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Die ZEIT hat’s begriffen

28. Mai 2008 · von Miller · 5 Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Die Zeit hat’s begriffen, die Bildungsverwaltung noch nicht.

„Wie das Internet unsere Kultur verändert“ ist der Arbeitstitel von drei kostenfreien ZEITINTERNETSPEZIAL-Heften im Mai 2008. Informativ, komplex und kreativ führen sie ein in die unendlichen Dimensionen der Internetgalaxie, in die Großthemen: Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Bildung, Öffentlichkeit, Kunst, Spiele, Zukunft, ….
Als Unterthemen werden aufgegriffen, z.B. Obama online, Die virtuelle Terror-Uni, Seid keine Neandertaler, Killerspiele wirken, Wem das Web gehört, Revoluzzer aus dem Netz, Bloggen mit dem Präsidenten, Trüffel im Schlamm, This is not by me, Alles umsonst, ein neues Geschäftsmodell, … Unterrichtsmaterial für die Schule in Hülle und Fülle.

Wir erfahren z.B. Neuigkeiten aus der Bloggerszene im Iran, auch dort kann der Staat sie nicht wirklich kontrollieren. Endlich mal in Deutschland andere Nachrichten aus dem Iran als über den angeblich kriegslüsternen Präsidenten Ahmadineschad und über durchgeknallte Terroristen aus dem Orient.

Allein in Teheran soll es über 5000 Internetcafés geben, 7 Millionen Iraner surfen regelmäßig, auch der Präsident. „Wenn Ahamadineschad daneben auch noch Zeit findet, durch das Universum iranischer Blogs zu surfen, dürfte ihn das Grauen packen – so direkt, respektlos und unverblümt wird dort mit den Autoritäten der Islamischen Republik verfahren. Ein Blogger etwa richtet einen Brief an Ali Chamenei, den obersten Religionsführer des Landes: „Eure Heiligkeit, waren Sie jemals verliebt? Haben Sie jemals verträumt in das tiefe Rot des Weines geblickt, während Küsse noch auf ihren Augenlidern brannten? Haben Sie schon einmal getanzt?“ Ein anderer Blogger ergänzt:“Der größte Segen, den die Islamische Republik uns gebracht hat, ist, dass uns heute überhaupt nichts mehr heilig ist!““

Als Einstieg ins Thema für die Schule ist besonders gut das folgende Video geeignet: 8 Min.-Online-Interview mit dem bekannten US-Blogger Jeff Jarris „Revoluzzer aus dem Netz„, kostenfrei. Er reißt die grundsätzlichen Fragen optimal auf. Das „Film-Interview“ ist hier jedem Text in der Kürze der Zeit überlegen. Einfach ausprobieren.

Lichtblick: Im „Amt für Lehrerbildung“ (schrecklicher Name) Frankfurt gibt es immer wieder quirlige Köpfe. Volker Rüddigkeit ist so einer. Er hat ein qualitativ gutes Heft zu Web 2.0 vorgelegt und damit Pionierarbeit für das Schulsystem geleistet: „Web 2.0 – das „neue“ Internet macht Schule! Neues pädagogisches Potenzial im Web?“ (Das Fragezeichen hätte er getrost weglassen können).
Nur ist von den neuen pädagogischen Potenzialen etwas an der Basis angekommen? Wie sieht die Strategie der Umsetzung aus? Wo sind die Erfahrungsberichte? Wie bewegt sich die Schule? Über welches Know-how verfügen die Lehrerinnen und Lehrer 2008? Wie hat sich die Landesinitiative Schule@Zukunft weiterentwickelt? (Kontaktmail: publikationen@afl.hessen.de )

Zur weiteren Vertiefung ins Web 2.0 lege ich euch noch zwei informative Videos ans Herz.


Link: sevenload.com

Link: sevenload.com

Kategorien: Allgemein · Gymnasium · Hauptschule · Unterricht · WEb 2.0

5 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Dr. Sami Rabieh // 31 Mai 2008 um 08:35

    Hallo Bildungswirt,
    „wie sieht die Strategie der Umsetzung aus? Wo sind die Erfahrungsberichte? Wie bewegt sich die Schule? Über welches Know-how verfügen die Lehrerinnen und Lehrer 2008? Wie hat sich die Landesinitiative Schule@Zukunft weiterentwickelt?“ sind die richtigen Fragen auf die informationstechnischen Herausforderungen. Wir bemühen uns derzeit bei D21 zusammen mit jungen Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitungen, Unternehmen, Ländern (u.a. dem AfL Hessen) Antworten darauf zu finden und Wege in die Zukunft aufzuzeigen. Wir würden uns sehr über ein Feedback Deinerseits freuen …
    Außerdem: Respekt gegenüber Deiner Eigeninitiative mit diesem Blog. Ich glaube, dass ist schon eine wichtige Antwort auf die Fragen.
    Viel Erfolg weiterhin.
    Sami Rabieh vom Projektbüro D21 – „Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft!“

  • 2 Bildungswirt // 2 Jun 2008 um 13:16

    Gerne unterstütze ich D21 – “Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft!” Bin gespannt auf eure Dokumentation der Erbebnisse. Wann liegt da was vor? Was können wir von der neuen Lehrergeneration erfahren? Diskutiere mit, vor allem zu den Megathemen „Neue Lernkulturen“ und „Bildungsstandards“, der Blog steht jedermann zur Verfügung. Komme aber auch zu face-toface-Veranstaltungen.
    Übrigens: Eine interessante Debatte zu „Lehrer und Internet“ läuft zurzeit auf dem Blog media & education .Mal reinschauen.
    http://www.mandyschiefner.ch/blog/archives/1213#comments

  • 3 F.J. Oderbruch // 12 Jun 2008 um 14:43

    http://www.ibass.nrw.de/blog/2008/05/23/digitale-schule-wie-lehrer-angebote-im-internet-nutzen/trackback/

    Potenziale gibts viele, nur diese müssen sich auch zeigen: „Treibende Kraft bei der Einführung von Computer und Internet in der Schule sind häufig die jüngeren Lehrer-Kollegen.“
    Aber wie zeigen sich dies „besonderen“ Fähigkeiten?

  • 4 Bildungswirt // 15 Jun 2008 um 23:48

    Zu den „besonderen Fähigkeiten“ sollten wir mal Sami Rabieh fragen und seine Erfahrungen mit D21 „Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft.“ Die massenweise Einführung des Computers im Unterricht ist jedenfalls noch kein vorwärts treibenden didaktisches Konzept. Differenzierte Lernarrangement und Anerkennung des Lernenden als autonomes, selbststeuerndes Subjekt zeugen von einer notwendig veränderten Habitusstruktur eines pfiffigen Junglehrers. Hier interessieren mich „Spieler der 1. Liga“ (nicht nur zu EM-Zeiten).

  • 5 Dr. Sami Rabieh // 18 Jun 2008 um 14:00

    Hallo Mr. Oderbruch und Dr. Miller, gerne geben ich Auskunft: Dass die bloße Maschine noch kein neues, progressives Lehr- und Lernarrangement darstellt ist klar. Wie Sie – von Menschen – konzeptioniert und konfiguriert ist, schon eher. Schauen wir auf das Fundament (Protokoll) des Internets und der dadurch vollkommen dezentralisierten Computernetzwerke muss schon einer neuen Form von öffentlicher, basisdemokratischer Sphäre gesprochen werden. Dort ist jeder „Netizen“ Lehrer und zugleich Lerner, was nicht heißt, dass alle gleich sind. Je höher die „digitalen Skills“, desto eher ist einem die Lehrerrolle zugeschrieben (siehe die sog. „Hackerethik“). Remember: „Networks defeat Institutions.“ Mit besten Grüßen, Sami Rabieh

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