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Gorleben wird leben – von wegen Ruh‘

Überall Ruh in Deutschland: Ruh über dem Bildungsgipfel, Ruh in Hessen und – nach dem kurzzeitigen Aufheulen des Castor-Gegenwindes – ist jetzt auch über den Wendländer Wipfeln erst wieder einmal Ruh eingekehrt. Ruhe in Frieden, deutsches Atomklo!
Die aufgeweckten Kleinen aus den Anti-AKW-Elternhäusern wollten ja wieder einmal wissen, was da so vor sich ging im erdverwachsenen Niedersachsen. Was sagt der Lehrer? Fragt Papi, das reicht. Aber halt! War da nicht doch noch was Neues zwischen Harz und Emsland? Ein kleines Salzbergwerk, das nicht aufhört, den Eindringlingen weiterhin Widerstand zu leisten? Richtig, die Asse im Industriegebiet zwischen Salzgitter und Buschhaus bei Helmstedt, die Tochter aus gutem Hause, Stiefschwester des bösen DDR-Morsleben. Jahrzehnte war Ruh und jetzt das: Auferstanden aus Ruinen, der Salzstock löst sich auf! 126000 Fässer in 500 –750 m Tiefe, das Grundwasser ist bedroht, die Immobilienpreise im Sinkflug.
Angeblich läge die Undichtigkeit an dem alten Bergwerk, in das die Fässer eingelagert wurden, im jungfräulichen Gorleben sei indes alles besser, so der Leiter des Instituts für Endlagerforschung der TU Clausthal-Zellerfeld noch vor 2 Monaten in der Braunschweiger Zeitung.
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7534512/artid/9113368 [1]

Leider hat er wohl vergessen, dass diese dicke Salzschicht thermische Eigenschaften entwickelt, die jede Thermoskanne irgendwann zum Platzen bringt. Dazu kommt die Wasserlöslichkeit von Salz, was zu Rissen und Verschiebungen führt. Auch ein Salzstock pflanzt sich fort. Also von wegen Ruh überall – auch Gorleben wird leben, und das schon bald!