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Einträge vom Februar 2009

KIM-Studie 2008:Kinder und Medien, Computer und Internet

13. Februar 2009 · von Miller · Keine Kommentare

KIM-Studie 2008:Kinder und Medien, Computer und Internet

Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland
Herausgeber: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, Febr. 2009

Die repräsentative KIM-Studie erfasst den gesamten Medienumgang von Kindern, also Fernsehen, Radio, MP3, Lesen, Computer, Internet und Handy. Weiter werden Themeninteressen, Freizeitverhalten, Medienbindung und Vorbilder erfragt. Die Besonderheit der KIM-Studie ist, dass auch die Haupterzieher, in der Regel die Mütter, mit einem schriftlichen Fragebogen einbezogen werden. Somit können ergänzend zu den Angaben der Kinder Informationen zur Mediennutzung der Haupterzieher, zu deren Einstellungen und zum Medienverhalten in der Familie erfasst werden.

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2008 / www.mpfs.de

Link zur Orginal pdf-Datei.

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Interessen der Kinder. Vor allem die Medienthemen „Computer“, „Computerspiele“, „Handy“ und „Kino/Filme“ werden vermehrt interessant, auch „Kleidung/Mode“, „Musik“ und „Musikstars/Bands“ werden wichtiger. Am deutlichsten verlieren bei älteren Kindern die Themen „Schule“ und „Tiere“.Im Vergleich zur KIM-Studie 2006 zeigen Kinder 2008 weniger Interesse für Kino und Filme, Stars aus Musik, Film und Fernsehen sowie für die Themen „Technik“, „fremde Länder“ und „Autos“. Dagegen begeistert das Thema „Internet“ zunehmend mehr Kinder.

Kinder kommen heute ganz selbstverständlich mit Computern in Kontakt. In 88 Prozent der Haushalte, in denen 6- bis 13-Jährige leben, gibt es mindestens einen Computer oder Laptop. Ein Viertel der Kinder hat ein eigenes Gerät zur Verfügung, sei es in Form eines speziellen Kindercomputers (12 %) oder in Form eines gewöhnlichen Computers, wie ihn auch Erwachsene benutzen (15 %). Entsprechend weisen mehr als drei Viertel (78 %) der Kinder Erfahrungen im Umgang auf (Nutzung zumindest selten). Mädchen (76 %) zählen zu einem etwas geringeren Anteil als Jungen (80 %) zu den Nutzern. Und während bei den 6- bis 7-Jährigen jedes zweite Kind zumindest selten einen Computer nutzt, gehört der Computer bei nahezu allen 12- bis 13-Jährigen zum Alltag (95 %). Im Vergleich zu 2006 stagniert der Anteil der Kinder mit Computererfahrung. Die Befürchtung, dass schon die Jüngsten in immer stärkerem Maße mit dieser Technologie in Berührung kommen, scheint also unbegründet. Da es selbst für den spielerischen Umgang gewisser kognitiver und motorischer Fertigkeiten bedarf, scheint hier eine mehr oder weniger natürliche Grenze gesetzt zu sein.

Wenn Computer in der Schule genutzt werden, dann ist dies bei 46 Prozent der Kinder im Fach Deutsch, 43 Prozent bestätigen dies für den Mathematikunterricht. Mit Abstand folgen Fremdsprachen (35 %), Sachkunde (23 %), Erdkunde (19 %), Biologie (17 %) und Informatik (16 %). Interessanterweise geben Jungen in Mathematik (47 %, Mädchen:38 %), Sachkunde (26 %, Mädchen: 19 %) und Erdkunde (24 %, Mädchen: 15 %) eine intensivere Nutzung an, in den restlichen Fächern liegen die Geschlechter gleichauf.
Betrachtet man den Computereinsatz nach Altersgruppen, werden die Unterschiede zwischen Grundschülern und Schülern weiterführender Schulen und der damit verbundene erweiterte Fächerkanon deutlich. Computereinsatz im Mathematikunterricht spielt besonders für die Schulanfänger eine Rolle, bei den Sprachen und den naturwissenschaftlichen Fächern kommt er verstärkt bei den ab-10-Jährigen zum Einsatz. Im Deutschunterricht geht der Computereinsatz nach der Grundschule dagegen deutlich zurück.

Jenseits des Fachbezugs stellt sich die Frage, welche konkreten Anwendungen mit dem Computer in der Schule im Mittelpunkt stehen. Betrachtet man hier die Tätigkeiten, die mindestens einmal pro Woche von den Kindern in der Schule ausgeübt werden, dann steht die Nutzung von Lernprogrammen an der Spitze (66 %). Recherchen im Internet (58 %) stehen ebenso häufig auf dem Programm wie das Schreiben von Texten (55 %). Weniger verbreitet ist das konkrete Lernen einer Software wie Word oder Powerpoint (36 %) oder die Durchführung von Berechnungen mittels des Computers (33 %). 16 Prozent erstellen einmal pro Woche oder häufiger eine Präsentation oder ein Referat.

Anmerkung: Die Computernutzung in der Schule ist nach Fächern und Intensität noch sehr unterschiedlich entwickelt. Trotz einiger Fortschritte besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Nicht eindeutig ist aus der Studie die tatsächlich Intensität nachgewiesen. Eine Nutzung von mindestens einmal in der Woche würde bedeuten, dass die Schule faktisch den Computer und das Internet als Lernmedien ignoriert. Einfache Modellrechnung: 30-35 Std. Unterricht pro Woche  – unterstellte Computernutzung 1-2 Std. würde eine ca. 5% Nutzungsdauer ergeben. Ein Armutszeugnis.

Kostenfreier Download der KIM-Studie 2008 unter : www.mpfs.de

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Tags: Abitur · Bildung · Dunkelkammer · Gesamtschule · Grundschule/Kindergarten · Gymnasium · Hauptschule · Unterricht · Vorbilder · WEb 2.0

Blog-Infos und Neuheiten

12. Februar 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Blog-Infos und Neuheiten

Wir haben in letzter Zeit noch  etwas am Design beim Bildungswirt gebastelt und vor allem für eine noch größere Aktualität mit Überblick gesorgt. In der rechten Spalte gefiltert und lesenswert finden sich fast täglich neue Hinweise auf andere interessante Blogs und ausgewählte Beiträge der großen Medien. So z.B. „1500.- Euro für jeden – Der Freitag“ – die Grundeinkommensdebatte oder „Recherche-Chaos“ oder Sozialquote an Berliner Gymnasien? oder „Lehrer präsentieren innovative Ideen“ oder „Lady Lenin“ – der Suhrkamp-Umzug etc.pp.

Zum Landesabitur/ Zentralabitur findet ihr ebenfalls in der rechten Spalte eine speziell zusammengestellte bundesweite Blogroll Abituraufgaben und Rechtsvorschriften. Klickt euch mal durch einige Bundesländer, ihr werden staunen, wie disparat das sog. einheitliche Abitur im Sinne der Einheitlichen Abituranforderungen (EPA) in Deutschland ist.
Die Artikelserie Abitur verkauft (rechte Spalte „Kategorien“ ausklappen und anklicken) ist nach wie vor aktuell. Die Ausführungen des Bildungswirt zur Copyrightfrage wurden von keinem Ministerialjuristen bisher widerlegt. Ob sich die neue Ministerin in Hessen der Sache annimmt –  oder die Opposition sich einschaltet – werden wir in den nächsten Wochen sehen. Das nächste Abitur steht jedenfalls in 5 Wochen vor der Tür! Vielleicht kommt die lückenlose Freigabe der verbrauchten Prüfungsaufgaben und die kostenfreie Veröffentlichung im Internet auch zuerst in einem anderen Bundesland. Hessen hinkt dann eben mal wieder hinterher.

Zu den Artikeln „Friedeburg- jung, dynamisch, wissend“ und zu „SPD-Abweichler und Abitur 2009″ haben ich mehrere Mails privat bekommen. Danke für eure Stellungnahmen, nur solltet ihr diese selbst im Blog veröffentlichen, ein bißchen Mut muss sein. Ich sehe mich nicht dazu  autorisiert, eure Kommentare und Anfragen selbst zu veröffentlichen.

Die Abos über RSS-Feed (Button ganz oben in der rechten Ecke anklicken und bestellen) sind gewachsen, nur zu! Noch besser: Vom aktiven Leser zum aktiven Mitschreiber mutieren oder auch: Frauen an die Tasten. Gastblogger sind immer noch und immer noch gewünscht. Arbeit und Ideen gibt es genug!

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„Ich-will-lernen!“ – ein aktuelles Online-Angebot der VHS

10. Februar 2009 · von frankmackay · 1 Kommentar

„Ich-will-lernen!“ – ein aktuelles Online-Angebot der VHS

sonja-ich-will-lernenHabe gerade Sonja, Marc und Ute bei www.ich-will-lernen.de kennen gelernt. Bei „Deutschlands größtem offenen Lernportal“ gab  ich eine kurze biographische Selbsteinschätzung ab und dann ging es ohne komplizierte Anmeldeprozesse (anonym, ohne eigene E-Mail Adresse!)  los. Ich konnte mich zwischen den Fächern: Mathe, Deutsch und Englisch entscheiden. Ich kann meinen eigenen Lehrplan, Lernkartei(en) und meine Ergebnisse einsehen. Zwischendurch mal einen Chat mit anderen Lernern oder ausgewählte Texte lesen,  z. B. Günter Kunert mit „Mann über Bord“. (Fand ich persönlich jetzt  nicht so den Brüller).  Die interaktiven Matheaufgaben sind gut, sie sind auch etwas für den Deutschlehrer, der immer schon der bessere Mathevertretungslehrer war… Oder darf es vielleicht der Aufgabenblock sein: „Alltag organisieren und Lernen lernen“ mit den Themen „Umzug“ oder „Einkauf“?

Das Portal wird betrieben vom Deutschen Verband der Volkshochschulen. Es funktioniert ohne  Installation von Programmen und zeigt  wie Lernen von zu Hause oder unterwegs aussehen kann. Da es kostenfrei ist, ermöglicht es jedem/ jeder den Einstieg.   Lesen, Schreiben und Rechnen sind sicher grundlegend, jedoch in einer komplexen Mediengesellschaft bei weitem nicht ausreichend  und sicher ist gesellschaftliche Teilhabe mehr als mit grobpixeligen Figuren per Du zu sein. Aber wem das klar ist, der sollte dieses Angebot mal ausprobieren!

Es bleibt die Frage: Welche Sicht hat die VHS  zu den Leistungen des deutschen Schulsytems und dem Potenzial ihren Lernenden? Das  würde mich interessieren.

ich-will-lernen

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SPD-Abweichler und Abitur 2009?

9. Februar 2009 · von Miller · 3 Kommentare

SPD-Abweichler und Abitur 2009?

Seit letzter Woche hat Hessen wieder eine gewählte Landesregierung mit einer  stabilen CDU/FDP-Parlamentsmehrheit. Wer denkt da noch an gestern, an den grauen November, an die SPD? Die hessischen Gemüter haben sich anscheinend wieder beruhigt. Wirklich?

Die Operation Walter hatte augenscheinlich Erfolg – zumindest für die politischen Kontrahenten.

Ab 20. März 2009 schreiben die Abiturientenklassen "ihr" Abi als zentrales Landesabitur. Politisch immer am Puls der Zeit. Warum im Fach "Politik und Wirtschaft" nicht gleich zum Spektakulum 11/2008 vordringen und die Wurzeln im englischen Unterhaus des 18.Jahrhunderts suchen?

Hier einige Auszüge aus der Rede an die Wähler von Bristol (1774):

"Gewiss, meine Herren, es sollte das Glück und der Ruhm eines Volksvertreters sein, in engster Verbindung, völliger Übereinstimmung und rückhaltlosem Gedankenaustausch mit seinen Wählern zu leben. Ihre Wünsche sollten für ihn großes Gewicht besitzen, ihre Meinung seine hohe Achtung, ihre Interessen seine unablässige Aufmerksamkeit. […]

Eine Meinung zu äußern, ist das Recht aller Menschen; diejenigen der Wähler ist eine gewichtige und achtenswerte Meinung, die zu hören ein Volksvertreter sich stets freuen sollte und die er immer auf das ernsthafteste erwägen müsste. Doch verbindliche Anweisungen, erteilte Aufträge, die das Parlamentsmitglied blindlings und ausdrücklich befolgen muss, für die es seine Stimme abgeben und für die es eintreten soll, obgleich diese Instruktionen im Gegensatz zur klarsten Überzeugung seines Urteils und Gewissens stehen mögen, sind Dinge, die den Gesetzen unseres Landes völlig unbekannt sind und die aus einem fundamentalen Missverständnis der gesamten Ordnung und des Inhalts unserer Verfassung entspringen. Das Parlament ist kein Kongress von Botschaftern im Dienste verschiedener und feindlicher Interessen, die jeder als Vertreter und Befürworter gegen andere Vertreter und Befürworter verfechten müsste, sondern das Parlament ist die beratende Versammlung einer Nation, mit einem Interesse, dem des Ganzen, wo nicht lokale Zwecke, nicht lokale Vorurteile bestimmend sein sollten, sondern das allgemeine Wohl, das aus der allgemeinen Vernunft des Ganzen hervorgeht
(…) Ein gutes Mitglied des Parlaments zu sein ist keine leichte Aufgabe; besonders in dieser Zeit, in der eine starke Neigung besteht, sich in einen gefährlichen Grad von sklavischer Willfährigkeit oder zügelloser Popularität zu stürzen. Umsicht mit Energie zu vereinen, ist absolut notwendig, aber äußerst schwierig.(…)"
Quelle: Edmund Burke (1729-1797): Englischer Publizist, Politiker und Philosoph, lange Zeit Abgeordneter im britischen Unterhaus.

Das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Gewissens und einer Fraktionsdisziplin der Abgeordneten war Gegenstand des hessischen Landesabiturs 2007 , Fach: Politik und Wirtschaft. Textgrundlage: Edmund Burkes Rede. Die Lehrerkommission hatte offensichtlich 2007 schon den 7. Sinn für die dramatischen Ereignisse 2008. Im Landesabitur 2009 könnte der Arbeitsauftrag ergänzend lauten:
A) Interpretieren Sie das beigefügte Plakat "Operation Walküre". Diskutieren Sie Plausibilität und Angemessenheit der Darstellung.
Alternativ B) Vier Landtagsabgeordnete (Walter, Everts, Metzger, Tesch) verweigerten Ypsilanti die Gefolgschaft. Sie wurden anschließend bezeichnet als: Vierer-Bande, Abweichler, Abtrünnige, Schweine, Verräter, die vier Aufrechten etc. Erörtern Sie die Angemessenheit der Wortwahl und die mitschwingenden Konnotationen. Diskutieren Sie Chancen einer Re-Integration der vier Personen in die SPD in den nächsten 2 Jahren.

Edmund Burke lässt schön grüßen.

Edmund Burke

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Bildungsstandards konkret (1): Fach Englisch Gymnasiale Oberstufe

7. Februar 2009 · von Miller · 3 Kommentare

Bildungsstandards konkret (1): Fach Englisch Gymnasiale Oberstufe

Den Orientierungsrahmen für konkrete, knapp gefasste Bildungsstandards bildet die Artikelserie Die Crux der Bildungsstandards (1 bis 6) im Bildungswirt. In Crux (1) wurden Bildungsstandards als flexible Voodooformeln mit großem Beliebtheitswert im historischen Rückblick erklärt und der Zielkorridor für eine ernsthafte Debatte ausgeleuchtet. Crux (2) diskutierte die Sinnhaftigkeit und Plausibilität des Kompetenz- und Standardbegriffs. In Crux (3) und Crux (4) fragten wir nach Leistungen von Bildungsstandards, nach unterschiedlichen Wissensarten und fächerübergreifenden Kompetenzbereichen. In Crux (5) wurden – in einer grafischer Darstellung – die drei Felder von fachspezifische Standards durch alle drei Fachbereiche, z.B. der gymnasialen Oberstufe angeboten. Crux(6) thematisierte die Notwendigkeit konkreter Umsetzungen von knapp gefassten Bildungsstandards (3-bis 5 Seiten pro Fach!) vor Ort.

Hier der bundesweit erste Entwurf von knapp gefassten Standards für die gymnasiale Oberstufe. Der Entwurf ist kompatibel mit den bundesweit einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) und mit dem Europäischen Referenzrahmen Sprachen. Die KMK will ihre Überlegungen bis 2010/2011 vorlegen. Soll man aber wirklich so lang warten und zum Schluss wieder unverrückbare 50 Seiten pro Fach (!) präsentiert bzw. verordnet bekommen?

Zur Vergrößerung einfach ins Bild klicken!

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Bildungsstandards konkret: Englisch (gymnasiale Oberstufe)

Englischlehrerinnen und -lehrer, was meint ihr? Ist der Entwurf aus eurer Sicht für den Unterricht ein klarer Orientierungsrahmen? Welche Plausibilitäten zeigen sich?
Oberstufenschülerinnen und -schüler. Helfen euch kurze Standards als Überblick, als Transparenzfolie und als Kontrollinstrument für den Unterricht?

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Tags: Abitur · Berufsschule · Bildung · Bildungsstandards · Gesamtschule · Gymnasium · Unterricht

USA: Warum sollen Schulen besser werden?

5. Februar 2009 · von frankmackay · 4 Kommentare

USA: Warum sollen Schulen besser werden?

Warum sollen Schulen besser werden? Sie verbessern die soziale Gerechtigkeit…

Steht im aktuellen Blogbeitrag des Weißen Hauses:

weisses-haus-blog-schule-amerikaLink

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Tags: Bildung

Bildung und Gastronomie (3)

4. Februar 2009 · von Miller · Keine Kommentare

Bildung und Gastronomie (3)

oder SPD, Ypsilanti-Sturz und Kneipe

Die Kneipe gehört zu den bedeutendsten sozialen und kulturellen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens. In ihr wird nicht nur politisiert, sondern auch regelmäßig Politik gemacht; Entscheidungen fallen im kleinen Kreis, in gut informierten informellen Zirkeln – vieles muss dann auch ritualisiert begossen werden. Das gilt für alle politischen Felder. Auch „werte Genossinnen und Genossen“  haben definitiv den Ypsilanti-Sturz in der Kneipe vorbesprochen. Wo? Das bleibt vorerst ein Geheimnis.

Ab morgen ist jedenfalls in Hessen wieder eine gewählte Landesregierung mit satter CDU-FDP-Parlamentsmehrheit im Amt. Und die SPD? Die mitgenommene Truppe sitzt im politischen Keller und leckt sich ihre Wunden ob des autoaggressiven Verhaltens. Sie rätselt über ihre meisterhafte Selbstzerlegung. Ein Trost: Der Aufwind kommt bestimmt und auch der politische Gegner macht in Zukunft strategische Fehler.

Was lernt daraus der Oberstufenschüler im Politikunterricht? Beschäftige dich frühzeitig mit der „Gewissensfreiheit“ der Parlamentarier. Wie funktionieren die strategischen Spiele auf der politischen Bühne? Und : „Ein gutes Mitglied des Parlaments zu sein ist keine leichte Aufgabe; besonders in dieser Zeit, in der eine starke Neigung besteht, sich in einen gefährlichen Grad von sklavischer Willfährigkeit oder zügelloser Popularität zu stürzen.“  (Edmund Burke: 1729 – 1797)

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Tags: Allgemein · Berufsschule · Bildung & Gastronomie · Dunkelkammer · Gesamtschule · Hauptschule

Schiller, Wallenstein und deutsche Bildungspolitik

3. Februar 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Schiller, Wallenstein und deutsche Bildungspolitik

Friedrich Schiller – der verspätete Stürmer und Dränger, der Pathosgeschwängerte, der Revolutionsangefixte und doch beigebogene Vertreter der Weimarer Klassik – lässt seinen Wallenstein ausrufen:

Nicht was lebendig, kraftvoll sich verkündet,
Ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz
Gemeine ists, das ewig Gestrige,
Was immer war und immer wiederkehrt,
Und morgen gilt, weil’s heute hat gegolten!
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht,
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme.
Weh dem, der an den würdig alten Hausrat
Ihm rührt, das teuerste Erbstück seiner Ahnen!
Das Jahr übt eine heiligende Kraft,
Was grau für Alter ist, das ist ihm göttlich.
Sei im Besitze, und du wohnst im Recht,
Und heilig wird’s die Menge dir bewahren.

Kreative Übung: Wenden Sie die Wallenstein-Aussage auf die deutsche Bildungspolitik an. Wäre z.B. das „Konzept der selbstverantwortlichen Schule“ etwas, das „sich kraftvoll verkündet“, was wäre der „würdig alte Hausrat“? Oder Lug, Trug und Verstellung, soweit das Auge blicket?

Zur weiteren Einstimmung hier noch eine besondere Variation des Literarischen Quartetts: Schiller, Schiller, Schiller,Ideal und Wirklichkeit streben weit auseinander …

Wenn Sie einige Zeit und Mühe aufwenden wollen: Erarbeiten Sie sich den Kontext der Wallenstein-Rede. Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick (Wikipedia oder Kindlers Literatur Lexikon). Wer sind die Gegner, die »ewig Gestrigen«? Wie urteilt Schiller über seine literarische Hauptfigur? Hätte Schiller eine Handlungsalternative für seine Tragödie gehabt? Warum muss zwingend zwischen dem historischen und dem literarischen Wallenstein unterschieden werden?

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Tags: Abitur · Bildung · Dunkelkammer · Gesamtschule · Gymnasium · Kunst/ Kultur · Literatur / Film · Unterricht