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Bildungsstandards, Kompetenzen – Crux (4)

16. September 2008 · von Miller · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Fortsetzung von Crux (3)
Kurzbeschreibung der fächerübergreifenden Kompetenzbereiche

I. Personale Kompetenzen / Selbstkompetenzen

Personale Kompetenzen beinhalten: Wirksame Werthaltungen erkennen, eigene Werthaltungen und Arbeitstugenden entwickeln, sich über Werte diskursiv austauschen, mit Differenzen umgehen können, sich selbst und andere anerkennen und schätzen und ggf. Krisen allein oder mithilfe anderer bewältigen lernen .

Lernprozesse selbst müssen deutlich stärker zum Gegenstand von Bildung werden: Einschätzung des eigenen Lernstandes und der Lernmotivation, Beurteilung von Lehrangeboten, Organisation von Zeit, Ort und Tempo des eigenen Lernens, Entwicklung von Lernstrategien, Einschätzung von Erfolg/Misserfolg des Lernergebnisses.

 II. Soziale Kompetenzen

Das sozial-kulturelle Leben allgemein und die Arbeits- und Wissenschaftsorganisation der Gesellschaft insbesondere erfordern Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Fähigkeit zur Teamarbeit und Kooperation. Ohne derartige soziale Kompetenzen ist eine „reine Fachkompetenz“ nur begrenzt nutzbar. Der Mensch ist zuallererst ein gesellschaftliches Wesen. Soziale Kompetenzen sind daher unverzichtbar.

III. Kommunikative Kompetenzen

Kommunikative Kompetenzen sind grundlegend: das Know-how des Sprechers und das Know-that des Interpreten. Sprach- und Kommunikationspraktiken, Lebensformen und Weltbilder sind unaufhebbar miteinander verwoben. Verstehensleistungen und Verständigung als existenzielle menschliche Fähigkeiten bedeuten die Ausbildung immer neuer Vorverständnisse, Horizonterweiterungen und Perspektivübernahmen zu (neuen) „Weltansichten“. Kommunikative Zeichen als Wert zu verstehen heißt sie als Artikulation einer Differenz bewusst wahrnehmen und selbst wiederum kreativ anwenden.

IV. Methodisch-instrumentelle Kompetenzen

Gemeint sind Fähigkeiten, sich Neues zu erschließen, auszuwählen, zu bewerten und anzuwenden. Dabei geht es auch um den systematischen Aufbau von Routinehandlungen und eines Methodenrepertoires, die fächerübergreifend gelten. Lernstrategien, Lerntechniken und Formen der Informationsorganisation rücken ins Blickfeld, um Erkenntnisprozesse zu erleichtern und abzusichern.

V. Erweiterte Fachkompetenzen

Im Kern geht es um die Verknüpfung von „intelligentem“ inhaltlichen Wissen mit der Fähigkeit zu dessen Anwendung. Kompetenzen in der nationalen Verkehrssprache Deutsch und internationalen Verkehrssprache Englisch sind hierzu ebenso unverzichtbar wie eine anwenderorientierte IT-Kompetenz und eine weitgehend fachunabhängige Grundlage logischen Denkens. Komplexe Problemlösungen erfordern immer wieder interdisziplinäre Herangehensweisen und Prüfung unterschiedlicher „Fachlogiken“ und Hintergrundannahmen. Im Zusammenhang mit problemlösendem Denken kommt dem exemplarischen Lernen und der Medienkompetenz eine besondere Bedeutung zu.

Mit der Darlegung dieser fünf fächerübergreifenden Kompetenzen soll hier mit Nachdruck betont werden, dass es sich aus Gründen der Veranschaulichung um eine rein analytische Trennung handelt. In der Förderung der Kompetenzen im Unterricht werden fließende Übergänge die Regel sein, insbesondere beim engmaschigen Netz von personalen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen, vereinigt in der sich entwickelnden Persönlichkeit des Lernenden.

Die systematische Förderung dieser fünf allgemeinen fächerübergreifenden Kompetenzen bei den Lernenden in der alltäglichen Unterrichtspraxis bedeutet nichts anderes als die weiter ausdifferenzierte Umsetzung des öffentlichen Bildungsauftrages in der gymnasialen Oberstufe:

1. Entfaltung der Persönlichkeit fördern

2. Studierfähigkeit und Weiterbildungsfähigkeit entwickeln

3. Fähigkeit zur Mitgestaltung des demokratischen Gemeinwesens stärken.

Kategorien: Abitur · Berufsschule · Bildung · Bildungsstandards · Gesamtschule · Gymnasium · Unterricht

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