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Schiller, Wallenstein und deutsche Bildungspolitik

3. Februar 2009 · von Miller · 1 Kommentar

Schiller, Wallenstein und deutsche Bildungspolitik

Friedrich Schiller – der verspätete Stürmer und Dränger, der Pathosgeschwängerte, der Revolutionsangefixte und doch beigebogene Vertreter der Weimarer Klassik – lässt seinen Wallenstein ausrufen:

Nicht was lebendig, kraftvoll sich verkündet,
Ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz
Gemeine ists, das ewig Gestrige,
Was immer war und immer wiederkehrt,
Und morgen gilt, weil’s heute hat gegolten!
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht,
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme.
Weh dem, der an den würdig alten Hausrat
Ihm rührt, das teuerste Erbstück seiner Ahnen!
Das Jahr übt eine heiligende Kraft,
Was grau für Alter ist, das ist ihm göttlich.
Sei im Besitze, und du wohnst im Recht,
Und heilig wird’s die Menge dir bewahren.

Kreative Übung: Wenden Sie die Wallenstein-Aussage auf die deutsche Bildungspolitik an. Wäre z.B. das „Konzept der selbstverantwortlichen Schule“ etwas, das „sich kraftvoll verkündet“, was wäre der „würdig alte Hausrat“? Oder Lug, Trug und Verstellung, soweit das Auge blicket?

Zur weiteren Einstimmung hier noch eine besondere Variation des Literarischen Quartetts: Schiller, Schiller, Schiller,Ideal und Wirklichkeit streben weit auseinander …

Wenn Sie einige Zeit und Mühe aufwenden wollen: Erarbeiten Sie sich den Kontext der Wallenstein-Rede. Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick (Wikipedia oder Kindlers Literatur Lexikon). Wer sind die Gegner, die »ewig Gestrigen«? Wie urteilt Schiller über seine literarische Hauptfigur? Hätte Schiller eine Handlungsalternative für seine Tragödie gehabt? Warum muss zwingend zwischen dem historischen und dem literarischen Wallenstein unterschieden werden?

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Tags: Abitur · Bildung · Dunkelkammer · Gesamtschule · Gymnasium · Kunst/ Kultur · Literatur / Film · Unterricht