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Einträge vom Dezember 2008

Lernen: Konstruktionen im Kopf (1)

12. Dezember 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Lernen: Konstruktionen im Kopf (1)

Folgendes Interview stammt von brainlogs.de und ist mit Prof. Henning Scheich vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg.


Braincast 139 – Henning Scheich über Lernen from Anita Leyh on Vimeo.

„Mund, Auge und Penis sind nur Organe und nicht die Subjekte dieser Tätigkeiten – wie jedermann weiß.“ Schreibt lisarosa in ihrem Blogbeitrag vom 9.12.2008

2. Teil folgt aus „Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft“.

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Hausaufgabe: Deutschland wohin? Freie Textproduktion und Kreativität

9. Dezember 2008 · von Miller · 2 Kommentare

Hausaufgabe: Deutschland wohin? Freie Textproduktion und Kreativität

Nein, es geht nicht primär um Schule und Schüler. Auch Politiker, Manager, Aufsichtsräte, Lehrer oder Spitzenbeamte in weitverzweigten Institutionen sollen doch ihre überfälligen Hausaufgaben machen. Grundlegende Probleme im gesellschaftlichen Raum schreien geradezu nach angemessenen Lösungen.
Jeder kann mit seinem Einfallsreichtum – ohne Noten und Selektionsdruck – in freier Textproduktion seine Lösungen zur Geltung bringen. Als warming-up, als Lockerungsübung für Abiturienten (und die es noch werden wollen oder schon sind) stellt sich folgende Aufgabe:
Formuliere einen politischen Text deiner Wahl und benutze dabei mindestens 10 der angebotenen Wörter/ Wortfetzen:
Finanzkrise – kommunikativer Sound der Worttäuscher – Freiheit und Verantwortung – Marktwirtschaft – Inkompetenzkompetenzkompetenz – Dada – finanzpolitische Hasardeure und Kriminelle – Wegschaukünstler – schlafende Hunde – Lufthunde – Skandal – wirtschaftspolitische Tiefflieger – Spekulantenkabinette – Superhirne – Hoffnungsschimmer – Hausaufgabenverweigerer – kompetenzgeschwängerte Schlüsselqualifizierte – Bildungsgipfel – blaue Briefe – Internetabstinenzler – Nobelpreisverdächtige – Narrenschiffsüchtige – mit dem Kopf durch die Wand – aus dem Häuschen geraten –  auf Sicht fahren- American Dream – Obama-Effekt – nach unten offene Peinlichkeitsskala – Globalisierung –  Vaterland – Muttersprache –  Deutschland

Bedenke dabei: Welche Textsorte strebst du an, z.B. Bericht, Essay, Satire, Glosse, Kommentar, Pressemitteilung, Tagebucheintrag, Gedicht, Popsong? Wer ist die Zielgruppe? Wie lange soll dein Text werden?
Wenn du Lust hast, kannst du auch direkt im Blog unter „Kommentar“ deinen Text veröffentlichen.

Bei Bedarf noch eine kleine filmische Anregung, Beispiel Finanzkrise:

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Creative Commons – Kreatives Allgemeingut nicht beim Bundesverband der deutschen Industrie

4. Dezember 2008 · von frankmackay · 1 Kommentar

Creative Commons – Kreatives Allgemeingut nicht beim Bundesverband der deutschen Industrie

1. Eine Grafik

Quelle: Bundesarchiv - ADN-ZB Grafik 18.6.87-hee-Lesefreudigkeit der Schuljugend

2. Ein Film:

Team Deutschland – Münte aktuell: Das Gejammer muss aufhören!

3. Ideenliebe im Land der Ideen

Ideenliebe - Eine Kampagne des BDI

Ideenliebe - Eine Kampagne des BDI

Frage: Welche der 3 Medienangebote sind Creative Commons („Kreatives Allgemeingut“)?

Die erste Grafik (aus dem Jahr 1987 und der DDR) stammt vom Bundesarchiv und wird seit heute mit der Wikimedia als CC veröffentlicht. Dabei sind einige Spielregeln der Creative Commons zu beachten: Die Grafik kann verändert, vervielfältigt und verarbeitet werden, im weiteren muss der Rechteinhaber genannt werden. Das Bundesarchiv ist eine Einrichtung des Bundes, die mit Steuermitteln finanziert wird, der Münte Comic stammt von der nächsten öffentlichen Anstalt, dem Norddeutschen Rundfunk. Dieser stellt diese Comic Produktion zum freien Download bereit und informiert sehr ausführlich über die Möglichkeiten von CC.

Die Alternative: Creative Commons

Wer stattdessen kreative Werke nutzt, die unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, hat diese Probleme nicht. Creative Commons (CC, etwa „kreatives Allgemeingut“) ist eine Art Urheberrecht des Internet-Zeitalters, das auf die Herausforderungen der digitalen Technologien antwortet und eine flexiblere Handhabung von Urheberrechten erlaubt.

Selbst dieser zitierte Text steht unter CC. Aber hierbei kann das Werk nicht verändert werden, denn es steht unter 2.0 CC. Das bedeutet wir hören und sehen Münte bei YouTube nicht mit der Stimme von Schröder!

Wenn, denn, dann – denn Deutschland liegt bekanntlich im Land der Ideen. Die Kampagne läuft auch 2009 wieder und wie die Adventskalender zu Zeit, öffnet sich ab 1. Januar 2009  jeden Tag eine neue Idee – sehr schön in dieser Datei zusammengefasst. Neben der Bundesregierung ist der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) einer der Initiatoren und dieser rief auch die Initiative: „Ideenliebe“ im Frühjahr 2008 ins Leben. Letztlich geht es wohl darum, auch mit Unterrichtsmaterial, die Schüler anzuhalten geistiges Eigentum in ihrem Wert schätzen zu lernen und nicht zu klauen. Denn:

Gute Ideen sichern Deutschlands Zukunft. Oft fehlt jedoch der Respekt vor geistigem Eigentum. Fälscher schädigen Unternehmen und auch die Verbraucher, die nicht mehr zwischen Original und Kopie unterscheiden können. Der bundesweite Wettbewerb „Ideenliebe“ bringt das Thema in die Klassenzimmer: Schüler der Klassen 8 bis 10 sind aufgerufen, kreative Beiträge zum Schutz von Ideen zu entwickeln.

Man darf gespannt sein, welche Ergebnis ab Januar 2009 gezeigt werden. Das Medienecho bei Google ist eher gering. Nur beim SPIESSER, einer Jugendzeitschrift, tat sich eine Diskussion auf, warum der BDI mit seiner „Initiative“ den SPIESSER mit Inhalten unterstützt und dazu Onno am 20.11.2008:

Moin,
Ich finde in der Schule abschreiben hat wenig mit Ideenklau zu tun wie Pan es andeutet: Das Thema ist vorgegeben und es geht eigentlich nur darum es mit eigenen Worten wiederzugeben. […]

Mmh, ich denke, vielleicht beginnt ja der Nutzen
einer Idee bei einem selbst und wird so überhaupt erst für andere erkennbar und erhält so ihren Wert.?

Fazit: Ideenliebe im Land der Ideen ist kein kreatives Allgemeingut und der BDI keine öffentliche Einrichtung, aber ein Verein, der die öffentliche Meinung beeinflusst.

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Referendariat und Heißluftballon

2. Dezember 2008 · von Miller · 1 Kommentar

Referendariat und Heißluftballon

Nein, heute kein abgewogener Artikel, keine neue Infos, sondern „nur“ eine kleine Impression, die Anerkennung des Besonderen als Besonderheit.
Dunkelheit, ich verlasse die hessische Zentrale der Lehrerbildung, Bahnhofsviertel, mäßige Beleuchtung, Großstadtlärm. Vor mir laufen zwei junge Männer, Lehrer der Zukunft, das sich aus den Gesprächsfetzen erschließen lässt. Sagt der eine zum anderen: „Das Methodengewäsch hab ich manchmal satt. Zu meiner nächsten Lehrprobe miete ich mir einen riesigen Heißluftballon, schwebe dann über dem Schulhof ein und seile mich elegant ab. Das gibt mein Einstieg in die Stunde.“ Schallendes Gelächter vor mir, schmunzeln in meinem Gesicht, in Zukunft also nicht mehr das abgenudelte Methodenköfferchen, sondern gleich die ganz große Trickkiste. Die beiden in Lehrpoben-Phantasien Schwelgenden biegen ab und ein Gedankenblitz malt mir die Szene weiter aus: Der adrenalingeladene Ballonfahrer landet, hat wieder festen Boden unter den Füßen, während der Ausbilder, den Kopf geneigt und an seiner Brille nestelnd, ihn fragt: „Junger Mann, was haben Sie sich dabei gedacht?“ Und der junge Mann antwortet: „Fragen Sie mich nicht, was ich mir dabei gedacht habe, sondern sagen Sie, wie es bei Ihnen angekommen ist.“ “ Haben wir diese Art von Feed-back-Kultur nicht bei Ihnen im Kommunikationstraining gelernt?“ Ja, das unerschöpfliche Potenzial der Lehrerrollen …

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Fotokopieren an Schulen neu geregelt

1. Dezember 2008 · von Miller · 1 Kommentar

Fotokopieren an Schulen neu geregelt

Bonn, 28.11.2008: Das Fotokopieren an Schulen ist auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt worden. Ein neuer Vertrag zwischen den Ländern der Bundesrepublik Deutschland und den Verwertungsgesellschaften VG Wort, VG Bild-Kunst, VG Musikedition sowie den Schulbuchverlagen, vertreten durch die Vereinigung der Schulbuch- und Bildungsmedienverlage (VdS Bildungsmedien), legt fest, in welchem Rahmen Kopien für Unterrichtszwecke konkret hergestellt werden dürfen. Damit wird den Schulen mehr Rechtssicherheit gegeben.

Die neue Vereinbarung gestattet den Lehrkräften bundesweit, Kopien in Klassensatzstärke für den Unterrichtsgebrauch herzustellen – und zwar auch aus Schulbüchern und sonstigen Unterrichtsmaterialien. Die Kopien sollen dabei weder Schulbücher noch andere Werke ersetzen. Daher gelten hierfür die folgenden Grundsätze:
Kopiert werden dürfen an Schulen:
1. bis zu 12 % eines jeden urheberrechtlich geschützten Werkes, jedoch höchstens 20 Seiten. Dies gilt insbesondere auch für Schulbücher, Arbeitshefte, Sach- und Musikbücher

2.soweit es sich nicht um Schulbücher oder sonstige Unterrichtsmaterialien handelt, ausnahmsweise sogar ganze Werke, wenn diese nur von geringem Umfang sind und zwar
* Musikeditionen mit maximal 6 Seiten
* sonstige Druckwerke (außer Schulbüchern oder Unterrichtsmaterialien) mit maximal 25 Seiten sowie * Bilder, Fotos und sonstige Abbildungen.
Somit kann z.B. ein fünfseitiger Zeitungsartikel oder ein 20-seitiger Comic komplett kopiert werden. Aus einem 20-seitigen-Arbeitsheft können dagegen nur knapp 2,5 Seiten vervielfältigt werden, da Arbeitshefte zu den Unterrichtsmaterialien zählen. mehr …

Kommentar:
Und die Kultusministerkonferenz (KMK) bewegt sich doch, da sage in Zukunft keiner mehr spöttisch –  KMK, die „griechische Landschildkröte“. Der abgeschlossene Vertrag läuft rückwirkend vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2010. Die Länder übernehmen stellvertretend für die Sachaufwandsträger die Zahlung der Lizenzvergütung.
Jetzt ist es nur noch ein kleiner, aber mutiger Schritt, um sinnvoll die Veröffentlichung von verbrauchten Abitur-Prüfungsaufgaben im Internet zu regeln. Endlich hat man sich intensiver mit der Copyrightfrage beschäftigt. Geht doch! Wer will, der findet angemessene Lösungen.

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