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Computerspiele und Gewalttätigkeit bei Kindern

5. November 2008 · von Miller · 1 Kommentar Artikel drucken Artikel drucken

«Je häufiger Schüler während der Kindheit (6–10 Jahre) Horror- und Gewaltfilme anschauen und je mehr sie sich mit gewalthaltigen elektronischen Spielen in der beginnenden Adoleszenz beschäftigen, um so höher sind ihre Gewalttätigkeit in der Schule und ihre Gewaltkriminalität im Alter von 14 Jahren.»

«Die psychischen und sozialen Schäden durch Mediengewaltkonsum bei vielen Kindern und Jugendlichen sind eine hohe Gefahr für die Gesellschaft.»(Hopf, Huber und Weiss, die in der renommierten Fachzeitschrift «Journal of Media Psychology, 2008)

Am 20. November findet an der Münchner Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München ein internationaler Kongress zum Thema «Computerspiele und Gewalt» statt. Medienforscher aus Deutschland und den USA präsentieren vier neue Langzeitstudien, die den Gewaltkonsum durch Computerspiele als Ursache für Veränderungen der Persönlichkeit und reale Gewalttätigkeit belegen. Die Forscher wollen der gezielten Desinformation und Relativierungsstrategie von Lobbyisten aus der Medienindustrie neue Ergebnisse der Medienwirkungsforschung entgegensetzen sowie politische und pädagogische Konsequenzen daraus ableiten.
Der Medienkongress »Computerspiele und Gewalt«  richtet sich an Eltern, Lehrkräfte, Studierende, Wissenschaftler und Politiker. Mehr…

Während etwa 30–40% der Familien in Deutschland sich verantwortungsvoll verhielten, so die Wissenschaftler, indem sie den Medienkonsum ihrer Kinder regulieren und reduzieren, geschehe keinerlei Medienerziehung in etwa 40–60% der Familien.

Mit reinen Appellen und ein paar „Aufklärungskampagnen“, so erfolglos wie in den letzten Jahren, wird es nicht mehr getan sein. Um ein Verbot von „Killerspielen“ wird man nicht vorbeikommen. Desweiteren müssen die Spielehersteller in eine „gesellschaftliche Verantwortung“ mit klarem Medienkonzept einbezogen werden. Politik muss gestalten und nicht untätig dem „größten Dreck“ zusehen.

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1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Tobias // 9 Nov 2008 um 19:03

    Ohne die Studie gelesen zu haben, wäre ich doch vorsichtig… renommierte Mediengewaltforsche4r wie Anderson, Gentile, Buckley, die ja bekanntermaßen auch nicht zurückhaltend sind mit der Interpretation ihrer Ergebnisse, kommen doch zu einer sehr viel vorsichtigeren Einstufung. Computerspielegewalt ist ein Faktor unter sehr vielen, der dazu beitragen KANN, dass Kinder und Jugendliche aggressiv werden.

    Man sollte immer bedenken, dass die Kinder, die solche extrem gewalthaltigen Medien konsumieren, natürlich auch aus entsprechenden sozialen Verhältnissen kommen. Ob nun das gewalthaltige Computerspiel an den späteren kriminellen Handlungen schuld ist oder nicht, dass kann keiner ernsthaft zeigen. Vielleicht ist es auch die häusliche Gewalt, Bandenmitgliedschaft, Drogenkonsum etc. pp. oder alles zusammen.

    Was jedoch richtig ist, ist dass die meisten Eltern zu faul sind, sich über den Medienkonsum ihrer Kinder zu informieren und sich mit ihnen darüber kritisch auseinanderzusetzen und sie im Zweifel zu verbieten.

    Richtig ist allerdings auch,. dass Aufklärung da nichts hilft.

    Ich, als Erwachsener, sehe allerdings nicht ein, warum ich so etwas nicht kaufen und spielen dürfen sollte – was bei einem Verbot zwangsläufig der Fall wäre.

    Ein schwieriges Thema, dass sicherlich intelligentere Antworten als Verbote verdienen würde, vor allem wenn man davon ausgeht, dass wir in einer freien Gesellschaft leben.

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