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Gymnasium: G8/G9 – eine schräge Debatte (2)

8. Mai 2008 · von Miller · Keine Kommentare Artikel drucken Artikel drucken

Fortsetzung:
Eine erste Beantwortung von zwei gestellten Fragen blieb noch offen: Wie könnte man aus diesem verminten Gelände tatsächlich eine blühende Schullandschaft schaffen? Wer räumt die Minen weg?
Dem neuen Kultusminister Jürgen Banzer in Hessen (aber auch seinen Amtskollegen in den anderen Bundesländern) dürften sie unter den Nägeln brennen. Zu Beginn Ruhe bewahren, Gespräche führen, Zeit gewinnen, ist sicher einleuchtend, nur noch keine Strategie einer effizienten Problembewältigung. Wer räumt also die Minen weg? In vorderster Linie der Kultusminister selbst! Er muss für einen neuen Diskussions- und effizienten Arbeitsstil sorgen; er sollte die Leistungsfähigkeit seiner Kultusbürokratie testen und gleichzeitig neue Mitspieler in die Problemlösung einbauen. Es geht zuerst um die zügige Einrichtung von unabhängigen, konkurrierenden Kommissionen zur Lösung der G8/G9-Thematik mit dem erweiternden Auftrag der Reflexion neuer Lernkulturen. Eben keine Vorfeldsondierung und Hinterzimmer-Glättungen, sondern offene Konkurrenz der Ideen und pragmatischen Konzepte. Entgegen der bisherigen Gepflogenheiten sollten vier Gruppen eingerichtet werden:

A) eine Gruppe aus 8 bis 10 Spitzen-Kultusbeamten. Sie zeigen, was sie in kürzester Zeit, völlig auf sich gestellt, als Experten leisten

B) eine Gruppe mit 8 Lobby-Vertretern – vier aus den Lehrerverbänden, je 2 Vertreter der privaten und öffentlichen Arbeitgeber

C) eine Gruppe bestehend aus 20 jungen Leuten – 8 Schülern aus der gymnasialen Oberstufe, 8 Studenten und 4 jungen Elternvertretern. Die Gruppe kann sich regelmäßig durch Journalisten, Wissenschaftler und Personen ihres Vertrauens beraten lassen. Sämtliche Kosten übernimmt die Staatskanzlei

D) eine sog. Trigger-Gruppe bestehend aus 5 Lehrern, die noch aktiv unterrichten, 5 Oberstufenschülern und 5 Elternvertretern. Die Gruppe kann sich regelmäßig durch Journalisten, Wissenschaftler und Personen ihres Vertrauens beraten lassen. Sämtliche Kosten übernimmt die Staatskanzlei.

Alle Gruppen unterliegen einem strengen Zeitplan. Nach drei Monaten liegt von jeder Gruppe ein erster Zwischenbericht vor. Nach 6 Monaten werden die Endberichte im Internet veröffentlicht. Das Problembewusstsein, verbunden mit einer pragmatischen Strategie konkreter Maßnahmen, dürfte geschärft sein. Innerhalb von 6 Wochen entscheidet der Minister. Das Land Hessen ist in seiner Schulpolitik souverän, es könnte so verfahren. Die ein oder andere rümpfende KMK-Nase spielt dabei keine entscheidende Rolle. Vielleicht gingen andere Bundesländer einen ähnlichen Weg. Ein neuer Schritt wahrhaftiger Partizipationskultur wäre getan.

Kategorien: Abitur · Allgemein · Bildung · Gesamtschule · Gymnasium

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