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Gymnasium abschaffen? Das deutsche Gymnasium – ein Fels in der Brandung

17. Dezember 2008 · von Miller · 5 Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

„Wer das Gymnasium abschaffen will, wird abgewählt“, sagt der Bildungsforscher Wilfried Bos im aktuellen Spiegelinterview.
Bos: (…) Außerdem haben wir in Deutschland eine ständestaatliche Tradition mit einer Schulform, die ziemlich gut funktioniert und die niemand abschaffen können wird: das Gymnasium.
SPIEGEL ONLINE: Und weil das Gymnasium sakrosankt ist, wird sich nie grundlegend etwas ändern?
Bos: Jedenfalls nicht am Gymnasium. Alle Eltern, die etwas zu sagen haben, die kampagnenfähig sind, schicken ihre Kinder aufs Gymnasium – die werden den Teufel tun, diese Schulform abzuschaffen. Die Diskussion ist schlicht müßig.
SPIEGEL ONLINE: Also resignieren Sie?
(…)

Nur wer will in Deutschland die beste Schulform ernsthaft abschaffen? Das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21. Jahrhundert! Bis zum Jahr 2020 brauchen wir eine 75%-Abiturientenquote pro Jahrgang. Das ist möglich, wenn ein ernsthafter neuer bildungspolitischer und pädagogischer Aufbruch nicht behindert sondern gefördert wird. Das ist „Dienst“ am Individuum und seinem Recht auf Bildung. Gleichzeitig ist es „Dienst“ für Deutschland in einer globalisierten Welt. Das Gymnasium ist effizient, wandlungsfähig, potenziell integrationsfähig und zukunftsorientiert. Wer will hier guten Gewissens widersprechen? Frohlocken nicht nur unterm Weihnachtsbaum.

Kategorien: Abitur · Berufsschule · Bildung · Bildungsgipfel · Gesamtschule · Gymnasium · Vorbilder

5 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 T. Jesse // 19 Dez 2008 um 00:28

    In den USA liegt die Quote der über 25 jährigen mit Abitur oder höherem Abschluss bei 84%! (siehe Link). Das dürfte fast das doppelte sein wie in Deutschland. Es gibt also noch genügend Aufholpotenzial hierzulande.

  • 2 T. Jesse // 19 Dez 2008 um 00:32

    Nachtrag – hier der Link:
    http://factfinder.census.gov/servlet/STTable?_bm=y&-geo_id=01000US&-qr_name=ACS_2007_3YR_G00_S1501&-ds_name=ACS_2007_3YR_G00_

  • 3 Sven // 22 Dez 2008 um 18:33

    @ T. Jesse
    Ich stimme dir vollkommen zu, auch wenn man den high school-Abschluss in den USA geringer bewertet als ein deutsches Abitur. Was meinst du zu dieser Einschätzung? Oder ist das deutsche Überheblichkeit? Wie sehen die Inhalte in den USA aus?
    Die Skandinavischen Länder kommen übrigens auch auf eine Abiturientenquote von 65-70%. Nur deutsche Politiker glauben, dass dies nicht möglich sei. Sie sind geistig blockiert, starr und befangen, in allen Parteien?

  • 4 T. Jesse // 26 Dez 2008 um 06:32

    Hallo Sven,
    ueber die Inhalte eines High School Abschlusses kenne ich mich im Einzelnen nicht aus. Was aber sicher ist: Ein Haupt- oder Realschulabschluss kann mit einem US High School Abschluss nicht mithalten. Denn man kann mit ihm i.d.R. weder studieren, noch den Konkurrenzkampf um einen Arbeitsplatz gewinnen. Mag sein, dass ein deutsches Abitur hoeher bewertet wird als ein US High School Abschluss. Den ueberzaehligen Haupt-und Realschuelern nutzt das jedoch nichts. Sie bleiben im Wettbewerb zurueck.
    Ueber die skandinavischen Laender hoert man in der Tat viel Gutes in Sachen Bildungspolitik. Was denkst Du denn warum sich Deutschland so schwer tut?

    Wenn Du mich fragst: eine gehoerige Portion „Thinking Big“ wuerde diesem Land gut tun.

  • 5 Sven // 27 Dez 2008 um 14:20

    @T.Jesse
    Wir brauchen in Deutschland auf jeden Fall deutlich mehr Abiturienten und qualifizierte Arbeitsplätze. Ich stimme dir zu, „Thinking Big“ würde diesem Land gut tun.“ Wir brauchen mehr Eigeninitiative und Eigensinn. Wer könnte der deutsche „Obama“ werden? In Hessen weder Koch noch Schäfer-Gümbel.

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