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Einträge vom März 2010

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (3)

31. März 2010 · von frankmackay · 2 Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (3)

Manchmal sind die Dinge einfach und werden unnötig verkompliziert.
Was fehlt den politisch Verantwortlichen im Kultus- und Finanzministerium?
Die Antwort: der Blues; sie sind beim Gänsemarsch stehengeblieben. Das führt wiederum zu rhythmisch ungelenken Bewegungen, einer Reihe von Fehleinschätzungen und drübt weiter den Blick, denn viele fahren „auf  Sicht“, versteht sich,  stochern im Nebel oder verrenken sich Hals und Bein.

Zur Lockerung erst einmal etwas Gary Moore, Larry Carlton und Robben Ford:

Bildungsgipfel schmilzen dann schnell zu Bildungflachländern und enden in großen Bildungslöchern. Gestern erfuhr die Öffentlichkeit, dass Finanzminister Weimar (CDU) 45 Millionen im Schuletat und 30 Millionen im Hochschuletat streichen will. Bildungsinsider wissen das seit Wochen, strengste Geheimhaltung, versteht sich.

Keiner hat offensichtlich Herrn Weimar und Frau Henzler(FDP) bisher  gesagt, dass allein „Sitzenbleiben“ den Steuerzahler in Hessen jedes Jahr etwa 60 Millionen Euro kostet. Steckt darin nicht ein noch unausgeschöpftes Sparpotenzial?
Zusätzliche Steuerfahnder bringen etwa 200 Millionen mehr in die Kassen, insbesondere bei Steuerhinterziehung in großem Stil. Weimar und seine engsten Verbündeten hingegen bevorzugen  es lieber, die besten Mitarbeiter systematisch zu demotivieren oder sie gleich für „verrückt“ erklären zu lassen. Man will Steuerbetrug und Steuerflucht nicht aufklären, sondern aussitzen: man habe mal wieder nichts gewusst. Allein die Selbstanzeige eines hessichen Superreichen bringt 10 Millionen als erste Anzahlung in die Kasse. Der Mann hatte wohl kalte Füße bekommen.

Ohne Auszeit, Pause für Politiker, ohne einen Grundkurs Blues wird das nichts. Wer einen 12/8-Takt über vier Minuten spielen kann, wird sicher auch für einen Leistungskurs zugelassen. Ein Kursziel heißt: Keine Kürzungen in der Lehrerfortbildung – im Gegenteil – neue Lehrer und neue Lernkulturen braucht das Land. Spiel mir den Blues, Baby.

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (2)

12. März 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (2)

Aufwachen, hören – solide didaktisch-pädagogische Forschungsergebnisse wahrnehmen und verstehen

Den Kindern und Jugendlichen eine faire Chance — neue Lernkulturen, den Groove spüren!

Behindernde Bürokratie abbauen, Mut zum Experiment

Die Zeit ideologischer Betonköpfe sollte endgültig vorbei sein, sonst wird die Idee der Selbständigen Schule ein kompletter Rohrkrepierer.

Übrigens: Heute ist der erste Prüfungstag im hessischen Landesabitur, traditionell erfolgt die Eröffnung mit dem Fach Deutsch. Den Abiturgestressten, insbesondere den Schülerinnen und Schülern wünscht der Bildungswirt gute Nerven, kluge Ideen und Erfolg. Verbrauchte Abiturprüfungen sollten selbstverständlich kostenfrei im Internet veröffentlicht werden. Die nächste Abiturientengeneration steht schon in den Startlöchern und freut sich auf leicht zugängliches Lernmaterial. Das könnte doch auch in einen Kultusministerium begriffen werden, dazu braucht man nicht einmal Abitur.

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Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (1)

9. März 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Was der hessischen Bildungspolitik fehlt (1)

Seit vielen Jahren wird über die Selbständige Schule geredet. Frei nach  Didi Hallervorden könnte man fragen: Ja, wo ist sie denn, wo laufen sie denn, die Selbständigen? Wo sind die Bordmittel, hat jemand mal ein Fernglas? Bildungspolitiker aller Fraktionen – seid ihr noch da?

Was entscheidend fehlt: Mut, Sachkenntnis und GROOVE. Ohne Begeisterung, ohne Leidenschaft –  keine Bildungsreform, die diesen Namen auch verdient.

Kleine, kostenfreie Nachhilfe durch Barbara T.:

Indes, ein neuer Bürokratentypus folgt gerne der erfolgreichen Leitlinie: hohe verbale Offenheit bei gleichzeitig ausgeprägter Handlungsstarre.

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Vor der Bildung – frei nach Kafka

5. März 2010 · von tango · 1 Kommentar

Vor der Bildung – frei nach Kafka

Vor der Bildung steht ein Ministerialbeamter. Zu diesem Ministerialbeamten kommt ein Schüler aus einem sozialen Brennpunkt und bittet um Zutritt zur Bildung. Aber der Ministerialbeamte sagt, dass er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Schüler überlegt und fragt dann, ob er also etwas später werde eintreten dürfen. „Es ist möglich“, sagt der Ministerialbeamte, „jetzt aber nicht.“ Da das Tor zur Bildung offen steht wie immer und der Ministerialbeamte beiseite tritt, bückt sich der Schüler, um durch das Tor in das Innere zu sehen. Als der Ministerialbeamte das merkt, lacht er und sagt: „Wenn es dich so lockt, versuche es doch trotz meiner Verfügung hineinzugehn. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Ministerialbeamte. Von Saal zu Saal stehn aber Referatsleiter und Ministerialdirigenten, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten Ministerialbeamten kann nicht einmal ich mehr ertragen.“

Solche Schwierigkeiten hatte der Schüler aus einem sozialen Brennpunkt nicht erwartet; Bildung soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Ministerialbeamten in seinem Doppelreiher genauer ansieht, seine zackigen Bügelfalten, sein Hoheitszeichen am Revers und seine verbittert nach unten gezogenen Mundwinkel, entschließt er sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Ministerialbeamte gibt ihm ein Schulbänkchen und lässt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche, eingelassen zu werden, und ermüdet den Ministerialbeamten durch seine Bitten. Der Ministerialbeamte stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Vornoten aus und über auswendig Gelerntes, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie gelangweilte Bildungsinspektoren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, dass er ihn noch nicht einlassen könne. Der Schüler, der sich für seine Bildungsreise mit viel Faktenwissen ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so lehrplangemäß, um den Ministerialbeamten zu bestechen. Dieser hört sich zwar alles an, aber sagt dabei: „Ich höre mir nur alles an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.“ Während der vielen Jahre beobachtet der Schüler den Ministerialbeamten fast ununterbrochen, er vergisst die anderen Ministerialen, und dieser erste erscheint ihm das einzige Hindernis für den Zugang zur Bildung. Er verflucht den unglücklichen Stillstand, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später, als er älter wird, döst er nur noch teilnahmslos vor sich hin. Er wird pubertär, und, da er in dem jahrelangen Studium der Verwaltungsvorschriften auch die Ärmelschoner an den Hemdsärmeln des Ministerialbeamten entdeckt hat, bittet er auch die Ärmelschoner, ihm zu helfen und den Ministerialbeamten umzustimmen. Schließlich wird seine Innenbeleuchtung schwach und er weiß nicht, ob sein Geist wirklich trüber wird oder ob ihn nur seine Trägheit täuscht. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der verheißungsvoll aus der Türe zur Bildung bricht.

Nun hat er nicht mehr lange. Vor seinem Abschluss sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Ministerialbeamten noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Geist kaum noch aufrichten kann. Der Ministerialbeamte muss sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zu Ungunsten des geduckten Schülers verändert. „Was willst du denn jetzt noch wissen?“ fragt der Ministerialbeamte, „bist du noch immer wissbegierig?“ „Alle streben nach Bildung“, sagt der Schüler, „wieso kommt es dann, dass in den vielen Jahren niemand außer mir Einlass verlangt hat?“ Der Ministerialbeamte erkennt, dass der Schüler schon an seinem Ende ist, und, um sein verlöschendes Gehirn noch zu erreichen, brüllt er ihn an:“ Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Zugang war nur für dich und deine Entwicklung bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.“

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Bildungsreform auf gut hessisch: „Ein Eingang – zwei Ausgänge“ (Roland Koch)

1. März 2010 · von Miller · Keine Kommentare

Bildungsreform auf gut hessisch: „Ein Eingang – zwei Ausgänge“ (Roland Koch)

Der schleichende Tod der Hauptschule soll gestoppt und an der Viergliedrigkeit des Schulwesens festgehalten werden. Ganz einfach, man erfindet eine neues Etikette: Mittelstufenschule in der Sekundarstufe – volle Fahrt voraus, das ist man den Eltern schuldig. Ministerpräsident Koch: “ Grundüberzeugung unserer Vision für die Schule von morgen ist der Erhalt von Schulvielfalt und Schulfreiheit.“  Das ist eine bahnbrechende Erkenntnis und Förderung pur – jedem das Seine. Demnächst werden zukunftsweisend wahrscheinlich wieder die alten eindeutigen Begriffe eingeführt und die Ausgänge streng bewacht:  Sonderschule, Volksschule, Mittelschule, Oberschule, damit es auch keine Verwechslungen geben kann.

Aus Hamburg kann man zusätzlich lernen …

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