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Deutschland: Vielschichtige Geschichtsbilder

20. März 2009 · von Miller · 1 Kommentar Artikel drucken Artikel drucken

Die Bundesrepublik Deutschland wird 60, die Mauer ist durch Massenproteste und einen gewieften Einheitskanzler Kohl vor 20 Jahren gefallen. Im Jubel des ganzen Jahres 2009 (ja wo laufen denn die jubelnden, heiteren, befreiten Menschen in Ost und West?) wird nebenbei 1945-49 vergessen. „Mein Deutschland“ heißt die große Serie in der ZEIT, die gestern gestartet wurde.

Was der Bildungswirt dazu u.a. meint, lesen Sie hier.
Der Politapparatschik Günter Schabowski stammelte am 09.Nov. 1989 zur Maueröffnung: „Das trifft nach meiner Kenntnis  … ist sofort, unverzüglich.“ Die ZEIT meint doch, dass er „Weltgeschichte“ geschrieben hätte. Mit Verlaub, 3 Tage später wäre ein anderer SED-Betonkopf gekommen … Der Treppenwitz-Geschichtsgestalter kommt zur späten Einsicht: „Letztlich hatte der Mauerfall neben seinem weltverändernen Impuls auch den Beton in einem Parteikopf bersten lassen – in meinem eigenen.“ Immerhin. In den nächsten Monaten werden vielschichtige Versionen der Geschichte auf uns niederrieseln. Auch Bert Brechts „Fragen eines lesenden Arbeiters“ könnte mal wieder herausgezogen werden.

Aufgabe: Untersuchen Sie das dargebotene Bildmaterial. Schreiben Sie Ihre Ergebnisse in den Kommentar.

Kategorien: Allgemein · Bewusstsein · Bildung · Literatur / Film · Unterricht

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 swift // 23 Mrz 2009 um 18:01

    Leider fehlt ein ganz entscheidender Teil im YouTube Clip:
    Als Schabowski nämlich die Reisefreiheit für alle DDR-Bürger angekündigt hatte, kam dann noch die entscheidende Frage: „Wann tritt das in Kraft?“
    Darauf Schabowski, der hilflos in seinen Papieren blätterte: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“
    Dies wurde dann im Westen nicht ganz abwegig als „Ende der Mauer“ interpretiert und entwickelte noch in derselben Nacht seine Eigendynamik.
    Aber auch die Besonnenheit der unter Druck geratenen Grenzsoldaten sowie die friedliche „Ungeduld“ der erwartungsfrohen Menschen in Ost und West haben zu diesem beeindruckenden historischen Ereignis beigetragen.
    Hierzu noch eine Buchempfehlung: Hans-Hermann Hertle/Kathrin Elsner „Mein 9. November. Der Tag, an dem die Mauer fiel.“ – eine sehr schöne Dokumentation, in der viele Zeitzeugen zu Wort kommen.

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