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Verkehrte Welt im hessischen Landtag oder Kultusministerium? Teil 1

28. Oktober 2009 · von Miller · 13 Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

oder der müßige Streit um die verbrauchten Abiturprüfungsaufgaben

Kostenfreier-Zugang-zu-Abituraufgaben

„Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet“ ist immer noch die unerfüllte Forderung für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich. Der aktuelle Streit in Hessen um die sinnvolle Verwendung von verbrauchten Abitur-Prüfungsaufgaben zeigt sich in neuem Licht. Er hat bundespolitische Bedeutung, da bisher in keinem anderen Bundesland eine vernünftige Gesamtregelung vorliegt.

Die Linken haben sich in ihrer Großen Anfrage vom 07. April 2009 in der Sache verstärkt auf vielfältige Darlegungen des Bildungswirts gestützt, bis hin zur Übernahme ganzer Textteile in die offiziellen 22 Fragen an die Landesregierung.
Die Linken hatten vorher höflich gefragt. Man sollte wissen, dass auch allen anderen Landtagsfraktionen umfangreiche Infos und Einschätzungen aus Blog-Beiträgen und Artikeln zur Verfügung gestellt wurden und entsprechend kommuniziert wurde (nur die CDU äußerte sich nicht).
Seit dem 08. September 2009 sind die 22 Antworten der Landesregierung, nach 154 Tagen Bearbeitungszeit, im Landtagsinformationssystem veröffentlicht.
Höchstwahrscheinlich wird der Streit auf der nächsten Plenarsitzung des Landtags, 17. bis 19. November 2009, verhandelt. Differenzierter Sachverstand und Fingerspitzengefühl im Interesse der Jugend wird allen fünf Parteien und ihren Volksvertretern unterstellt.

In der Großen Landtagsanfrage der Fraktion Die Linke betreffend Verkauf der Rechte am Landesabitur (Drucksache 18/338) heißt es zur Genese des Konflikts in der Vorbemerkung der Fragestellerin:
„Im Oktober 2008 hatte sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einer Kleinen Anfrage betreffend die Zugänglichkeit zu zentralen Prüfungsaufgaben (Drucksache 17/522) an die Landesregierung gewandt. Die Antworten derselben liegen inzwischen vor, sind jedoch zum einen reichlich unbefriedigend und zeugen zum anderen von einem naiv-fragwürdigen Umgang mit der einschlägigen Rechtsmaterie.
So behauptet der ehemalige Kultusminister Banzer (CDU) beispielsweise, die Abituraufgaben könnten durch das Ministerium nicht im Internet veröffentlicht werden, weil sie Zitate von urheberrechtlich geschützten Werken enthielten, deren allgemeine Zugänglichmachung durch § 53 des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urhebergesetz, UrhG) verboten sei. Deshalb sei die Veröffentlichung aller Prüfungsaufgaben unmöglich. Diese Aussage hält einer juristischen Prüfung keineswegs stand und ist bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes als falsch anzusehen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Land Hessen 2 bis 2,5 Millionen Euro pro Jahr für die Erstellung zentraler Prüfungsaufgaben ausgibt, hiernach jedoch lediglich „für die Bereitstellung der verwendeten Abituraufgaben eines Jahres eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von 100 Euro pro Aufgabenset (3 Aufgaben)“ von den entsprechenden Verlagen erhält, nicht akzeptabel: Das Land hat aus dem Verkauf eines Wertes in Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Euro im Jahr 2007 4.400 Euro und im Jahr 2008 5.700 Euro eingenommen – und diesen somit mit jeweils durchschnittlich rund 99,8 v.H. „Verlust“ verkauft.“

Pointiert dargelegt wird der bisherige Streit u.a. in folgendem Interview:

Das seltsame Geschäft mit den Abituraufgaben – Der Bildungswirt im Lehrerfreund-Interview

Der Lehrerfreund berichtet über den Bildungswirt

Der Lehrerfreund berichtet über den Bildungswirt

Die juristischen Belange wurden im Bildungswirt ausführlich schon vor einem Jahr in Abituraufgaben und die Copyrightfrage erörtert.

Am 10. November 2008 schrieb der Bildungswirt zur Dokumentation von Prüfungsaufgaben: „Drei Voraussetzungen / Unterstellungen werden meinerseits getroffen:
1. Dass es um die bestmögliche Bildung und Ausbildung der Schülerinnen und Schüler geht; dies beinhaltet auch eine optimale Prüfungsvorbereitung und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel im öffentlichen Schulwesen
2. Dass der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ grundsätzlich gilt, also Lernfähigkeit und Lernbereitschaft im Dialog gegeben sind und gemeinsam um die sinnvollste Lösung gerungen wird
3. Dass das ökonomische Prinzip grundsätzlich gilt, d.h. dass sich einfachere, effizientere und kostengünstigere Verfahren gegenüber umständlicheren und kostenintensiveren durchsetzen.“

aus : http://www.bildungswirt.de/2008/11/10/abitur-verkauft-9-nachlese-und-die-copyrightfrage/
Das gilt auch heute noch unverändert.

Die 22 Antworten der Landesregierung werden im Folgenden in Auszügen bzw. punktuell zusammenfassend dargestellt und hinsichtlich Logik, inhaltlicher Verflechtung und Angemessenheit (Praxisnähe) kommentiert:

Antwort 1: „Die Landesregierung verfolgt mit der Bereitstellung von Aufgaben aus den schriftlichen Prüfungen des Abiturs keinerlei kommerzielle Interessen.“
Antwort 5: „ Die Erstellung von Abituraufgaben erfolgt in Erfüllung elementarer gesetzlicher Aufgaben der Schulverwaltung, nämlich zur Durchführung der landesweiten Abiturprüfung in hessischen Schulen im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Sie dient nicht in erster Linie der Schaffung wirtschaftlicher Werte, die unter maximaler Gewinnerzielung weiter veräußert werden sollen.“

Große Einigkeit, was sonst? Wer für 5000 Euro pro Jahr ohne Not Aufgaben verkauft und mindestens zwei Millionen (!) Euro für die Erstellung ausgibt, kann keine kommerziellen Interessen verfolgen, andernfalls müsste am Verstand des Verkäufers ernsthaft gezweifelt werden.

Antwort 1: ….“ Die hessischen Schulen erhalten nach Abschluss der jährlichen Prüfungen alle
verwendeten Aufgaben und die dazugehörigen Materialien sowie Lösungs- und Bewertungshinweise kostenfrei zur weiteren unterrichtlichen Verwendung und als Übungsmaterial für Schülerinnen und Schüler.“
Antwort 9: „Schülerinnen und Schülern hessischer Schulen entstehen zur Beschaffung hessischer Abituraufgaben keinerlei Kosten, da die Aufgaben mit den Materialien und den dazugehörigen Lösungs- und Bewertungshinweisen kostenfrei in ihrer Schule zur Verfügung stehen.“

Man merkt die komplette Praxisferne dieser Aussagen. Formal korrekt erhalten tatsächlich die Schulleiter im Bereich der gymnasialen Oberstufe meist 1 CD (!) mit der Dokumentation der Abituraufgaben, Materialien und Lösungen. Das heißt noch lange nicht, dass diese Lern-Materialien tatsächlich bei den Schülern ankommen, geschweige den Eltern bzw. einer interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen. Was sind die praktischen Konsequenzen aus so einem dilettantischen, für die Schulen umständlichen Verfahren?

a) Die Aufgaben liegen auf dem Rechner des Schulleiters – Zugang nur für besonders Privilegierte.
b) Oder Schulen müssen mühsam „unter großer Verschwiegenheit, nur für Unterrichtszwecke“ weitere CDs in eigner Regie brennen, damit überhaupt die Lehrerinnen und Lehrer versorgt werden können.
c) Oder aber die Aufgaben werden ausgedruckt und in meterlanger Leitzordneranreihung im Lehrerzimmer oder in der Lehrerbibliothek abgeheftet. Dann wird daraus wieder mühsam – wenn der Lehrer denn will – für Schüler kopiert.
d) Nicht einmal die Schülervertretung bekommt eine CD zur Verfügung gestellt.
e) Eltern sind als Erziehungsberechtigte von diesen „Lernmaterialen“ komplett abgeschnitten.
f) Universitäten, Lehramtstudenten, die gesamte Fachöffentlichkeit und die Medienvertreter werden faktisch ausgeschlossen.

Wir fragen umgekehrt, unter Berücksichtigung des ökonomischen Prinzips: Was ist einfacher, effizienter, nerven- und kostensparender als eine kostenfreie Veröffentlichung der Aufgaben im Internet? Jeder Interessierte kann ortsungebunden und zu jeder Zeit nach seinen Bedürfnissen zugreifen. Erreicht man 20.000 Schüler leichter über das Internet oder über ein paar gebrannte CDs mit eindeutig selektiver Funktion?
Will man Selektion und Lernbarrieren oder Integration und Subjektförderung?
Hat ein Verantwortlicher im Ministerium schon von der zeitgemäße Antwort – „Web 2.0 als große pädagogische Aufgabe und Chance“ – gehört? Oder erfreut man sich an Potemkinschen Dörfern, ist ständig auf Sendung — Empfang hingegen auf breiter Front gestört?

Antwort 9: „Es steht natürlich jedem frei, weitere Übungs- und Vorbereitungshefte auf dem Büchermarkt zu erwerben. Eine Notwendigkeit dazu besteht jedoch aus genannten Gründen nicht.“
Antwort 12: „Die Verlage erhalten lediglich die Aufgaben, keine Lösungs- und Bewertungshinweise. Inwieweit Verlage aus den Prüfungsaufgaben zum Landesabitur Bewertungsschemata entwickeln, obliegt den Verlagen in eigener Verantwortung. Seitens der Verlage besteht diesbezüglich keine Informationspflicht gegenüber dem Land Hessen.“

Hier sind Logikschwäche und Praxisferne kaum noch zu überbieten. Wenn ich schon die Prüfungsaufgaben an private Verlage symbolisch verkaufe, de facto verschenke, warum nicht gleich alles im Interesse der Schüler offenlegen? Die Lösungen und Bewertungshinweise liegen doch von den Fachkommissionen ausgearbeitet vor. Warum sollen die Verlage diese noch einmal selbst entwickeln? Warum sollen die Schüler nicht gleich das Original bekommen? Hat man Angst zu zeigen, was man kann?
Übungs- und Vorbereitungshefte der Verlage werden massenhaft von Schülern gekauft, zum Teil sind sie Gegenstand des Unterrichts. Selbstverständlich wird man sanft zum Kauf, zur optimalen Vorbereitung „gezwungen“. Wer will schon das Risiko einer schlechten Vorbereitung eingehen, da ein Ministerium nicht alles veröffentlicht?

Antwort 13: „Der im Artikel „Abitur verkauft – 9. Nachlese und die Copyrightfrage“ (vgl. http://www.bildungswirt.de/2008/11/10/192) unter Punkt 1 dargestellte
Sachverhalt ist rechtlich nicht haltbar. Gemäß § 24 Abs.2 S.1 Nr.1 und 2 der Oberstufen- und Abiturverordnung vom 20. Juli 2009 (OAVO) sind Fächer der schriftlichen Abiturprüfung die beiden von der Schülerin oder dem Schüler gewählten Leistungsfächer (erstes und zweites Prüfungsfach) sowie ein von der Schülerin oder dem Schüler gewähltes Fach (drittes Prüfungsfach). Die drei schriftlichen Prüfungsfächer müssen mindestens zwei der drei Aufgabenfelder im Sinne von § 7 OAVO abdecken, vgl. § 24 Abs.2 S.2 OAVO. Eine Konzentration der Prüfungsvorbereitung bzw. einer Dokumentation der Prüfungsaufgaben im Sinne einer „Staffelbildung“ verbietet sich mit Blick auf § 24 Abs.2OAVO. Erfahrungen mit der Fächerwahl der Schülerinnen bzw. Schüler, die im Übrigen divergieren kann, können nicht Maßstab für die Prüfungsvorbereitung sein.“
[BW: Für die bessere Lesbarkeit Verlinkungen eingefügt]

Hier wird juristisch Paragraphen-Wind erzeugt, der bei näherer Betrachtung nichts anderes als „heiße Luft“ darstellt. In der OAVO ist zur Dokumentationsfrage einer Landesregierung von verbrauchten Abituraufgaben gar nichts geregelt. Niemand bezweifelt die allgemeine Gültigkeit der OAVO. Im Ursprungstext des Bildungswirts, den die Landtagsfraktion übernommen hatte, hieß es: „Jeder vernünftige Mensch, der Prüfungsaufgaben dokumentieren und Lernprozesse fördern will, konzentriert sich angesichts der Fülle auf das Wesentliche: Was ist definitiv vorgeschrieben (Pflichtfach) und was wird von den Schülern schwerpunktmäßig im Abitur gewählt? Daraus ergibt sich für alle als 1. Staffel: Deutsch, Englisch, Mathematik, Politik und Wirtschaft und Biologie. 2. Staffel: Geschichte, Französisch, Spanisch, Latein, Chemie, Physik und Religion. Alles Weitere wäre wünschenswert und ist abhängig von den eingesetzten Ressourcen. Aus den angeblich43 Fächern reduziert sich das Ganze auf ein MUSS von 5 Fächern (1. Staffel) und max. 7 Fächern (2. Staffel). Das Wedeln mit 43 Fächern lenkt also unnötig vom Kern des Problems ab.“

Selbstverständlich kann die Landesregierung alle 43 Fächer ausführlich dokumentieren. Auch kann sie nur für einen Kernbestand zentrale Landesprüfungen ansetzen (sagen wir ca. 15 Fächer) und den Rest nach landesweiten Vorgaben dezentral prüfen lassen. Sie hat dabei einen enormen Gestaltungsspielraum, den die Bundesländer sehr unterschiedlich auslegen und nutzen.
Entgegen der erkennbaren Meinung der Juristen geht es in der Schule vorwiegend um pragmatische Lösungen. Wenn man anfängt, dokumentiert man zuerst die Pflichtfächer und dann die am häufigsten angewählten Fächer; so erreicht man die maximale Breitenwirkung. Insofern sind empirische „Erfahrungen mit der Fächerwahl der Schülerinnen bzw. Schüler“ entscheidend. Diese sind selbstverständlich dem HKM bekannt! Nur praxisfremde „Experten“ kommen hier auf verzwirbelte Scheinlösungen.

Teil 2  und Teil 3 unserer Kommentierungen der Antworten der Landesregierung erscheinen in Kürze.

Kategorien: Abitur · Abitur verkauft · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Gymnasium · Unterricht

13 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 NachDenkSeiten - Die kritische Website » Hinweise des Tages // 29 Okt 2009 um 10:24

    […] Der müßige Streit um die verbrauchten Abiturprüfungsaufgaben „Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet“ ist immer noch die unerfüllte Forderung für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich. Der aktuelle Streit in Hessen um die sinnvolle Verwendung von verbrauchten Abitur-Prüfungsaufgaben zeigt sich in neuem Licht. Er hat bundespolitische Bedeutung, da bisher in keinem anderen Bundesland eine vernünftige Gesamtregelung vorliegt. Quelle: Bildungswirt […]

  • 2 Hermann Schmitt // 29 Okt 2009 um 16:32

    Danke für den informativen Beitrag. Ich kann es kaum glauben, dass Politiker so hinterm Mond leben. Jeder kann doch ganz einfach verstehen, warum die alten Abiaufgaben (mit unseren Steuergeldern finanziert) dann kostenfrei im Internet für die Schüler und Interessierten abrufbar sein sollten.
    Kultusministerin Henzler von der FDP müßte das doch begreifen, sie kann das doch einfach entscheiden. Von wem wird sie denn beraten? Das sind doch alles noch CDU-Altlasten. Oder schlafen die alle in Wiesbaden?

  • 3 Hermann Schmitt // 29 Okt 2009 um 16:43

    Noch eine kurze Ergänzung.
    Sehe gerade, dass beim Beitrag/Video unten „Jugend debattiert“ auch Kultusministerin Henzler anwesend war. Dann kann Sie auf jeden Fall nicht völlig praxisfremd sein. Die Kraft des Arguments gilt, das kann man beim Bildungswirt lernen. (Lese immer wieder mal euren Blog, weiter so)

    Wann kommt denn genau der 2. und 3. Teil, will mal per Mail den Link weiterschicken.
    LG Hermann

  • 4 fuchs // 29 Okt 2009 um 19:02

    habe mich ja auch schon während der „abitur verkauft“-serie mehrfach hier geäußert und kann nur nochmal wiederholen, was ich hier schon früher gefordert habe und wonach jeder „gesunde menschenverstand“ eigentlich schreien müsste:

    liebe VOLKSVERTRETER des landes hessen in wiesbaden,

    nie war es so leicht positive schlagzeilen zu produzieren und (alle) menschen glücklich zu machen. GEBT DIE AUFGABEN FREI!!!! die schülerinnen und schüler haben genug mit dem älterwerden, erstem liebesglück und -enttäuschung, selbstbehauptung und selbstentwicklung, schlechten lehrern und sinnfreien lehrplänen, prüfungsstress, etc. zu tun, da brauchen sie keine zusätzlichen und doch so leicht vermeidbaren administrativen hürden. GEBT DIE AUFGABEN FREI!!!! es gehört zu den großen stärken des menschen, dass er vergeben kann. und auch den abitur-fauxpas wird man vergeben und vergessen, vielleicht später sogar mal darüber lachen. also nur mut: GEBT DIE AUFGABEN FREI!!!!!!

    und falls es irgendjemand doch noch nicht verstanden hat:
    – die (erstellung der) abituraufgaben werden ohne kommerzielles interesse durch ÖFFENTLICHE MITTEL finanziert.
    – die aufgaben sollen JEDEM zugänglich sein
    – das internet ist DAS medium der gegenwart und zukunft und besitzt faktisch keinerlei zugangsbeschränkungen (24/7 ONLINE)
    – es gibt keine trifftigen gründe die aufgaben nicht ins netz zu stellen (nur abwehrreflexe oder verzögerungstaktiken)

    ALSO MACHT ES EUCH UND UNS LEICHT: GEBT DIE AUFGABEN ENDLICH FREI!!!!!!!!

    es gibt nichts gutes, außer man tut es.
    was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

    hessen sollte diese chance, den anspruch „bildungsland nr.1″ zu sein, nicht leichtfertig versäumen. viel gutes kam seit der landtagswahl noch nicht aus dem hkm.

    frau henzler, übernehmen sie!!!!

    GEBEN SIE DIE AUFGABEN FREI!!!!

  • 5 Bildungswirt // 29 Okt 2009 um 19:44

    @ Hermann Schmitt
    Danke für deine beiden Kommentare.
    Soviel zur Sache: Ob Politiker hinterm Mond leben? Schwierige Frage, manchmal könnte man den Eindruck gewinnen. Nur Wiesbaden ist von Frankfurt gerade mal 40 km entfernt – insofern nein!
    Du schreibst:“Kultusministerin Henzler von der FDP müßte das doch begreifen, sie kann das doch einfach entscheiden. Von wem wird sie denn beraten? Das sind doch alles noch CDU-Altlasten. Oder schlafen die alle in Wiesbaden?“
    Ja, eine Kultusministerin kann das einfach im Interesse der Schüler entscheiden, auch der Steuerzahler würde sich verstanden wissen.

    Beratung? Weiß ich nichts Konkretes. Nehme mal an, dass es die Fachbeamten aus der Abt.II (Gymnasien) und die Hausjuristen sind.
    Ja, Altlasten der CDU. Zum Schlaf sag‘ ich mal nichts.
    Teril 2 und 3 kommen innerhalb der nächsten Woche.
    Gruß BW

  • 6 Bildungswirt // 29 Okt 2009 um 19:46

    Hallo Fuchs,
    danke für deinen Appell. Bin jetzt zeitlich auf em Sprung, melde mich inhaltlich später ..
    Gruß BW

  • 7 Miller // 29 Okt 2009 um 22:11

    Hallo Fuchs,
    finde deinen Kommentar so treffend, dass ich ihn am liebsten als Gastbeitrag im Blog veröffentlichen würde (eben nicht nur als Kommentar im Hintergrund):
    „Geben Sie die Aufgaben frei, Frau Henzler übernehmen Sie“.

    Bist du einverstanden? Im Bildungswirt müssen wir uns da nicht lange absprechen, jeder verantwortet seinen eigenen Beitrag. Es gibt keinerlei Zensur.
    Gibt mir hier per Kommentar Nachricht. Ohne Einverständnis setze ich selbstverständlich keinen Blogbeitrag vom „Gastautor“.
    Gruß BW

  • 8 fuchs // 30 Okt 2009 um 15:56

    aber immer doch 😉

    lg fuchs

  • 9 swift // 30 Okt 2009 um 22:03

    Wenn man die Prüfungsaufgaben und Materialien an Verlage abtritt, übergibt man ihnen damit auch die Verantwortung für Inhalt, Korrektheit und urheberrechtliche Absicherung.
    Schade, dass die Verantwortlichen im Ministerium nicht selbstbewusst genug sind, zu ihren Produkten und den Teams, die diese entwickelt haben, zu stehen, sondern immer mehr dem Trend folgen, alles – und damit auch die Verantwortung – „outzusourcen“.
    Da gewinnt man leicht den Eindruck, als seien sie von der Qualität der eigenen Produkte und der Kompetenz ihrer Erzeuger nicht wirklich überzeugt. Schade eigentlich!

  • 10 Miller // 30 Okt 2009 um 22:55

    Hallo fuchs,
    okay, dein Beitrag als Gastautor des Bildungswirts erscheint in Kürze. Danke.

  • 11 Miller // 30 Okt 2009 um 22:57

    @swift
    Das ist mal noch ein neuer Aspekt in der Debatte. Könnte was dran sein. Wer hat hier eigentlich etwas zu verbergen?

  • 12 fuchs // 31 Okt 2009 um 18:23

    das ist aber ein irrglaube, dass so die verantwortung abgetreten werden könnte. auch wenn ein verlag das „papier“ veröffentlich steckt IM papier doch immer noch einzig und allein hkm (bzw. die jeweilige autorengruppe der aufgaben). da ändern auch die kleinen korrekturen des verlags nichts. de facto werden die aufgaben doch einfach nur übernommen. man hat so zwar vielleicht rechtlich sicherheit, aber urteile über die qualität und auch den bezug zur lebenswelt der schüler der aufgaben zielen gen wiesbaden und nicht in die verlags-„pampa“. das ist auch jetzt schon so!

    dabei müssen sie in wiesbaden doch gar keine angst haben das sich mit veröffentlichung der aufgaben im netz plötzlich ein heer von aufgaben-inspektoren mit kleinen roll-aktenköfferchen über die alten abituraufgaben her macht. die schüler wollen die alten aufgaben doch nur zur orientierung und zum üben.

    insgesamt zeigt dieses gezerre um die aufgaben doch auch mal wieder wie verkalkt und vergreist sich in wiesbaden an posten und alte verhaltensmuster geklammert wird. veränderung wird per se erstmal schlecht gesehen. das böse, unkontrollierbare internet. und wer trägt denn dann überhaupt die verantwortung??? ist das denn überhaupt gut, wenn die schüler die alten aufgaben sehen. das sollte erstmal besprochen werden! anfrage, bitte um konkretisierung, antwort, neue anfrage, bitte um veranderung,… aktenschimmel OLE! das muss alles bewusst gesteuert und überwacht sein. von lehrerhand in schülerhirn. und als nächstes machen wir ne umfrage zur wiedereinführung des rohrstocks. den schülern fehlt es ohnehin mehr und mehr an respekt…

    ich sage:
    der begriff des LERNANGEBOTS ist in der aktuellen bildungs- bzw. didaktikdiskussion zentral und relativ unstrittig! also her mit dem angebot alter abituraufgaben frei zugänglich im internet!!!

  • 13 Miller // 1 Nov 2009 um 17:16

    @fuchs
    Du schreibst: „das ist aber ein irrglaube, dass so die verantwortung abgetreten werden könnte.“
    DAs stimmt, das HKM meint das eher formaljuristisch, wer hat mit wem einen Vertrag, wer ist belangbar? Wenn der private Verlag veröfetnlicht, muss er sich um die Rechte kümmern und man ist aus dem Schneider.

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