, die zum Teil gemeinsam mit Dozenten_innen gestaltet wurden. Was blockiert wurde, war die sonst übliche kommenzielle Vermietung der Räume an Wirtschaftsunternehmen, wie z.B. in der letzten Woche die Commerzbank.
(…)
Irrtum Nr. 5:
Der Präsident sucht den Dialog.
Herr Müller-Esterl versucht vielmehr jegliche Kritik zu ersticken. Die angeblichen Kommunikationsversuche sind nichts als geschickt inszenierte Aufführungen für die Öffentlichkeit. Unliebsame Studierende werden durch Polizeimaßnahmen und Exmatrikulationsdrohungen erpresst. Ein Dialog mit dem Messer am Hals ist kein Dialog.
(…)
Näheres erfährt man sicher über Twitter, StudiVz und Facebook.
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