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Tu Felix

12. August 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Tu Felix


Alles fing damit an, dass vor 6 Wochen der vormalige Medizinflüchtling Felix aus Wien anruft und mich fragt, ob ich ihm beim Umsiedeln helfen könnt. Also gut. Die Gefahr, Kollegen oder gar Vorgesetzte zu treffen, erschien relativ gering, immerhin.
Diesmal ganz ohne Sommerloch (vulg. los wochos), in wahrer Hetz zwischen EM-Dauerregen, regierungsfreien Zonen, Haiderland und Katzenschändern (nein, nicht der Josef F.), kompliziert und spannend das alles, obwohl – kein allzu weites Land, das Land der Berge. Schnelle Wege, gutes Essen, liebe Menschen – meistens jedenfalls. So z.B. die Grüne Umweltdezernentin Sima. Sie hat das Jahrzehnte währende Wiener Hundekot-Problem mit feschen Parolen fast gelöst: Nimm ein Sackerl für mein Gackerl! Sind dir 36 Euro Wurst? Dagegen kommt nicht einmal mehr die Kronenzeitung an. Sima also wieder gut.
Um es kurz zu machen, wir haben uns ebenfalls wacker geschlagen: Nachdem die Türken diesmal bereits weit vor Wien vernichtet worden waren, mussten wir uns nur noch den Stierkämpfern beugen – Schwamm drüber – man muss auch jönne könne (Ja, ein Rheinländer war auch dabei). Der Umzug in die neue Hans Hölzl – Gasse beim Rennbahnweg ging sich ohne Blessuren aus und Felix lud uns anschließend zum Ausflug ins Waldviertel ein. Schlimm! Nicht nur beim Gusenbauer war da schon nix mehr los, auch die Wachauer Heurigen hatten es sich in sich: Recht dürftig ausgsteckt, überkam mich alsbald wieder Lust auf die Wiener Kaffeehäuser mit ihren ewigen Strudeln samt Häferlkaffee.
Bereits vor der ersten Lokalität ein Anblick des Grauens: Ein freilaufender Kampfhund erwartet die frohgemuten Großstädter, links ein abgerissenes altes Wahlplakat der letzten Anti-Ausländer-Wahl: Daham statt Imman – BZÖ oder so ähnlich. Tapfer auf die Zähne gebissen und am Hund vorbei das nächste Lokal angesteuert. Der Parkplatz voller Schlaglöcher, dem Achsbruch nahe. Der Wirt ist da und bedauert, heute nur Wurst anbieten zu können. Debreziner, Käsekrainer, Burenwurst oder Leberkäs. Da hätten wir auch daham in Wien bleiben können. Wie der dritte und letzte Versuch endete, erspare ich uns, vielleicht erinnert sich noch jemand an Monsieur Brel und seine Karottenköpfe…
Nun also wieder daheim statt daham. Die Zeit zur Wiederherstellung der Arbeitskraft des Berufsbeamten wurde aufrichtig genutzt und man ist wieder um eine Erfahrung reicher: Beim Bildungswirt ist’s immer noch am schönsten.

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