Der Bildungswirt

Bildung Schule Kultur Wirtschaft

Der Bildungswirt header image 1

Schulbesuch im Shopping-Center?

26. Mai 2010 · von frankmackay · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Würdest du mit einer Klasse die aktuelle Ausstellung eines Einkaufszentrums besuchen?
Das eine Shopping-Mall als außerschulischer Lernort, mal abgesehen von wirtschaftsgeographischen Betrachtungen, als potenzieller Raum für 2 Schulstunden infrage kommt, dürfte neu sein. Jedoch versuchen immer mehr Einkaufscentren, wenn diese nicht gleich als Urban Entertainment Center auftreten mit Ausstellungen [z.B.: Donau Einkaufszentrum Regensburg] ihre Kunden zu locken. Ausstellungen binden Käuferinnen und Käufer (womöglich) auf unterhaltsame Weise an den Raum des Centers, sie verweilen in der Wohlfühlatmosphäre aus leichter Musik und ausgewogen Temperaturen. Eine der größten deutschen Shopping-Center Ketten die ECE hat nun mit den Ausstellungsmachern von Kunstraum (Hamburg) das Wetter als Thema für sich entdeckt: „Unser Wetter – und wie es funktioniert“. Das Ausstellungsdesign wurde auch beim Klimahaus Bremerhaven – ein Science-Center – verwendet. Bis 2011 wird die Ausstellung in verschiedenen Centern der ECE zu besichtigen sein, auch mit kostenlosen Führungen durch geschultes Personal von etwa einer Stunde für bis zu 20 Personen. Für den Bildungswirt nun ein paar Eindrücke der Ausstellung im Gesundbrunnen Center Berlin:

Die Ausstellung verteilt sich mit ihren einzelnen unterschiedlich eingefärbten Stationen, die an Experimentierstuben erinnern, unaufdringlich über die Gänge der Mall. Die meisten Stationen gehen von einem bestimmten Wetterereignis, an einem bestimmten Tag aus. Zum Beispiel der Tornado von Micheln am 23.4.2004. Jede Station lebt von naturwissenschaftlichen Mitmach-Experimenten und Touchscreens mit Filmen und Dokumentationen – Edutainment live. Dabei kommt auch der Klimawandel in vier fiktiven, aber emotional aufwühlenden Geschichten aus Kindersicht zur Geltung. An einigen Stationen hilft das Ausstellungspersonal freundlich weiter. Die Kundschaft des Centers kann (aus diversen Fast-Food Restaurants heraus) dabei beobachtet werden, wie sie regelrecht in die einzelnen Stationen stolpert, mal hier und dort klickt, mal einen Text ließt, dann die anderen Kunden betrachtet, wie diese ein Experiment durchführen, um dann weiter einzukaufen. Gezielte Besucher einer Ausstellung bewegen sich anders und dies könnte eine Schulklasse sein. Klar, eine Station ist zu klein für mehr als 5 bis 8 Schüler, dann also Gruppen einteilen und los?!? Ein Schmankerl der Ausstellung ist die Station zur eigenen Wettervorhersage:

1. Schritt: Eingabe einer eigenen Wettervorhersage per Lückentext, Wetterdaten (Wetterstation auf dem Shoppingcenter) und Wetterkarten (Deutscher Wetterdienst) sind auf dem Touchscreen PC abrufbar.
2. Schritt: Vorhersagetext wird in einem einseitig offenen Aufnahmestudio [Achtung: Shoppingbesucher glotzen] per Bildschirm eingeblendet und eine zuvor gewählte Wetterkarte erscheint auf einem zweiten Bildschirm zur Linken des „Wettersprechers“.
3. Nun eine Probesprechrunde von einer Minute in die Kamera über den Bildschirm mit dem Vorhersagetext – die aktuelle Wetterkarte taucht während des Films im Hintergrund des „Wettersprechers“ auf.
4. „Echte“ Wettervorhersage – leider bleibt das Bild, vor dem der „Wettersprecher“ steht gleich, aber der Vorhersagetext beschreibt neben dem aktuellen Tag und auch den Folgetag.
5. Die Vorhersage wird auf dem Monitor angesehen und kann per Mail versendet werden.

Bleibt die Frage – besuche ich die Ausstellung mit einer Klasse? Sie kostet keinen Eintritt im Gegensatz zu den Science Centern, SchülerInnen sind in ihrem „Revier“, wir brauchen uns nicht auf das „Outdoor“ Wetter einstellen (Wetter wird aber auch „Draußen“ zum Beispiel auf dem Meteowanderweg Schweiz, im Wetterpark Offenbach, Klimanopoly Ronneburg, Wetterlehrpfad Wiesengrund, Wetterlehrpfad Nordhessen oder dem Wetterlehrpfad Hollenthon in Österreich thematisiert).

Gegenargumente: Schreckliche Einkaufsmusik und keine Ruhe; Schüler schauen Schaufenster, statt Stationen; schlechte Luft – wobei dies wieder ein Thema wäre…
Wer mag kann seine Erfahrungen als Kommentar kundtun, hier ein Mind-Map, als kleiner didaktischer Appetithappen.

Kategorien: Unterricht

0 Antworten bis jetzt ↓

  • Es gibt keine Kommentare bis jetzt...

Hinterlasse ein Kommentar