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Reich-Ranicki bei ZDF-Gala: Hirnlos durch die mediale Hemissphäre

12. Oktober 2008 · von Miller · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Skandale gehören selbstverständlich auch zum medialen System; manchmal platzt einen überspannten Subjekt einfach der Kragen ob der organisierten Hirnlosigkeit. Und schon rechnen die Interpreten die Rendite: "Gerechnet hat sich der Adrenalinschub in dieser ansonsten vollkommen beliebigen Preisabwurfparade nun sowohl für Reich-Ranicki als auch für Gottschalk selbst. Wie die ZDF-Verantwortlichen noch in der Nacht mitteilen ließen, werde man an einem Format arbeiten, in dem der Bücherpapst und der Quotenzampano gemeinsam übers Medium reflektieren werden. Aber mal ganz ehrlich, welche Inhalte könnten da ausgetauscht werden?" (Spiegel Online, 12.10.) Oder war vieles geistreicher um die Ecke gedacht, als es RR mit klassisch-literarischem Kopf verstehen konnte? Kleine Aussetzer der sensiblen Wahrnehmung aufgrund überflutender Reizspektakel? Wie dem auch sei:

Keiner kann aus der Quoten-Paranoia aussteigen. Auch der Chef-Kritiker ist "log in", es gibt in dieser Matrix keinen Ausstieg. Selbst der Aussteiger wird noch medial wieder ins Bild gesetzt. Der große Alte zeigt Kante, das ist man von ihm gewohnt, nur das ändert nichts am System und den immanenten Spielregeln. Die einzige Chance der großen Besinnung könnte in der großen Verweigerung bestehen. Als Test: einen Tag den Stecker ziehen, alles schwarz; kein Bild, kein Ton, keine Interviews, keine Reportagen, einfach mediales Nirgendwo!

Wie wäre es mit dem 11.11., dem Beginn des Narrenspiels?!
Schulen haben selbstverständlich auch frei – auch pädagogisch gesteuerte Kommunikation braucht eine echte Auszeit.

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