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Einträge vom Juni 2008

Abitur verkauft – eine 1. Nachlese

16. Juni 2008 · von Miller · 7 Kommentare

Abitur verkauft – eine 1. Nachlese

In „Skandal: Landesabitur verkauft“ (Beitrag vom 4. Juni) analysierte ich den ungewöhnlichen Sachverhalt hessischer Bildungspolitik. Zusätzlich wurde eine klare Forderung an den neuen Minister gestellt:

„Für alle hessischen Schülerinnen und Schüler wird gewährleistet:
Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet. Dies gilt für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich.“ …

„Herr Banzer, korrigieren Sie diese dicken Fehler im HKM. Hessen als „Bildungsland Nr.1″ ist kein Kiosk, der Prüfungssonderangebote an privat verscherbelt. Schüler, Eltern und Lehrer werden Ihnen die notwendige Korrektur danken.“

Inzwischen gibt es einige Reaktionen:
Heike Habermann, Landtagsabgeordnete (SPD):
„Sehr geehrter Herr Dr. Miller,
wir haben bereits zum Ende der Legislaturperiode die Frage nach einer für jeden zugänglichen Veröffentlichung der Abituraufgaben gestellt. Davon seien rechtliche Fragen unter anderem des Copyright betroffen, wurde vom Kultusministerium geantwortet. Ich gehe davon aus, dass auch in diesem Jahr keine Veröffentlichung geplant ist, kann dies aber in einer erneuten Anfrage ans Kultusministerium überprüfen. Das Landesabitur selbst wird unverändert durchgeführt. Auch wenn aus unserer Sicht neu über die Struktur der zentralen Prüfung nachgedacht werden muss, sollte eine solche Diskussion nicht isoliert geführt werden sondern im Rahmen der Novellierung des Hess. Schulgesetzes, das auf den 31.12.2009 befristet ist.“

Aus dem GEW-Landesvorstand Hessen
„…zumindest sollte man über den HPRLL und/oder eine parlamentarische Anfrage
klären lassen, was das Land Hessen vom Stark-Verlag bekommen hat und
dies mit der Berechnung des Artikels aus dem „Bildungswirt“, die ich
im folgenden noch einmal zitieren möchte, konfrontieren: „Kalkulieren
wir in einer ersten Überschlagsrechnung die Kosten, die aus
öffentlichen Steuermitteln in das Abitur investiert werden. In Hessen
sind für das Abitur (Gymnasium, berufliches Gymnasium, Gesamtschule
mit Oberstufe, 2.Bildungsweg) ca. 50 Kommissionen eingerichtet, die
für die einzelnen Fächer schriftliche Prüfungen erstellen. Nehmen wir
an, dass jede Kommission aus nur 5 Mitgliedern besteht und 2 Stunden
Entlastung pro Mitglied erhält, so ergibt sich daraus: 50 x 5 x 2 =
500 Entlastungsstunden. Jede Entlastungsstunde kostet ca. 4000.-Euro
im Jahr. Daraus folgt: 4000 x 500 = 2 Millionen Euro pro Jahr.
Dazu kommen mehrere Beamte in der Bildungsverwaltung (HKM und SSA),
sagen wir nochmal 500.000.-Euro (Weitere Kosten für Tagungen,
Fahrtkosten, Materialen, HZD etc. lasse ich hierbei noch
unberücksichtigt). Eine angemessene Investition für ein gutes
Landesabitur, aber kein Grund dieses dann an privat zu verkaufen, im
Gegenteil. Service und kostenfreie Downloads für die jungen Bürger
wären das Gebot der Stunde.“
Eine Presserklärung der GEW in diesem Sinne wäre …“

Aus dem Verband für Bildung und Erziehung:
Irritation, nicht ganz auf der Höhe der Zeit? „Wer ist das? (gemeint ist der Bildungswirt).
Was heißt „an Privat verkauft“? “

Bisher keine Antwort von: Kultusminister Jürgen Banzer (CDU), Dorethea Henzler (FDP), Mathias Wagner (Grüne), Barbara Cardenas (Die Linke).

Was für die „faire Milch“ gilt, sollte im Bereich der Bildung eine Selbstverständlichkeit sein. Bildung für alle! Faire Zugangschancen und neue Lernkulturen!
Als Bürger des Landes Hessen und Vater von fünf Kindern frage ich erneut:

Bürgerinnen und Bürger des hessischen Landtags, liebe Abgeordnete:
Was tun SIE in der Sache?

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Fußball – Feuerwerk der Metapher (2)

15. Juni 2008 · von Miller · 1 Kommentar

Fußball – Feuerwerk der Metapher (2)

Fortsetzung der Fußball-Metapher-Schalter-Umlegestation

Da ist ein Torriecher leicht verschnupft, bemüht sich aber um sensible Ballwitterung, kaltschnäuzig, und dann kommt es doch zum Duell der eiskalten Engel im Sturm. Ein Klasse-Torhüter wird zur entspannten Bestie. Einer der Angreifer der höchsten Klasse ging dann doch unter der Grasnarbe zurück in die Kabine.

Fußball-Korruptionssumpf gibt es nicht nur in Italien oder Polen, sondern bei 1.300 Millionen Euro Umsatz in drei Juni-Wochen an vielen Plätzen, Eckfahnen und Hotelbars. Wenn’s schnell gehen soll, will jeder seine Schnitte abbekommen. Sportjournalisten, Fußballer, Sponsoren, Lobbyisten sonnen sich zwischendurch in auffällig klebriger Nähe. Ein menschliches Epiphänomen, da krummes Holz eben nicht gerade zu biegen ist, das wiederum schon der Herr Geheimrat Goethe wusste.

27.000 Sicherheitskräfte und 7.000 Medienvertreter sorgen bestimmt für Wirbel und Ordnung im Fußballzirkus, damit wir Weltklasse-Spiele mitten aus den Alpen sehen können. Trotz abgetrennter Köpfe von Schweizer Nationalspielern in osteuropäischen Boulevardblättern, um die Stimmung anzuheizen, ist der göttliche Beistand dem Fußball gewiss.

Was gibt’s noch? Ach ja, der amtierende Europameister mit König Otto muss vorzeitig die Koffer packen wg. Unpässlichkeit bzw. mangelnder Kombinationsstärke, kurz: Angsthasenfußball ohne Zukunft. Die Oranje feiern EM-Dauer-Party; erst den Weltmeister entzaubert, dann die Franzosen zerlegt.

Und was ist mit unseren Jungs? Sie meditieren mehrmals täglich, suchen ihre schwingende Mitte. Von psychischen Verkrampfungen befreit, lassen sie sich mental auf den nächsten Gegner ein. Morgen gegen die österreichische Alpenkatze heißt es: ENTWEDER- ODER

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Der Blog wächst und gedeiht…

15. Juni 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Der Blog wächst und gedeiht…

In eigener Sache:
Am 1.Mai, Tag der Arbeit, hatte ich mit dem Bildungswirt angefangen und am 19. Mai offiziell eröffnet. Langsam mausert sich der Blog und vor allem: Die Leserinnen und Leser nehmen rapide zu.

Schön wäre es, wenn ihr auch von der Kommentarfunktion (Dein Kommentar, hier…) mehr Gebrauch machen würdet. Es interessiert mich, was meine Leser denken, meinen, wünschen.

Erfreulich: Aus dem ICH des Bildungswirts wird ein erstes WIR. Seit letzter Woche habe ich zwei feste Gastblogger:Frank Mackay und Leo. Die Jungs wollen etwas bewegen, bloggen zu ihren Themen nach Lust und Laune.
Besonders empfehle ich auch unseren umfangreichen Leserservice in der Blogroll: „Bildungswirt und andere Galaxietexte“, z.B. ganz aktuell „Abi im Alleingang“.

PS. Übrigens: Ich spreche immer von der Blog , andere meinen, dass es das Blog heißen müßte (Ableitung von das Weblog). Da streuben sich mir die Nackenhaare. Ich bleibe dabei: Der Blog und der Bildungswirt.

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Fußball als Feuerwerk der Metapher (1)

12. Juni 2008 · von Miller · 2 Kommentare

Fußball als Feuerwerk der Metapher (1)

Die Fußball-Sprache rollt als weltweite Rund-Metapher durch die Zeichengalaxie. Im Public Viewing ergießt sich ein Fest der Metaphern und Analogien mit Beamer, Bier und bunten Bildern.

Bei der brandaktuell vibrierenden Europameisterschaft gibt es die Hammergruppe im Sommermärchen, da wird ein Spiel gekillt und ins eigene Herz getroffen. Da wird der Weltmeister entzaubert, bleibt als Favorit im Abwehrnetz hängen und sieht Orange. Holland – Italien, da kommt die Spaghetti allmählich auf den Hund, jedes Foul wird zur Flugschau, bis die Spaghettis kleingeschnitten vollends unter die Räder kamen. Bahnbrechend folgt die Selbsterkenntnis: „Wir waren ziemlich naiv und haben dafür teuer bezahlt.“

Frankreich – Rumänien, war da was – außer kalter Kaffee und heißer Luft? Sie hatten die Räume nicht ausgenutzt und gingen alle geprügelt vom Platz. Oder Griechenland — Schweden, mein Gott Waldi, so zwischen Zeitvergeudung, Offenbacher Kickers und Kuriositätenkabinett. Im nächsten Spiel soll dann wohl der gern herbeizitierte Schalter umgelegt werden.

Da wird ein Land ganz brutal aus seinen Träumen gerissen und alles über den Haufen geworfen. Die Zone der Wahrheit ist im Fußball eben keine Spaßmeile.

Neben der geschwinden Verschwallung der Abseitsfalle, der Strafraumbeherrschung, dem Zeit schinden und der Blutgrätsche mutieren spurensuchende Sportmoderatoren am Bodensee zu Lieblingsgeistvernichtern. Und in der TED-Umfrage bei Phoenix wird das Fußballvolk (also fast alle!) um Stellungnahme gebeten: „Fairplay im Fußball – kann die Politik davon lernen?“ Sag’ einfach JA oder Nein und schon wissen wir’s! Genial, wie alles beim Fußball. So wird im Kerner-Kunde-Stil kein Fettnäpfchen ausgelassen.

Weitere Highlights in dieser Woche: Schweiz – Türkei, kampfbetont, fair trotz schwieriger Bodenverhältnisse, dramatisch bis zum Schluss. Schade für die Gastgeber, aber die Türken waren in letzter Minute einen Tick besser. Österreich – Polen, schnelles, abwechslungsreiches Spiel, Power-Fußball, zum Schluss ein glückliches Unentschieden für den anderen Gastgeber. Salomonisch auf höchster Ebene.

Und unsere Jungs? Kamen heute gegen Kroatien einfach nicht zu Potte, es fehlten die Hallo-wach-Kapseln. Ballack träumte durch die Gegend, Odonkor verteidigte und sollte doch über die Flügel angreifen (Klose? hat er überhaupt mitgespielt?), Schweini kam verspätet aus dem Schneckenhaus herausgekrochen, hatte ordentlich mitgemischt bis er aufgrund unkontrollierter emotionaler Erschütterungen die Rote Karte sah. Pech, doch berechtigt. Poldi packte erfolgreich einmal den Hammer aus, doch das Spiel wollte nicht in der deutschen Spur rund laufen. Die Kroaten waren einfach die bessere Mannschaft und fuhren das Ding sicher in den Adria-Hafen.

Die 13 deutschen eierlegenden Wollmilchsäue, gecoacht nach Masterplan vom Erziehungsberechtigten Superjogi, hatten versagt, mutierten zu einfachen lauffaulen Millionären, die wie Falschgeld auf dem Platz der Wahrheit rumstocherten.

Nichts desto trotz: Die Stimmung in unserer Kneipe war wieder vom Feinsten, es fehlte nur der „Weißbier-Waldi“, der sich wahrscheinlich zeitvergessen in der „Fußball-Hochschuldidaktik“ der Uni Zürich ergossen hatte (vgl. Beitrag vom 9.Juni).

Wichtig: Am Montagabend geht’s gegen Österreich ums Ganze!

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Der Bildungswirt bekommt Zuwachs

11. Juni 2008 · von frankmackay · Keine Kommentare

Der Bildungswirt bekommt Zuwachs

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In Hessen gibt es [fast] keine Studiengebühren (Gegner-Sprech) oder Studienbeiträge (Befürworter-Sprech) mehr. Vielleicht aus diesem Anlass (mehr Zeit) oder weil Frank Mackay mit dem Bildungswirt im Kaffeesatz stochern möchte… Auf jeden Fall freue ich mich eingeladen zu sein, hier meinen kleinen Kosmos auszulegen. Einige Gründe dafür gibt es bereits hier . Auch wenn es nicht unbedingt eskapistische Motive sind, aber ich wandel gerne zwischen Lernwelten und anderen Niederschlägen. Dabei gar zu beobachten, wie sich die demokratische Öffentlichkeit im Web emanzipiert oder auch nicht und den aktuellen medienjournalistischen Spielstand zwischen S. Niggemeier und H. M. Broder zu verfolgen oder auch zu kommentieren. Das wäre ein Anfang für den ständigen Wechsel zwischen Klick und Lese- sowie Erfahrensfreude.

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Unser Handwerk hat goldenen Boden

11. Juni 2008 · von Leo · Keine Kommentare

Unser Handwerk hat goldenen Boden

Aus NRW, woher sonst, schwillt immer neuer Bocksgesang herüber: Handwerkliche Fehler habe es gegeben beim Zentral-Abi, einige Klausuren sollen deshalb wiederholt werden. Die Holzaugen von der Hinterbank haben`s auch gemerkt. Recht so! Freud hat sich also verplappert, Mathematiker kennen keine Wahrscheinlichkeiten, Bezirksregierungen im Weltuntergang. Tja, Freunde: Nieten plus Nadelstreifen., das kann eben nicht gut gehen.
Danke, ihr Firmenchefs, Aufsichtsräte, Gebäudereiniger, Filialleiter und Taxiunternehmer, dass ihr die Gymnasien jahrelang mit Anwaltsbriefen gepiesackt habt, das habt ihr nun davon – ein kostenloses Zweitabitur, kos-ten-los!
Ja, ja, das Handwerk und seine Fehler. Da gibt es schon gewaltige Unterschiede: Ob nun ein Malerlehrling unstet Tapeten abrollt, die der Geselle vorher schief aufgebracht hat und der Meister die Blasen vom Türanstrich begutachtet, überall lauern sie, die handwerklichen Fehler . Elektro- , Wasser-, Autofritzen, nur der Abrechnungscomputer, der funktioniert bei euch immer – tadellos. Beschwert sich der Kunde, wird abgewiegelt – außer Spesen ….
Bei den Schulen ist es eben nicht viel anders, nur dass die Spesen im voraus berechnet werden, sozusagen im Geist von 68: Alle zahlen den Einheitspreis und dann ab in den Marsch der Institutionen, auf geht`s Freunde, kämpfen und siegen!

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Das „Alles-wird-teurer-Gefühl“

11. Juni 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Das „Alles-wird-teurer-Gefühl“

Die Deutschen fühlten immer schon, dass der Euro ein Teuro war, konnten es aber nicht beweisen. Das Statistische Bundesamt errechnet zurzeit eine Inflationsrate von 3%. Wir wissen aber, dass die Preise des täglichen Lebens für Lebensmittel (z.B. Milchprodukte, Bier, Brot), Gas, Benzin um 10 bis 30% gestiegen sind. Wir fühlen, dass da etwas nicht stimmt bei den offiziellen Zahlen aus Wiesbaden.

Der Ökonomie-Professor Hans Wolfgang Brachinger hat das Rätsel gelöst und berechnet deshalb den „Index der wahrgenommenen Inflation“ . In der Tat: der liegt zurzeit bei 12%! Als Gründe benennt er, dass wir Preiserhöhungen stärker wahrnehmen und wir eine „Verlustaversion“ haben. Fallende Preise, z.B. beim Computer oder beim Telefon, werden nur nebenbei registriert. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts werden nicht ernsthaft in Zweifel gezogen, doch jetzt die Pointe:

Da die tatsächlichen Konsumausgaben der Bürgerinnen und Bürger stark von der gefühlten Inflationsrate abhängig sind, führt eine negative Einschätzung zum Konsumstau, zur wirtschaftlichen Nachfragedrosselung und damit zur Konjunkturdämpfung. Steigende gefühlte Inflationsrate bedeutet steigende tatsächliche Sparquote und damit Konsumverzicht. Die Deutschen trauen der objektiven Lage nicht und verschärfen so unbewusst die Krise.

Prof. Brachingers „Index der wahrgenommenen Inflation“ hätte es verdient, sich in Bildungsstandards der Schule aller Schulformen wiederzufinden. Etwa so:
– “ Unterschiedliche Inflationsmessverfahren beschreiben, analysieren und ihre Auswirkungen interpretieren können“
oder
– “ Den Zusammenhang von subjektiv gefühlter Lage und objektivem Konsumverhalten in einer Volkswirtschaft erörtern können“.

Die psychologische Bedeutung von angeblich rationalen Entscheidungen gerät endlich ins Blickfeld.

Die Förderung sozioökonomischer Grundbildung ist längst überfällig.

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Fußball 2008 – Standardsituationen und Didaktik

9. Juni 2008 · von Miller · Keine Kommentare

Fußball 2008 – Standardsituationen und Didaktik

Europameisterschaft: Waren die Jungs nicht super? Haben sie nicht deutsch-brasilianisch gezaubert? Poldi, Klosi und Schweini haben die Jogi-Sache doch souverän eingetütet: 2:0, schade für Polen. Schade auch für den verpatzten Start der beiden Gastgeber Österreich und Schweiz.

Am Donnerstag, 18.00 Uhr geht’s wieder ans Leder, der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und bei uns in der überfüllten Kneipe ist der Bär los, Großleinwand und 8 Boxen versteht sich. Da mutiert der Bildungswirt zum Gastwirt und weiter zum mitfiebernden Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Bis dahin lassen sich aber noch ein paar interessante Schriftzeichen deuteln. Die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der Universität Zürich hat pünktlich zur Europameisterschaft eine Denkschrift Fußball und Didaktik herausgebracht – „Die universitäre Lehrveranstaltung als Fußballspiel“, die alle Fans (und die es noch werden wollen) selbstverständlich kostenfrei downloaden können:
Anmerkungen zur Geschichte der Standardsituationen im Fußball, kultivierte Routine in didaktischen Standardsituationen, Doppelpass im Hörsaal, Die Poesie des perfekten Freistoßes. Die Fußball inspirierten Ausführungen geben Anregungen sowohl für die Hochschuldidaktik als auch für didaktische Standardisierungen der Schule.

Ich hab‘ das Bild noch genau vor Augen: Wie Klosi mannschafts- und erfolgsorientiert den Ball gefühlvoll zu Poldi schiebt, das war einfach genial, der Abschluss – der Hammer. Natürlich haben sie im Training immer wieder -zig Varianten von Standardsituationen eingeübt (den Erfolg wahrscheinlicher gemacht) un doch gibt es immer wieder die besondere Situation, den Spieler (und analog Lehrer) der Extraklasse.

Die Gastgeber haben sich zumindest im Hochschulbereich spielerisch etwas einfallen lassen. Hut ab! Fahne hoch, Fußballpoesie voran und beim Elfmeter taugt nur der Tormann zum Helden.

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