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Gerüchte und Geflüster zum Bildungswirt

15. Juni 2009 · von Miller · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

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Paul Weber: Das Gerücht 1943/1953; Quelle: A. Paul Weber – Museum

Der Bildungswirt ist ein unabhängiger, überparteilicher, aber manchmal parteiisch engagierter Blog, wenn es denn sein muss!

Doch Menschen brauchen offensichtlich Sozialklatsch, dazu gehören auch Gerüchte und Geflüster. Fast könnte man meinen, dass dies eine anthropologische Konstante sei, für viele Situationen als sozialer Kitt brauchbar, flexibel einsetzbar, aber auch bis zur Denunziation von Gegnern ausbaubar mit dosierten emotionalen Erregungsstufen und Zornpotenzialen.

Als der Bildungswirt über die schräge Debatte um das Abitur G8/G9 2008 berichtete und den damaligen Kultusminister Banzer als Krisenmanager verhalten lobte, vermuteten einige gar ein geschickt eingefädeltes CDU-U-Boot oder den Undercover-Agenten, den es zu enttarnen galt. Der Bildungswirt werde demnächst Staatsekretär, so die phantasiereiche Gerüchteküche.

Als schon ein Monat später, im Juni 2008, die Artikel-Serie „Landesabitur verkauft“ mit dem Skandalvorwurf an die CDU-Landesregierung startete, war die Welt für die ständigen Entlarver qua Amt wieder in Ordnung. Der Bildungswirt – kein CDU-Mitglied oder U-Boot. Hingegen machte die Kleine Anfrage der Grünen im hessischen Landtag zum Verkauf des Landesabiturs alles nicht besser. Verwirrung brach aus. Der Bildungswirt mache gemeinsame Sache mit den Grünen, wo doch SPD-Nähe bis zu Frau Ypsilanti vermutet wurde. Im öffentlichen Wohnzimmer des Bildungswirts, im Frankfurter Nordend, kehre doch einige Parteiprominenz regelmäßig ein. Was nun?

Ein Bericht über die Wahlkampfveranstaltung Jürgen Banzer (CDU) – Mathias Wagner(Grüne) galt dann doch als die sich andeutende Verdichtung einer Jamaika-Koalition, falls es mit Schwarz-Gelb nicht reichen sollte. Der Bildungswirt hatte wie im Fußball für 3: 3 unentschieden votiert, trotz klarem Platzvorteil für die Grünen in ihrer Hochburg Frankfurt. Alles suspekt. Darüber hinaus gaben alle Parteien (außer der CDU) im Wahlkampf dem Bildungswirt ein Interview. Alle Schubladen zur geistigen Orientierung schienen zu klemmen.

Dann im Januar 2009 ein Bericht über die rote IG-Metallveranstaltung zur Bildungspolitik mit dem Hauptredner Ludwig von Friedeburg, dem hessischen Kultusminister von 1969-1974, dem bis heute roten Tuch für die CDU. Klarer Fall: Großes Lob für Friedeburg, ob seiner argumentativen Frische und Klarheit, eindeutig alles SPD unterwandert.

Im April 2009 brachte dann die Partei Die Linke eine Große Anfrage zum Verkauf des Landesabiturs in den hessischen Landtag ein. Darin wird explizit mehrfach auf Bildungswirt –Texte Bezug genommen. Igitt, der Bildungswirt bei diesen „Schmuddelkindern“, mit denen spielt doch keiner. Falsch. Bildungsfragen kennen keine parteipolitischen starren Grenzen, deshalb brauchen alle fünf Parteien den offenen Dialog. Was haben die Linken gemacht? Sie bedienten sich einer öffentlichen Quelle: www.bildungswirt.de,

die allen anderen Parteien auch bekannt ist. Und das ist gut so, meint nicht nur Klaus Wowereit. Zusätzlich zum allgemeinen parteipolitischen Geflüster scheine es auch noch  eine Liaison des Bildungswirts mit der Piratenpartei zu geben, so zu sagen mit dem linksradikalen Flügel der FDP: Freiheit und informationelle Selbstbestimmung für ALLE! Deshalb kann es nur konsequent heißen: Anker hoch und Leinen los, Schluss mit den Spiegelfechtereien.

Das neueste Geflüster zum Bildungswirt-Blog und zum Buch von Michael Miller: „Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft. Alle reden von Schule – was ist zu tun?“ kleidet sich in folgende zwei Fragen:

a) Ist das o.g. Buch eine private Veröffentlichung eines hessischen Lehrers im Rahmen seiner Meinungsfreiheit oder das Ergebnis einer wissenschaftlichen Forschung im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeit im Institut für Qualitätsentwicklung des Hessischen Kultusministeriums (HKM)?

b) Ist die o.g. Internetseite eine private Veröffentlichung eines hessischen Lehrers oder eine vom Institut für Qualitätsentwicklung oder vom HKM geförderte oder genehmigte Seite?

Dazu gibt der Bildungswirt bereitwillig brandaktuell Auskunft:

a) An diesem Buch wurde intensiv geforscht, alles ausführlich recherchiert, die neuesten Erkenntnisse der Didaktik und Hirnforschung berücksichtigt und eine anschauliche Darstellung von neuen Lernkulturen versucht. Zusätzlich wurde das favorisierte wissenschaftliche Verfahren gastronomisch unter Einbeziehung von einschlägigen Experten gefiltert. Die Forschungsergebnisse wurden selbstverständlich kostenfrei dem IQ und dem HKM als bekannte Akteure des Bildungssystems zur Verfügung gestellt. HKM und IQ wiederum bedankten sich und bekräftigten noch einmal  Artikel 5 GG als besonders hohes Gut, das es jederzeit zu respektieren gelte.

b) Der Bildungswirt ist als Blog im Netz eine öffentliche kostenfreie Informationsquelle. Gern kann der Link Hintergrundbühne aufklärend benutzt werden. Von „hessischem Lehrer“ oder HKM und IQ steht dort nichts, Geflüster bahnen sich aber dennoch ihren Weg. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass das HKM den Blog (wer will, das Blog) mit monatlich 5000.-Euro unterstützt, wenn noch drei weitere Bildungsinsider als regelmäßige Gastblogger mit Beiträgen erhellend im Interesse der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken. Die aktuelle Artikel-Serie zu „Computerspielen“ von Tobias Bevc wurde besonders im HKM aufmerksam gelesen.

Zusätzliche Fördermittel sind bei der Bertelsmann-Stiftung und dem Europäischen Sozialfond beantragt. Die Chancen stehen gut, dass für 2010 positive Bescheide ergehen, ähnlich wie solche, die wir von Finanzdienstleistern oder dem  Finanzamt kennen.

Nach all den Gerüchten und Einflüsterungsversuchen bleibt verlässlich festzuhalten:

Der Bildungswirt ist ein unabhängiger, überparteilicher, aber manchmal parteiisch engagierter Blog, wenn es denn sein muss!

Kategorien: Abitur verkauft · Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Dunkelkammer · Feuchtgebiete

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