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	<title>Kommentare zu: W&#252;nschelruten in der Bildungspolitik</title>
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	<description>Bildung Schule Kultur Wirtschaft</description>
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		<title>Von: Bildungswirt</title>
		<link>http://www.bildungswirt.de/2009/01/21/wunschelruten-in-der-bildungspolitik/comment-page-1/#comment-343</link>
		<dc:creator>Bildungswirt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 19:58:36 +0000</pubDate>
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		<description>@ Horst, Anne und sevenup
Die W&#252;nschelrute hat bei den neuen Regierungspartnern CDU/FDP in den letzten Wochen ordentlich ausgeschlagen, politische St&#252;hle wurden ger&#252;ckt, das Regierungsprogramm beschlossen. In der Bildungspolitik werden wird mit Frau Henzler sehen, wohin die Reise geht, z.B. bei der selbstverantwortlichen Schule und der 105%igen Lehrerzuweisung. Nach 100 Tagen gibt es von vielen Seiten her die erste Zwischenbilanz. Fairness und n&#252;chterner analytischer Blick geh&#246;ren hier zusammen.

Nun zum wichtigeren Thema &quot;Dingpolitik&quot;. Der Begriff geht auf den franz&#246;sischen Wissenschaftssoziologen Bruno Latour zur&#252;ck. Einf&#252;hrungslekt&#252;re w&#228;re hier &quot;Von der Realpolitik zur Dingpolitik&quot;, ausf&#252;hrlicher seine B&#252;cher: Parlament der Dinge,  Hoffnung der Pandora oder Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft. Insgesamt sehr erkenntnisreiche, aber sperrige Kost. Vertraute Wahrnehmungen und Begriffe werden stark gegen den Strich geb&#252;rstet oder neu gefasst. Das &#039;Ding&#039; kommt urspr&#252;nglich vom Englischen &#039;thing&#039; und &#039;alting&#039; und meint nicht nur Sache, Streitsache, sondern auch archaische Versammlung. Deshalb auch Versammlung/Parlament der Dinge. Das Ding bringt die Leute zusammen. Es geht um einen erweiterten Politikbegriff, eine erweiterte Betrachtungsweise &#246;ffentlicher Dinge/ Angelegenheiten. Die Objekte sind in einem st&#228;ndigen Wirkungszusammenhang mit uns als Subjekte, erhalten einen Quasi-Subjekt-Status, bed&#252;rfen einer Stimme in der Versammlung. Das gilt z.B. f&#252;r Technik, Computernetze, Schulorganisation, Internetforen, Finanzpl&#228;tze, wissenschaftliche Laboratorien, Kirchen, Vereine, Krieg genauso wie z.B. f&#252;r &#214;kosysteme und einzelne Tierarten. &quot;Zur&#252;ck zu den Dingen&quot; (und nicht nur der Streit der Meinungen, Dogmen, Ismen) w&#252;rde sich gerade von einer naiven, jetzt vorherrschenden Realpolitik verabschieden und das Parlament der Ansammlungen vervielfachen. Der Zentralbegriff der &quot;Globalisierung&quot; und das Leben in Netzwerken m&#252;&#223;te neu gefasst, neu wahrgenommen  werden.
(Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich dazu einen l&#228;ngeren Artikel im Blog schreiben. Latour vertritt als Folie die sog. ANT - Akteur-Netzwerk-Theorie).
 Zum Abschluss noch kurz zu Eichendorff. Der weitblickende Romantiker - ja, die Dinge tr&#228;umen als Subjekte, aber sie liegen noch im Schlaf... gute Interpretationsangebote findet ihr auch bei Wikipedia. Das Weiterspinnen im Textgewebe ist dann eure Sache, euer Ding.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Horst, Anne und sevenup<br />
Die W&#252;nschelrute hat bei den neuen Regierungspartnern CDU/FDP in den letzten Wochen ordentlich ausgeschlagen, politische St&#252;hle wurden ger&#252;ckt, das Regierungsprogramm beschlossen. In der Bildungspolitik werden wird mit Frau Henzler sehen, wohin die Reise geht, z.B. bei der selbstverantwortlichen Schule und der 105%igen Lehrerzuweisung. Nach 100 Tagen gibt es von vielen Seiten her die erste Zwischenbilanz. Fairness und n&#252;chterner analytischer Blick geh&#246;ren hier zusammen.</p>
<p>Nun zum wichtigeren Thema &#8220;Dingpolitik&#8221;. Der Begriff geht auf den franz&#246;sischen Wissenschaftssoziologen Bruno Latour zur&#252;ck. Einf&#252;hrungslekt&#252;re w&#228;re hier &#8220;Von der Realpolitik zur Dingpolitik&#8221;, ausf&#252;hrlicher seine B&#252;cher: Parlament der Dinge,  Hoffnung der Pandora oder Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft. Insgesamt sehr erkenntnisreiche, aber sperrige Kost. Vertraute Wahrnehmungen und Begriffe werden stark gegen den Strich geb&#252;rstet oder neu gefasst. Das &#8216;Ding&#8217; kommt urspr&#252;nglich vom Englischen &#8216;thing&#8217; und &#8216;alting&#8217; und meint nicht nur Sache, Streitsache, sondern auch archaische Versammlung. Deshalb auch Versammlung/Parlament der Dinge. Das Ding bringt die Leute zusammen. Es geht um einen erweiterten Politikbegriff, eine erweiterte Betrachtungsweise &#246;ffentlicher Dinge/ Angelegenheiten. Die Objekte sind in einem st&#228;ndigen Wirkungszusammenhang mit uns als Subjekte, erhalten einen Quasi-Subjekt-Status, bed&#252;rfen einer Stimme in der Versammlung. Das gilt z.B. f&#252;r Technik, Computernetze, Schulorganisation, Internetforen, Finanzpl&#228;tze, wissenschaftliche Laboratorien, Kirchen, Vereine, Krieg genauso wie z.B. f&#252;r &#214;kosysteme und einzelne Tierarten. &#8220;Zur&#252;ck zu den Dingen&#8221; (und nicht nur der Streit der Meinungen, Dogmen, Ismen) w&#252;rde sich gerade von einer naiven, jetzt vorherrschenden Realpolitik verabschieden und das Parlament der Ansammlungen vervielfachen. Der Zentralbegriff der &#8220;Globalisierung&#8221; und das Leben in Netzwerken m&#252;&#223;te neu gefasst, neu wahrgenommen  werden.<br />
(Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich dazu einen l&#228;ngeren Artikel im Blog schreiben. Latour vertritt als Folie die sog. ANT &#8211; Akteur-Netzwerk-Theorie).<br />
 Zum Abschluss noch kurz zu Eichendorff. Der weitblickende Romantiker &#8211; ja, die Dinge tr&#228;umen als Subjekte, aber sie liegen noch im Schlaf&#8230; gute Interpretationsangebote findet ihr auch bei Wikipedia. Das Weiterspinnen im Textgewebe ist dann eure Sache, euer Ding.</p>
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		<title>Von: sevenup</title>
		<link>http://www.bildungswirt.de/2009/01/21/wunschelruten-in-der-bildungspolitik/comment-page-1/#comment-341</link>
		<dc:creator>sevenup</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 21:33:12 +0000</pubDate>
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		<description>Ich verstehe das so: Viele „Dinge“ sind uns einfach selbstverst&#228;ndlich geworden. Z.B. erwarten wir, wenn wir in der Schule Klassiker „durchnehmen“, dass wir im Unterricht all das abgefragt werden, was uns die Lekt&#252;rehilfen als wichtige Problemstellungen oder g&#252;ltige Deutung anbieten; dass wir L&#252;cken in englischen S&#228;tzen nur deshalb erg&#228;nzen, damit wir zeigen, dass wir drei verschiedene If-S&#228;tze gelernt haben; dass wir mathematische Formeln anwenden, damit das vom Lehrer vorher berechnete „einfache“ Ergebnis gefunden wird und nicht 7 verschiedene Ziffern nach dem Komma signalisieren, dass das nie und nimmer etwas werden kann. Wenn man aber als Sch&#252;ler oder Lehrer einmal aus der Alltagsroutine, dem Gewohnten, austreten darf und einen eigenen, offenen und neugierigen Blick auf die „Dinge“ wagt, kann man sie zum „Klingen“ bringen – und zuvor totes oder tr&#228;ges Wissen verwandelt sich in einen Schatz.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verstehe das so: Viele „Dinge“ sind uns einfach selbstverst&#228;ndlich geworden. Z.B. erwarten wir, wenn wir in der Schule Klassiker „durchnehmen“, dass wir im Unterricht all das abgefragt werden, was uns die Lekt&#252;rehilfen als wichtige Problemstellungen oder g&#252;ltige Deutung anbieten; dass wir L&#252;cken in englischen S&#228;tzen nur deshalb erg&#228;nzen, damit wir zeigen, dass wir drei verschiedene If-S&#228;tze gelernt haben; dass wir mathematische Formeln anwenden, damit das vom Lehrer vorher berechnete „einfache“ Ergebnis gefunden wird und nicht 7 verschiedene Ziffern nach dem Komma signalisieren, dass das nie und nimmer etwas werden kann. Wenn man aber als Sch&#252;ler oder Lehrer einmal aus der Alltagsroutine, dem Gewohnten, austreten darf und einen eigenen, offenen und neugierigen Blick auf die „Dinge“ wagt, kann man sie zum „Klingen“ bringen – und zuvor totes oder tr&#228;ges Wissen verwandelt sich in einen Schatz.</p>
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		<title>Von: Anne</title>
		<link>http://www.bildungswirt.de/2009/01/21/wunschelruten-in-der-bildungspolitik/comment-page-1/#comment-337</link>
		<dc:creator>Anne</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 21:44:20 +0000</pubDate>
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		<description>In W&#252;nschelrute steckt auch Wunsch und Zauber. Es w&#228;re doch sch&#246;n, wenn davon wieder mehr in die Politik zur&#252;ckkehren w&#252;rde. Mit Eichendorff hab ich so meine Schwierigkeiten, Schlaf in den Dingen? Im Snap wird Bruno Latour, Von der Realpolitik zur Dingpolitik&quot; angezeigt ??? Irgendwie unverst&#228;ndlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In W&#252;nschelrute steckt auch Wunsch und Zauber. Es w&#228;re doch sch&#246;n, wenn davon wieder mehr in die Politik zur&#252;ckkehren w&#252;rde. Mit Eichendorff hab ich so meine Schwierigkeiten, Schlaf in den Dingen? Im Snap wird Bruno Latour, Von der Realpolitik zur Dingpolitik&#8221; angezeigt ??? Irgendwie unverst&#228;ndlich.</p>
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		<title>Von: Horst</title>
		<link>http://www.bildungswirt.de/2009/01/21/wunschelruten-in-der-bildungspolitik/comment-page-1/#comment-336</link>
		<dc:creator>Horst</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 10:44:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bildungswirt.de/?p=740#comment-336</guid>
		<description>Politik und W&#252;nschelrute, ein wunderbares Bild. Hauptsache, sie finden zwischendurch etwas Vern&#252;nftiges. 
Die Anspielung auf die Dingpolitik ist mir nicht ganz klar. Sind die Dinge selbst Subjekte, wie schon im Eichendorff-Gedicht angelegt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Politik und W&#252;nschelrute, ein wunderbares Bild. Hauptsache, sie finden zwischendurch etwas Vern&#252;nftiges.<br />
Die Anspielung auf die Dingpolitik ist mir nicht ganz klar. Sind die Dinge selbst Subjekte, wie schon im Eichendorff-Gedicht angelegt?</p>
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