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Geist und Gehirn denken – auch mit der FAZ

25. Juli 2008 · von Miller · 18 Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Elektronengehirn von fuchur 2007 bei Flickr Puzzlebrain auf Flickr von fuchur 2007

Seit 19. Juli läuft in der FAZ die alte/neue “Geist-Gehirn-Debatte” und am 25. Juli kumuliert die Sache vorläufig in: “Vor dem Richterstuhl der Vernunft“. Um was geht es?

Auf der personalen Ebene: Singer gegen Janich.
Der international bekannte Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer steht gegen den renommierten Marburger Philosophen Peter Janich im Streit um Ergebnisse und Interpretationen der neuesten Hirnforschung. Der abgedruckte Briefwechsel löste wiederum eine Flut von qualifizierten Leser-Bloggerbeiträgen aus.

Auf der inhaltlichen Ebene: unterschiedliche Wissenschaftsverständnisse und komplexe Sprachspiele.
Singer ist argumentationsmüde und will den eher zermürbenden Austausch von Argumenten ersetzen durch ein “gemeinsam konzipiertes und gemeinsam durchgeführtes Experiment” mit der Pointe an Janich: “Bitte schlagen Sie ein Experiment vor, mit dem die These falsifiziert werden kann, dass alle (“geistigen”) Phänomene auf neuronalen Prozessen beruhen und folglich diesen nach- und nicht vorgängig sind.” Im Klartext: Am besten, du Philosoph, lass dich in den Tomographen schieben und wir werden sehen, ob es einen “immateriellen Agenten” gibt, dessen “Gedanken und Entscheidungen neuronale Prozesse im eigenen Gehirn anstoßen” oder ob doch aller Geist auf der materiellen Basis “Gehirn” beruht. Janisch wiederum kontert, indem er Singer vorwirft, dass er nicht verstehe, was er eigentlich tue. “Nicht Hirne erforschen Hirne durch bloße neuronale Aktivität, sondern da muss in die Welt der Dinge mit Händen eingegriffen werden, und zwar nach Regeln.” Er verweist auf Singers ungeklärtes Lieblingswort “beruhen” und will ihn, Wittgenstein geschult, auf eine Sprachreflexionsebene locken. Er weist zudem moralisch entrüstet den Vorschlag zurück, ihn “persönlich zum Objekt Ihrer Laborverfahren zu machen.”
Petra Gehring, Philosophieprofessorin, springt in ihrem Beitrag “Was der Neurowissenschaftler Singer nicht gelernt hat” (24.07.) sprachphilosophisch und wissenschaftstheoretisch Janich bei und prangert die “gnadenlose Naivität des Neurowissenschaftlers” frech-forsch an. Hans J. Markowitsch, Professor für physiologische Psychologie, versucht vermittelnd mit seinem Beitrag “Ohne Gehirn kein Denken” (22.07.) einzugreifen, indirekt aber mehr Singer zu stützen.
Naja, “Ohne Gehirn kein Denken”, da wären wir aber selbst nicht drauf gekommen und schöne Glasperlenspiele gibt es fast überall. Zu allem gibt es eine Menge qualifizierter Beiträge aus der Leserschaft oder Blogosphäre. Stellvertretend will ich die Beiträge von Uwe Paulsen (Wohlmeinender) hervorheben, die zusätzlich in die Welt der Thermodynamik einführen und die These von der “seamless web of cause and effect” scharf zurückweisen. Eine Gegenposition bezieht wiederum Heinz Georg Schuster “Ideen haben eine materielle Basis im Gehirn”.
Wie auch immer neuronale Aktivierungsmuster beobachtet und beschrieben werden, das Hirn-Energiegestöber via FAZ scheint zu funktionieren; das gilt für die Kontrahenten und die Mit-Diskutanten.

Zum vorläufigen Abschluss greift Michael Pawlik, Professor für Strafrecht, mit seinem Beitrag “Vor dem Richterstuhl der Vernunft” (25.07.) in die Debatte ein. Ja, das Verfahrensrecht und das komplexe Elend der Beweislast, ja, so richtert die Vernunft durchs Wissenschaftsland.
Nur, was tun, wenn sich die Kontrahenten nicht auf das Verfahren der “Beweise” einigen können, sich auf andere, inkommensurable Wissenstraditionen stützen und den wechselseitigen Geburten, manchmal Ungeheuern der Vernünfte nicht trauen?
Pawlik ist sichtlich bemüht “ein ernsthaftes Gespräch über den wissenschaftstheoretischen Status der experimentellen Hirnforschung” zu initiieren, denn “beide Seiten könnten zu lernen haben.” Wohl wahr! Nur lassen dies die Eigenschwingungen der interaktiven neuronalen Erregungsnetze zu? Wenn es denn wider erwarten doch zum Prozess kommen sollte, so hat den Richtervorsitz – so mein Vorschlag – der Kollege Humor inne. Beisitzer in den Verhandlungen sind: a) Vernunft 1, b) Vernunft 2, c) Kollege Körperfreuden mit ausgedehnten Hirnfunktionen.
Bei einer Pattsituation der Entscheidung wird das Verfahren auf unbestimmte Zeit vertagt. Unterhändler beider Seiten könnten sich in der Zwischenzeit an Traditionstexten der Philosophie abarbeiten, z.B. an Friedrich Nietzsche (1878/1886), Menschliches, Allzumenschliches, Zweiter Band, Zweite Abteilung: Der Wanderer und sein Schatten, insbesondere Bemerkung (21) Der Mensch als der Messende, (23) Ob die Anhänger der Lehre vom freien Willen strafen dürfen? und (24) Zur Beurteilung des Verbrechers und seines Richters.
Im Gegenzug beschäftigen sich die Unterhändler mit “Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog: Wolf Singer/ Matthieu Ricard, 2008″. Der buddhistische Mönch Ricard hat sich Dank seines buddhistischen Grundlächelns in der Welt auch im Singer’schen Labor eingefunden und bereitwillig seine neuronalen Aktivitätsmuster während der Meditation aufzeichnen lassen. Für ihn, der sich seines reinen Gewahrseins sicher ist, bestätigen die Maschinenmessungen (z.B. Zunahme synchroner Gamma-Oszillationen) nur das, was eine 2500-jährige Tradition eh schon weiß: Meta-Bewusstsein durch Introspektion ist real herstellbar als absolute Aufmerksamkeit, gerichtet auf hirninterne Vorgänge. Durch Meditation können neue mentale Zustände hergestellt und gelernt werden, die auch später willentlich wieder aktiviert werden können. Also, es gibt ihn doch den “freien Willen”, die willentliche Selbstreferenzialität der Gehirnschleifen, aufgelöst im Meta-Bewusstsein. Die bewusste Herstellung klarer und stabiler Geisteszustände ist eben etwas anderes als das interne (unbewusste) Geplapper neuronal messbarer Aktivitätsmuster. Geist ist nicht identisch mit Gehirn und Weisheit hat eben andere Kriterien als Wissenschaft. Wolf Singer dürfte das (inzwischen?) auch so sehen!

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18 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Andreas Meier // 28 Jul 2008 um 18:05

    Danke für den Diskussionshinweis und die Zusammenfassung, die FAZ lese ich sonst weniger.Den Podcast-Beitrag Singer/Richard im Blog fand ich sehr interessant. Der freie Geist treibt vor sich hin, egal ob “vorgängig” oder gleichzeitig mit neuronalen Aktivierungsmustern. Was Singer mit seinen Messungen letztlich erreichen will, bleibt unklar. Wenn alles (Geist, Gedanken) physikalisch-chemische Vorgänge sind, was ändert das am Bestand des “freien Willens”? Allerdings ist die Argumentation von Nietzsche vor über 100 Jahren wirklich raffiniert.
    Gelernt habe ich auch noch, dass es für den Bildungswirt nicht nur “Vernunft”, sondern auch “Vernünfte” gibt, die inkommensurabel zu sein scheinen.

  • 2 Ingo-Wolf Kittel, FA f. pt. Med. // 22 Aug 2008 um 19:49

    Pawlik’s Beitrag sieht vermittelnd aus. Ganz unjuristisch ergreift er jedoch irritierender Weise Partei und zwar, wie mir scheint, eher unfreiwillig: aufgrund seiner Kenntnis des Stands des Verfahrens, zu dem der sich äußert. Er fordert nämlich in seinem Beitrag ein “ernsthaftes Gespräch über den wissenschaftstheoretischen Status der experimentellen Hirnforschung” als wüsste er nicht, dass es seit den 1990er Jahren zahlreiche Beiträge zur Hirndebatte gerade von Seiten der methodischen Philosophie gibt, die von Janich wesentlich weiterentwickelt wurde. (In eigenen Beiträgen zur FAZ-Debatte habe ich auf einige davon hingewiesen.)

    Die vermutlich wichtigste Publikation in diesem Zusammenhang dürfte die 1998 bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Darmstadt publizierte Habilitationsarbeit des ehemaligen Janich-Mitarbeiters und heutigen Essener Ordinarius Dirk Hartmann “Philosophische Grundlagen der Psychologie” sein; denn Hartmann hat beispielsweise hier – und damit lange vor der ersten großen FAZ-Diskussion im Jahre 2004 dazu – die nach Kornhuber und Deecke in “Wille und Gehirn” (2007) vielfach missgedeuteten Libet-Experimente eingehend diskutiert. Vor allem aber hat Hartmann in seiner Arbeit die gesamte Diskussion des “Leib-Seele-Problems” in der Tradition der über Jahrzehnte dominierenden Analytischen Philosophie einer kritischen Sichtung unterzogen, in der Grundlagen und davon abgeleitete Ergebnisse neurophysiologischer Forschung weit länger schon erörtert werden; er hat dabei übrigens zwei bis dahin unbeachtet gebliebene, aber entscheidende und dieser jahrzehntelangen Diskussion zugrundeliegende “naturalistische Fehlschlüsse” aufdecken und herausarbeiten können.

    In der öffentlich leicht zugänglichen Literatur sind sogar interdisziplinäre Auseinandersetzungen zwischen Hirnforschern und methodischen Philosophen wie Janich “dokumentiert”.

    Ebenfalls 1998 erschienen nämlich die Ergebnisse eines möglicherweise jahrelangen Frankfurter-Bad Homburger Arbeitskreises in einem Band der Reihe “Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft” (Nr. 1381), der unter dem Titel “Der Mensch in der Perspektive der Kognitionswissenschaften” von dem ehemalige Singer-Mitarbeiter Andreas K. Engel, der heute in Hamburg lehrt, und dem Magdeburger Philosophen Peter Gold herausgegeben wurde. Von Janich stammt dort der einschlägige Beitrag: “Zwischen natürlicher Disposition und kultürlicher Lebensbewältigung – Kognitionswissenschaften und Menschenbild im Streit der Wissenschaftsverständnisse”. (Engel ist übrigens einer der wenigen, um nicht zu sagen seltenen empirisch forschenden Wissenschaftler des deutschsprachigen Raumes, die dort schon Antwort auf die Frage respektive Forderung Pawliks zu geben versucht haben darzustellen, “wie die Befunde auszusehen hätten, mit denen die Hirnforscher vor dem Gerichtshof der wissenschaftstheoretischen Vernunft bestehen könnten”, nachzulesen in seinem mit dem Züricher Neuroinformatiker und ehemaligen Frankfurter Kollegen Peter König verfassten Beitrag zu dem Reader “Das neurobiologische Wahrnehmungsparadigma. Eine kritische Bestandsaufnahme.”)

    Mit anderer Schwerpunktsetzung als Hartmann, aber mit gleichfalls umfassender Zielsetzung haben im englischsprachigen Raum der australische Synapsenforscher Max R. Bennett und der Oxforder Philosoph Peter M. S. Hacker weitere Teilantworten auf die von Pawlik aufgeworfene Frage vor allem in ihrem über 400 Seiten umfassenden Lehrbuch “Philosophical Foundations of Neuroscience” gegeben, das 2003 bei Blackwell in Oxford erschien. (Die große Diskussion dazu in der American Philosophical Association von Ende 2005 ist in dem Buch “Neuroscience and Philosophy: Brain, Mind & Language” dokumentiert; angekündigt haben beide ein Folgewerk mit dem Titel “A History of Cognitive Neuroscience – a conceptual investigation”, zu dem Peter Hacker auf seiner HP angibt, it “examines the main experiments of cognitive neuroscientific investigation (with copious illustrations and diagrams), and evaluates the conceptual cogency of the conclusions drawn from the results of the experiments.”)

    Hierzulande haben vor allem tonangebende Hirnforscher m.W. Vergleichbares nicht einmal im Ansatz unternommen, geschweige denn geleistet. Roth und Singer etwa haben sich in ihren Beiträgen in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie 2004 und 2005 auf keines der genannten Werke bezogen, schon gar nicht auf Bennett & Hackers Buch von 2003 oder auf irgendeine andere Arbeit ihres vielfach ausgezeichneten und weltweit hoch geachteten australischen Kollegen Max Bennett, der zuvor schon so bedeutende Bücher wie “The Idea of Consciousness” und “History of the Synapse” publiziert hatte.

    Die Notwendigkeit genauer begrifflicher Arbeit – von gründlichen sprachphilosophischen Reflexionen also (in einem Forschungsbereich, von dem substanzielle “Beiträge zu einer” Fundierung einer dem heutigen Kenntnisstand entsprechenden “aktuellen Anthropologie” erwartet werden wie dies beispielsweise in der von Hans-Rainer Duncker 2006 hrsg. Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Frankfurt versucht wird, und damit zur wissenschaftlichen Grundlegung unseres “Selbstverständnisses” oder “Selbstbildes”… ) scheinen Hirnforscher wie Singer und Roth nicht zu sehen oder nicht zu erkennen. Vielleicht ist die Haltung des jungen Singer-Assistenten Axel Kohler hier kennzeichnend, der in seiner Rezension des Buches von Bennett & Hacker meinte, beider Bemühungen im Tenor des überlegenen Besserwissers als (irrelevante?) “Lehnstuhlphilosophie” bezeichnen zu dürfen.

    Es beeindruckt, dass der (auf seinem eigenen Fachbereich die Fachliteratur sicher ausreichend überblickende) Regensburger Strafrechtsgelehrte Pawlik aufgrund seiner Kenntnis vom Stand der Diskussion über die Grundlagen heutiger Hirnforschung einen anderen Eindruck gewonnen zu haben scheint; schreibt er doch eine derartige herablassende Haltung “Philosophenkönigen” zu, von denen sich m.W. zumindest Janich und Hartmann auf ihrem Gebiet in ebenso redlicher Bemühung – wie sicherlich er selbst auf seinem… – seit langem bemühen, gründlich erarbeitete und auf genauer Analyse gerade naturwissenschaftlicher Forschung beruhende Dialogvorschläge jenen nahe zu bringen, die aus neurophysiologisch gewonnenen Messergebnissen direkt auf die “geistige” Leistungen kurz schließen, um die es sachlich gesehen “eigentlich” geht. (Nebenbei bemerkt geschieht das oft auf der Grundlage eines psychologischen Sachverstandes, der einem als Fachmann immer wieder die Haare zu Berge stehen lässt: unsere Hirnforscher nehmen ja auch – soweit dies aus ihren öffentlichen Verlautbarungen und allgemein zur Verfügung stehenden Veröffentlichungen ersichtlich ist – die Diskussion in der psychologischen Fachliteratur wie z.B. in der “Psychologischen Rundschau” 2005 vielleicht nicht einmal zur Kenntnis oder eine derart gründliche Analyse, wie sie in demselben Jahr von Manfred Velden in seinem Buch “Biologismus – Folge einer Illusion” vorgelegt wurde.)

  • 3 Ingo-Wolf Kittel, FA f. pt. Med. // 22 Aug 2008 um 22:51

    Nachtrag und Korrektur:
    – Der erwähnte Singer-Mitarbeiter Axel Kohler gebraucht nicht selbst den Ausdruck “Lehnstuhlphilosophie”; das muss ich richtig stellen. In seiner auf Englisch abgefassten Rezension spricht er vielmehr davon, Bennett & Hacker zeigten einen “a priori style of reasoning”. Aprioi-Denken wird auch als “armchair-philosophy” bezeichnet, als ein bloß auf Denken beruhendes Philosophieren, das sich um empirische Fakten nicht schert. Kohler fordert denn auch von den Autoren “more consideration of empirical details” allerdings ohne zu erkennen zu geben, ob er dabei auch an empirisch vorgängige “Details” wie Wörter denkt, mit denen wissenschaftliche Feststellungen allemal formuliert werden müssen und deren genaue Bedeutung dabei anzugeben oder zu reflektieren ist.
    – Art und Auswirkungen der von ihm herausgearbeiteten “naturalistischen Fehlschlüsse” (der “ontologischen Hypostasierung” wissenschaftlicher Konstruktionen und deren ontologische Primärsetzung, wegen denen z.B. vielfach behauptet wird, “in Wirklichkeit” gäbe es kein Wasser, sondern nur H²O, oder keine geistige Aktivitäten, sondern nur neuronale Vorgänge) hat Dirk Hartmann neuerdings in seinem grundlegenden Beitrag “Physis und Psyche. Das Leib-Seele-Problem als Resultat der Hypostasierung theoretischer Konstrukte” in dem Reader dargestellt, den Dieter Sturma unter dem Titel “Philosophie und Neurowissenschaften” 2006 bei Suhrkamp (als ‘stw 1770′) herausgegeben hat.

  • 4 Andreas Meier // 23 Aug 2008 um 20:52

    Nach dem literaturgespickten Beitrag von Ingo-Wolf Kittel bin ich erstmal platt, wie viel unterschiedliche Diskussionslinien existieren. Da brauche ich mindestens zwei Jahre Zusatzstudium. Auch Wolf Singer scheint hier einiges nachlesen zu müssen. Da scheint der Bildungswirt recht zu haben mit seiner begrifflichen Einführung von verschiedenen “Vernünften” (so auch in der FAZ-Debatte nachzulesen). Unklar bleibt mir immer noch die wirklich praktische Relevanz der Debatte, z.B. im Strafrecht oder in der Pädagogik. Kann da jemand helfen?

  • 5 Miller // 3 Sep 2008 um 18:37

    @Andreas Meier und @Ingo Wolf Kittel
    Pardon, die “Skandal: Landesabitur verkauft”- Serie hat die wichtige Geist-Gehirn-Debatte etwas in den Hintergrund gerückt, deshalb verspätet hier meine Antwort:
    Für seinen “literaturgespickten Beitrag” bin ich Ingo-Wolf sehr dankbar; Orientierungslinien werden auf der Höhe der Zeit gelegt. Hirnforscher wie Wolf Singer haben hier bestimmt noch einiges nachzuholen. Fest steht aus meiner Sicht, dass wir die entscheidende Differenz von Geist/Selbstbewusstsein und Gehirn treffen müssen. Ansonsten wären wir ferngesteuerte Unterhosen unserer automatisch ablaufenden physikalisch- chemisch- biologischen Prozesse mit fatalen Konsequenzen.

    Im Strafrecht hätten wir das grundlegende Problem des Zusammenhangs von Strafe, Verantwortung und Zurechnungsfähigkeit, das schon Nietzsche vor über 100 Jahren entfaltete:
    “Ob die Anhänger der Lehre vom freien Willen strafen dürfen? – Die Menschen, welche von Berufswegen richten und strafen, suchen in jedem Falle festzustellen, ob ein Uebelthäter überhaupt für seine That verantwortlich ist, ob er seine Vernunft anwenden konnte, ob er aus Gründen handelte und nicht unbewusst oder im Zwange. Straft man ihn, so straft man, dass er die schlechteren Gründe den besseren vorzog: welche er also gekannt haben muss. Wo diese Kentniss fehlt, ist der Mensch nach der herrschenden Ansicht unfrei und nicht verantwortlich: es sei denn, dass seine Unkenntniss, zum Beispiel seine ignorantia legis, die Folge einer absichtlichen Vernachlässigung des Erlernens ist; dann hat er also schon damals, als er nicht lernen wollte was er sollte, die schlechteren Gründe den besseren vorgezogen, und muss jetzt die Folge seiner schlechten Wahl büssen. Wenn er dagegen die besseren Gründe nicht gesehen hat, etwa aus Stumpf- und Blödsinn, so pflegt man nicht zu strafen: es hat ihm, wie man sagt, die Wahl gefehlt, er handelte als Thier. Die absichtliche Verleugnung der besseren Vernunft ist jetzt die Voraussetzung, die man beim strafwürdigen Verbrecher1 macht.”(…) vgl. weiter bei Nietzsche, link in meinem Artikel “Geist und Gehirn denken – auch mit der FAZ”. Hier sollten sich aber Experten einschalten, um die Tragweite auszuleuchten.

    In der Pädagogik bestätigen die Neurowissenschaften (Hirnforschung) wesentlich das, was guten Pädagogen schon immer wußten, z.B. dass durch Schulangst Lernblockaden auftreten können oder dass Lerngegenstände affektiv besetzt sind, Menschen ganzheitliche Wesen sind etc. Hirnforscher bestätigen eher Positionen von reformpädagogischen Ansätzen mit naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Ich habe dazu in meinem Buch “Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft” in Kap.4 “Lernen: Konstruktionen im Kopf und Vorfreude im Leib” einiges (hoffentlich Erhellendes) geschrieben.
    Vielleicht kann uns Ingo-Wolf aus seinem Literaturüberblick weiterhelfen. Konkret: was ist brauchbar aus der Hirnforschung für pragmatische Ansätze in der Pädagogik?

  • 6 Ingo Wolf-Kittel // 30 Sep 2008 um 00:02

    Nach technischer Panne jetzt doch noch:
    Die Brauchbarkeit neurophysiologischer Forschungsergebnisse für die Pädagogik beobachtet und diskutiert mit Verve und vor allem großer Sachkenntnis Frau Monika Armand auf ihrem Blog “Neuropädagogik”
    (http://neuropaedagogik.blogspot.com/) und ihrer dazu gehörigen HP
    http://www.neuropaedagogik.de/(Informationen über sie sind hier
    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/ahmaz/content/about zu finden, da sie
    mittlerweile auch bei “Brainlogs” auf
    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/ahmaz schreibt.)

    Was allgemein von Ergebnissen aus der Hirnforschung zu erwarten ist, habe
    ich für den Bereich der Psychologie und Psychotherapie z.B. im “Apropos”
    hier http://www.pabst-publishers.com/Psychologie/psyzeit/v_u_v/2005-2/art_01.htm
    > (oder dem ersten Text hier http://www.bbpp.de/kittel-neuro.htm) kurz
    angedeutet und in folgendem Buchbeitrag etwas mehr ausgeführt: “Mundwerk
    Psychotherapie vom Standpunkt des Praktikers.” In: Martin Wollschläger
    (Hrsg.): “Hirn – Herz – Seele – Schmerz. Psychotherapie zwischen
    > Neurowissenschaften und Geisteswissenschaften.” dgvt-Verlag, Tübingen
    2008,
    S. 25-40.
    Über den meinem Namen unterlegtem Link sind – weitere – online gestellte
    Einzelstellungnahmen von mir zu finden, zu den massiven Selbstwidersprüchen
    von Wolf Singer vor allem mein “Offener Brief” von 2004
    (http://www.sprache-werner.info/Off_Brief_Singer.1967.html) und eine
    umfangreiche Stellungnahme zu den zahlreichen Missdeutungen der
    Libet-Experimente sowie unserem gewöhnlichen Verständnis von Willensfreiheit durch Gerhard Roth hier:
    http://www.michael-funken.de/information-philosophie/philosophie/kittelzurot
    h.html

  • 7 Heinz Georg Schuster // 14 Dez 2008 um 13:11

    Nahdem ich erst heute diese Internetseite fand, hier ein kurzer Hinweis auf eine klare Position, die auf meiner Homepage weiterr durch wissenschaftliche Literatur belegt wird.
    Schaffen wir die letzte Kopernikanische Wende?

    Kopernikanische Wenden:

    Die Erde dreht sich um die Sonne, der Mensch stammt im Verlauf der Evolution vom Affen ab, Leben benötigt keine „Vitalkräfte“ sondern ist ein physikalisch-chemischer Prozess und jetzt, unser geistiges Leben beruht ausschließlich auf dynamischen (ebenfalls physikalisch-chemischen) Prozessen in unserem Gehirn .

    Alles nüchterne Wahrheiten, die aber das Wunder unserer Existenz nicht schmälern. Durch die rationale Betrachtungsweise finden wir einen Zugang zur Natur, der uns erst klar macht wie wunderbar sie funktioniert und uns die Ehrfurcht vor dem Leben bewahrt. Sehen sie nur mal eine Fliege genauer and und versuche Sie den Nachbau. Es bleiben genug Geheimnisse (etwa, woher kommen die Naturgesetze?).

    Da sollten wir eigentlich keine Angst davor haben auch geistige Prozess als das zu sehen was sie sind: physikalisch-chemische Prozesse, die uns keinen freien Willen lassen – die aber- da sie fast unfassbar komplex sind, gleichzeitig unsere Würde als Mensch bewahren, da wir sie niemals im Detail vorausberechnen können.

  • 8 Ingo-Wolf Kittel, Augsburg // 15 Dez 2008 um 23:54

    Willensfreiheit ist eine psychologische Tatsache in des Wortes wörtlicher Bedeutung! Sie ist im Unterschied zu Tieren bei uns gerade deswegen möglich, weil unser Hirn so ist wie es ist!

    Es ist schon lange bekannt, dass Tiere genauso wie Kleinkinder unmittelbar auf dargebotene Reize reagieren und das bis zur Ermüdung oder Präsentation eines “stärkeren” Alternativreizes. Die physiologisch fassbaren neuronalen Gegebenheiten wie die psychologischen Einzelheiten dieses Reiz-Reaktions-Zusammenhanges sind gut bekannt. Sie haben beispielsweise zur Aufklärung und Differenzierung von angeborenen und erlernten Verhaltensweisen geführt, die fachlich “angeborene” und “konditionierte” Reflexen genannt werden. Auch beim Menschen bilden sie die Grundlage allen Regierens, wobei die Umgangssprache letztere in Angewohnheiten oder Eigenheiten, Abneigungen und Vorlieben, Gewohnheiten, Routinen und Fähigkeiten differenziert, aber kaum Hinweise darauf enthält, dass es auch Wahrnehmungs- und weitere Gewohnheiten gibt

    Tiere wie Kleinkinder verfügen dabei offensichtlich nicht über die Fähigkeit, die sich auch beim Menschen erst nach Jahren, und zwar etwa ab dem vierten Lebensjahr oder später, bei sog “Hochbegabten” auch früher entwickelt: das Erinnern. Wie ihre Bezeichnung besagt, ist Erinnern eine innere Aktivität, und zwar sogar ausschließlich innerliche Aktivität, die anfangs spontan-reflexhaft in Erscheinung tritt, dann bekanntlich aber nach und nach auch vom Erinnernden selbst initiierbar ist und schließlich sogar in übungsabhängigem Ausmaß kontrolliert werden kann.

    Mit ihrem Namen wird aber leider nicht auch die spezifische Eigenart dieser besonderen und allem Anschein nach nur beim Menschen überhaupt oder bei ihm genügend ausgebildeten Fähigkeit zu erinnern deutlich. Sie ist wissenschaftlich erst vor wenigen Jahren von dem Philosophen Colin McGinn in seinem Werk “Mindsight” (2004) näher analysiert und genauer charakterisiert worden. Es handelt sich dabei um die im Deutschen wegen ihrer umfassenden Bedeutung als Vorstellungsfähigkeit bezeichnete besondere geistige Fähigkeit. (Der Titel der deutschen Übersetzung des Buches von McGinn spiegelt die Schwierigkeit einer genauen Bezeichnung dieser Fähigkeit wider: “Das geistige Auge – Von der Macht der Vorstellungskraft”, Darmstadt 2007)

    Willensfreiheit beruht auf unserer hirnphysiologischen verankerten und von der Hirnreifung unmittelbar abhängigen Vorstellungsfähigkeit, die nach dem verstorbenen Princeton-Psychologen Julian Jaynes überhaupt Grundlage der gesamten Bewusstseinsentwicklung der Menschheit ist. Sein Werk “The Origin of Consciousness…” ist leider wissenschaftlich weitgehend unausgeschöpft geblieben; seine Grundzüge habe ich einmal in diesem Vortrag hier kurz darzustellen versucht, während ich Einzelheiten zu den Grundlagen unserer Willensbildung z.B. hier und etwas ausführlicher
    hier skizziert habe.

  • 9 Ulrich // 17 Dez 2008 um 20:51

    @schuster und @kittel
    Die beiden Positionen stehen doch unversöhnlich nebeneinander. Willensfreiheit hin oder her – was sagt das für das pragmatische Feld aus? z.B. in der Schule, bei Lernprozessen? Könnten Sie nicht konkreter, z.B. beim letzten Artikel von Miller “Konstruktionen im Kopf …” sagen, was Sie im Detail meinen. Stimmen Sie dessen Darlegung zu oder nicht oder ein wenig oder ganz anders?Vielleicht ist alles nur ein Scheingefecht?

  • 10 Ingo-Wolf Kittel, Augsburg // 9 Jan 2009 um 14:35

    Hinweis:
    Dr. Nicole Becker hat unter der Redaktion von Ralf Caspary am Sonntag, 9. November 2008 im SWR über “…Die Grenzen der Neurodidaktik” gesprochen; der Text der Sendung ist als pdf-detei hier zu finden.
    (s.a. hier und den podcast zur Sendung hier)

  • 11 Ingo-Wolf Kittel, Augsburg // 7 Nov 2009 um 22:12

    NACHTRAG I: Seit März dieses Jahres liegt von Peter Janich eine eingehende Analyse “Zur Sprache der Hirnforschung” unter dem offensichtlich gezielt provokativen Titel “Kein neues Menschenbild” vor. Dieser Hauptvertreter des methodischen Denkens in der heutigen Philosophie löst hier ein, was er in seinem Resümee der FAZ-Debatte von 2008 gefordert hatte: dass über Hirnforschung ausreichend genau und sachlich zutreffend geredet wird.

  • 12 Ingo-Wolf Kittel, Augsburg // 7 Nov 2009 um 22:38

    NACHTRAG II:

    Konstruktive Kritik der Grundlagen der Hirnforschung wird im englischsprachigen Raum seit längerem in den ab hier angegebenen Werken geübt.

    Die bis heute wissenschaftlich wohl beste deutschsprachige und oben schon erwähnte Arbeit von Dirk Hartmann ist neuerdings hier komplett online zu finden.

  • 13 Miller // 8 Nov 2009 um 21:54

    Hallo Ingo-Wolf Kittel,
    danke für die weiteren informativen und aktuellen Links in der kontroversen Debatte.
    Wäre es nicht sinnvoll, dass Du als besonderer Kenner der Materie das Ganze pointiert als Gastbeitrag zusammenfassen würdest?
    Gruß BW

  • 14 Ingo-Wolf Kittel, FA f. pt. Med. // 23 Nov 2009 um 04:53

    Oh, vielen Dank für die Einladung, Herr Miller. Eine Art Gesamtdarstellung wäre – v.a. angesichts der mittlerweile sogar experimentellen Widerlegung der bisherigen Interpretation der Daten, die in Experimenten nach dem Typ von Benjamin Libet gewonnen wurden – nicht nur reizvoll, sondern “in der Tat” angebracht.

    Immer wieder wird ja wie z.B. jüngst hier konstatiert, viele Beteiligte redeten “öffentlichkeitswirksam aneinander vorbei.”

    Kein Wunder, dass man bei all dem meist noch nicht einmal zum Kern der Sache kommt!

    Wer weiß denn schon und berücksichtigt demnach, dass sogar das deduktive oder “kausale” Erklärungsschema – nach den Wissenschaftsmethodikern Hempel und Oppenheim auch “HO-Schema” genannt – dabei in Frage steht, d.h. das “Erklärungsmodell” (wie auch gesagt wird), über das Naturwissenschaftler als einziges verfügen.

    Wenn die dabei auch noch den wesentlichen Unterschied zwischen notwendigen und hinreichenden Bedingungen nicht berücksichtigen, sofern sie den überhaupt kennen, werden sie entgegen eigenen Absichten sogar zu Metaphysikern und vertreten einen ontologischen Determinismus, der selbst in der Physik überwunden ist.

    Dirk Hartmann geht seinem o.g. Werk im Teil III “Das Leib-Seele-Problem in der Analytischen Philosophie” darauf ein sowie auch – neben C.F. Gethmann zur Handlungsurheberschaft oder Akteurskausalität, wie dazu auch gesagt wird, u.a. – in seinem Beitrag zu dem von Dieter Sturma hrsg. Suhrkamp-Reader Philosophie und Neurowissenschaften (stw 1770).

    Es ist ja schlicht so, dass Naturwissenschaftler gar nicht über das wissenschaftliche oder genauer gesagt: das wissenschaftsmethodische Rüstzeug verfügen, menschliches Tun in all seinen Facetten adäquat zu erfassen und noch dazu angemessen zu erklären. Wie dies möglich ist, hat in den 1970er Jahren Oswald Schwemmer in seiner “Theorie der rationalen Erklärung” dargelegt.

  • 15 Miller // 25 Nov 2009 um 00:29

    Lieber Herr Kittel,
    interessante, kenntnisreiche Ausführungen. Ja, dann legen Sie doch mal in einem Gastbeitrag (Autorenstatus) los. Sie sind dabei völlig frei in der Gestaltung.
    Meine Empfehlung:
    a) Textlänge: nicht mehr als 1000 Wörter, ansonsten lieber 2 oder 3 Teile als Fortsetzungstext
    b) Bedenken Sie, dass Sie hier nicht nur mit Fachexperten reden – also Verständlichkeit der Argumentation wäre gut.

    Mir fällt für die Leser des Bildungswirts an Neuem, als Lestipp, nur ein:
    Peter Janich (2009) Kein neues Menschenbild. Zur Sprache der Hirnforschung.
    Er bringt m.E. die Sache ganz gut auf den Punkt, dennoch schwer Kost.
    Beste Grüße
    Michael Miller

    PS. Gefällt mir sehr, dass wir mit großer zeitlicher Verzögerung doch wieder am aktuellen Thema “Geist – Gehirn” dran bleiben.
    Vielleicht reihen sich doch noch mehr Leser/Blogger ein? (Die Leserzahl beim Bildungswirt steigt weiter, die Kommentatoren leider nicht – nur Mut, liebe Unbekannten …

  • 16 Ingo-Wolf Kittel, FA f. pt. Med. // 27 Nov 2009 um 09:44

    Sie trauen mir da ja ‘einiges’ zu, Herr Miller. Danke auf alle Fälle auch dafür. Ihre Anregung wird mir nun fast schon zur Verpflichtung!

    Dann werde ich das wohl ernsthaft in Erwägung ziehen und mir ein Konzept überlegen müssen…

    Auf Janich’s neues Buch habe ich übrigens oben schon hingewiesen. Nächstes Jahr soll bei der WBG (Wiss.Buch-Ges.) in Darmstadt auch die Übersetzung von Bennett & Hacker’s “Philosophical Foundations of Neuroscience” herauskommen – sieben Jahre nach Erscheinen.

    Auf gut 450 Seiten werden hier Details diskutiert, auf die Janich nicht oder nur am Rande zu sprechen kommt. Wenn das Buch komplett auf Deutsch erscheinen sollte, werden wir ein in jedem Sinn des Wortes ‘gewichtiges’ Werk erhalten.

  • 17 Ingo-Wolf Kittel // 20 Jun 2010 um 22:49

    PS Die angekündigte Übersetzung des großen Werks von Max Bennett und Peter M.S. Hacker ist im April 2010 bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft unter dem Titel “Die philosophischen Grundlagen der Neurowissenschaften” (leider im Plural) erschienen – beim Suhrkamp-Verlag auch die Dokumentation der Diskussion über ihr Buch mit Daniel Dennett und John S. Searle von Ende 2005 in der Am.Philos.Ass.: “Neurowissenschaft und Philosophie – Gehirn, Geist und Sprache “.

  • 18 Ingo-Wolf Kittel // 21 Jun 2010 um 23:09

    PS II Die ganz ausgezeichnet Rezension der deutschen Ausgabe von Bennett & Hackers Buch durch den kenntnisreichen FAZ-Redakteur Helmut Mayer ist übrigens hier zu finden!

    Derselbe Autor hat in der FAZ auch die Originalausgaben der beiden Bücher und das Folgewerk von Bennett und Hacker “History of Cognitiv Neuroscience” rezensiert; sie sind über Links in den drei letzten Einträgen von mir hier zu erhalten.)

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