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FDP – Beweglichkeit in der Bildungspolitik?

14. Mai 2009 · von Miller · 3 Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Die 100 Tage Schonfrist der neuen CDU-FDP-Regierung sind heute vorbei. Wie nicht anders zu erwarten, kommt die Regierung zu einer weitgehend positiven Einschätzung der bisher geleisteten bzw. initierten Arbeit und die Opposition zu einer weitgehend negativen.  Das bekannte Hase-Igel-Spiel; das Wahlvolk weiß zwischendurch gar nicht mehr, wer denn der Hase und wer die Igel sind. Hauptsache, es geht irgendwie weiter und weiter und weiter.

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Was tut sich in der Bildungspolitik?
Bisher nicht viel. Viel Tretminen, Pannen, unverbindliche Absichtserklärungen im „Traumjob“ am Wiesbadener Luisenplatz. Die FDP hat mit 16 Prozent Wählerstimmen im Rücken das Kultusministerium als ein Schlüsselministerium von der CDU übernommen. Die Kultusbürokratie ist aber weitgehend CDU-infiltriert, geschickt über 10 Jahre eingefädelt.

Was zieht die FDP-Ministerin daraus für Schlüsse? Welche Innovationen, auch innerbehördlich,  sollen zügig angegangen werden?

Die Leitlinie  „Selbstverantwortliche Schule“ hat zurzeit eher etwas von einer ungeliebten grauen Maus. Selbst SVplus als kleines, aber ambitioniertes Reformprojekt im Berufsschulbereich kommt nicht richtig voran, die bürokratischen Hürden sind immer noch zu hoch, taktische Hinhaltespiele, Verrenkungen überall, kaum Wertschätzung für die Engagierten vor Ort.

Was tut sich in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung? De facto steht Hessen nach 10 Jahren CDU vor einem Scherbenhaufen. Qualitative Lehrerfortbildung vor Ort, in der Region gibt es kaum noch. Wunschdenken und Nebelbildungen finden sich in zahlreichen Eigenlobreden der angeblich „neuen Qualitätsoffensiven“ – wenig seriöse Analysen und konkrete Konzepte mit ausreichender Finanzierung. Oder wird da einiges unter Veschluss gehalten?

Worin zeigt sich ein differenziertes FDP-Profil? Das ist die große Frage, 12 Uhr hat es längst geschlagen. Auch Gutmütige schauen inzwischen skeptisch auf die Uhr.

Kategorien: Berufsschule · Bildung · Gymnasium · Unterricht

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Oli // 15 Mai 2009 um 12:48

    Huch, hat sich da etwas bewegt? Hab ich was verpasst? Henzler hat den Ball und weiter?

  • 2 swift // 17 Mai 2009 um 21:39

    Ist aber auch wirklich schwer! Was soll man mit ineffizienten, einfallslosen Bremsern in den Führungsetagen schließlich machen? Nach oben loben? Geht irgendwann nicht mehr. Außerdem würden sie ja dort noch mehr Schaden anrichten.
    An Koch zurückgeben? Der will sie vielleicht auch nicht, kann’s aber nicht offen zugeben und wird eine Ausrede finden.
    Was bleibt dann noch? Vorruhestand? Hochbezahltes Nichtstun im Wartestand?
    Hoffen auf die Europawahl?
    Irgendwie schwierig, wenn man dann auch noch eine Menge von diesen Figuren an der Backe hat!
    Kann einem schon Leid tun, die Ministerin!

  • 3 Maria // 18 Mai 2009 um 12:49

    @swift @Oli
    Politische Veränderungen gibt es nicht ohne Neuorganisation der Bürokratie. Das sollte die FDP-Riege wissen. Oder sie sind doch nur ein Anhängsel der CDU?
    „Was bleibt dann noch? Vorruhestand? Hochbezahltes Nichtstun im Wartestand?“ Manchaml ist angestrebtes hochbezahltes Nichtstun dann doch besser als weiter so oder? Die neue Kultusministerin Henzler hat viel zu verlieren, desöfteren geht der politische Fall schneller als gedacht. Noch hat sie den Ball – wie Oli sagt – auf dem Fuß.

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