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Die Crux mit den Bildungsstandards (6) – Innovationen jetzt!

18. Dezember 2008 · von Miller · 4 Kommentare

Die Crux mit den Bildungsstandards (6) – Innovationen jetzt!

Umsetzung und Ausgestaltung von Bildungsstandards vor Ort

Forum Demographischer Wandel

Knapp gefasste Bildungsstandards werden in Arbeits- und Neugierplänen an den Schulen, in den einzelnen Klassen ausgestaltet. Das beginnt mit qualifizierten Minderheiten, die bezahlte Entwicklungsarbeit leisten und wird im Laufe des Arbeits- und Kommunikationszesses zur zentralen Gelenkstelle der didaktischen Community vor Ort. Diese Entwicklungsfinanzierung für eine grundlegende Unterrichtsverbesserung muss in die selbstverantwortlichen Schulen gesteckt werden und nicht in die Schulverwaltung. Mindestens 50% der Stellen im Ministerium und in den Schulämtern sind mittelfristig überflüssig. Selbstverständlich können nicht alle Schulen gleich hohe Qualität entwickeln, deshalb werden herausragend produktive Schulen (Größe, Know-how, Engagement) besonders unterstützt und als Referenzpunkte mit Gütesiegel entwickelt. Die anderen können an den Ergebnissen kostenfrei partizipieren. Entwicklungspartnerschaften werden besonders vergütet. Das reale Geld (und nicht fiktives Spielgeld auf ministerialen SAP –Verrechnungskonten) muss also vorwiegend vor Ort fließen. Rechenschaftspflicht und Dokumentation der Ergebnisse, auch im Internet, versteht sich von selbst.

Die Zeit der Bremser in der Bildungsverwaltung sollte auslaufen. Deutschland braucht Innovation, auch in der Bildungsverwaltung mit mutigen Kultusministern, die – wenn schon auf das Förderalismusprinzip gepocht wird – dieses auch für qualitative und zügige Reformen nutzen. Weitere Zeitverzögerung über wissenschaftliche Gutachten zu den Gutachten der Gutachten gilt es abzuwehren. Es ist fast alles erforscht, um eine grundlegende Richtungsentscheidung für eine veränderte Pädagogik inklusive einer neuen Prüfungsdidaktik zu treffen. Der Rest ist qualitative Begleitforschung.
Noch einmal: Die entscheidende Energieträger sind weniger die Wissenschaft(en) des Elfenbeinturms und deren Heiligtum empirischer Verfahrensfragen, sondern die durchaus wissenschaftlich geschulten Praktiker vor Ort, mit großen didaktischen Werkzeugkisten und situativem Feingespür ausgestattet, die tatsächlich eine qualitative Schulreform täglich im Unterricht gestalten können und sollen. Bildungsstandards sind dabei eine wesentliche Referenzgröße. Das aktive Gestalten-Wollen kann den Lehrern und Schülern niemand abnehmen. Im Zweifel sollte man sich immer wieder an Montaigne und seinen pädagogischen Grundsatz erinnern und an Nietzsche, den großen Skeptiker. Er erklärt ergänzend, „inwiefern auch im Guten das Halbe mehr sein kann als das Ganze.“

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Tags: Bewusstsein · Bildung · Bildungsstandards · Dunkelkammer · Unterricht · Vorbilder