Der Bildungswirt

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Einträge vom November 2008

5 Jahre Nachdenkseiten-Blog

30. November 2008 · von Miller · Keine Kommentare

5 Jahre Nachdenkseiten-Blog

Gratulation zum Geburtstag – am 30.11.2003 starte der gesellschaftskritische Blog „Nachdenkseiten“ mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft und Politik“. „Wir hätten vor fünf Jahren, als wir dieses Projekt aus der Taufe hoben, nicht im Traum gedacht, dass heute über 28.000 Menschen jeden Tag die NachDenkSeiten besuchen und diese Website im Monat über 2 Millionen Mal angeklickt wird. Die NachDenkSeiten sind offenbar auf ein Bedürfnis vieler Menschen gestoßen, die gängigen Behauptungen kritisch zu hinterfragen,…“mehr

Ohne die Nachdenkseitenmacher – Wolfgang Lieb, Albrecht Müller, Lars Bauer, Kai Ruhsert –
hätten wir weniger sozioökonomischen Durchblick. Zum Kältestrom der glasklaren Analyse sollte sich aber regelmäßig der Wärmestrom der Gefühle, auch des Sentimentalen gesinnen. Wir leben nicht nur von Differenz und den manchmal notwendigen Ausblendungen, sondern vorwiegend von der Kraft der sozialen und kulturellen Integration. Die Liebe zum Detail, zum „Kleinen“, zum „Besonderen“ sollte nicht im Allgemeinen aufgehoben werden. Deshalb 12 kleine Fragen „Ist es nicht seltsam …“ (3 Minuten Video), einen musikalischen Gefühlswelten-Gruß mit John Coltranes „a love supreme“ und erst ab Montag geht’s wieder an weitere Analysen der internationalen Finanzkrise …

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Bildungswirt trifft Lehrerfreund …

28. November 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Bildungswirt trifft Lehrerfreund …
Der Lehrerfreund berichtet über den Bildungswirt

Der Lehrerfreund berichtet über den Bildungswirt

Link zum Interview:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/abituraufgaben-bildungswirt-interview

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Gorleben wird leben – der Unruh 2.Teil

28. November 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Gorleben wird leben – der Unruh 2.Teil

Wie bereits erwähnt, entwickeln sich in jedem Salzstock – sogar in „jungfräulichen“ wie in Gorleben – erhebliche Fortpflanzungaktivitäten, die das ganze Gebilde des so genannten Forschungslagers nach wenigen Jahrzehnten undicht werden lassen. Gerade noch rechtzeitig also, um vergreiste, mit Müll reich gewordene Ex-Kommandierende und deren Schergen an diversen Forschungsendlagern ihr verdientes Erbe verzehren zu lassen. Während sich die wackeren Zonenrandenkel mit verseuchtem Grundwasser, wertlosen Gutshöfen, Leukämieraten und Polizeiknüppeln beschäftigen, wird es auch für die anderen Enkel am Starnberger See langsam unruhig. Erste Anzeichen dafür ließen sich bereits aus den beunruhigten Stellungnahmen so genannter Betreiberfirmen herauslesen. Nun, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zum Prophet:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,576304,00.html

So kommt dann zum nicht mehr jungfräulichen Bergwerk auch noch ein väterlicher Erzengel dazu, der seinen Wahlkreis zudem mitten im Atomklo hat. Dass der Engel früher manch Dolch im Gewande des Landesvaters trug, schon vergeben und vergessen. Schnell die Aufsicht verstaatlichen, der Bund wird es schon richten: Yes, he can! Frei übersetzt: Hey Boss, ich brauch mehr Geld.
Also raus mit den 126 000 Fässern? Wieder einmal auf der Suche nach dem geeigneten Standort Deutschland, wer macht diesmal das Geschäft?
Vielleicht mal dahin, wo es schön hart und wasserfest ist? Granit, genau. Wie wäre es mit Mittelbau-Dora? Ganz in der Nähe der Asse, bestens erschlossen, sehr ruhig und idyllisch am Harz gelegen, dazu noch im Osten: bestens subventioniert, keine aufsässigen Anwohner – was will man mehr?

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Guter Unterricht und reflektierte Aufgabentypen

25. November 2008 · von Miller · 7 Kommentare

Guter Unterricht und reflektierte Aufgabentypen

Die Frage nach dem guten Lehrer ist immer gleichzeitig eine Frage von grundsätzlich gelebten Unterrichtsprinzipien (10 Prüfsteine für guten Unterricht) und einer kompetenzorientierten Operationalisierung vor Ort. Im Unterrichtsalltag zeigen sich professionelle Routinen und pädagogisches Geschick in der Gestaltung von vielfältigen Lernkulturen, die vor allem ihren Ausdruck in reflektierten Aufgabentypen finden. Eine konsequente Subjektorientierung und damit eine Abkehr von vorgefertigter Instruktionspädagogik schaffen für den Lernenden Spielräume für eine organisierte Spurensuche und subjektive Wahlentscheidungen. (Subjektive Didaktik) Lernen ist subjektive Konstruktion, schwingender Resonanzraum und Interaktivität.

Folgende Kriterien sollten sowohl im Unterrichtsalltag als auch bei der Erstellung zentraler Prüfungsaufgaben mit kompetenz-orientiertem Profil den Rahmen bilden:

1. selbst gewählte Vergleichs- und Andockmöglichkeiten zur vorgegebenen Problematik/ Thematik (fachspezifisch und fächerübergreifend)

2. Um- und Neugestaltung von Texten nach bestimmten Kriterien (vorgegeben oder selbst gewählt, Spiel mit Textsorten)

3. Herausarbeitung von Bezügen zwischen unterschiedlichen Materialsorten (Texte, Bilder, Filmsequenzen, Grafiken, Tabellen)

4. selbständige Wahl einer passenden Bearbeitungsmethode oder eines Untersuchungsschwerpunkts (aspektorientiert und arbeitsteilig)

5. reflektierte Wahl einer wirkungsorientierten und adressatenbezogenen Darstellungsform (Reflexion von Inhalt und Medium)

6. Beurteilung eines Problems/ Sachverhalts nach hergeleiteten Prüfkriterien (Konkurrenz von Prüflogiken, Geltungsansprüchen)

7. Herausarbeitung von Strukturen und Prinzipien (Vermeidung eines Abfrageduktus; punktuell nötiges Spezial- und Sonderwissen kann dabei als Entlastung vom Lehrenden zur Verfügung gestellt werden)

8. Konzentration auf Prozesse und Lösungsstrategien (Ergebnisse als Ausgangspunkt für weitere Herausforderungen)

9. selbständige und begründete Komplexitätserweiterung bzw. -reduktion bei der Suche nach Lösungswegen ( Akzeptanzkriterien und Priorisierungen)

10. Gegenwartsbezüge und Zukunftsfähigkeit (Gestaltungsauftrag, Antizipationsfähigkeit, existenzielle Inhalte, Förderung bzw. Brechung durch Geschichte und Tradition).

Mithilfe eines Operatorenrades (Verben mit Handlungs-Aufforderungscharakter) können Lernende zunehmend selbständig eigene Aufgabenstellungen generieren und bearbeiten.

Das „Lernen selbst lernen“ ist pointiert nicht Methode, sondern wertsensible und weltoffene Haltung des Subjekts, das sich neugierig mit „sperrigen Bildungsgütern“ beschäftigt und Lösungen findet. Offenheit von Aufgabentypen und subjektive Umgestaltungswünsche der Lernenden akzeptieren, heißt als Lehrender, sich bewusst zu verabschieden von primitiven Input-Output-Vorstellungen und rigiden Zeittakten einer linearen Pädagogik.

Operatorenrad zur Aufgabengenerierung, Miller 2007

PS. Eine Prüfungsdidaktik, die auf der Höhe der Zeit sein will (z.B. die jährliche Gestaltung des Zentralabiturs), müsste zuerst selbstkritisch reflektieren, wo sie steht. Der vorherrschend instruktionspädagogische Impetus, die sich wiederholenden Zwangsbeglückungsprogramme für Jugendliche wie z.B. verordnete Leselisten oder fortgesetzte Stoffhuberei bedürfen einer grundlegenden Revision.< –>

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Gorleben wird leben – von wegen Ruh‘

23. November 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Gorleben wird leben – von wegen Ruh‘

Überall Ruh in Deutschland: Ruh über dem Bildungsgipfel, Ruh in Hessen und – nach dem kurzzeitigen Aufheulen des Castor-Gegenwindes – ist jetzt auch über den Wendländer Wipfeln erst wieder einmal Ruh eingekehrt. Ruhe in Frieden, deutsches Atomklo!
Die aufgeweckten Kleinen aus den Anti-AKW-Elternhäusern wollten ja wieder einmal wissen, was da so vor sich ging im erdverwachsenen Niedersachsen. Was sagt der Lehrer? Fragt Papi, das reicht. Aber halt! War da nicht doch noch was Neues zwischen Harz und Emsland? Ein kleines Salzbergwerk, das nicht aufhört, den Eindringlingen weiterhin Widerstand zu leisten? Richtig, die Asse im Industriegebiet zwischen Salzgitter und Buschhaus bei Helmstedt, die Tochter aus gutem Hause, Stiefschwester des bösen DDR-Morsleben. Jahrzehnte war Ruh und jetzt das: Auferstanden aus Ruinen, der Salzstock löst sich auf! 126000 Fässer in 500 –750 m Tiefe, das Grundwasser ist bedroht, die Immobilienpreise im Sinkflug.
Angeblich läge die Undichtigkeit an dem alten Bergwerk, in das die Fässer eingelagert wurden, im jungfräulichen Gorleben sei indes alles besser, so der Leiter des Instituts für Endlagerforschung der TU Clausthal-Zellerfeld noch vor 2 Monaten in der Braunschweiger Zeitung.
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7534512/artid/9113368

Leider hat er wohl vergessen, dass diese dicke Salzschicht thermische Eigenschaften entwickelt, die jede Thermoskanne irgendwann zum Platzen bringt. Dazu kommt die Wasserlöslichkeit von Salz, was zu Rissen und Verschiebungen führt. Auch ein Salzstock pflanzt sich fort. Also von wegen Ruh überall – auch Gorleben wird leben, und das schon bald!

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PISA und Bildungsgipfel 2008

18. November 2008 · von Miller · Keine Kommentare

PISA und Bildungsgipfel 2008

Vom nationalen Bildungsgipfel blieb der Wipfel und dann die himmlische Ruh‘. War da was?

Von PISA? Ach ja, früher mal etwas Aufregung, heute Routine, ein paar garantierte Arbeitsplätze für empirisch arbeitende Wisenschaftler , Lebensstellungen mit kleinem Medienecho, echo, echo, ech, e, äääh – war da was? Ach ja, Sachsen, der diesjährige Sieger mit kleinen Klassen und zweigliedrigem Schulsystem. Interessiert das in Bayern? Wer sich als Chronist versteht, kann ja ein bißchen im Blätterwald lesen oder sich alternativ ein Video zu ‚dancing and fun‘ junger Leute anschauen.

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3. Opernabend – live im Odyssee Kult

16. November 2008 · von Miller · Keine Kommentare

3. Opernabend – live im Odyssee Kult

Aufgrund der großen Nachfrage ist es wieder soweit: Opernsänger kommen am Samstag, den 22.November um 20.00 Uhr in unsere Kneipe und gestalten einen unterhaltsamen Abend. Wo? Odyssee Kult, Weberstraße 77 im Frankfurter Nordend. Ansprechpartner und Reservierungen: Michael Kubala. Tel. 069-90500995.

PS. In drei Tagen löst sich der hessische Landtag selbst auf. Die politische Bühne knipst sich vorübergehend das Scheinwerferlicht aus. Der Vorhang fällt, die Vorsänger treten ab, viele Landtagsabgeordnete fühlen sich heimatlos, von Zukünftsängsten heimgesucht, einige werden ausgeschlossen, andere schielen auf das Wahlvolk am 18. Januar. Wie wird sich der freundlich unkalkulierbare Hesse an sich entscheiden?

Vorschlag: Gehen Sie wieder mehr in die Kneipe, halten Sie Ihr Ohr an den Puls der Kneipenkommunikation, erden Sie sich neu. Beim Bildungswirt ist jeder Gast willkommen; Dienstleistung und Diskussion schließen sich nicht aus. Unsere weltoffene Kneipe ist eben kein politischer Sperrbezirk mit Freund-Feind-Zuordnung. Das gilt übrigen für alle fünf Parteien in Hessen, für NGO-Organisationen, freischwebenden Bürgerbewegungen und selbstverständlich für den Ortsbeirat der Nordendler.

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Finanzkrise, Fake-Lyrik und Blogs – mal etwas anderes im Deutschunterricht

14. November 2008 · von Miller · 2 Kommentare

Finanzkrise, Fake-Lyrik und Blogs – mal etwas anderes im Deutschunterricht

Was haben internationale Finanzkrise und Deutschunterricht miteinander zu tun? Antwort erst einmal gar nichts. Und doch lassen sich historische und brandaktuelle Assoziationsketten herstellen, die durchaus Heiterkeit und Erkenntnis in den Unterricht bringen können.

Einige Anregungen (ich verzichte hier bewusst auf die klassischen Fragen zur Gedichtanalyse):

1. Lesen Sie das folgende Gedicht im Computerraum laut vor:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
Tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Wellt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
Hat der kleine Mann zu blechen
Und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

(Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in „Die Weltbühne“.
Zu schön, um wahr zu sein. Selbstverständlich ein Fake aus dem Jahr 2008, der augenzwinkernd unterhält, bewusst irrlichtert und Debatten in Blogs und Tageszeitungen auslöste. Dies sollte von den Schülern selbst herausgefunden werden. Was wäre ein stichhaltiges Argument für die „Fälschung“?)

2. Welche Erwartungshaltung der Leser lassen das Gedicht gern auch 1930 erscheinen? Welche Assoziationsketten werden von außen an den Text herangetragen?

3. Untersuchen Sie im Internet arbeitsteilig ausgewählte Blogs; wie wird zum Thema kommuniziert? Als Zusatzmaterial kommt z.B. in Frage:

http://www.sudelblog.de/?p=37

http://www.spd-rerik.de/wenn-die-boersenkurse-fallen.htm

http://www.rnz-blog.de/html/rnzblog/00_20081027191800_Wenn_die_Boersenkurse_fallen.html

http://finanzblog.kaywa.com/p1041.html

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Tucholskys-Lyrik-zur-Finanzkrise–ein-fauler-Zauber/story/30138400

4. Vergleichen Sie das „Fakegedicht“ mit dem Gedicht von Tucholsky „Hoch verehrtes Publikum“; hier gesprochen von Lutz Görner.

http://www.rezitator.de/gdt/525/

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