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Bildungsplanung, Datentäuscher und absurdes Theater

16. Dezember 2009 · von Miller · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

oder der aktuelle Bildungsgipfel 2009
Seit der Bankenpleite schwirrt dem Bürger der Kopf, täglich mit neuen Meldungen aus dem Zocker-Casino. Da purzeln die Millionen, gar Milliarden, eben auch mal Billionen Euro nur so durch die Medien. Virtuelle Welt, reale Welt – keiner weiß es mehr so ganz genau im gigantischen Datensalat. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, ist inzwischen Gemeinplatz. Warum nicht auch in anderen politischen Handlungsfeldern? Ja, die Ausgaben für Bildung sollen steigen, meinen alle, auch die Parteien und heute sowieso! Neue Steuerpolitik? –  nein danke, wir wollen doch alle entlasten, den Haushalt sanieren und Rekordverschuldung generieren;  aber das spielt im Prinzip alles keine Rolle. Es geht voran im Land. Zahlen eben die Kinder der Kinder oder eben nicht. Politik ist Seiltänzerei, bei Absturz wird für Politiker der inzwischen bekannte Banken-Schirm aufgespannt. Man fällt weich.

Im Jahr 2008 hatten Bund und Länder vereinbart, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Wert aller Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft in Euro) in Bildung und Forschung zu investieren. Als grobe Prognose etwa 3 Billionen BIP, d.h. etwa 300 Milliarden für Bildung und Forschung. Keiner weiß, woher das Geld kommen soll, die Kassen sind leer. Im Jahr 2011 könnte man z.B. meinen: wir haben neu gerechnet und beraten und sind jetzt klüger geworden. Alles April, April oder: „Was kümmert uns unser Geschwätz von gestern“. Wir erfinden einfach die Datenbezugsgröße neu und lassen mal einige Kalkulationsprogramme heiß laufen, z.B. werden 4000 Millionen Pensionslasten für Beamte mal als Bildungsausgabe gebucht. Warum nicht? Oder wie wär’s mit mit fiktiven Unterbringungskosten für Hochschulen, Schulen und Kitas? Schätzen wir einfach einmal 10.000 Millionen. Könnte aber bei Bedarf nochmal um 3457 Millionen nach oben korrigert werden. Interessant wären doch auch die Einrechnung von Steuerentlastungen für Bildungsspenden – warum nicht? Fünf parallele Bund-Länder-Datentäuscher-Kommissionen werden weitere Bildungs-Kreativ-Vorschläge sammeln, analysieren, die Worte auf der Zunge prüfen und ins Medienmeer zur Erquickung des Volkes senden. Was sollte daran absurd sein? Alles wird „brutalstmöglichst“ aufgeklärt.

Kategorien: Bewusstsein · Bildung · Bildungsgipfel · Dunkelkammer

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