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Einträge vom August 2008

Tu Felix

12. August 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Tu Felix


Alles fing damit an, dass vor 6 Wochen der vormalige Medizinflüchtling Felix aus Wien anruft und mich fragt, ob ich ihm beim Umsiedeln helfen könnt. Also gut. Die Gefahr, Kollegen oder gar Vorgesetzte zu treffen, erschien relativ gering, immerhin.
Diesmal ganz ohne Sommerloch (vulg. los wochos), in wahrer Hetz zwischen EM-Dauerregen, regierungsfreien Zonen, Haiderland und Katzenschändern (nein, nicht der Josef F.), kompliziert und spannend das alles, obwohl – kein allzu weites Land, das Land der Berge. Schnelle Wege, gutes Essen, liebe Menschen – meistens jedenfalls. So z.B. die Grüne Umweltdezernentin Sima. Sie hat das Jahrzehnte währende Wiener Hundekot-Problem mit feschen Parolen fast gelöst: Nimm ein Sackerl für mein Gackerl! Sind dir 36 Euro Wurst? Dagegen kommt nicht einmal mehr die Kronenzeitung an. Sima also wieder gut.
Um es kurz zu machen, wir haben uns ebenfalls wacker geschlagen: Nachdem die Türken diesmal bereits weit vor Wien vernichtet worden waren, mussten wir uns nur noch den Stierkämpfern beugen – Schwamm drüber – man muss auch jönne könne (Ja, ein Rheinländer war auch dabei). Der Umzug in die neue Hans Hölzl – Gasse beim Rennbahnweg ging sich ohne Blessuren aus und Felix lud uns anschließend zum Ausflug ins Waldviertel ein. Schlimm! Nicht nur beim Gusenbauer war da schon nix mehr los, auch die Wachauer Heurigen hatten es sich in sich: Recht dürftig ausgsteckt, überkam mich alsbald wieder Lust auf die Wiener Kaffeehäuser mit ihren ewigen Strudeln samt Häferlkaffee.
Bereits vor der ersten Lokalität ein Anblick des Grauens: Ein freilaufender Kampfhund erwartet die frohgemuten Großstädter, links ein abgerissenes altes Wahlplakat der letzten Anti-Ausländer-Wahl: Daham statt Imman – BZÖ oder so ähnlich. Tapfer auf die Zähne gebissen und am Hund vorbei das nächste Lokal angesteuert. Der Parkplatz voller Schlaglöcher, dem Achsbruch nahe. Der Wirt ist da und bedauert, heute nur Wurst anbieten zu können. Debreziner, Käsekrainer, Burenwurst oder Leberkäs. Da hätten wir auch daham in Wien bleiben können. Wie der dritte und letzte Versuch endete, erspare ich uns, vielleicht erinnert sich noch jemand an Monsieur Brel und seine Karottenköpfe…
Nun also wieder daheim statt daham. Die Zeit zur Wiederherstellung der Arbeitskraft des Berufsbeamten wurde aufrichtig genutzt und man ist wieder um eine Erfahrung reicher: Beim Bildungswirt ist’s immer noch am schönsten.

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Ach, China!

11. August 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Ach, China!


Was interessiert schon die alte olympische Idee!? Was interessiert, heißt: Spektakulum, Selbstinszenierung, Siegertypen, Superlativen, perfekte Show und mediale All-Präsenz. China hat sich gut vorbereitet und erfüllt die hochgesteckten Erwartungen par excellence.
Wen interessieren da die universalen Menschenrechte? Wen interessiert eine historische Rückschau: Mao als Massenmörder!? Was interessiert, heißt: Geld, Macht und Sex – weltweit!

Rückblick auf 500 Jahre imperiale Politik Europas (mit wechselnder Rollenverteilung) und jetzt? – ein fasziniertes Erschauern über den Aufstieg eines neuen Imperiums. Wer will da nicht dabei sein: höher, weiter, schneller lautet die Hymne eines globalen Kapitalismus. Diktatur und ökonomische Blüte als neues/altes Verkaufs-Erfolgsmodell? Demokratie und Marktwirtschaft – ein Auslaufmodell? Verunsicherung und Selbstvergewisserungsversuche im Westen? Werteerschütterung, Glaubenskrise und Erinnerung an Diktatur und Massenmorde im eigenen Land?

Ach, Europa, falls du erwachst, erledige vor allem deine internen Hausaufgaben, beende dein anmaßend bürokratisches Eliteprojekt, gewinne deine Bürgerinnen und Bürger für eine vernünftig heitere Europa-Vision der Toleranz. Nimm Abschied von Weltbeglückungsprogrammen. Bedenke: Welche Rolle spielst du in einer zukünftigen Weltinnenpolitik? Was wäre die neue europäische Passion, die neue Wahrhaftigkeit? Was wäre eine Politik der geerdeten Vernunft?

PS: Lieber Leser, nimm dir 6 Minuten Zeit für die Podcast-Sendung über Ach, Europa von Jürgen Habermas. Auch ein großer Denker liegt mal in der Einschätzung des Internet und der damit verbundenen Transformation der Öffentlichkeit daneben. Dezentrale Intelligenz im Internet ist ihm suspekt, schade!

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Lehrer als Führungskräfte? Bildungswirt im HR-Interview

8. August 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Lehrer als Führungskräfte? Bildungswirt im HR-Interview

Fortsetzung des Beitrags:
Pädagogen auf Leitbildsuche – Lehrer als Führungskräfte – mit anderen Mitteln:

© manwalk / PIXELIO
© manwalk / PIXELIO -  www.pixelio.de Die Journalistin Birgitta Schulte hatte für die Radioproduktion des Hessischen Rundfunks am 05. August 2008 nur 15 Minuten Sendezeit. Folglich mußten viele Antworten der Befragten einfach gestrichen werden. Schade, leider nicht zu vermeiden. Gern hätte ich z.B. die vollständigen Statements der Schülerinnen und Schüler oder des Referendars der Hola in Hanau zur „Führungs-Debatte“ gehört.
Vom Bildungswirt Miller liegen die Antworten zu den Fragen der Journalistin Schulte im Original vor (Tonbandmitschnitt) und werden ergänzend zur Radiosendung hier veröffentlicht:

Was ist ein Lehrer?

Er ist weder ein Vollzugsbeamter, noch Befehlsempfänger (zitiert in der Einleitung des Radiobeitrags), er hat einen Eid auf die hessische Verfassung geleistet, er ist verantwortlich für diese Kinder, dass sie schlauer werden, dass sie Persönlichkeit entwickeln.
Na ja, die ganze Debatte ist angestoßen worden von den Arbeitgebern mit ihrer Broschüre „Lehrkraft 2015“ und von dort meinen einige, dass das eine Option wäre, um Schule zu verändern.

In ihrem Sinne keine Option?

Das wird man sehen, das ist eine Möglichkeit. Insgesamt wäre ich schon froh, wenn die Mehrheit der Schulleiter „Führungskräfte“ wären, die die Schule tatsächlich steuern. Und da sollte man jetzt im ersten Schritt die Lehrkräfte eher in Ruhe lassen.

Das ist jetzt strategisch gedacht?

Strategisch in dem Sinne, mit welchen Begriffen man angemessen Wirklichkeit beschreiben, einordnen will. Und da steht das Thema, dass wir ineffiziente Lernkulturen haben, dass wir das Lehrerbild neu beschreiben müssen, neu aufstellen, neu definieren müssen, und da halte ich Begriffe wie: ein Lehrer ist ein Organisator von neuen Lernarrangements, ein Lehrer ist ein hervorragender Methodiker und Didaktiker, ein Lehrer ist ein Fachexperte, er ist ein Moderator, das halte ich für die angemesseneren Begriffe und nicht so entscheidend, ob man daraus eine Führungskraft konstruiert. Denn wenn man das so akzeptiert, wie die Arbeitgeber das konstruieren, ist die Führungskraft grundsätzlich verantwortlich, wenn es nicht klappt, sind immer die Lehrer selber schuld an der Misere. Und das halte ich im Moment nicht für den richtigen politischen Weg. Also wichtig ist, dass wir Veränderung in die Schule im Kerngeschäft „Pädagogik“ reinbringen, dass wir die Lehrer unterstützen im Rahmen der Qualitätsverbesserung des Unterrichts, und sie nicht belasten mit Debatten, ob jeder Lehrer eine Führungskraft ist.

Steht das einander entgegen: der Lehrer als Pädagoge und der Lehrer als Führungskraft, sind das Gegenbegriffe?

Das hängt davon ab, ob man aus dem Blickwinkel der Bildungsverwaltung schaut oder aus den Schulen, für die Bildungsverwaltung wäre es von Vorteil, wenn sozusagen ne Durchgriffsvariante bis zur „Führungskraft Lehrer“ existiert würde. Für die Schulen ist entscheidend, was kommt raus: an Pädagogik , Umgestaltung des Schullebens für die Schüler und wie kriegen wir effizienteren Unterricht hin. Dann ist es so, dass man immer die deutsche Tradition mit im Kopf haben muss: bei Führern haben wir Geführte, auch schnell Verführte. Wenn jeder jetzt als Führungskraft tituliert wird, sehe ich im Moment nicht den Fortschritt.

Was bedeutet das:Durchgriffsvariante ?

Ja, im Extrem sind für alle Defizite, für alle Versäumnisse die Führungskräfte vor Ort zuständig. Und das ist im Rahmen der Weitergabe der Belastung nach unten nichts anderes als ein guter Verkaufstrick. Und das ist nicht, was die Schulen brauchen. Die Schulen brauchen verlässliche Strukturen vom Budget her, von der Personalplanung her und auch von Freiheiten, die sich auf neue Lernkulturen und Unterrichtsexperimente beziehen.

Ich habe Sie mal so verstanden, als würden Sie sich weigern, den Begriff Führungskräfte auf Lehrkräfte anwenden zu sollen, was wäre der Grund?

Ach Gott, weigern, das ist zu dick aufgetragen. Ich frage immer nach dem Nährwert, nach der Angemessenheit eines Begriffs und ob wir ihn in der bildungspolitischen Debatte brauchen. Im Moment – ja oder nein? Und da spielt er für mich zurzeit eine untergeordnete Rolle.

Welche Debatte soll denn angestoßen werden?

Die Arbeitgeber sagen berechtigterweise , dass wir eine Unterfinanzierung des Bildungssystems haben, das müsste man auch mal zitieren. Vielleicht findet man dann mehr Führungskräfte.
Wir haben handfeste Themen auf der Tagesordnung und die heißen neue Lernkulturen, die heißen weg von der Instruktionspädagogik, die heißen hin zu einem deutlich angenehmeren Lernen, Neugierverhalten, das gestützt werden muss, und da ist diese Führungsdebatte drittrangig.

Entgegen aller Reformrhetorik ist die vorherrschende Form in Deutschland immer noch Frontalunterricht, sie ist immer noch gespeist von der Idee des Nürnberger Trichters, sie fragt – ein anderer Begriff – nach Container-Pädagogik, welchen Container können wir in welcher Zeit rüberschieben, ins Hirn des Schülers. Ich glaube, das ist drastisch genug beschrieben. Das ist aber nicht die Aufgabe einer neuen Pädagogik, da sind heute Schlüsselwörter angebracht wie: Selbstorganisation, selbstorganisiertes Lernen, Persönlichkeitsbildung durch Experiment und unterschiedliche Wege, Vielheit der Herangehensweisen.

Was ist überhaupt an Verhaltensänderung zu erwarten, wenn Lehrer sich mit diesem Begriff identifizieren?

Also da sind wir jetzt im spekulativen Bereich. Wenn sie sich wirklich identifizieren, will ich positive Effekte nicht ausschließen, insgesamt glaube ich jedoch, dass die große Mehrheit sich eher zusätzlich belastet fühlt, wir alle drei/vier Monate irgendwelche Neuerungen durchs Land posaunen und das nicht unbedingt produktiv ist für eine Verbesserung der Unterrichtsqualität.

Das wäre der Effekt, wie Kultur sich ändert in der Schule?

Wie Kultur sich ändert, das werden wir dann sehen, was sich in einem Kollegium tut, wenn sich das wirklich durchsetzen würde. Es stärkt erst mal die Position des Lehrers gegenüber den Schülern. Es ist zumindest die Gefahr gegeben, das ein ganzes Arsenal an Sanktionsmöglichkeiten sozusagen noch mal staatlich abgesichert wird. Und der Schüler dann in so einer vertragsrechtliche Konstruktion – „Was wollen wir zusammen erreichen“ -steckt, das, was auf der Erwachsenen-Ebene die Mitarbeitergespräche sind. Am Schluss sind sie noch für ihre schlechten Noten selbst verantwortlich, und man versucht die Sache in eine verrechtlichte Situation zu bringen, die eher einer modernen Pädagogik kontraproduktiv entgegensteht.

Die Ambivalenz solcher Maßnahmen sieht man an solchen Varianten von Erziehungsverträgen, die dann auch mit dem Schüler geschlossen werden. Er wird also in so eine vertragsrechtliche bürgerliche Idee hineingestoßen, hat aber grad gleichzeitig gar kein Recht es abzulehnen. Die Bedingung von Vertragsfreiheit ist aber, dass er sagen kann – nein – ich mache dieses Geschäft nicht. Genau diese Möglichkeit hat der Schüler nicht mehr und unter dem Deckmantel von „Freiheit und Verantwortung“ können sich sozusagen subtile autoritäre Strukturen in der Schule neu etablieren und das muss man wissen, ob man das politisch will. (Antwort in der Radiosendung weitgehend zitiert)

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Pädagogen auf Leitbildsuche? – HR2 aktuell

6. August 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Pädagogen auf Leitbildsuche? – HR2 aktuell

Lehrer als Führungskräfte?
Der Hessische Rundfunk greift eine alte/neue Debatte zum Selbstverständnis des Lehrerberufs auf, verdeutlicht kontroverse Meinungen, Einschätzungen und strategische Ausrichtungen.

HR2 - Homepage vom 5.8.20008

MP3-Download beim Hessischen Rundfunk hier… (Dauer: 14:20 min., Autorin: Birgitta M. Schulte, Datum: 05.08.2008 – die Sendung lohnt sich!).Radio:
Lehrer als Führungskräfte? Pädagogen auf Leitbildsuche

Zu Wort kommen in der Podcast-Sendung Schüler, Lehrer, Schulleitungen und hessische Qualitätsentwickler. Der Bildungswirt ist mit von der Partie.

Ausgangspunkt der Debatte ist eine von den Arbeitgeberverbänden (BDA und BDI) entwickelte Position aus dem Jahre 2001: „Wir brauchen ein Lehrerleitbild, das in neuer Weise die Lehrer als Führungskräfte in der Schule sieht, auf die Optimierung von Teamarbeit, Kommunikation und Beratung im Lehrerkollegium zielt, die Lehrer als mitverantwortliche Träger der Schulentwicklung, Qualitätssicherung und –verbesserung sieht und sie vom weisungsgebundenen ‚Untergebenen‘ zum aktiven Teilhaber am ‚Unternehmen’ Schule macht.“

Zu fragen ist, ob sich eine neue „Führungs-Debatte“ – die „Führungskraft Lehrer 2015″ – mit den Zielen und Praxis einer modernen Pädagogik verträgt oder konfliktschwer zur Semantik von Mündigkeit, Mitbestimmung, Freiheit, Toleranz und Demokratie steht.

Bereits am 11. August 2007 fragte der HR: „Welche Lehrer braucht das Land?
Verbirgt sich dahinter die Frage nach überfälligen Bildungsstandards für Lehrer?
Spannende Diskussionen stehen uns ins Haus und weisen den Weg zum nationalen Bildungsgipfel. „Ich bin dann mal weg.“ Auf dem Jakobsweg zur Besinnung, zum Bildungsgipfel!

Morgen: Was der Bildungswirt im HR-Interview noch sagte …

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Die Crux mit den Bildungsstandards (2)

5. August 2008 · von Miller · 2 Kommentare

Die Crux mit den Bildungsstandards (2)

In die Crux mit den Bildungsstandards (1) wurden grundsätzliche Bemerkungen zur Voodooformel BS und deren Beliebtheitswert dargelegt. Die Richtung der BS-Debatte sollte sein:
„Weg von der Anstalt, hin zur lebendigen Schule, Abschied vom Lernvollzugsbeamten, hin zum Lernberater, Organisator und Arrangeur komplexer Lernsituationen. Weg von hausbackenen Prüfungen und Bulimielernen, hin zu einer modernen kompetenzorientierten Prüfungsdidaktik.“ (Crux 1)
Crux 2 knüpft an diese Argumentation an und umkreist den Kompetenz- und Standardbegriff.

Bildungsstandards sind vorwiegend Kompetenz- und Leistungsstandards. Als Standard gilt in der deutschen BS-Debatte der sog. Regelstandard – also ein mittleres Leistungsniveau, welches überschritten oder unterschritten werden kann. (Die KMK lehnte 2003 die Empfehlung der Experten, u.a. Klieme, Avenarius, Blum, Döbrich, Prenzel, nach nationalen Bildungsstandards als Mindeststandards ab, da KMK-Aktivisten die Sprengkraft einer Schulreform durch solche Standards gesehen/geahnt haben. Was tun mit den Hunderttausenden Schülern, die den Mindeststandard nicht schaffen? Das schulpolitische Waterloo wäre offensichtlich geworden. Maximalstandards können nicht in Frage kommen, da sie nur von einem sehr kleinen Teil zu erreichen sind, z.B. als Prüfungsstandard der Abiturprüfung mit der Note 1,0. Der bundesdeutsche Durchschnitt – die Regel –liegt beim Notenwert 2,5.)

Was wird aber unter Kompetenz verstanden?
In der Bildungsstandard-Debatte wird meist F. E. Weinert (2001) wie folgt zitiert:
Kompetenzen sind „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“

Mit Verlaub, auch durch massenhaftes, schablonenhaftes Zitieren wird der avisierte Gehalt und der praktische Nutzen nicht vermehrt. Diese Definition taugt kaum für die schulische Praxis. Weitere variantenreichen Definitionen schwirren notwendigerweise durch die Lüfte; jeder Begriff (jede sprachliche Verfasstheit einer Situation) ist zunächst ein Vor-Urteil, geprägt durch meist verdunkelt mitgeschleppte Interessen, Blickwinkel, Neigungen, eingebettet in historische und situative Kontexte. Wer Aufklärung, Aufhellung will, ist zur Dauer-Kommunikation ohne Rückfallversicherung „verdammt“.

 

In meinen eigenen Vorträgen verwandle ich die Weinert-Definition zu folgender Arbeitsdefinition, die semantische Gewichte anders akzentuiert und die Vorläufigkeit und Prozesshaftigkeit betonen will:

„Kompetenzen sind die vom Subjekt erlernten oder verfügbaren kognitiven und körperlichen Fähigkeiten, situationsangemessen Probleme zu lösen. Kompetenzen beinhalten über die kognitiven Wissensbestände hinaus auch wandelbare Haltungen des Subjekts, ästhetische Wahrnehmungen, Wertvorstellungen, Handlungsmotive und kulturelle Praktiken.“

Mit Verlaub, im Prinzip kein wirklicher Fortschritt für eine schulische Pragmatik. Was tun?
Es kommt darauf an, sich immer wieder klarzumachen, dass Definitionen in lebendigen Sprachen (im Unterschied zu einer Formal- und Kunstsprache wie z.B. der Mathematik) selten ein Problem und seine Bedeutungen „klären“ können. Es kommt eben auf die Umstände und Kontexte an und diese können sehr verschieden sein. Das Vage, Flüssige, Unbestimmte gehört dazu, ohne dass wir dadurch in unseren praktischen Entscheidungen und Handlungen beeinträchtigt werden –im Gegenteil. Im praktischen Vollzug heißt die gängige Frage: Wie meinst du das? Ach so – ja, so leuchtet das mir ein – jeder kennt das in unzähligen Situationen, vorausgesetzt die Teilnehmer wollen verständigungsorientiert kommunizieren. Wer verstehen und praktisch wirken will, hängt sich nicht verbissen an Definitionsfragen auf, er gibt sich mit vorläufigen Arbeitsdefinitionen zufrieden. Die Bedeutung eines Begriffs, einer Begriffskette, zeigt sich im situativen Gebrauch und nicht in starren Vorab-Reglementierungen.

Wir wissen als sprachfähige Teilnehmer und Organisatoren von und in schulischen Lernprozessen durchaus, was Kompetenzen sind. Wir wissen um den Unterschied von Wissen, Können und Wollen. Wir wissen um unterschiedliche Wissensarten, Könnerstufen und Haltungen. Wir wissen um die Orientierungsformel: Jeder, der etwas kann, weiß (implizit oder explizit) etwas. Aber nicht jeder, der etwas weiß, kann etwas. In diesem Fall sprechen wir von trägem Wissen oder manchmal auch von totem Wissen, das blockiert.

Als Kurzformel ist Kompetenz der Dreiklang aus Wollen, Können und Wissen. Sie gilt für Schüler wie für Lehrer oder Ministerialbeamte. Schiefe Dreiklänge gibt es überall. Da gibt es z.B. Schüler, die wollen, auch etwas wissen, aber noch nicht richtig können. Da gibt es z.B. Ministerialbeamte, die durchaus etwas wissen und können, aber nicht richtig wollen. Da gibt es z.B. Lehrer, die durchaus etwas wollen und etwas können, aber noch zu wenig wissen (u.a. über tiefsitzende Lernblockaden bei Schülern). Manchmal wäre vielleicht dann doch ein Vierklang, eine andere Färbung angemessener. Da müssen die Beteiligten mit offenen Karten spielen und ein offenes Ohr anstreben – sonst gibt es keinen Harmonie-Fortschritt, keinen wirklich neuen vollen Sound.

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Erwartungen – Entscheidungen oder Bahntickets bei Ebay…

4. August 2008 · von frankmackay · 1 Kommentar

Erwartungen – Entscheidungen oder Bahntickets bei Ebay…

Entdecken Sie Deutschland und Europa zu bahntastischen Preisen und profitieren Sie von der exklusiven Kooperation zwischen DB und eBay. Vom 1. bis zum 10. August hat die Deutsche Bahn jeden Tag ab 0 Uhr ein neues bahntastisches Angebot für Sie! Lassen Sie sich überraschen und nutzen Sie diese Gelegenheit, Freunde und Verwandte zu besuchen.

Sagt die Bahn. Enttäuschte Ebayer schreiben:

Betrug! Erst Versteigerung und dann sofort Kauf billiger! ABZOCKE! FINGER WEG“ Oder „Abzocke! zuerst teuer versteigern, dann den gleichen Artikel zum Festpreis-„

Was ist passiert?
Am ersten Tag gab es Bahntickets ab 1€ und einige Verkäufe wurden mit weit über 100€ für 2 Tickets bezahlt. Nun gab es 2 Tage später 2 Fahrkarten für 66€ bzw. einen Tag später 4 Fahrkarten für 111€. Dies hatte die Bahn auf Ebay angekündigt.

 

Ich habe selbst 2 Fahrkarten für 76€ gekauft. Gehöre ich zur Gruppe der enttäuschten Nichtleser? Nein, denn ich fahre hin und wieder zum regulären Bahncard Preis nach Berlin und zahle für hin und zurück: 107€! Das macht einen Gewinn von 31€

Die Aktion wird nicht nur die Marketingabteilung von Bahn, Ebay und weiteren Onlinehändler beeindrucken, nein auch die psychologische Fakultät. Denn bei „3-2-1-Meins!“ können Entscheidungstheorien und Verhaltensökonomik überprüft werden.
Nehmen wir die Prospect Theory: „Menschen fürchten Verlust mehr, als sie Gewinn begrüßen. […] Überschätzen der eigenen Kenntnisse und des Verständnisses. […] Eine einmal eingenommene Position wird nicht gerne aufgegeben. […] Menschen wenden unverhältnismäßig viel Zeit für kleine und unverhältnismäßig wenig für große Entscheidungen auf. […] Bedauern über einen Verlust bringt nichts ein, aber es wird viel Zeit darauf verwendet.“

Was bedeutet dies für die bahntastische Ebay Auktion?
Wer gar keine Bahncard hat, der gewinnt auch bei weit über 100€, wenn sein Reiseziel angemessen weit entfernt ist. Überschätzt haben sich vielleicht einige Spekulanten, die ihre Tickets – einzeln – gleich wieder bei Ebay verkaufen wollen (Ebay freut sich trotzdem über die Provision). Der Punkt der kleinen und großen Entscheidungen muß wohl nicht weiter kommentiert werden, denn welche Sparmaus hat nicht bereits entdeckt, dass sein Höchstgebot in „normalen“ Shops günstiger war und zuvor hat man viele Auktionen geprüft und abgewartet. Das Bedauern (aber auch andere Anteilnahmen) scheinen in diesem Blog und mittlerweile über 100 Kommentaren Ausdruck zu finden.

Bis bald im ICE! „Und was haben Sie geboten??“

UPDATE: Spiegel Online, hat sich nun auch der Sache angenommen. Nun wird die Verbraucherzentrale bemüht und aus der Gewinn-Verlustrechnung werden Rechtsfälle und wehe es gibt Ebay-AGBs nur für die Bahn! Im Forum von Spiegel Online wird dem Redakteur nun Nichtleserschaft vorgeworfen…

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Vorbilder, Abstürzler und Korruptionssumpf (2)

2. August 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Vorbilder, Abstürzler und Korruptionssumpf (2)

Wo sind die Vorbilder in der deutschen Wirtschaft und in der deutschen Politik? Vielleicht finden wir sie auf dem anstehenden Bildungsgipfel am 22. Oktober. Diskussionsoffene Menschen, ehrliche Analysen, ernsthafte Reformen und keine Bestechungsgelder beim dringend benötigten Ausbau des Hochschulwesens. Bildung verschafft Überblick, Selbstverpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl und deutlich weniger Korruptionsanfälligkeit. Jedenfalls ist zurzeit mit den Industriekapitänen kein Start zu machen.

„Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Psychologen (BDP) nimmt in der Bundesrepublik die Belastung von Wirtschaft und Gesellschaft durch Korruption und Bestechung weiter zu. Kaum ein Unternehmer bestreite mehr, dass auch im deutschen Geschäftsalltag ohne Trickserei und Mauscheleien nichts mehr laufe, betonte Jürgen Smettan, im BDP zuständig für Markt- und Organisationspsychologie. Kleine und große Gaunereien, Kungeleien und Bestechung schlichen sich zunehmend in die Geschäftspraktiken ein und würden zur Normalität. Zwar habe der Gesetzgeber 1997 auf diese Entwicklung reagiert und einschlägige strafrechtliche Bestimmungen verschärft; gesetzgeberische Maßnahmen allein seien aber nicht ausreichend, um dem Abdriften einer Gesellschaft in Richtung Bananenrepublik entgegen zu wirken. Deshalb müssten auch Unternehmen, Parteien und Organisationen ihren Beitrag zur Korruptionsbekämpfung leisten.

Langfristige Folge der Korruption sei in allen Fällen eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Insbesondere die öffentlichen Haushalte sind in den stark von Korruption befallenen Staaten der Dritten Welt erheblich belastet. Aber nicht nur die öffentlichen Kassen leiden unter Korruption, sondern auch private Unternehmen. Vor allem in den USA hat man den Zusammenhang zwischen Korruption und ineffizientem Wirtschaften seit langem erkannt und entsprechend gehandelt. So ergriffen inzwischen viele Firmen, etwa durch die Einstellung von Antikorruptionsberatern, aktive Maßnahmen gegen die Bestechlichkeit in den eigenen Reihen. Verglichen mit den Vereinigten Staaten ist das Unrechtsbewusstsein in Deutschland bei weitem noch nicht so stark entwickelt.

Auf 50 Milliarden Mark jährlich schätzt der Schweizer Jura-Professor Mark Pieth, Leiter der OECD-Projektgruppe gegen Korruption, die Summe der Schmiergelder bei grenzüberschreitenden Geschäften. Immerhin haben sich auch deutsche Staatsdiener nach Schätzung der Weltbank 1999 mit fünf Milliarden DM schmieren lassen. Im Prinzip aber gilt: Je autoritärer ein Regime, umso anfälliger ist es für dunkle Machenschaften. Je ärmer das Land, desto empfänglicher sind die Staatsdiener – schon weil sie schlecht, manchmal auch gar nicht bezahlt werden. Es wird geschätzt, dass in den 90er Jahren die Schmiergeldzahlungen bei internationalen Wirtschaftsgeschäften auf 10-20 Prozent des Auftragsvolumens gestiegen sind, gegenüber 5-10 Prozent in den 80er Jahren. So kommen bei Großprojekten wie Flughäfen oder Kraftwerken gigantische Beträge zu Stande, denn jeder Stempel ist teuer bezahlt. Allein in der Bauwirtschaft fügt Korruption dem deutschen Fiskus einen Schaden von schätzungsweise zehn Milliarden DM jährlich zu.

Der tatsächliche Schaden ist jedoch viel höher als die Bestechungsgelder: Korruption verzerrt den Wettbewerb und demoralisiert die sauberen Firmen. Opfer ist die Gesellschaft als solche, denn die begangenen Korruptionsstraftaten fügen der Allgemeinheit gravierende finanzielle Schäden zu. Korruption verletzt aber auch die Grundwerte des sozialen demokratischen Rechtsstaates. Sie gefährdet damit die Geschäftsmoral (den ehrbaren Kaufmann) und die Grundlagen der Marktwirtschaft. Die Korruption verursacht Arbeitsplatzvernichtung, überhöhte Preise und Staatsverschuldung, blockiert Entwicklung und Innovation, hält die Schattenwirtschaft am Blühen und schädigt den Rechtsstaat. Jeder Fall ist ansteckend und damit höchst gefährlich. Ausrotten wird man die Seuche niemals, aber man kann sie durch strikte Verfolgung zumindest eindämmen.
Drei Viertel der deutschen Großstädte besetzen Führungspositionen in öffentlichen Unternehmen ohne klare Profile an die fachlichen Anforderungen der Bewerber zu haben. Das geht aus einer Studie hervor, die die deutsche Sektion der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International auf einem Symposium in München vorstellte. Die Studie der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin belegt, dass in einem Großteil der Städte in Deutschland keine strukturierten Auswahlverfahren für die Besetzung von Geschäftsführungs- und Vorstandspositionen öffentlicher Unternehmen angewendet werden. Auch eine öffentliche Ausschreibung solcher Führungspositionen findet nicht in allen Kommunen statt. „Wenn diese Stellen nicht in einem transparenten nachvollziehbaren Verfahren vergeben werden, kommen immer wieder Verdachtsmomente auf, dass das Parteibuch über Berufungen entscheidet und nicht die Qualifikation der Kandidaten“, sagte der Vorsitzende von Transparency International in Deutschland, Michael Wienen. Die Vertreter der Organisation fordern einen Mindeststandard an professionellem Personallmanagement, den die Städte etwa auch durch Zusammenarbeit mit Personalberatern erreichen könnten. Die Postenvergabe in öffentlichen Unternehmen sollte sich stärker an Wettbewerbsprinzipien orientieren. Eine transparente Informationspolitik, die bei Privatunternehmen mitterweile als Selbstverständlichkeit gilt, ist auch für öffentliche Unternehmen unerlässlich. In der Literatur wird einerseits seit längerem auf die Dreistigkeit der politischen Parteien hingewiesen, die in Kenntnis der Verfassungwidrigkeit der Ämterpatronage dieselbe gleichwohl betreiben und andererseits auf eine Haltung in der Bevölkerung und der öffentlichen Verwaltung, die man mit allgemeiner Devotion den politischen Parteien gegenüber umschreiben kann. Diese Haltung müsste einer bewussten Ächtung der Ämterpatronage weichen. Die Folge wäre, dass ein durch Parteiengunst erworbenes Amt seinen Träger nicht zieren, sondern eher verunstalten und ihn quasi als „wandelndes und fleischgewordenes Unrecht bloßstelle“.“
Wer tiefer ins Thema will, lese im bereits erwähnten Vortrag von Peter Barth weiter: Korruption – ein rechtliches und moralisches Problem?

Korruption im internationalen Vergleich (Stand 2007) - Wikipedia, Korruption Vor dem deutschen Bundestag: Dr. phil. Wolfgang Karb, Ungehaltene Rede: Die Würde des Menschen – ein kostbares und gefährdetes Gut
Die Rede ist kontrovers und argumentativ zuspitzend angelegt; sie könnte aufgrund der Vielschichtigkeit der Argumentation und der Aktualität durchaus lohnender Unterrichtsgegenstand in der gymnasialen Oberstufe sein.
Hier eine Kostprobe: (…) Rüdiger Safranski hat im Jahr 2003 einmal gefragt: Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch? Er hat in diesem Zusammenhang auf den ideologischen Globalismus und seine Varianten aufmerksam gemacht und dabei trefflich formuliert: „Die Global Players verfolgen die borniertesten, lokalen Eigeninteressen – aber mit globaler Reichweite.“ Wer einmal aufmerksam in die Gesichter sog. Global Players geschaut hat, dem wird hinter der Maske des antrainierten Lachens und charaktermaskenhaften Grinsens der Zynismus nicht verborgen geblieben sein, den Peter Sloterdijk schon vor über 20 Jahren als aufgeklärtes falsches Bewusstsein und als unglückliches Bewusstsein in modernisierter Form nicht nur für den Bereich der Wirtschaft diagnostiziert und phänomenologisch beschrieben hat: ein Zynismus, der auch bei Regional- und Provinz-Playern in allen gesellschaftlichen Teilsystemen beobachtet werden kann. Wie lange lassen sich die Menschen auf dieser Erde das kapitalistisch-zynische Falschspiel mit seinem irrsinnigen Tanz um das goldene Kalb der höchsten Renditen noch gefallen, bei dem z.B. die Manager des amerikanischen Konzerns Enron mit milliardenschweren Bilanzbetrügereien für die bisher größte Firmenpleite in Amerika gesorgt und unzählige Familien in den Ruin getrieben haben? Es ist kein Zufall, dass die US-Börsenaufsicht Securities & Exchange Commission im Jahr 2006 bereits in 80 Fällen wegen Betrugs, Insiderhandels und Verstoßes gegen die Steuergesetze ermittelt hat, was nach Vermutungen von Experten lediglich die Spitze eines Eisberges darstellt. Dabei ist es nur ein schwacher Trost, dass der frühere Enron-Chef Jeffrey Skilling inzwischen zu mindestens 24 Jahren Gefängnis und sein krimineller Kollege Bernard Ebbers vom ebenfalls Pleite gegangenen Telekomkonzerns WorldCom zu 25 Jahren verurteilt worden sind. Flickr: http://www.flickr.com/photos/tyger_lyllie/102901333/ Aus ähnlichem Holz scheinen in Deutschland auch einige Manager des Konzerns Daimler-Chrysler geschnitzt zu sein, der in einen millionenschweren Finanzskandal verwickelt ist und Schmiergelder gezahlt, Millionen in schwarzen Kassen versteckt und Steuern in großem Stil hinterzogen haben soll. Mehrere sog. hochrangige Manager aus dem Busbereich dieses Konzerns wurden bereits suspendiert, wegen Betrugs- und Korruptionsverdacht ermittelt die US-Börsenaufsicht seit 2004 gegen diesen Konzern, der sich einen ehemaligen FBI-Chef als Privat-Ermittler ins Haus geholt hat.“ (…)
Aktuell: Siemens – der Wirtschaftskrimi pur! Vielleicht hilft mal wieder ein Blick ins Grundgesetz:

  • Artikel 14, Abs. 2: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

In diesem Land würde es wahrscheinlich einen dauerhaften soziokultureller Aufschwung auf der ganzen Linie geben, wenn der folgende politische Imperativ das Handeln der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft bestimmte:

„Handle so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit im Einklang mit dem Grundgesetz steht und dazu beiträgt, die Kluft zwischen gesellschaftlicher Wirklichkeit und Grundgesetzlicher Idee vom Menschen zu verringern.“
Das meint, in gedanklicher Anlehnung an den Philosophen I.Kant, immer noch ein beachtlicher Teil der deutschen Bevölkerung. Kann man dieser Maxime ernsthaft eine hohe Plausibilität absprechen?

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